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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-09-07 · 36 (7.9.1894) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
36 (7.9.1894)
Date
1894-09-07
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 36 Oestrrcrtchifchr Wochenschrift Seite 703 Brünn. (Ein Porträt Heinrich Gomperz' für das Deutsche Hans.) Handelskammerrath und Affecnranzdircc'or Eduard Sykora widmete dem Vereine „Deutsches Haus" ein von ihm in wahrhaft künstlerischer Weise angefertigtes Porträt des verstorbenen, um den Bestand des genannten Vereines besonders verdienten Ausschußmitgliedes Heinrich Gomperz. Das höchst gelungene Porträt macht seinem Schöpfer, der jahrelang ein treuer Freund des verschiedenen Gemeinderathes Gomperz war, alle Ehre, und wird fortan dem Sitzungssaals des Vereines „Deutsches Haus" zur Zierde gereichen. Der Vereinsvorstand richtete an Sykora aus diesem Anlasse ein verbindliches Dankschreiben. Prag. Se. Majestät der Kaiser hat dem gewesenen Handelsbeisitzer des Prager Handelsgerichtes Gustav Porges Edlen v. Portheim den Titel eines kaiserlichen Rathes verliehen. KlaSno. Die bekannte, im Jahre 1836 gegründete Spiritus- Raffinerie und Liqueurfabrik des Herrn H. Perlberger's Sohn in Klasno bei Wi eliczka hat für vorzügliche Fabrikate soeben drei goldene Medaillen erhalten, und zwar von der internationalen hygienischen Ausstellung in Amsterdam; der internationalen Ausstellung in Liverpool, und der Lebensmittelausstellung in Amsterdam — alle 1894! Hohenems, 27. August. (B eerdigung.) Unter zahlreicher Betheiligung fand gestern das Begräbniß des hier so sehr beliebten Privatiers Herrn Jacob Schwarz statt, an welchem sich die Bewohner von H o h e n e m s, ohne Unterschied der Confession, äußerst zahlreich betheiligten. Herr Emil Fränkel, Religionsprofessor aus Wien, hielt die Leichenrede in warm empfundenen Worten, welche auf alle Anwesenden eine mächtige Wirkung hervorrief. Bei dieser geradezu wundervollen, ans vollstem Herzen gehaltenen Rede blieb kein Auge trocken. Den Leichenzug erösfnete die hiesige freiwillige Feuerwehr, dem mit zahlreichen Kränzen bedeckten Leichenwagen folgten die Leidtragenden und die Bewohner von Hohenems mit Herrn Bürgermeister Dr. Mathis und den Gemeinderäthen, sowie der gesammte Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. Dieser imposante Leichenzug wird allen hiesigen Bewohnern in immerwährender Erinnerung bleiben, ebenso wie der Verstorbene durch seine vielen bürgerlichen Tugenden und als edler Wohlthäter der Armen betrauert wird. 6. A. Ledetsch. Am 19. Juli l. I. inspicirte der k. k. Bezirksschulinspector, Se. Hochwürden Herr Pfarrer A. P i n l aus Schlappenz, unsere zweiclassige deutsch-israelitische Privat-Volksschule.. Nach vorgenommener Prüfung äußerte er sich lobend über die Leistungen dieser Lehranstalt. Zum Schlüsse hielt er an die Schüler eine Ansprache, ermahnte sie, ihren Eltern und Lehrern stets dankbar zu sein, den Kaiser und das Vaterland zu lieben, vor Allem aber ihrem angestammten heiligen Glauben, den auch er hochschätze, treu anzuhängen. Wenn auch die Israeliten jetzt wieder von vielen Seiten und bösen Menschen angefeindet werden, so mögen sie sich hiedurch nicht beirren lassen, sondern wie ihre Vorfahren treu ausharren. So wie Gott jenen in allen Lagen des Lebens beigestanden, so werde er auch sie in den trüben Tagen nicht verlassen. Die so arge Zeit der Anfeindung und Bosheit müsse und werde wieder vorübergehen, das hoffe jeder gute und rechtlich denkende Mensch. Mähr.-Weihkircheir. (Rabbinerwahl.) Herr Rabbiner Dr. Rabinowicz aus Rakonitz wurde bei der am 30. August stattgehabten Generalversammlung einstimmig als Seelsorger unserer Gemeinde gewählt. Herr Dr. Rabinowicz hat sich durch seine Probepredigten zahlreiche Sympathien erworben und genießt den Ruf eines gediegenen Kanzelredners und Pädagogen. R. Kostel, 29. August 1894. In unserer Gemeinde hielt Samstag den 25. d. M. Herr Dr. Markus Petuchowsky, Schüler des Rabbiner-Seminars des Dr. H i l d e s h e i m e r aus B e r l i n, eine Probepredigt. Er wählte als Thema anschließend an einen Vers aus Jesaia der dieswöchentlichen Haftorah: Israelitisches Familienleben, Schule und