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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-11-09 · 45 (9.11.1894) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
45 (9.11.1894)
Date
1894-11-09
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 46 -.. - * J*- jm. __ tmtm.. m. —. «■> jm mit* wmatmamn Seite 8?» Strömung des Antisemitismus, der hoffentlich nicht von ewiger Dauer sein wird. Redner stehe gewiß nicht denen als Gegner gegenüber, die wie die Hasmoneaer in so urkräftiger Weise für die ^istenz des jüdischen Volkes und dessen Rechte eintreten. Er toastirte auf das Blühen, Wachsen und Gedeihen der „Hasmonaea" und wünsche nur daß die leidigen Verhältnisse, die der Hasmonaea Anlaß zur Gründung der Verbindung gewesen sind aufhören. Auf die dem Rector dargebrachten 111 Constanzen dankte derselbe mit einem Ganzen, den er den Füchsen der „Hasmonaea" mit dem Wunsche zutrank, auf daß sie einst wackere Burschen werden. Oberrabbiner Dr. R o s e n f e l d sprach sehr Geistvoll. Anspielend auf eine Anekdote aus der Zeit des Sonnenönigs Ludwig XIV. sprach er von dem den Juden so vielfach versicherten Wohlwollen, welches denselben ihr Dasein um eines Haares Breite nicht besser mache. Redner toastirte auf die „Hasmonaea." Es sprachen noch der Vertreter der „Hygiea", Herr S p o t h e i m, der Drittchargirte der „Hasmonaea" Wolf Korber auf die Förderer und Gönner und die Herren Menczel, B u m b a c u und I o n e s c u, die auf die Verbindung ein Prosit ausbrachten. Mit dem stimmungsvollen Liede „Dort wo die Ceder" schloß die schöne Feier. Man blieb noch lange fröhlich beisammen. — Für vortreffliche Speisen und Getränke hatte der Wirth, Herr Jakob Karp bestens gesorgt. Vermisscktes. Wien. (Trauungen.) Am 11. November 1894 im Stadttempel: Herr Richard Heller mit Frl. Marianne Fleische r, Herr Emil Siegel mit Frl. Jda Schlesinger, Herr Josef M ü tz n e r mit Frl. Josefine Jacob. Am 15. November: Herr Alexander Wasservogel mit Frl. Mathilde Steckert. E. B. Wien. (Neue Commercialräthe.) Der tandelsminister hat den Fabriksbesitzer, Mitgliede der Olmützer andelskammer, Ignaz Fluß sen. in Frei b erg, den Fabriksbesitzer Alois Pollak, öffentlichen Gesellschafter der Firma D. R. Pollak L Söhne, den Vertreter der Rohmaterial- Handlungssirma Josef Rosenberger. Simon Rosenb erg er und den Gesellschafter der Firma Mathias Zucker & S oh n, Ignaz Zucker zu Mitgliedern der k. k. Permancnz- Commission für die Handelswerthe ernannt. Wien. In Ausführung eines längst gefaßten principiellen Beschlusses des Vorstandes wird die Bibliothek der israelitischen Cultusgemeinde. vom 16. November d. I. angefangen, an folgenden Tagen geöffnet sein: Sonntag von 10—12 Uhr Vormittags, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag von 725—17 Uhr Nachmittag, Freitag von 11—1 Uhr Vormittags. Wien. Mit Bewilligung des k. und k. Corps- Commandos in Wien fand wie alljährlich so auch Heuer auf Ansuchen des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde während der hohen Festtage in der hiesigen Rudolfskaserne für die ganze hiesige Garnison jüdischer Confession feierlicher Gottesdienst statt, an dem Soldaten aller Waffengattungen, sowie Militärbeamte des hohen k. und k. Kriegsministerium eu parade theilnahmen. Die Leitung des Gottesdienstes war wie alljährlich auch Heuer dem Cultusbeamten Herrn Jakob Stein anvertraut, der mit bewährtem Tacte die Ordnung aufrecht erhielt und hiedurch die Andacht der frommen Beter wesentlich förderte. Wien. Dienstag den 23. v. M. fand in I. Rappel's Rosen-Salen Favoriten ein Simchas-Thoro-Fest statt, deffen Reinerträgniß dem Tempelbaue im X. Gemeindebezirke zufloß. Das Reinerträgniß von diesem glänzenden Feste beträgt 500 fl., was bei dem localen Charakter des Festes gewiß ein sehr bedeutendes ist. Das Coneert-Programm hatte Herr Professor Julius Hirschler, Musikschulinhaber in Favoriten, mit seinen ausgezeichneten Schülern bestritten. Dann kam der Tanz, der bis in die frühen Morgenstunden dauerte. Der Obmann des gut arrangirten Festes Herr Armenrath Adolf Engel, deffen Stellvertreter Herr Straßberg, sowie der Caffier Herr Moritz Brückner und sebstverständlich Herr Direetor Julius Hirschler können stolz sein auf ein so gelungenes schönes Fest, das wahrlich glänzend verlief. Mistelbach, 5. November 1894. Ueber Vorschlag der hiesigen Cultusgemeinde (Landbezirk Mistelbach) hat das hohe k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht den Herrn Wilhelm Sor, Rabbiner der israelitischen