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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-09-14 · 37 (14.9.1894) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
37 (14.9.1894)
Date
1894-09-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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i\’i. 37 Vesterreichiptze Wmtzrnptzrifl Seite 717 tribulationem dictae civitati. magisque Judaeis ultimam ruinaiu et eladem imponere, dum ex villa Piszezatynierz vocitata iam profunda nocte superveniens infantem suum proprium id est filiam nomine Mariannam, in carbasum cireumvolutam, cui cultro sub oculum una vice, duabus vicibus in ampos pedes vulnus infixum inieeit, quem itaque infantem seu filiam abscondendo, ne videat paterfamilias infidelis Mortau Leyzerowitz. in stabulo ligando in sacco relinquit et posuit. Quae puella vulnerata nullam per totam noctem emittendo vocem, ibidem in stabulo pernoctabat. Pater vero, dum surrexit summo inane, volens eandem puellam filiam suam fame interficere, exinde accepit, et subtns xenodochium religiosorum patrum reformatorum supposuit et submisit, ipseque statiui ex civitate Cremeneucensi diverdit. Sicut famatus Wa3ghikochan fcivis Teofilpoliensis super id destabitur, qui oculis propiis hunc infantem vidit taliter iacentem in stabulo, et quod pater idem, accepta exinde infanta seu filia sua propria asportaverat .dicendo coram isto cive quod porto ad chirurgum; ille vero exportando ex hospitio seu stabulo, ubi superius mentio est facta subtus xenodochium proiecet. Obviando itaque tali vexa, calumnia et impostura, maxime tota syuagoga Cremeneeensis dictam filiam itaque in officio et iudicio Madgeburgensis sicuti et in Castro Cremeuecensi praesentarunt iterata contra eundem ratione illicitae et contumeliosae objectionis, se manifestando patens, ut suscipiatitr eadem mauifestatio quod et obtinuerunt Joannes Pautowitz proconsul, Michael Junkiewiez advocatus, pmit signum sancti f enteis Wolf Leybowiez. Et in continenti comparens personaliter ministerialis generalis palatinatus Volhynich ac aliorum providus Stephanus Papayuck, qui in vim suae verae ac fidelis relationis palam, publice libereque recognovit, quod ipse praesenti in anno 1753 die decimasexta mensis Aprilis ad effeetuationem iuridicamque requisitionem famatorum civium Cremenecensium et totius offieii et iudicii Magdeburgensis nec non totius synagogae infidelium Hebraeorum, itidem civium et incolarum Cremenecensium, in assistentia nobilum fidedignarum personarum, scilicet generosorum Francisci Kobeln et Jacobi Piotrovisski, maioris evidentiorisque' testimonii gratia, sibi adhuc actum adhibitnm in praetorio civitasensi Mageburgensi fuit. ibique extando cum praefatis nobilibus adhibitis, vidit et observavit infantem projectum ac suppositnm per manus proprius ipsiusmet patris subtus xenodochium religiosorum patrum reformatorum nomine Mariannan filiam, plus quam tres annos habentem per proprium parentem infra oculum sinistrum semel cultelli et pariter in pedibus convulneratam, quae filia contra patrem proprium conquerulabatur, quod haue cicatricem ab ipso habuit iniecta, eloquenda;sua insanabili voce et exponendo, quam filiam maxima phasi miserabilem et aegrotam existentem vidi et cum praememoratis nobilibus sibi adstantibus lustravi. manifestando se. Qui exinde reversus, supra hoc coram me officiali verae suae visionis et oculocationis fecit relationem, ac recognovit, de quo praesens eiusdem ministerialis elatio. t ignarus generalis scribendi posuit crucem. Ex quibus libris et actis et istud extractum sub sigillo castrensi Cremeuecensi est extradictum et scriptum Cremeneci. Correxi Kariski m. pp. Legi Podlewski, porrectum m. pp. Loco sigilli. Praesens copia manifestationis in Castro Cremeuecensi factae per me notarium publicum apostolicum infrascriptum collationata cum suo original! authentico sano, salvo et illaeso omnique sus picionis nota carente, mihi praesentato et exhibito, de verbo ad verbum concordat. Attestor Leopoli die 22 mensis Januarii anno domini 1754. Ita est Joseph Augustinowicz iuris utriusque ac philosophiae doctor, pablicus sacra autoritate apostolica notarius manu propria. Loco signi. Div Lösung der svrialen Frage von einem Philosophen. Verlag, Max Spohr, Leipzig. Ist eine solche Schrift zeitgemäß? Verdient sie Beachtung? Gewiß! Die sociale Frage ist ja der Störefried unserer Zeit, bedingt die Gefahr hereinbrechender Reaktion. ist das Gespenst der gesellschaftlichen Ordnung, der Helfershelfer des Classenhasses, ihre Lösung ist ein Programmpunkt aller mächtigen und auch machtlosen Parteien, die Quintessenz aller Politik und Gesetzgebung, die Unruhe des Zeitalters, die Ahnung einer neu heranzieheuden W> lt, ist eben noch nicht gefunden und bedarf des Studiums aller gebildeten Geister. So