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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-08-31 · 35 (31.8.1894) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
35 (31.8.1894)
Date
1894-08-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 35 Veyrrrevtziptzr WochenschrM Seite 671 roziicne ei erpi^ przesladowania, ale nieraz w zycia niebezpieczenstwo popadaj^ owszem, m$ki i pastwienia rozliczne a nawet smierc srog^ ponosz^, jako zas nie sprawiedliwie i jako niezasluzenie, dekretami i przywilejami Poprzedniköw naszyck wykazywali. Usilnie przeto przez niektorych Senatorow Naszyck prosili Nas i zaklinali, abysmy tam§ jakow^ i kres poiozyli temu, izby onych obelg, przesladowan i inszej niesprawiedliwosci dla tej rzeczy wi^cej niedoznawali. Temi My prosbami poruszeni a chc^c zamkn^c drog§ takowym potwarzom i usun^d przyczyn§ rozruchöw i m^czarni, ktörych nieraz dlatego zydzi doznaj^: wedle wlasnego utwierdzonego przekonania i wedle Rady Senatoröw Naszycb stanowimy, aby nikt odt^d zydom w Krölestwie i ziemiach Naszycb mieszkaj^cym, nieprawnie kradziezy i zaböjstwa dzieci cbrzescianskicb, ani tez kupczenia Przenajsw. Sakramentern, skoro tego obojga niewinni 8H, nie zarzucal, ani ich o te czyny potwarzyi, ani przed s^dziq. lub jakimb^dz urz^dem o to wazyi sie skarzyc; okazalo sie bowiem w rzeczy samej, ze cokolwiek w ogöle im takiego zarzucano, prawdzie byJo przeciwnem i ani krwi nie potrzebowali, ani za Przenajsw. Sakramentern oni sie nie ubiegali. Przeto ktokolwiekby sitz na to wazyl, tego bez wzgledu na stan, jako ze wielkich to jest zamieszek przyczyn^, surowo karanym mied clicemy. Zatem: ktoby o <>ne rzeczy zydow pomawiai, karanym ma byc j ako p otwäre a, ktoby zas skaryi przed sedzia i dla tej przyczyny skarge gl'öwnq przeciw zydowi wynosiJ, ten poena talionis, czyli na gar die karanym b^dzie. Ktöre to takowe postauow;enie Nasze do wiadomosci wszem wobec i kazdemu z osobna, komu by o tem wiedziec nalezaJo, przywodzimy, nadewszystko zas przez W^jewodow, Starostöw, Podstaroscich, jakotez wszystkich urz^dniköw, burmistrzow i rajcöw znanem mied clicemi, to przykazujac, aby seisie woli Naszej przestrzegali, innym tez do wiadomosci przywiedli a pod Jask^ nasz^ nie inaczej jeno tak czynili. Dla czego pewnosci i swiadeetwa pismo tq, r§k^, wl'asn^ podpisnjemy i piecz^c koronn^ wycisn^d przykazujemy. Dan w Warszawie dnia 5 miesi^ca lipea Roku Bozego MDLXXYI Krölowania Naszego Roku wtorego. Stephanus Electus Rex. Die Blutlüge erweist sich nunmehr als eine Gefahr nicht so sehr für die Juden, als viel mehr für die Christen, respective für die christlichen Kinder. Jüngsthin hat, wie wir in der vorletzten Nummer gemeldet haben, in Lab isch i n (ProvinzPosen) der Mord eines Christenkindes stattgesunden, wo die eigenen Eltern des scheußlichen Verbrechens überführt worden sind, um hernach die Schuld auf die Juden zu wälzen. Leider sind genügende Nachweise vorhanden, daß Derartiges sich durchaus nicht selten ereignet hat. Papst Gregor X. bemerkt in der Bulle vom 7. October 1273, „daß christliche Väter heimlich ihre Kinder verbergen, um den Juden etwas anhaben und als Preis des Loskaufens von den Quälereien eine gewisse Summe Geldes von den Juden erpressen zu können". In dem Gutachten, das Cardinal Ganganelli (der spätere Papst Clemens XIV) über die Blutb-schuldigung erstattet hat, heißt es: „Was würde aber der Fiscus von Lucevria sagen, daß ein gleiches entsetzliches Verbrechen mehrere Male (Gott wolle nicht, daß immer) von Christen begangen worden ist, sogar vom Vater selbst, und darauf den unglücklichen Juden in die Schuhe geschoben? Ich schäme mich, den Verdacht auszusprechen, aber vielmehr bringt es mich außer Fassung, hiefür den authentischen Beweis (bezeichnet litera D.) darzubieten. Dort lese man, daß ein Vater eine seiner zarten Töchter an verschiedenen Theilen verstümmelte, . . . daß dasselbe Kind, welches durch göttlichen Willen länger lebte, mit eigenem Munde bekannte, vom eigenen Vater mit vielen Wunden und Verstümmelungen zugerichtet worden zu sein. Und doch hatte sich schon der Verdacht gegen die Juden gerichtet, schon wollte man gegen die Juden vorgehen." Strack („Der Blutaberglaube") erwähnt zwei Fälle, in denen Mütter ihre Kinder ermordeten, während die Juden des Verbrechens beschuldigt wurden (S. 138—129). Ein derartiger Fall ist noch im Jahre 1892 in In grand es (Departement Indres et Loir) authentisch festgestellt worden. (Siehe Antisemitenspiegel S. 322.) Während dortige Blätter