Cultusgemeinde zu Wien, im Einverständnisse mit der löbl. Cultusgemeinde Wien, gleichzeitig zum provisorischen Rabbiner unserer Cultusgemeinde mit dem Amtssitze in Wien genehmigt. Rabbiner Sor, als geistvoller Kanzelredner wohlbekannt, bewährt trotz seines vorgerückten Alters, Umsicht und Energie in seinem Wirken und besonders noch in Armenunterstützung — und wir gratuliren der CultuS- Bezirksgemeinde Mistelbach zu dieser Besetzung ihres Rabbinatsamtes. Lemberg, im November. Die Ueberfiedlung in das neue Waisenhaus findet Donnerstag den 8. d. M. statt. Zum Direetor wurde provisorisch der Leiter der israelitischen Volksschule Herr Salomon Mandel bestellt. Vorläufig werden 46 Knaben und 12 Mädchen der Wohlthaten der Anstalt theilhaftig werden, man sieht jedoch weiteren Stiftungen, besonders zur Vermehrung der Zahl Mädchen, entgegen. In der letzten Sitzung des Comites der „Allianz" regte Herr Salomon B u b e r die Gründung eines Proseminars für Rabbiner und Religionslehrer an. Der Vorsitzende, Herr M. Lazarus, versprach, dieser Anregung Folge zu geben. Budapest. (Verlobung.) Herr Josef Salzberger, Gutsbesitzer in B a r s-S i m o n y, verlobte sich mit Fräulein Emilie Frankel in Budapest, Herr Rudolf Schweitzer Kaufmann in Ersekujvär verlobte sich mit Fräulein Louise Fuchs in Ersekuj v Lr. Grost-Kanizsa. Ihre Leser wird es interessiren, daß der berühmte Obercantor der Kanizsaer israelitischen Cultusgemeinde, Herr Leon Kartschm a roff, Sontag, den 11. November seine Tochter Jda mit Herrn Adolf Zern er verheiratet. Die Trauung findet im israelitischen Tempel zu Groß-Kan izsa statt. Prag. (Der israelitische Freitischverein in Prag) veröffentlicht soeben seinen 35. Jahresbericht für das Bereinsjahr 1893—94, dem wir folgende Daten entnehmen. Mit einem Aufwande von 8643 fl. 85 kr. sind 47.181 Kost- Portionen an 215 würdige Schüler der Volks-, Mittel- und Gewerbeschulen sowie an andere Studirende verabreicht worden. Es sind dies die höchsten Ziffern seit dem Bestände des Vereines. Das Fondsvermögen beträgt 52.900 fl., durch welches der Fortbestand des Vereines für alle Zeit gesichert ist. Den Kostnehmern wurde fünf- bis sechsmal wöchentlich Suppe, Rindfleisch, Gemüse, an den anderen Tagen Suppe und Mehlspeise sowie Brot nach Bedarf, an sämmtlichen Osterfeiertagen und an den hohen Feiertagen ein entsprechendes Frühstück, Mittagmahl und Nachtmahl verabreicht. Dem Vereine gehörten im letzten Jahre 198 gründende und 2292 beitragende Mitglieder d. i. um 79 mehr als im Vorjahre, an. Die Ausgaben betrugen 9366 fl. 53 kr., die Einnahmen 14.554 fl. 16 kr., der Fond wurde um 2850 fl. vermehrt. Möge das segensreiche Wirken dieses Vereines auch an anderen Orten eifrige Nachahmung finden. Prag. 5. November 1894. Wie überall fand auch hier am 1. November die feierliche Beeidigung der neuaffentirten Truppen statt. Die Ermahnung der israelitischen Recruten nahm auf Befehl des Corps-Commandanten der k. k. Landwehr- und Gemeinderabbiner Dr. Kisch in der Meisel-Synagoge vor. Zu dem Gottesdienste erschienen die israelitischen Mannschaften (über 200, darunter 60 Recruten) in Parade und die Jnspection hatte ein Oberstlieutenant des 102. Regiments. Bon der Cultusrepräsentanz erschien kais. Rath Beer und Dr. Duschen es. Die von warmen Patriotismus erfüllte Rede hielt Herr Dr. Kisch auf Befehl zuerst in deutscher dann in czechischer Sprache. Kremfier. Am 1. November fand auch hier die Beeidigung der jüdischen Soldaten statt. Etwa 30 Mann, begleitet von Offieieren, erschienen beim Morgengottesdienste. Nach der Vorlesung aus der Thora, zu welcher auch zwei Soldaten gerufen wurden, richtete Herr Rabbiner Dr. Frankl eine erhebende Ansprache an die Anwesenden. Vom Texte des Wochenabschnittes „Ein Held von dem Ewigen" ausgehend, legte der Redner die dem jüdischen Soldaten als solchem aus seiner Angehörigkeit zum jüdischen Stande besonders sich ergebenden Pflichten der Treue und des Gehorsams gegen die Vorgesetzten ans Herz. Mit dem Gebete für den Monarchen, der Abfingung der Volks- Hymne und der Ertheilung des Segens schloß die Feier. Vorigen Sonntag fand die Wahl der Ausschußmitglieder statt, an welcher auch der Herr Rabbiner, vom Vorsteher freundlichst begrüßt, zum ersten Male theilnahm. Gestern wählten diese einstimmig Herrn Carl L i e b m a n n, in Würdigung seiner Verdienste um das Wohl der Gemeinde, zum Vorsteher. Es ist dies das fünfte Mal. Zum Borstand-Stellvertreter wurde Herr

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