sollte man meinen. In Wahrheu jedoch scheint es, als ob eine Studie zur Lösung der socialen Frage nichts weniger als zeitgemäß sei, so vornehm und gleichgiltig geht man nämlich über eine solche, wenn sich hie und da eine an die Oeffentlichkeit wagt, hinweg. Denn, so hat es wenigstens den Anschein, die Lage ist bereits geklärt, es ist ausgemacht, die Unzufriedenen wollen den Socialismus, die Zufriedenen wollen ihn nicht! Die Lösung der socialen Frage ist eine Machtaber keine Studienfrage. Man hat wohl anfangs einigen Lösungsversuchen etwas Aufmerksamkeit geschenkt-, doch fand man bald, das; keine derselben etwas zu sagen wußte, um die zwei Lager, gleichsam Feuer und Wasser, zu vereinen; so wird es auch wohl fürderhin keiner vermögen. Darum fehlt jetzt überhaupt jede Lust, sich mit solchen Versuchen, die voraussichtlich wieder rurgeblich jtnd, zu beschäftigen. Einzelne Utopien (Belamy, Freiland n. dgl.) mögen noch durch den Reiz der Neuheit angezogen haben; nun aber ist man davon auch schon satt, und es tritt die Ruhe der Resignation ein ob des unheilbaren Risses, der innerhalb der Menschheit klafft: Dort der drohende Feind des ruhigen Bürgerthums, der gesellschaftlichen Ordnung; hier die Machtentfaltung der Abwehr! Das wäre wohl recht hübsch, obwohl sehr trübe, wenn es nur weniger unheimlich wäre, wenn nur wenigstens die Abwehrpartei in imponirender Solidarität, im sichern Bewußtsein ihrer Aufgabe und mit ihren klaren, Allen einleuchtenden Zielen auf der Wahlstatt stünde. Doch, so weit das Auge blickt, sehen wir das bedrohte Bürgerthnm selbst zerklüftet. Im eigenen Lager gährt es. Bürger stehen gegen Bürger und arbeiten dem gemeinschaftlichen Gegner in die Hände, ob nun jetzt die Kampfesparole den Namen Antisemitismns oder irgend einen andern führt. Und das vor zwanzig Jahren noch so stolze Fahrzeug des Liberalismus! Wie ein Wrack mit gebrochenem Mast und zerrissener Flagg« sehen wir es her- und hinschwanken. Da klagen die liberalen Blätter, so oft wieder ein wichtiger Posten der Partei verloren geht, daß Lässigkeit und Uneinigkeit den im Anstürme Gemeinschaft machenden Gegnern zum Siege verhelfe. Arge Selbsttäuschung! Diese Lässigkeit ist eben schon der Zerfall, sagt nur in der Umschreibung, daß die Partei keine Majorität mehr habe, daß sie den Boden unter den Füßen verliere, das Herz des Volkes ihr entfremdet, das Vertrauen zu ihr geschwunden sei. Und warum? Das ist es zunächst, was der Verfasser obgenpnnter Schrift überzeugend darthut. Es sei ein verhängnißvoller Jrrthum, meint er. daß sich das sociale Problem blos um das Proletariat bewege, da es gerade die Bourgeoisie sei, um derentwillen die Frage als brennend bezeichnet werden müsse. Eine iilae lacrimae! Da, in so vielen Häusern mit glänzender Außenseite wohnt die Qual, die tägliche Angst und Sorge, fließen die Thränen der Noth, ist der Jammer des Elends. Ja, es gibt noch etwas Schlimmeres als selbst das elendste Proletariat — die stündliche Gefahr ins Proletariat hinabzusinken, da man zur Zeit vielleicht noch als Millionär gilt. Der Gang auf einem Seile über den Niagarafall ist nicht aufregender, als gar oft die Behauptung der menschlichen Existenz hoch über den Gefahren. Tag für Tag sind auch zahllose Fehltritte zu verzeichnen, stürzen die Menschen zu Tausenden hinab, bleiben sie am Boden liegen mit zerschmetterten Gliedern; und es ist gar nicht rathsam, alle die Thränen und die Pein sich vorznstellen, die es weithin über die ganze Erde ausgebreitet zur Folge hat." Darum fühlt sich gerade das Bürgerthum verlassen und von seinen Führern vernachlässigt, und indem man dennoch vor der äußersten Consequenz, vor dem Socialismus zurückschreckt, fällt es eben in unzufriedene Elemente auseinander, die einzeln zur Beute verschiedener Schlagworte werden und in Kampf gegen einander gerathen. Noch ein anderes Argument für die Dringlichkeit der Lösung scheint uns nicht minder ernst zu sein. Die Wissenschaft kann sich heute noch nicht anders als auf Grundlage der herrschenden Gesellschaftsordnung mit ihren Idealen, Institutionen und Schäden bewegen. Doch eine neue Welt mit ganz entgegengesetzten Gesichtspunkten lauert im Hintergründe. Mit welcher Lust soll nun Fleiß und Arbeit auf s» vielen Gebieten der Wissenschaft aufgeboten werden, und wie geradezu komisch muß sich die Entfaltung eines solchen Sisyphusbaues ausnehmen, da es doch keineswegs ausgeschlossen ist, daß Alles, Alles von heute auf morgen schon zum alten Plunder geworfen sein kann. Als die Himmelskundigen zuerst jene Berechnungen aufstellten, daß nach so und soviel Millionen Jahren die Sonne verlöschen, die Erde vereisen müsse, da empfand man die ganze Welt entwertbet, die Menschheit zum Schattenbilde herabgesetzt, die Gottheit entthront. Und

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