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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-08-31 · 35 (31.8.1894) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
35 (31.8.1894)
Date
1894-08-31
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 684 Drsterreichlptzr VochenschrM Nr. -35 erschütternder Eindruck bei der zahlreichen Trauerversammlnng, als des-unglückliche Gatte am offenen Grabe von seiner Lebensgefährtin schluchzend Abschied nahm. Friede ihrer Asche! Wien. Samstag, den 1. September findet in Kratky Baschik's Zaubertheater im k. k. Prater eine außerordentliche Wohlthätigkeits-Borstellung zu Gunsten des Humanitären Vereines „Rudolfsbund" zur Bekleidung armer Schulkinder statt. Anfang der Vorstellung 8 Uhr Abends. Karten sind zu haben beim Obmann des Vereines „Rudolfsbund", Herrn Josef Pollak, JL, Ferdinandsstraße 30, beim Cassier, Herrn Nathan Pineles, DL, Schlickplatz 4, und im Casö Orient, II., Praterstraße 25. Tarnopol. („Tarnopoler Moral".) Herr Abraham Lazarus hat zum Andenken seines verstorbenen Sohnes Dr. S. Lazarus im hiesigen israelitischen Spitale einen unter Blechdach aufgemauerten Zubau, bestehend aus zwei Sälen und Vorhaus sammt allen dazugehörigen Utensilien, sowie zehn eiserne Bettstätten sammt dazu gehörigen eisernen Tischchen, für zehn Betten Strohsäcke, Wollkotzen, Leintücher, Hemden, Wandtafeln. Trinkbecher und Spucknäpfen, kurz alles Nöthige für zehn Kranke aus eigenen Mitteln einrichten und aufführen lassen. Auch ließ er aus eigenen Mitteln am Ende des Spitalgartens ein unter Blechdach gemauertes, isolirt stehendes Gebäude, für Benützung zu einer Todtenkammer, mit steinernem Fußboden und Wafferablauf sammt Reinigungstisch einrichten und aufführen. In die Außenwände dieser besagten Gebäude sind drei Gedenktafeln, polnisch, deutsch und hebräisch, zum Andenkendes Erbauers, in Stein eingravirt, angebracht. E. B. Olmütz. (Zu Cura toren der höheren Handelsschule) wurden hier unter Anderen berufen die Herren: Eduard Hamburger, Großindustrieller und Cultusvorsteher, und Sigmund Zweig, Kammerrath. - Csaktornya. Anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät des Königs fand im hiesigen Tempel in Anwesenheit der Spitzen der Behörden und eines allen Ständen angehörenden Publicums ein solenner Festgottesdienst statt, bei welcher Gelegenheit Herr Dr. Moriz Schwarz, absolvirter Hörer der Landesrabbinerschule zu Budapest, Sohn unseres Herrn Oberrabbiners, in einer sowohl dem Inhalte, als auch der Form nach ausgezeichneten ungarischen Rede, anknüpfend an den Psalmvers: „veoz xneleeh mischpot oliew“, die Gerechtigkeitsliebe und den Wahrheitssinn unseres erhabenen Monarchen pries. In geistreicher Bezugnahme auf den Sabbath des Trostes wies er auch auf den Trostgedanken der völligen Gleichberechtigung der ungarischen Juden hin. Nach der zündenden Rede des jungen Predigers sprach Se. Ehrwürden Herr Oberrabbi Jacob Schwarz ein ergreifendes Gebet für König und Vaterland. Unter den Klängen der ungarischen Hymne schloß die schöne Feier. Brüx. Freitag, den 17. August fand Abends anläßlich des Geburtsfestes Sr. Majestät unseres Kaisers ein Festgottesdienst statt. Demselben wohnten bei: Herr Bezirkshauptmann Franz Josef Krikava, Bürgermeister Herr Carl v. Pohn e r t, Gymnasialdirector Josef S t r a ß n e r, Vertreter der k. k. Behörden und sämmtlicher Vereine unserer Stadt. Nach den meisterhaft vorgetragenen Gesängen des Herrn Obercantor l. Lamm hielt unser Rabbiner, Se. Ehrwürden Herr Doctor Biach, eine die patriotischen Gefühle trefflich zum Ausdrucke bringende Festrede, in welcher er an die Worte des Freitag Abend-Psalmes „Zedek umischpot mechon kisso“, „Liebe und Gerechtigkeit sind die Stützen seines Thrones", anknüpfte. Mit dem Kaisergebete bei geöffneter Bundeslade endete die schöne Feier. Der Deputation der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde, bestehend aus dem Oömannstellvertreter JUDr. H ä u t l e r, Sr. Ehrwürden Herrn Dr. B i a ch und Tempelvorsteher M. Federer, welche am folgenden Tage bei Herrn Bezirkshauptmann vorsprach, drückte dieser seine besondere Befriedigung über die schöne Feier aus, reichte unserem Rabbiner die Hand und dankte ihm noch insbesondere für seine erhebenden Worte. Marienbad. Anläßlich des Kaisers Geburtstag wurde im hierortigen Tempel am 18. d. M. in Verbindung mit dem Sabbath-Gottesdienst, ein feierlicher Gottesdienst abgehalten, welcher herzerhebend war. Den Glanzpunkt dieses feierlichen Gottesdienstes bildete die treffliche Predigt des Herrn Dr. E. G o i t e i n, Rabbiner, hier. Die