von Ritualmord säbelten, wurde die eigene Mutter nach einiger Zeit des Verbrechens überführt und darauf mit 36 Jahren Zuchthaus bestraft. Oie Polen sollten ihre ruhmreichen Traditionen Hochhalten. Die Arbeiter gegen den socialen Cursus. (Acht Versammlungen.) Montag Abends fanden die von der socialdemokratischen Partei einberufenen acht Volksversammlungen statt, in welchen die Stellung der Arbeiterschaft gegenüber den Agitativnsversuchen des Leo-Vereines und überhaupt der Christlich-Socialen zu sehr energischem und oft drastischem Ausdruck kam. Im H er n a l s e r B r a u h a u s g ar t e n sprach der Arbeitersührer Schramm! vor mehr als 3000 Menschen unter donnerndem Beisalle seiner Zuhörer. Der Vorsitzende Kanin er ervffneie die Versammlung mit dem Bemerken, daß der mittels reeommandirten Briefes eingeladene Fürst L i c ch t e n ft e i n nicht erschienen sei und auch teilt Enlschuldigungssch,eiben gesandt habe. (Hohnrnfe aus der Milte der Beisannntliug.) Der Vorsitzende fügt der Mitteilung die Versicherung hinzu, daß jeder in der Versammlung etwa anwesende Ch> iftlah-Sociale ruhig die Tribüne besteigen dürfe; in socialdMvtrat-schen Versammlungen werde die Redefreiheit geachtet. (Beifall.) "Als (niter besteigt S ch r a in in l dieTribüne, das „Vaterland" in der Hand. „Wir haben es nicht für der Mühe werth gesunden", sagt er, „den Kannst mit den Christlich-Socialen zu eröffnen — sie selber haben es gewünscht. Sic haben ihren „socialen Cursus" abgrhalten mib de»l in Bolkswohl gemacht, und da müssen wir antworten, was wir sonst einem io schwacheil ulld — niedrigen Gegner gegenüber (S'ürmischer Beifall, Ruse: Einem so dummen Gegner gegenüber) nicht gethan hätteri. Sie geben sich für Kämpfer für eine gerechte Sache aus. (Rufe: Löge! Wir kämpfen für eine gerechte Sache.) Ihre socialen Cnrse waren nur dem Scheine nach gegen den Liberalismus gerichtet, in Wahrheit waren sie eine Kette von Angriffen auf das Volk. sUnruhe. Von einigen Punkten des Gartens ans Protestversnche von Christlich-Socialen. Schrammt fährt fort.) Trereu Sie vor, wenn Sie reden wollen! Wir werden Sie hören! Wir sind hier nicht zur Parade! Die große Lüge des „socialen Cursus" war die, daß man glauben machen wollte, daß die Socialdemokratie ein Kind des Liberalismus sei. Ter Redner ergeht sich nun in heftigen Angriffen auf die Liberalen und fährt fori: Eine Partei darf nicht Fußtritte mit Kriecherei quiltiren; es darf keine Feigheit geben, aus deren Rücken nur eine so niedrige und reaktionäre Partei wie die christlich-sociale sich erhebt. (Stürmischer Beifall.) Es gibt in Oesterreich nur mehr conservative und reaktionäre Parteien. Dem Liberalismus verdankt nmn das Wenige, was an Preßfreiheit bei uns noch existirt, ihm verdankt man viele politische Rechte, aber wir Socialdemokraten glauben, daß die liberale Partei jetzt diese Rechte aufgibt zu Gunsten der reaktionären Coalition. Der Regierungsvertreter unterbricht den Redner. Schrammt: Ich bin schon vorüber . . . (Heiterkeit.) Die Clericalen und Christlich-Socialen weiden ihre Bundesgenossen nun aus, so daß von denselben nur noch die Haut übrig bleibt. (Erneute Heiterkeit.) In den Borträgen der Leo-Gesellschaft hat sich Professor Weiß den Capitalssatz geleistet, daß die Ungleichheit des Besitzes Gottes Anordnung sei. Wenn wir gegen diesen Satz polemisiren, so lassen wir selbstverständlich die Religion aus dem Spiele. Aber wir fragen: das soll Gott gewollt haben und das soll ewig so bleiben müssen? Diese Lehre muß den Millionären freilich gefallen! Noch ein zweiter und dritter „socialer Cursus" und die Christlich-Socialen sind bei den Arbeitern abgethan. Die reichen Juden greisen die Herren an, auf den Schwarzenberg, der 30 Schlösser hst, auf den Lar isch, den Falkenhayn haben die Herren vergessen. Tie schreien: Schaut's dorthin, dort beutet man aus! und inzwischen (der Redner macht eine Kunstpause) inzwischen, im Gedränge — beuten sie aus. (Stürmische Heiterkeit.) Nach Herrn Professor Weiß sprach dann noch Dr. Geßmann nicht wie Windthorst, die Perle von Meppen, sondern die Perle von D .... . Er gab den versammelten Pfarrern Rathschläge zu unserer Bekämpfung; er nannte den Beichtstuhl, die Colportage und Aehnliches. Er warf uns Rohheit vor — er uns! (Beifall.) Wären wir es, wie Recht hätten wir, denn was verdienen diese Christlich-Socialen, die uns belügen und betrügen! Aber sie i Hun es in verschiedenen Graden, und Dr. Geßmann hat das vor

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