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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-08-24 · 34 (24.8.1894) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
34 (24.8.1894)
Date
1894-08-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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-k. 34 Vrflrrrrichtphr Ivochenfchrtfl Seite 653 das heilige Sacrament durch Worte, Geberden. Er wurde auch in Folge dessen gerichtlich bestraft. 3. In Schr. — einem Dorfe! — veranstaltete ein reicher Jude zu Ehren seines Töchterleius einen Kinderball. Dazu wählte er den Abend vor dem weißen Sonntag, an dem die Christenkinder zur ersten heiligen Communion gehen sollten. 4. In W. herrscht der Gebrauch des sogenannten „Stümpfelns". Dieser besteht darin, daß pflichtvergessene Kinder oder nichtsnutzige Weiber hinter dem Rücken des Mannes Säcke (Stümpfe)-Getreide zum Juden schleppen und dort verschleudern. Beim Gerichte in Weitra wurde vor einigen Jahren ein Fall verhandelt, bei dem der Jude die Kinder und Dienstboten geradezu zum Bestehlen der Eltern und Dienstgeber verleit >te. 5. Beinahe der ganze politische Bezirk, in dem ich weile, ist von der Schnapspest verseucht. Der Erzeuger des gesammten Schnapses ist ein Jude von Neubistriy, der ihn hauptsächlich durch seine^ Stammesgenossen verschleißen läßt. In jedem Orte, wo ich noch ansässig war, hatten Juden eine Schnapsschänke. 6. Auffallend ist, daß überall, wo ich es zu bemerken Gelegenheit hatte, die kleinen Judenmädchen die allerkürzesten Röcke tragen. 7. Großes Aufsehen erregte hierorts die Nachricht, daß eine reiche Jüviil sammt Tochter wegen Diebstahls an einen armen Schuster im Bezilksgerichtsarreste eingesperrt wurde. Noch an allen Orten, in denen ich weilte, fand ich, daß die Judenfirmen meist nicht auf den Ehemann lausen, sondern auf die Frau. „Diese „sieben kleinen Geschichten aus Niederösterreich" sind ebensoviele große Bubenstücke, erstunken und erlogen, vom ersten bis zum letzten Worte. Dieser Grad von moral insanii^ ist selten! Heimtückische, niederträchtige Verleumdungen aus dem sicheren Hinterhalte, die das sittliche Gefühl jedes anständigen Menschen empören müssen." „Der jüdische Beamte W.? Wer ist W? Heraus mit dem Namen, Ehrabschneider, wenn Du überhaupt einen weißt? — In Th. verhöhnt ein „Judenbube" das Sacrament? Wo ist Th. und wie heißt der Bube? — In Schr. ist was geschehen, was Dir nicht recht ist — so thn nicht verschämt und nenne den Ort oder schweige ganz still." „Auf die Anfrage eines christlichen Lesers bezüglich dieser sieben „Raubersg'schichten" antwortete das Blatt unverfroren genug: „Wir beehren uns höflichst mitzutheilen. daff uns über den betreffenden Punkt leider keine näheren Daten zur Verfügung stehen." Daten stehen nicht zur Verfügung, aber Gemeinheit, freche Verleumdung und bodenlose Niedertracht, die stehen zur Verfügung." „Auf eine zweite Anfrage über nähere positive Daten, die erdichteten Facten betreffend, reagirte das Blatt gar nicht. Es roch vermuthlich Lunte und stand nicht Rede — die alte Verleumdungspraxis. Erst verdächtigen und dann feige auskueifen." Die „Mrichspost" hüllt sich noch immer in tiefes Schweigen.- Elfter internationaler Thierschuhrongretz in Bern. Dritte Sitzung. Bern, 14. August 1894. Nachdem die Delegirten sich 'durch ein gemeinsames Bankett gestärkt hatten, bei dem man außer den materiellen Genüssen auch die Freude hatte, eine Reihe guter Reden zu hören, eröffnete der Präsident die Sitzung wieder um 5 Uhr. Während aber die ersten Versammlungen einen sehr würdigen Verlauf genommen hatten und die Discussion sich bisher in mehr akadcmischen Grenzen hielt, ist schon bei-der Eröffnung dieser Sitzung eine lebhafte Bewegung unverkennbar, die Schächtfrage. die auf der Tagesordnung steht, hat deutlich die Gemüther erhitzt. Aus der rechten Seite des Saales, wo die Mehrzahl der Schweizer sitzt, ist die Stimmung offenbar gegen das Schächten, während aus der linken Seite die Ausländer, die hier ihre Plätze gewählt haben, die Freunde des Schächtens, in der großen Majorität sind. Der erste Referent, Herr Keller-Jäggi, ehemal. Steuereinnehmer in Aarau, beginnt in sehr scharf accentuirter Weise die Schilderung der Schächtfrage in der Schweiz. 