Gotteshaus. Allgemeiner Beifall wurde ihm zu Theil. In seinem nachmittägigen talmudischen Vortrage sprach er über den Tanna Rabbi Jschmael. In der Sonntag stattgefundenen Ausschußsitzung wurdeDr. P et u ch o w s ky per Acclaination zum Rabbiner unserer Gemeinde bestellt. Rzeszow. Am 26. August wurde von der hiesigen Ortsgruppe „Chowewe Zion" durch die Initiative einiger thatkräftiger junger Leute ein declamatorisch-musikalischer Festabend zur Gedächtnißfeier des „Begründerder Wissenschaft des Judenthums", des Dr. Leopold Zunz, veranstaltet. Unter den erschienenen Gästen konnte man Herrn Dr. Ed. Segel, Gemeinde- und Cultusrath. und Herrn Josef Schönblum, Bankier und CultuSrath, bemerkrn. Nach einer in der Landessprache gehaltenen Begrüßungsrede des Herrn F. Nenfeld intonirte die Musik, in exacter Weise auSgeführt, national jüdische Stücke. Den übrigen Theil des Programmefüllten Vorlesungen — sowohl durch Inhalt wie durch Form ausgezeichnet — über die Themata: „Aus dem Leben der alten Hebräer" durch Herrn H. Jezower und „Das Leben und Wirken Leopold Zunz'" durch Herrn Kurzmann, sowie eine durch Herrn A. Apfelö a n m in hebräischer Sprache gehaltene Rede aus. Kozlow. Am 27. v. M. feierteder Verein „Degel Jeschurun" in seinem Bereiuslocale sein Einweihungsfest, welches einen sehr würdigen Verlauf nahm. Gegen 5 Uhr Nachmitiags eröffnet der Vereinspräsident Herr M. Schlager die Versammlung mit einer kurzen hebräischen Ansprache und ertheilte sodann das Wort zu einer Festrede dem Ehrenmitgliede Herrn M. Neiger, welcher sich seiner Aufgabe in recht meisterhafter Weise entledigte. Nach dieser mit allHemeinem Beifall und Händeklatschen aufgenommenen Rede ergriff Bibliothekar Herr M. R o h a t y n das Wort, um dem Vorredner für seinen wissenschaftlichen und lehrreichen Vortrag im Namen der Versammlung den Dank auszusprechen, und besprach sodann in deutscher Sprache die Bedeutung des Tages. Ferner wurden noch Reden gehalten vom Herrn RabbinatSCandidaten Schornstein und vom Herrn I. Schwadron, Besitzer der berühmten Spiritus-Raffinerie „Bieniowka" in Z lo cz ow, welche ebenfalls reichlich Beifall ernteten. Zum Schluffe celebrirte der Syuagogenchor, mit dem Cantor an der Spitze, einen Fest-Choral und mit einer Schlußrede des Herrn Neiger endete die schöne Feier. Auch der materielle Erfolg war ein wesentlicher denn es wurden von den Mitgliedern auch namhafte Beträge zum Wohle des Vereines gespendet. Unter den Spendern bemerkte man die angesehensten Glaubensgenossen Zloczows, so unter Anderen die Herren Kutin und Auerbach. Berlin, 20. August. Im jugendlichen Alter von 28 Jahren ist am 15. d. M. nach längerem Leiden einer unserer begabtesten jüngeren Literarhistoriker, Dr. Siegfried SzamatülSki, hier, gestorben. Er war Mitherausgeber der „Jahresberichte für neuere Deutsche Literaturgeschichte"; ferner verdankt man ihm eine werthvolle Studie über Ulrich van Hutten, sowie einen mit einer fördernden Einleitung versehenen Neudruck vom Faustbuch; außerdem hatte er in Gemeinschaft mit Max H er rm a nn die „Lateinischen Literaturdenkmäler des 15. und 16. Jahrhunderts" begründet, von deren' Leitung er erst kürzlich, in Folge seiner Krankheit, zurückgetreten war. Die Beerdigung fand am 19. d. M. auf dem Friedhof in We: ßensee statt. Die Grabrede hielt Herr Rabbiner Dr. Weiße, in der er in beredten und ergreifenden Worten den großen Verlust schilderte, den die Wiffenschaft, die Glaubensgemeinde und die Familie des in der Blüthe der Jahre Dahingeschiedenen erlitten haben. London, 22. August. Herr Prediger Dr. William Stern, Director des „Aria College" in Portsea, hat zum allgemeinen Bedauern seiner vielen Freunde aus Gesundheitsrücksichten seine Stelle niedergelegt. Vor seiner Uebersiedlung nach Kopenhagen überreichte ihm die vollzählig versammelte Gemeinde eine überaus schön auSgestattete Adreffe, in welcher der innige Dank und die treue Anhänglichkeit der Gemeindcmitglieder zum Ausdruck gelangte. Warschau, 20. August. Der Finanzminister hat seine Einwilligung zur Errichtung einer jüdischen Wohlthätigkeitsanstatt „Rabotnik". welche den Zweck hat, Kinder armer Juden kostenlos zu Handwerkern auszubilden, ertheilt.

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