Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 11 (1894)
- Issue
- 35 (31.8.1894)
- Date
- 1894-08-31
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 35 LSL'Acrvetttzr-'Äzr Zpochrrrfchrts« ^>eite 677 Stift 3 kräftigen und heil. Worte, Tetragamenton, Adonai, und Ngins, durch welche Gott den Menschen erschaffen hat, gestaltet und ihm den Geist eingeblasen hat. Ich beschwöre und berufe dich guter Geist Emanuel! durch den allerheiligsten Namen Gottes, Jehofa.Sabaoth, nndHeloim, mit welche,: er auch Geister erschaffen hat. Ich beschwöre und berufe dich guter Geist Emanuel! durch die Kraft und Heiligkeit Gottes, mit dem Propheten Moyi'es in dem feurigen Buschen, in welchem er unversehrt geblieben, durch die allergerechteste und allmächtigste Namen Gottes, Adonay, Eihry, und Emanuel hierher An bezwingen, daß du mir im natürlichen Traum wahrhaft und offenbar erscheinest, bas wahre Geheimniß der Nummern; die aus 90 gezogen werden, nach der Ordnung, wie sie heraus kommen, zu meinem Angesicht deutlich darstellest, und weitere Auskunft gebest. Ich beschwöre und berufe Dich guter Geist Emanuel! durch den himmlischen Vater als den höchsten Gott, wie er erschienen ist dem frommen Patriarchen Abraham im Traum, in Gestalt dreyer Männer, als eine Seite 4 Abbildung der drey einigen Gottheit, daß mir gehorsamest und meinen Willen erfüllest nach dem Befehl Gottes. Dieses gebiethe ich dir guter Geist Emanuel! daß du kommest, und im Traum jene Nummern, so diese Ziehung herauskommen sollen, mir sogleich Voralls anzeigen möchtest. Ich beschwöre und berufe dich guter Geist Emanuel, durch die kräftige priesterliche Konsekrazion in dem heit. Meßopfer, durch das bittere Leyden und Sterben Jesu Christi, und durch die Worte und Namen Gottes: Sathiel, Wariel, Ulaziel, Vergabe!, und Habisiel. komme und verweile nicht zu erscheinen im Trauni, damit mein Wille, so es zu meiner Seeleii Heil und Nutzen ist, erfüllet werde. Dieses gebiethe ich dir in der Kraft Gott des Va^ters, des Soh-snes, und des heiligen Geilstes, Amen. „Es wäre eine tiefe Beleidigung unserer Leser, sagt das citirte Arbeiterblatt, wenn wir an diesem „Gebete" eine Kritik üben würden. Dieselbe steht schon obenan in den ersten Zeilen. — Aber eines fällt auf. Der Herr Verfasser, „ein gutdenkender Priester" verschweigt seinen Namen! Warum? Will er denn keinen Dank?? Und wo wurde denn dieses Ding, das im XVII. Wiener Bezirke viele Schulkinder heimbrachten, hergestellt?? Gibt es sür diesen Blödsinn keinen Staatsanwalt, dessen Pflicht es sein sollte, zu verhindern, daß man dem dummen und unwissenden Menschen nicht das Geld aus dem Sacke stiehlt und ihn für das Lotteriespiel zu begeistern sucht? Weiß die hochlöbliche Preßpolizei, die doch mit Argusaugen Alles bewacht, nichts, gar nichts von diesem höchsten Blödsinn? Ja wenn es Mai-Flugblätter der Socialdemokraten abzufangen gilt, da halten die Herren ihre Spürnasen hoch. Da sind die ,,spitzeln und Wachteln« überall en mas&e an der Arbeit, Nichts bleibt unbcschnüffelt. Derlei Verblödungsmittel aber, die gefährden ja nicht die öffentliche Ruhe und Ordnung! Und darum kommen sie den Herren auch nicht zu Gesicht. O, wir wissen wohl, was wir davon zu halten haben. Ja, wir wissen sogar auch den Drucker. Derselbe kann ruhig sein. Verrathen wollen wir ihn nicht. Wenn aber wieder einmal solch' „ein gutdcnkender Priester" mit einem solchen Aufträge kommt,, dann soll er ihn einfach zur Thüre Hinauswersen lassen. Bricht sich dabei diese Kunde das Genick, wahrlich, dann hat der Mann in unseren Augen nur ein gutes Werk gethan. Denn Schwindler und Betrüger gibt es auch dann noch in Hülle und Fülle." „Alle Jene aber, die solch ein Mcktel zum „Reichwerdeu" in die Hände bekommen, mögen dabei denken: „Dieser Schwarze- und Seinesgleichen, o, sie sind Alle um unser Wohl so — besorgt.