1856 hat die Action gegen das Schächten in Aarau begonnen, auch ein Verbot durchgesetzt, aber auf das Gutachten der Sachverständigen wurde dasselbe wieder aufgehoben. Die Thierschutzvereine ruhten indessen nicht; sie erlangten allmälig die Majorität im Cantonsrath von Aar g au, aber das Verbot des Schächtens wurde vom Bundesrath wieder aufgehoben, nachdem derselbe die sachverständigen Physiologen und Thierärzte gehört hatte. Die unermüdliche Thätigkeit der Thierschützer brachte indessen auch den Canton Bern zu einem Verbot des Schächtcns und als 1891 dieses Verbot durch gleichmäßige Beschlüsse von Bundesrath, Nationalrath und Ständerath aufgehoben wurde, blieb den Thierschutzvereinen nur übrig, an die allgemeine Volksabstimmung zu appelliren. Es gelang denn auch, 191.527 Stimmen für ein Schächtverbot zu gewinnen, während nur 127.000 Stimmen sich dagegen erhoben. Der Thatbestand ist nun der, daß in der Bundesverfassung das Schächtverbot besteht, aber noch nicht alle Cantone die Ausführungsgesetze erlassen haben, so daß in 8 Cantonen geschachtet werden darf. — Der Vortrag, der an vielen Stellen scharfe, antisemitische Ausfälle enthielt und an seinen markanten Stellen von dem anscheinend wohlorganisirten Beifall seiner Freunde begleitet wurde, schloß mit der Aufforderung an die Thierschutzvereine, überall für die Schächtverbote einzutreten. (Starker Beifall und ebenso starker Widerspruch.) Commiffionsrath Gmeiner-Benndorf, Dresden: Ich kann mich ganz kurz fassen in meinem Bericht über Sachsen. Wir sind nur Thierschützer und bedauern lebhaft, daß sich die Antisemiten dieser rein humanen Frage bemächtigt und dadurch ein gehässiges Element hineingetragen haben, das ihr fremd bleiben sollte. Mir ist das Schächtmesser noch viel lieber, als unsere christlichen Schlachtmethoden, wenn ihnen nicht Betäubung vorangeht. Nur diese verlangen wir obligatorisch. Die sächsische Regierung hat eine Commission einberufen, in der nicht nur Veterinäre, sondern auch Aerzte, Regierungsbeamte und andere Herren saßen, welche die Betäubung vor allem Schlachten, auch vor dem Schächten, empfahl. Die Regierung hat dies eingeführt. und dabei wird es bleiben, wenn nicht noch eine bessere Methode gefunden wird. Hart mann, Köln: Zur Tagesordnung! Ich bin der Ansicht, daß wir nicht in die Discussion der Schächtfrage eintreten, wir sind nach der Geschäftsordnung nicht dazu berechtigt und nach Lage der Sache ist der Congreß nicht der richtige Ort dazu. (Beifall.) Pfarrer F r a n k, Mitglied der baierischen Kammer: Wir haben gestern aus dem Munde des Präsidenten vernommen, daß eine Discussion an die beiden kurzen Referate nicht geknüpft werden solle. Ich schließe mich dem an, denn wohin sollte eine solche Discussion führen? (Beifall.) Der Referent für Sachsen hat mit Ruhe, ja mit Kälte gesprochen, der Referent aus der Schweiz dagegen hat mit vieler Wärme außer dem sachlichen Bericht auch seine Ueberzeugung gegeben, die gegen das Schächten ist. Wollen wir nun discutiren, wird Jeder seiner Ueberzeugung zum Siege verhelfen wollen. Es sind viele Delegirte hier, die eine andere Ueberzeugung betreffs des Schächtens hegen, als Herr Keller, und sehr viele, die von ihren Vereinen und zwar von einer großen Zahl von Thierschutzvereinen hierher gesandt sind, um zu Gunsten des Schächtens zu sprechen und zustimmen. (Beifall.) Ich muthe mir nicht zu, Herrn Keller zu überzeugen, ich kann ihn aber auf Grund der vielfachen Studien, die ich darüber gemacht habe, versichern, er wird mich nicht von der Ansicht abbringen, daß das Schächten eine sehr humane Methode der Thiertödtung ist, die beste jetzt existir e n d e. (Beifall und Widerspruch.) Was wird nun die Folge einer Discussion sein? Der schöne Eindruck der ersten beiden Sitzungen wird verwischt werden und ein sehr bitteres Gefühl sich einfinden, darum folgen wir dem Präsidenten und vermeiden eine Discussion. (Lebhafter Beifall.) Nur noch eine Bitte: Man könnte aus der Thatsache, daß keine Discussion stattfinden soll, allerlei Schlüffe ziehen; man hat nur Bericht erstatten lassen über zwei Lävder, die das Schächtverbot erlaffen haben, warum nicht auch über die Länder, die dieses Verbot abgelehnt, besonders über Baiern, wo sich die ganze Volksvertretung wie ein Mann gegen einen derartigen Antrag erhoben hat. Was nun der Streit über den Schächtschnitt anbetrifft, so ist dies eine wissenschaftliche Frage, und wir sind nicht das Forum, wo diese Frage entschieden werden kann. Für mich persönlich ist die Frage schon entschieden, ich glaube nach den zahlreichen Erklärungen der ersten Coryphäen der Wissenschaft, nach den jahrelangen Untersuchungen des Dr. D e m b o (anhaltender Lärm), nachdem der Aerztecongreß in Rom, die physiologische Gesellschaft in Berlin, die Akademie in Paris dieselben gebilligt haben (Lärm. Schlußrufe), daß das Schächten keine Thierquälerei ist. (Lärm.) Ich bitte also den Präsidenten,

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