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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-08-17 · 33 (17.8.1894) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
33 (17.8.1894)
Date
1894-08-17
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 642 VrstrrrekWchr Wochenschrtp Nr. 33 l eingravirt, als Ausdruck des Dankes für die in diesem Verein gehaltenen Vorträge über das Verhalten des Publicums bei ausbrechendem Feuer. Aus Anlaß des großen Brandes im Schlosse des Königs derBelgierin Lacken hatteseinerzeit Brandmeister Jacoby eine Instruction für die dortige Schloßdienerschaft ausgearbeitet und dem König übersandt, wofür der Verfasser aus dem Kabinet des Königs ein Dankschreiben erhielt. Paris, 3. August. Gegenüber dem Treiben der clericalantisemitischen Richtung dürfte der folgende Briefwechsel zwischen einem katholischen Erzbischof und einem jüdischen Präfecten von charakteristischem Interesse sein: Der neue Erzbischof von Rouen, M. Sourrieu, hat den nachfolgenden Brief an den Präfecten von Seine-Jnferieure gerichtet: „CHLlons, 5.Juli 1894 Herr Präfect! Die Mitglieder der geistlichen Administration von Rouen sagten mir, daß cs zu den Vorrechten meines neuen Amtes gehören würde, an der Spitze des Departements Seine-Jnferieure einen Chef zu finden, der gewöhnt ist, die verschiedensten Angelegenheiten in einem entgegenkommenden und versöhnlichen Geiste zu behandeln. Dasselbe Gefühl hatte mich ergriffen in einer neuerlichen Audienz bei Herrn Carnot, dem Präsidenten der Republik, der durch Tod, der alle für das öffentliche Wohl gefallenen Opfer vergrößert, noch an Größe gewonnen hat. Darum, Herr Präfect, empfinde ich den Wunsch, unsere Beziehungen, die mich durch schöne Proben, welche ich von denselben empfangen habe, beglücken, damit einzuleiten, daß ich Sie versichere, Ihnen die gleichen Sympathien entgegen zu bringen. In ChLlo n s haben die Präsectur und das Bisthum es zwölf Jahre hindurch vermocht, mit Hilfe eines gegenseitigen guten Willens in Uebereinstimmung alle Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. Wir haben alle Knoten gelöst, ohne sie zu zerreißen. Ich erwarte die Erfüllung der letzten Formalitäten, die Abfertigung der Urkunden, welche im Staatsrathe sind, und werde dann die Ehre haben. Ihnen den Tag meiner Ankunft anzuzeigen. Genehmigen Sie, Herr Präfekt, die Versicherung meiner besonderen Hochachtung. Mari e-R o m a i n, Erzbischof von Rouen." — Herr Hendle, der Präfect von Seine- Jnferieure, erwiderte hierauf: Rouen, 7. Juli 1894. Euer Hochwürden! Ich bin durch ihr so wohlwollendes und sympathisches Schreiben derart beschämt und gerührt, daß ich von Ihrer Größe mich weit übertroffen fühle. Man hat Sie nicht getäuscht, hochwürdigster Herr, wenn man Ihnen sagte, daß Sie im Departement Seine-Jnferieure eine Umgebung und Atmosphäre finden würden, die einer Politik der Mäßigung günstig ist, und daß wir immer bestrebt sind, alle Schwierigkeiten zu vermeiden oder sie möglichst aufzulösen im gegenseitigen Wunsche nach Frieden und Einigkeit. Die gesammte Sympathie und die Hochachtung Aller erwarten Euer Hochwürden auf dem erzbischöflichen Stuhle von Rouen. Ich bitte Ew. Hochwürden, die Versicherung meiner besonderen Hochachtung zu genehmigen. Der Präfect des Departements Sein e-J n f e r i e u r e." Paris. Die medicinische Akademie Frankreichs hat in ihrer jüngsten Sitzung vom 31. Juli unumwunden sämmtliche Conclusionen adoptirt, die Herr Dr. D e m b o in seinem nunmehr auch in französischer. Sprache erschienenen Werke über die absolute Superiorität der rituellen Schlachtmethode widmet, bewiesen hat. Für die gerechte Sache und den Verfasser konnte es wohl keine größere Anerkennung geben, als die öffentliche Kundgebung einer der bedeutendsten wissenschaftlichen Anstalten Europas. Zwei städtische Thierärzte, denen die Ueberwachung der Pariser Schlachthäuser anvertraut ist, waren sehr bemüht," oie in Frankreich übliche Tödtungsart gegen die heftigen, von einem ehrlichen Thierschutz inspirirten Angriffe D e m b o 's zu verteidigen. Aus diese Bertheidigung beschränkte sich jedoch lediglich die ganze Discussion. Petersburg, 31. Juli. Wie die „Nedel. Cbron. Wos." berichtet, ist in diesen Tagen der Nordamerikaner Dr. Krauskopf in St. Petersburg eingetroffen, welcher um die Erlaubniß nachsuchen will, in Rußland eine Reihe landwirthschaftlicher Colonien für diejenigen unvermögenden Juden gründen zu