-" „Dem neugierigen Leser wollen wir noch verrathen, daß dieses vorbesagte mehr als erlaubt blöde Machwerk in Wels in Oberösterreich gedruckt und in Tausenden von Exemplaren an leichtgläubige Gläubige abgesetzl wurde." Die Rothschildparkri am Hose des Deutschen Kaisers und der Fall Rotze. n*,i Die Düsseldorfer „Deutschnaiioimle Ztg." hatte es fertig gebracht, die Astarre Kotze aus Jnlriguen von „Untergebenen des Rothschildthums" oder — der „Alliance Israelite Universelle" zurückzuführen. Als Vertreter der Rothschildpartei am Berliner Hose wurden vom Düsseldorfer Blatte die Französin H i n z p e t e r, die „Vollblutjüdinnen" Friedl ä n d e r, Mend el sohn s-B arthol d y und v. Koscielska, sowie Gras D u g l a s denuncirr. So albern diese „Enthüllung" auch war, wurde sie vom „Deutschen Volksbtatt" in Wien doch zur Ausfüllung fast einer ganzen Columne benützt. Auf diesen Unsinn hat ein Vetter des Ceremonienmeisters, Herr Dietrich von Kotze, derb geantwortet. Der Brief, der an den Düsseldorfer Redacteur H. G. Erd mannsdörss er gerichtet ist, lautet: „Herr Redacteur! Der Zufall spielt mir Ihre Zeitung in die Hände. Das Interesse nur, welches ich fürDüsseldorf hege, wo ich 13 Jahre meines Lebens zugebracht, verleitete mich vielleicht, Ihren Artikel vom 15. Juli d. I. „Die Rothschildspartei rc. * . zu lesen. Wenn Sie antisemnische Waare liefern, so ist duS Ihre Sache, wenn Sie aber die Neigung zeigen, auch den sog. Fall Kotze für Ihre propagandistischen Gelüste zu verwerthen, so kann ich mir zhre gänzlich unzutreffenden, vor Allem aber frivolen Ausführungen nur damit erklären, daß es Ihnen an Gelegenheit fehlt, sich hierorts, an unterrichteter Stelle, diejenigen Kenntnisse der einschlagenden Verhältnisse zu verschaffen, ohne welche ein „Verantwortlicher Redacteur" über solche Dinge nicht schreiben sollte. Wenn die ursprünglich, gegenüber der Thatsache der Verhaftung meines Vetters, des Ceremonienmeifters v. Kotze, documentirte Haltung der Presse dem wahren Sachverhalt nicht sofort Rechnung trug so war dies wohl nur zu entschuldbar. Seit Wochen läßt sich indeß behaupten, daß die meisten auswärtigen und alle Berliner Zeitungen, ohne Unterschied der Parteien, befleißigt sind, soweit die über die Materie des angestrengten Protestes in die Oeffenttichkeit gedrungenen Mittheilungen ein Urtheil zulasten, der Wahrheit die Ehre zu geben. Eine Tendenz, wie sie in dem fraglichen Artikel Ihres Blattes Ausdruck erfährt, bedeutet daher nur, daß selbst dieser, die Frage der Verleumdung aä oculos demonstrirende Vorfall Ihre Lust nicht abzuschwächen vermag, bei eigener Neigung zu verdächtigen, hinter Allem, was sich auf dem Boden der Sensation ereignen möge, Beziehungen zur „Alliance israelite" zu suchen. Dies sei betreffs derjenigen Zeitungen bemerkt, die Sie als mit der „Vertheidigung des Herrn von Kotze" beauftragt bezeichnen. Was nun den Fall des Rechtsanwaltes Dr. Friedmann anbetrifft, so haben die Betheiligten es nicht nöthig, sich öffentlich dieser Wahl wegen zu verantworten. Die Suche nach den Thätern, dem wirklichen Verfertiger der Briefe, sowie demjenigen der Löschblätter, erfordert vor allen Dingen einen Criminalisten ersten Ranges, als welcher der genannte Rechtsanwalt weithin bekannt sein dürfte. Nur blinder Fanatismus kann sich deshalb unterstehen, unseren Namen mit denjenigen Bestrebungen in Verbindung zu bringen, welche Sie der „Rothschildsippe" unterstellen". Natürlich ist Alles, was diese Herren der „Rothschildsippe" unterstellen, von A—Z aus den antisemitischen Fingern gesogen. Was nicht Alles in solch' antisemitischen Fingern steckt und diese Saugkraft der antisemitischen „Säuglinge"!" °) Berat. I. in Nr. 31 der „Test. Wochenschrift".