Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 11 (1894)
- Issue
- 47 (23.11.1894)
- Date
- 1894-11-23
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Vestrrretchtlche Wochrnfchrtfl Nr. 47 Seite 816 „Kadimah" und „Unitas", die Herren Drd. Carl P o l l a f und Drd. Sieg. N e u d e r g e r, sowie der Obmann des theologischen Vereines Drv. Bauer. Mit dem Wunsche nach Einigkeit aller jüdischen Studenten schloß der letzte Redner, worauf duS Bundeslied der drei Brüdervereme: „Wißt Ihr, woher die Einheit stammt" mit seinen brausenden, die Freiheit feiernden Accorden ertönte und die Feier in wirkungsvoller Weise schloß. In H at s ch ek's Restaurant aber wurde der gemüthliche Tyeil der Feier abgehalten, wobei es im ofsiciellen Theile an ernsten Worten und freudigen Toasten nicht fehlte, wie denn überhaupt diese Unterhaltung dank oer Leitung des Präsidenten der „Kadimah" Drd. Gerbet nicht mrnder erhebend und begeisternd verlies, wie der ernste Theil in den Bereinsloealitäten. So hat die „Gamala" unter günstigen Äuspicien ihre Thältgkeit begonnen, möge ihre fernere Entwicklung diesem schönen Anfänge entsprechen. — Der Verein wird nunmehr seine regelmäßigen Vortrags- und Discuffionsabende jeden Sami'ag .in seinen Localuäten: IX. Mosergasse 5, abhalten. W. Wien. Bei dem am 11. d. M. stattgefundenen literarischen Nachmittag des llterarrschen Geselligkeits-Vereines jüd. Mädchen „Mona" hielt Fcl. Natalie Pollak einen Vortrag über die Thora. Hierauf las Frl. Schallt eine humoristisch salyrische Abhandlung vor, betttelt: „Haman und der Antisemitismus". An diese knüpfte sich eine Dlscufsion, an der sich sämmtliche Gäste und Mltglleder betheiligren. Der übrige Theil des Nachmittags war Besprechungen über den am 1. December in Khuner's Restauration, l., Schottenring 19, stattfindenden Gefelllgkettsabeno gewidmet und verspricht derselbe, den Bemühungen des Eomttes nach »uurtherlen, ein rechtschönerzu werden. Der nächste literarische Nachmittag findet am 25. d. M. statt und sind Gäste (Damen) herzlich willtommen. Schlufisteiuleguug. Samstag den 3. d. M. wurde der Schlußstein in das neue Rothberger'sche WaarenhauS auf dem Slefansptatze, Ecke der Goldschmiedgasse, gefügt. Bei der Feier, welcher alle Beiheiligten des Hauses beiwohnten, begrüßte Baurath Fellner den Eigenihümer des neuen Gebäudes, worauf die Einfügung des Schlußsteines erfolgte. Vor den üblichen Hammerschlägen ergriff Herr Rothberger das Wort. Er bezeichnete das neue Haus als einen Palast der Arbeit, der allezert Zeugniß geben möge von des Redners schlichtem Handwetkerfinne, der unverändert in ihm sortlebe. Die goldene Scheere, die auf der Zmne des neuen Hauses funkelt, sei ein Symbol seiner Denkungs weise; er wolle ein schlichter, einfacher, aber tüchtiger Schneider auch fernerhin bleiben. Nun erfolgte die Einfügung des Schlußsteines, der in goldenen Buchstaben die Inschrift trägt: Die Zufriedenheit der Kundschaft ist des Handwerkers Stolz." Hieran reihten sich die Unterfertigung der Schlußurkunde und die Besichtigung des noch Plänen der Bauräthe Fellner und Helmer vom Baumeister Sturany erbauten Hauses, das den linksseitigen Abschluß der dem Riesenthore des Stefansdomes gegenüberliegenden Häusergruppe bildet. Wie«. (Israelitischer Synagogen-Verein nach polnisch-jüdischem Ritus, ll. Bez., Leopoldsgasse 29). Sonntag den 18. d. M. fand in dem Festsaale die feierliche Überreichung der Diplome an die durch ihre Verdienste an dem Ausbau der Synagoge bei der letzten Generalversammlung einstimmig ernannten Ehrenmitglieder Baurath WilhelmSti aß ny, Herrn S. Meisels und Herrn Ignaz Zolles im Beisein des Gesammtvorstandesstatt. Wie«. Am 5. d. M. trat der Violinvirtuose Herr Jaques Weintraub in einem eigenen Concerte im Saale Bösendorfer zum ersten Male vor das hiesige Publicum. Als preisgekrönter Schüler des Wiener Conservatoriums bettn verstorbenen Director I. Hellmesberger nahm er seinen weiteren Unterricht bei Prof. Grün und ging hierauf nach Berlin, wo er durch Meister Joachim seine letzte künstlerische Weihe empfing. Mit brillanter Technik und schönem Ton vereinigt er Empfindung und Geschmack im Vortrage. Er spielte das Mendelssohn'sche Biolinconcert, die Ciaconna von Bach und die Ballade von Moszkowski und erzielte mit allen seinen Vorträgen und namentlich mit der letzteren, die von Herrn Weintraub zum ersten Male hier aufgeführt wurde, einen solch glänzenden Erfolg, daß er mehrmals gerufen wurde und sich zu einigen Zugaben bequemen mußte. Hbg. Prag, 