Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 11 (1894)
- Issue
- 48 (30.11.1894)
- Date
- 1894-11-30
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021007-3021056--04084-3028252- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 940 Vesterreichtsche WochensrtzrM Nr. 48 Familien an. Und dieses Alles ist dem rührigen Damen-Comite ' mit den wackeren Präsidentinnen und der umsichtigen Kassierin zu verdanken, die keine Opfer an Zeit, Mühe und Auslagen um der guten Sache willen scheuen. Wohlthätige Spenden übernehmen dankend die Präsidentin Frau Amalia B e ck I. Doblhofgaffe 5, und die Kafsierin Frau Anna Drab, VIII. Albertgaffe 22. Zur Hebung der Feier hält Ehrwürden Herr Rabbiner Wollner die Festrede, drei Schülerinnen tragen paffende Gedichte vor, Dankesworte, und zum Schluffe singen 40 Bürgerschulmädchen die Volkshymme. Wien, Mariahilf. Am 2. December d. I. findet von Seite des Humanitäts-Vereines TNachlath Jeschurun“ gemeinschaftlich mit dem Frauen-Verein die Bekleidung armer Schulkinder beiderlei Geschlechtes nach vorhergegangenem solennen Gottesdienste und Festpredigt, gehalten von Dr. Ta glicht, im Tempelhofgebäude statt. Hierauf wird dann die XXVII. Generalversammlung im Restaurant S. Löbl, Kasernengasse 18, um 7 Uhr stattfinden. Wien-Ottakring. Der Verein der „Kindersreunde" vom XVI. und XVII. Bezirks feierte am 22. d. M. fein diesjähriges Bekleidungssest. 104 arme Kinder wurden mit completen Winteranzügen bekleidet und, nachdem ihnen ein reichliches Nachtmahl verabfolgt worden, hielt Herr Religionslehrer Samuel Eppstein eine Ansprache an sie, welche auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Ein Schulkind dankte für die erhaltenen Wvhlthaten, worauf das'erhebende Fest mit Absinguug der Boikshymne schloß. Unter den zahlreicheil Gästen bemerkte man Herrn Moriz jtblcn von Kuffner, Herrn Salamon Ros ner, Herrn Rabbiner Dr. Deutsch. Um das Gedeihen des Vereines haben sich heuer besondere Verdienste erworben: Herr Moriz Nowak als Obmann, Herr David Spielniann als Obmannstellvertreter, Herr Max Fei gl als Cassier, Herr und Frau Hahn, Herr- Jur. Dr. Heinrich Fritsch, Frau Anna Kohn u. v. A. Wien, 26. November. (Akademischer Verein „Gamal a"). An dem Vereinsabend von Samstag d 24. d. hielt Herr Cand. Phil. Berkowicz einen Vortrag über den Talmud. Dteser Vortrag soll die Einleitung zu einer Serie von Vorträgen über das genannte Thema sein, welche an den Vereinsabenden abgehalten werden sollten. Der Vortragende wies an der Hand von zahlreichen, kernigen C taten das in den weiten Kreisen herrschende Vorurtheil, daß der Talmud ein reactionäres Werk sei, zurück. Einzelne Stellen hörten sich wie eine moderne Auslassung freisinnigster Art an. Deshalb sei auch H e i n e 's Behauptung, Mendelssohn habe durch Beseitigung des ausschlaggebenden Einflusses des Talmud eine Art evangelischer Reformaliou gegenüler dem „jüdischen Katholicismus" des Talmud vollbracht, ganz unrichtig, indem Mendelssohn selbst ähnliche Behauptungen entschieden zurückgewiesen. Redner wies in überzeugender Meise nach, daß ein wahrer Fortschritt im Judenthume, sowohl in religiöser als auch in socialer und ethischer Hinsicht nur in dem Zurückgehen auf den Talmud und in entsprechender Fortbildung desselben zu suchen sei. Wien. (Eingesei det.) Am 15. d.M. hatderWohlthätigkeits- Unterstützungs-Verein 6emiles Cliesed inHernals,Herrengasse8, in der Talmud-Thora-Abtheilung eine Prüfung der Schüler abgehalten, zu welcher Seine Ehrwürden Rabbiner Dr. Deutsch, Cultusvorsteher Emanuel Rosner, Herr Religionslehrer P a s ch k e s aus Währing erschienen waren und als Prüfungs Commission fungirten. Die Schüler wurden geprüft. Die erste und zweite Claffe im Beten sämmtlicher Segenssprüche, den Feiertagsbedeutungen, die dritte, vierte und fünfte in den elwähnten Gegenständen, in Brbel, hohen Feiertags- Gebeten mit deutscher Uebersetzung, welche Prüfung vortrefflich ausgefallen und den Herren Lehrern Jakob Meißle rund Bernhard P r i e ß n e r zur Ehre gereichte. Nach beendeter Prüfung hielt Seine Ehrwürden Rabbiner Dr. Deutsch eine solenne Ansprache an die Kinder, den Vorstand des Vereines, sowie an die zahlreich erschienenen Mitglieder. Er betonte die Nothwendigkeit der Talmud-Tbora-Schule und wünschte das Gedeihen derselben. Herr Cultusvorsteher Emanuel Rosner hielt eine Anrede, in welcher er sein Erstaunen über die große Anzahl der Schüler und die vortrefflichen Leistungen der Talmud-Thora- Schule-Section