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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-09-14 · 37 (14.9.1894) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
37 (14.9.1894)
Date
1894-09-14
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 37 Seflrrretchifchr Wochenschrift Seite 721 gehe die Absicht des „Deutschen Jugendbundes", gegen das Judenthum einen planmäßigen Kamps und eine systematische Hetze mit verwerflichen Mitteln zu führen, hervor. Württemberg, 19. August. Der heutige „Staatsanzeiger für Württemberg" meldet: „Se. Kgl. Majestät hat am 12. d. M. allergnädigst geruht, den israelitischen Kirchenpfleger Hirsch Kahn in Baisingen die Verdienstmedaille des Friedrich-Ordens zu verleihen." Herr Kahn führt schon seit fünfzig Jahren ununterbrochen das Amt des Gemeinderechners und es herrscht unter den Mitgliedern der israelitischen Gemeinde zn Baisingen einmüthige Freude über die Auszeichnung, die dem alten Herrn widerfahren ist, der in früheren Jahren auch Mitglied des Kirchenvorsteheramtes war und in beider: Aemtern durch Treue und Gewissenhaftigkeit sich nicht nur die allgemeine Achtung und Beliebtheit bei seinen Gemeindegenossen, sondern auch bei den Orts- und Staatsbehörden erworben hat. Mögen dem Jubelgreise noch viele Jahre geschenkt sein, in denen er rüstig seines Amtes weiter walten und seiner Auszeichnung sich erfreuen kann! Jerusalem. Das Netz der syrisch-palästinaischen Eisenbahnen schreitet rüstig fort, und es wird nur noch wenige Jahre dauern, bis dieses ganze Gebiet dem Weltverkehr auch durch Bahnen angeschlossen ist. In allernächster Zeit wird die Bahn Beirut-Damaskus bereits eröffnet, und eine Zweigbahn von Damaskus in den Hauran ist bereits fertig. Nun ist in der letzten Zeit die sehr wichtige Concession einer französischen Gesellschaft ertheilt worden, die Fortsetzung dieser Bahnen von Damaskus über H o m s, H a m a, Aleppo nach Biredschih am Euphrat zu bauen. Biredschih ist aber der Knotenpunkt in dem bereits concessionirten Netze der kleinasiatischen Bahnen, von denen die Anschlüsse nach der projectirten Tigrisbahn gebaut werden sollen. Auch die Linie Akka - D am a s kus macht bedeutende Fortschritte und soll noch in diesem Jahre bis zum Jordan dem Verkehr übergeben werden. Nun fehlt nur noch eine Zwciglinie von einem Punkte dieser Strecke nach Jerusalem, dann ist auch der Süden Palästinas in dieses Netz hineingezogen, und man kann von Europa aus nach Jerusalem per Bahn reisen, ohne mehr zur See zu fahren, als der Uebergang über den Bosporus erfordert. Alle diese Bahnen sind in den Händen der Franzosen und Engländer, dagegen hat sich ein Deutscher eine Concession ertheilen lassen, auf dem Tiberiasee einen Dampfer laufen zu lassen. Man sieht, Palästina wird nnt allen Erfordernissen der neuen Zeit versorgt. Der englische Consul in Jerusalem gibt in seinem letzten Berichte an die Regierung einige interessante Mittheilungen über die Beschaffenheit der heiligen Stadt. Danach hat die Stadt weit hinaus über ihre alten Grenzen an Umfang zugenommen und wird in der nächsten Nachbarschaft derselben unausgesetzt stark gebaut. Auf der Westseite haben die Häuser sich so rasch vermehrt, daß an der Stelle, wo sich früher Feld und Weinberge befanden, eine ausgedehnte Vorstadt entstanden ist. Jedes nur zu erlangende Stück Land wird von Privatpersonen oder von wohlthätigen Gesellschaften und Missionen gekauft, so daß der Name „Neu-Jerusal em" dem genannten Viertel beigelegt worden ist. Im vergangenen Jahre wurde der erste Volksgarten außerhalb des Jaffa-Thores vollendet. Der Handel der Stadt ist im Allgemeinen im Wachsen begriffen, so namentlich in Jaffa mitOrangen, Olivenholzarbeiten und Olivenöl. Die Ausfuhr von Coloqninten ließ nach, weil die Behörden einen zu hohen Zoll auf diesen Artikel legten. Coloquinten werden von den Arabern in der Nähe von Gaza gesammelt, woselbst sie wild wachsen. Ein interessantes Unternehmen bat kürzlich begonnen, welches darin besteht, das auf der Oberfläche des todten Meeres schwimmende Erdpech zu sammeln. Zwei Segelboote voll wurden davon per Eisenbahn von Jaffa nach Jerusalem gebracht und dann auf Wagen bis zum Jordan befördert. Darauf fahren die Boote den Jordan hinunter und in das todte Meer, um das Erdpech aufzufischen, welches von europäischen Händlern sehr gut bezahlt wird. Der Consul glaubt, daß es für den Handel sehr vortheilhaft sein müsse, wenn eine Dampffähre und mehrere kleinere Boote das todte Meer ständig befahren würden, um die Erzeugisse Moabs herüberzuschaffen. Diese