Anwesenden, welche schon lange vor Beginn des Gottesdienstes erschienen waren, um den vorzüglichen Kanzelredner bei dieser Gelegenheit zu hören, erhoben sich von ihren Sitzen, als der Prediger von den hohen Verdiensten unseres Herrschers sprach. Vukovar, 21. Aug. 1894. (Kaisers Geburtstag.) Am Geburtsfeste unseres erlauchten Monarchen konnte man mit aufrichtiger Freude die Wahrnehmung machen, daß die Gleichstellung unserer Glaubensgemeinschaft bei uns zur Geltung und zum Ausdrucke kommt. Zu unserem feierlichen Gottesdienste waren alle Honoratioren unseres Comitates erschienen, u. zw. sämmtliche Beamten unter Führung des Obergespans, das städtische Magistrat unter Führung des Bürgermeisters, die Beamten der Finanzdirection, des Gerichtshofes und der anderen Cvmitats- und städtischen Aemter unter Führung ihrer Chefs, die Feuerwehr und Gesangsvereine corporativ mit ihren Fahnen u. s. w> Auf der Damen-Galerie waren sehr viele, den besten Ständen angehörende christliche Damen zu ehen. Die Feier wurde vom Obercantor H. N. Heller eingeleitet, welcher den Psalm XXI. mit dem großen Chore sehr wirkungsvoll und erhebend vorlrug. Dann bestieg Oberrabbiner Dr. I. Diamant die Kanzel und hielt eine vom patriotischem Geiste getragene Festrede, welche ungeteilten, allgemeinen Beifall erntete. Bei dem vom Obergespan zu Ehren des Festtages den Honoratioren des Comitates gegebenen glänzenden Festdiner, zu welchem das geistliche und weltliche Oberhaupt der Gemeinde, wie bei allen solchen Anlässen, Einladungen erhielten, waren alle Anwesenden voll des Lobes und der Anerkennung über die glänzende Feier im jüdischen Tempel. Straßnitz, 27. August. (Todesfall.) Ein hochachtbares Mitglied der hiesigen Gemeinde, ein glaubenstreuer Jsraelite ist am 24. d. M. mit Tod abgegangen. Samson Felder, fürstlich Liechtensteinischer Hofpächter in dem nahen Dorfe Tassow, verschied nach längerem Leiden im 71. Lebensjahre. Bon ihm konnte mit Recht gesagt werden, daß sein ganzes irdisches Dasein eine Kette schöner Thaten gebildet hatte. Einer sehr angesehenen Familie entsprossen, hielt er fest am Glauben seiner Väter und versäumte nichts, um seinen Kindern eine musterhafte Erziehung angedeihen zu lassen. Und wie verstand er es, Wohlthaten zu üben! Geheim und stille wurde die gute That verübt, und er tras meist immer das Rechte. Sein gutes Herz, sein feiner Umgang gewannen ihm die Liebe aller seiner Mitbürger, welches Standes und Ranges, welcher Confeffion sie auch augehörten. Auf den Wunsch seiner Angehörigen hatte der hiesige Rabbiner Fried mann dem Verblichenen vor dem Trauerhause in T a s s o w einen warmen Nachruf gehalten. Bei der Ueberführung der Leiche nach dem hiesigen Friedhofe konnte man erkennen, in welch hohem Ansehen der Verstorbene gestanden. Endlos war die Zahl Derer, die ihm das Geleite zur letzten Ruhestätte gaben. Die Feuerwehr von Tassow, die dortigen fürstlichen Gutsbeamten, eine große Schaar von Freunden und Bekannten aus allen Kreisen hatten sich eingefunden, um dem Leichenwagen zu folgen, der unter dem üblichen Trauergesange seinen Einzug in unsere Stadt Hielt. Als Herr Rabbiner Fried mann in seiner Rede die hohen Tugenden des Verblichenen pries, da blieb kein Auge thränenleer. Ein treuer und liebevoller Gatte, ein aufopfernder Familienvater, ein guter Mensch und treuer Bürger ging an ihm verloren. Lomnitz. (Kaisers Geburtstag.) Am 18. August, dem Geburtstage unseres geliebten Monarchen, hielt unser Rabbiner Dr. Simon Wolffsohn im hiesigen israelitischen Tempel eine bedeutsame Festpredigt, welche in dem Grundgedanken gipfelte, daß des Kaisers Geburtstag gleichbedeutend mit dem Geburtslage der Vaterlandsliebe sei. An der Hand weltgeschichtlicher Thatsachen wies Redner überzeugend nach, daß den arischen Heiden Vaterlandsliebe ein völlig unbekanntes Gefühl gewesen sei und wies aus das Zusammentreffen des Geburtstages Sr. Majestät und der Erinnerung an die Zerstörung Jerusalems hin, wozu der Sabbat Na chm i.Anlaß bot. Trennen auch, meinte der Redner, dritthalb Jahrtausende beide Geschehnisse von einander, so scheinen sie dennoch etwas Gleichzeitiges, denn aus den Wunden, die damals unseren Vorfahren geschlagen wurden, bluten noch wir, die Spätergebvrenen. Jede Gegenwart rechnet es sich als ein besonderes Verdienst an, diese Wunden nicht vernarben zu lassen. Wie vor 2484 Jahren die Heeresmassen der Babylonier unsere Ahnen vaterlandslos machten, wollen unsere gegenwärtigen Feinde uns heimatlos machen, indem sie unsere Liebe zum Vaterlande anzweiseln.

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