11. November 1894. Herr David Rubin, Chor- und Musikdirektor im hiesigen großen Tempel in der Geistgasse, feiert am 22. December das 25jährige Amtsjubiläum als Chordirector in dieser Synagoge. Prag. (Sp end en v erzeich niß.) Für die 105jährige Frau Sali Rudolf sind als Spenden eingelaufen: Durch die löbliche Redaction der „Oesterreichischen Wochenschrift" die bereits ausgewiesenen 21 fl.; Herr Simon Löwenstein durch Frau Opp en hei m 10 fl.; Frau Emma Schwarz in Auscha, 5 fl.; Herr Elkan Fischel, Prag 2 fl.; Lleä. eanä- Ernst Kohn Ifl.; Dr. Ad. Reiß 1 fl.; Herr Gustav Pick 1 fl.; Herr J. U. Dr. Oppenheimer 1 fl.; Herr Lieberths 1 fl.; Herr Moriz Süß, Prag Ifl.; Herr Emanuel Oppenheimer, Prag Ifl.; Herr M en d t Prag, Ifl.; Herr M. We t cz e k Ifl.; Herr Heinrich Kohn Ifl.; Herr Sigmund Oppenheimer 2 fl,; Herr Adolf Oppenh ei mer-Rosenthal 5 fl.; Herr Jacob Straß 50 kr., Richard S tein 50 kr. zusammen 1 fl.; Herr Leo Buchen, Eger 2 fl.; Herr Moriz Hahn, Prag 1 fl. A. Rosenth al. Lemberg. Der Ausschuß des hiesigen Handwerker- Vereins „Jad Charuzin" hat in seiner am 14. d. M. abgehaltenen Ausschußsitzung beschloßen dem Reichraihsabgeordnelen Dr. Bloch, für dessen letzte Rede im Abgeordnetenhause und namentlich für dessen lichtvolle Auseinandersetzung über die Verhältnisse in Galizien in einer besonderen Kundgebung fernen herzlichen und aufrichtigen Dank abzustatten. Buczaez. Zum Vergnügen gereicht es uns, noch in der ersten Jugend unseres Vereines „Zion", von dessen Fortschritten berichten zu können, denn außer den wissenschaftlichen und biographischen, fast jeden Samstag durch die Herren Thal er, Mosler, Fernhof, Goldstaub, Fried, Neumann, Engelstein rc. gehaltenen Vorträgen, welchen eine zahlreiche Versammlung beiwohnt, wurde Anfangs November auf Anregung unserer Herren Präsidenten im Vereinslocale ein hebräischer Lehrcurs fürGymnasialfchüler eröffnet. Die Unterrichtsgegenstände sind nach alter in den Chedarim Galiziens eingeführter Methode: 1. Pentateuch (der entsprechende Wochenabschnitt sammt der Haftora. 2. Propheten. 3. Hebräische Grammatik. 4. Hebräisch Schreiben und Kalligraphie. Mähr.-Ostrau. Mittwoch, 28. November 1894, Nachmittags 272 Uhr, findet im israel. Tempel zu Prerau die Trauung unseres Rabbiners Herrn Dr. Jacob S p i r a mit Fräulein Alwine Tauber, Tochter des Herrn Dr. Jacob Tauber, Rabbiner in Prerau, statt. Goltsch-Jenikau. Am 12. November d. I. verschied nach längerem Leiden Herr Dr. Simon Stransky, emer. Arzt und Ehrenbürger von Vyllimov, Vater des Hof- und Gerichtsadvocaten Herrn Dr. Gustav Stransky in Wien. Der Heimgegangene wirkte in ersprießlicher und uneigennütziger Weise durch 52 Jahre als Arzt in Vyllimov. Sein schlichter, biederer Charakter, seine Menschenfreundlichkeit und Wohlthätigkeit verschafften ihm die g'ößte Achtung und Sympathie. Ein echtgläubiger Jude, besuchteer trotz seiner anstrengenden Berufsthätigkeit und trotz der weiten Entfernung das Gotteshaus in G o lts ch -I en ikau. Die zur Leichenfeier herbeigeströmte Volksmenge ohne Unterschied der Nation und Confession war Zeuge, daß der Verblichene nur Freunde hatte. Unter Anderen erschien der katholische und evangelische Pfarrer, die ganze Gemeindevertretung von Vyllimov, Beamte, Aerzte und Bauern. Die Functionen versahen Se. Ehrwürden Herr Dr. Thieberger und Cantor S. Pickaty in würdigster Weise. Elfterer hielt dem Verblichenen einen tiefempfundenen Nachruf, der sichtlichen Eindruck machte. Berlin. Der Oberarzt Dr. Klemperer, der Assistent Leyden's (der bekanntlich eine Jüdin, eine geb. Simon aus Königsberg, zur Frau hat) heiratet eine'Christin, die aber zum Judenthum Übertritt. Klemperer ist der Sohn des bekannten Rabbiners in Landsberg und Bromberg und jetzigen Predigers am Reformtempel in Berlin. Die Dame stammt aus, einer sehr vornehmen Familie. Paris. Botschafter Baron Mohrenheim dankte dem Präsidenten der fünf Akademien Maurice Löwy in einem längeren Schreiben für die Beileidskundgebungen der französischen Akademien. M. Lazare W o g u e, der seit 1851 Professor der Theologie und Exegese am Rabbinerseminar war, hat hohen Alters wegen seine Stellung aufgegeben. An seine Stelle sind die Herren M. Lambert und Jacques Kahn getreten. Rom. Der Generaldirector der archäologischen Ausgrabungen, Commendatore Ciro-Nispi Lau di, hat sich dahin geäußert, daß es ihm hoffentlich bald gelingen werde, den siebenarmigen goldenen Leuchter aus dem Tempel in Jerusalem, den Titus nach Rom gebracht und der dann später, als König