Landschaft sei reich an Getreide, Früchten und Vieh. Zur Zeit werden diese Erzeugnisse durch Carawanen um die Nord- und Südspitze des Meeres herumgesührt, wodurch ein Zeitverlust von vier bis fünf Tagen entsteht. Kerak, die bedeutendste Stadt Moabs, hat eine türkische Garnison; es herrscht daselbst Ordnung und Sicherheit. $crmi)[cfttrs. E. B. Wien. (Anszeichnun g.) Dem Kinderwagenfabrikanten, Herrn L. B a u m a n n in W i e n, VI., Millergaffe 6, wurde die Auszeichnung zu Theil, im Aufträge des Oberststallmeisters Fürsten Liechtenstein zwei Kinderwagen für den allerhöchsten Hofmarstall zu liefern. Diese beiden Kinderwagen sind von Sr. Majestät dem Kaiser als Geschenk für sein Enkelkind, Erzherzogin Elisabeth, dem Töchterchen der Frau Erzherzogin Valerie bestimmt und haben den Beifall des Allerhöchsten Spenders gefunden. (Kaiserlicher Rath Naschauer.) Der Kaiser hat dem Productenhändler in Wien Wilhelm Naschauer in Anerkennung der in dem Amte eines Handelsbeisitzers bei dem Handelsgerichte in Wien durch viele Jahre geleisteten erfolgreichen Dienste den Titel eines kaiserlichen Rathes verliehen. (Zum Präsidenten des neugegründeten „Vereines deutscher Bühnenmitglieder") wurde bei der vorigen Woche erfolgten Constituirung gewählt Herr Hofschauspieler und Regisseur Adolf Ritter v. Sonnenthal mit 127 von 133 abgegebenen Stimmen. (Julie T h e n e n.) Zu ihrem 60. Geburtstage hat die Schriftstellerin Julie T h e n e u eine Unzahl von Glückwunsch- Depeschen und Briefen erhalten, unter Anderen haben ihr gratulirt: Ferdinand v. Saar, Dr. August S i l b e r st e i n, Frau Paula Frankl v. H o ch w a r t, Regiernngsrath Franz Kraus, Baron Poyßl, kaiserlicher Rath Dr. I. Schreiber, Frau Clara Schreiber, Frau Ottilie Bondy, Fritz Singer, Baronesse Josä Schneider-Arno, Dr. M. N e ck e r. Frau Max v. W e i ß en t h urn, Dr. Gotthelf M a j e r, Dr. Hirschfeld, Dr. Rudolph Lothar. Dr. Max M e n g e r, Frau Marie M e n g e r, Dr. I. v. Komorzynski und Dr. K. v. T h a! er. Wien. (Baron Cajetan Felder.) Die Kammer der Börse für landwirthschaftliche Producte hat in ihrer Heutigen Plenarsitzung auf Antrag des Börferathes Jonas Weil den Beschluß gefaßt, dem gewesenen Bürgermeister Dr. Cajetan v. Felder, der die städtischen Lagerhäuser begründet > nd sich durch diese Schöpfung unauslöschliche Verdienste um den Wiener Getreidehandel erworben hat, aus Anlaß der Feier seines 80. Geburtsfestes durch das Präsidium der Börse die Glückwünsche der Kammer zum Ausdrucke bringen zu lassen. Wien. („F e ri en h e i m.") Montag den 10. d.M. sind die zwei letzten Abtheilungeu dieses Feriencolonienvereines, und zwar 55 Knaben ans S ch a t t m a n n s d o r f in Ungarn und 50 Mädchen aus Petrau in Mähren frisch und prächtig aussehend nach Wien zurückgekehrt. Die im Beisein der Damen und Herren des Vorstandes auf dem Bahnhofe vorgenommene Abwage der Colonisten ergab durchwegs eine bedeutende Gewichtszunahme und dies kennzeichnet wohl am besten die vorzügliche Wirkung eines kräftigenden Landaufenthaltes für die Kinder der Armen und Dürftigen, und kein wahrer Menschenfreund sollte es verabsäumen, diese gemeinnützige Institution thatkräftig zu unterstützen und zu fördern. Wien. 10. September 1894. Der humanitäre Gesellig, keitsverein „Rud olfs b u nd" veranstaltet am 15. September 1894 um 8 Uhr Abends in P e r t l's III. Kaffeehaus im k. k. Prater unter der artistischen Leitung des Herrn Alfred Grünfeld und Ludwig Sille einen Wohlthätigkeits-Theaterabend, verbunden mit Borträgen und Tanzkränzchen, dessen Reinerträgniß dem Bereinsfonde zur Bekleidung armer Schulkinder zufließt; die Tanzmusik besorgt die Jnfanterie-Regimentscapelle Fejerväry Nr. 46. Wien, 11. September. Das Musikinstitut Drucker, welches hervorragende Wiener Künstler zu seinen Lehrern zählt, eröffnet am 15. September das neue Schuljahr. Das Institut bekundet allseitig in seinem Streben, daß es eine Kunstanstalt ersten Ranges geworden ist. sowohl in Hinsicht der bedeutenden Lehrkräfte, als auch bezüglich der umsichtigen und vortheilhaften Einrichtung seiner eleganten Localitäten. Solche weltbedeutende Namen wie Pruckner, Pancera, Rossi bürgen dem Publicum für die Leistungen der Anstalt. Wien. (Wichtig für Eltern). Einen der wichtigsten Verhandlungsgegenstände des hygienischen Congreffes in Budapest bildete das Thema über „die körperliche Erziebnng der Jugend". Es wurde von allen Vortragenden auf dos Entschiedenste betont, daß nur durch die Förderung der körperlichen

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