dürfen, welche sich sonst gezwungen sehen, ins Ausland auszuwandern. Unter Vermittlung der nordamerikanischen Gesandtschaft hat Dr. Kraus köpf seine Absichten einem hochgestellten Würdenträger vorgetragen, der sich über die Gründung solcher Colonien in den weniger bevölkerten Gegenden des Reiches durchaus sympathisch geäußert haben soll. Dr. Krauskopf hat sich dann in den Rayon der jüdischen Ansässigkeit begeben, um die wirthschaftliche Lage der Juden und ihre landwirtschaftlichen Colonien in Südrußland kennen zu lernen. Auf dem Wege dahin hat er den Grafen L. N. T olsto i in Jas snaj a Poljana besucht, der sich, wie das genannte Blatt berichtet, mit tiefem Schmerze über das Verhallen einiger Organe unserer Presse zur Judenfrage geäußert haben soll. Zürich. Im Laufe dieses Semesters wurden zehn Borträge wissenschaftlichen Inhalts im Vereine für jüdische Studirende abgehalten. Alle diese Vorträge waren zahlreich besucht und haben Beifall gefunden. Mit Freuden können wir schon für - das nächste Semester, das mit Mitte October beginnen wird, n e u n Vorträge anzeigen und hoffen, daß im Lause des Semesters die Zahl noch wachsen wird. Unter den verschiedenen Vorträgen, die abgehalten worden sind, zeichnet sich der eines Fräuleins stuä. meä. B. Ostersetzer „Ein Ueberblick über die sociale Stellung der Frau in der Geschichte" aus: Das Thema war sinnlich behandelt und die Discussion, welche sich bei dieser Gelegenheit daranknüpfte, lehrreich und interessant. Jerusalem. (Die salomonische Wasserleitung in Jerusalem.) Wie die „Daily News" aus Constantiuopel melden, hat das Departement für öffentliche Bauten die Ausbesserung der alten, salomonischen Wasserleitung in Jerusalem angeordnet. Die Leitung führt das Wasser von den Quellen bei Arroul nach der Stadt. Es soll ein. 5370 Meter langer Tunnel gebaut werden. Die Kosten werden auf 80.000 Lstr. veranschlagt. Die Wasserleitung war noch zu Zeiten Christi im Gange. Tiflis, im Kaukasus. Die jüdischen Gemeinden am kaspischen Meere, die vor zwei Jahren durch die Cholera, die dort furchtbar gewüthet, schrecklich gelitten haben und theilweise auch reducirt sind worden, beginnen wieder sich zu erholen und sowohl an Anzahl sowie auch an Wohlstand wieder zuzunehmen. Viel trägt auch dazu bei, daß durch die Transkaspibahn der Handel zwischen dem Kaspisee und Central-Asien einen nie geahnten Aufschwung genommen, während die rege Dampfschifffahrt auf diesem See oder Meere den Verkehr ungemein erleichtert. Daher strömen fortwährend aus dem Innern des russischen Reiches zahlreiche jüdische Familien nach den Hafenstädten amKaspisee so nach Astrachan, Kjeljar. Derbend, Kuba, Baku, Szaljan und Lenkoran, um sich dort dauernd niederzulaffen, da sie daselbst leichter und schneller Brot und Erwerb finden. Aber auch die jüdischen Gemeinden, die sich am persischen Gestade des Kaspisees befinden: Ensali, Rescht, Balfurus ch, Sari nnd Aster ab ad, betheiligen sich jetzt lebhaft an dem Verkehre, der auf diesem Meere herrscht, und vermehren so ihren Wohlstand. VernnMes. Wien. Aus Anlaß des Allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. findet Samstag den 18. August 1894 um 9 Uhr Vormittags in beiden Tempeln der Cultusgemeinde ein solenner Gottesdienst statt. Wien-Mariahilf. Freitag den 17. August d. I. findet um 7 Uhr Abends im Tempel VI., Schmalzhofgasse 3 anläßlich des Allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers ein feierlicher Festgoltesdienst statt, bei welchem Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. T a g l i ch t die Festrede halten wird. Wien-Mariahilf. Samstag den 18. August d. I. um 9 Uhr Früh findet im Bethause des Talmud-Thora-Vereines im VI. Bezirk, Stumpergasse 42, aus Anlaß des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers ein Festgottesdienst statt und wird Herr Samuel Austerlitz die Festpredigt halten. Wien. Die Feier des Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers wird im Tempel IX. Grüne Thorgasse Nr. 13. Samstag den 18. d. M. um 9 Uhr Früh abgehalten. Die Festpredigt hält Se. Ehrwürden Herr Dr. S. Gelb haus. Wien. (Festgoltesdienst.)^ Aus Anlaß des Allerhöchsten Geburtsfestes Seiner Majestät des Kaisers findet Samstag den 18. August im Bethause „Liw ia s Chen" ll, obere. Donaustraße 89, nächst der Stefaniebrücke, ien feierlicher Festgottesdienst statt. Beginn 8 Uhr Morgens. äÜBÜÜS ESK

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