ausdrückte. Herr Paschkes wünschte das Blühen des Vereines, bei deren Prüfung er das siebente Jahr vertreten war, denn in diesem Vororte ist es ein Kampf, eine Talmud-Thora-Schule aufrecht zu erhalten. Hierauf dankte der Obmann des Vereines Herr Heinrich K o r n m e h l den Herren der Prüfungs-Commission, dem Ausschüsse und sämmtlichen Mitgliedern für ihr Erscheinen und ihre Mithilfe an diesem Werke. Nach Absingung der Volkshymne und einem Hoch auf Seine Majestät unseren geliebten Kaiser Franz Josef I. wurde die feierliche Prüfung beendet. Vom Vereine Oemiles Obeseä Hernals. Selig F a l i k, Heinrich Kornmehl, Obmann-Stellvert eter. Obmann. Isidor Berkovice, B. Sonnenschein, Schriftführer. Cassier. Julius Jungmann, Controlor und Verwalter der Talmud-Thora-Section. Rubin Pvrjes, Nathan Gitter, Carl Koch, Ausschüsse. Abbazia. Der aus Gleiche nberg bestbekannte Hotelier und Gastwirth Sigmund Br einer eröffnet am 15. December in Abbazia eine koschere Restauration. Wieliczka. Am 30. November 1894, 2 Uhr Nachmittags, findet die Vermählung des Herrn Sigmund Nosenzweig mit Fräulein Sarah Friedmann statt. Baden. Sonntag den 2. December findet im israelitischen Tempel zu Baden die Trauung von Frl. Flora Rausnitz mit Herrn Samuel Insel statt. Kolin. Wie wir Juden den Satz ausfassen: „Du sollst Böses mit Gutem vergelten" davon zeigt unser rührige Israel. FraueN'Uuterstützuugs-Vereiu. So wie durch eine Reihe von Jahren vertheille dieser Verein auch Heuer wieder 500 Zollcentner Kohle an hiesige Bedürftige ohne Unterschied der C o n f e s s i o n. Seit 1888, in welches Jahr die Gründung dieses Vereines fällt, stellt Herr I. Petsch ek in Aussig in seiner munificeuten Weise dem Vereine dieses Quantum Kohle gratis zur Verfügung. Nicht unerwähnt darf auch das conciliante Entgegenkommen der k. k. priv. Nordwestbahn und der Aussig-Teplitzer Elsenbahn bleiben, welche die Kohle zur Fracht zurollen taffen. Hch. P. Pilsen. Am 13. d. M. verschied hier Frau Charlotte Hahn, geb. E i s n e r im 54. Lebensjahre und wurde am 15. d. M. zu Grabe getragen. — Die Leichenfeier gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung der Liebe und Verehrung. Wer sie einmal gesprochen, konnte die mit seltenen Geistesgaben ausgestattete Frau nicht mehr vergessen. — Der von Rabbiner Dr. P o s n a n s k i gehaltene Nachruf feierte die Verewigte als leuchtendes Beispiel einer jüdischen Frau. — Möge sie sanft ruhen! S. E. Troppau, 26. November. Gestern fand im III. Wahlkörper die Wahl in die Vertretung der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde statt. An derselben betheiligten sich 63 Wähler. Gewählt.wurden die Herren: Ignaz Brecher/ Bernhard Rosen zweig, Dr. Theod. Sonnenschein, Adolf Ehrenhaft, Salomon Zwillinger, Josef Oppenheim in Bennisch, Moses Lern er, Ignaz Groß, Adolf Weiß, Sami Spigler. Als Ersatzmänner: Herr Leopold Weinberger in Hadrunek und Herr A. Spitzer. Linz. Die letzte Nummer Ihres geschätzten Blattes, Seite 890, „Eine Anfrage an den Handelsnnnister" enthält einige Unrichtigkeiten. Die Versammlung, in welcher ich anwesend, war hier und nicht in Cilli. Selbe hatte das slovenifche Gymnasium in Celli zum Gegenstand der Berathung. Oberpostverwalter Herr Philipp Mayer, welcher den Passus von den Ur-U:ahnen sprach, that dieses in einer Tendenz und im Zusammenhänge semer Rede, welche für unsere Glaubensgenossen nicht allem nicht gehässig, sondern entschieden freundlich st gehalten war, daher nicht der mindeste Anlaß vorliegt, selben zu tadeln. Seine gesainmtcn Enunciationen lassen ihn als entschieden freisinnigen, hochachtbaren Mann erkennen. Praskoles. Am 21. d.M. wurde in Pr a skol cs in Böhmen Herr Gerson R o b i t s ch e k, der in hohem Alter starb, zu Grabe getragen. Die ungemein zahlreiche Betheiligung an dem Leichenbegängnisse namentlich seitens der katholischen Bevölkerung gab einerseits Zeugniß von der Beliebtheit und dem Ansehen deren sich der Dahlngeschiedene bei der Bevölkerung-erfreute, anderseits von einem patriarchalischen Einvernehmen zwischen Christen und Juden. Unter den erschieneuen Trauergästen war die ganze Gemeindevertretung und ' die Lehrerschaft anwesend, und als einer der Ersten fand sich der Pfarrer Herr Johann Bros ch im Trauerhanse ein. Ueber Vorschlag des Herrn Pfarrers wurde, nachdem sich die Räumlichkeiten zur Fassung der erschienenen Trauergäste als zu klein erwiesen, die Bahre auf dem Hauptplatz getragen, und dort hielt Herr Rabbiner Kraus