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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-08-10 · 32 (10.8.1894) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
32 (10.8.1894)
Date
1894-08-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 614 Oesterreichische WochenschriN Nr. 32 Die Erzlügner der „Reichspost". In der Nummer vom 25. Juli leisten sich die entarteten Judenstammlinge der „Reichspost" in Verteidigung des W e i nhauser Pfarrers folgende schamlose gemeine Lüge: „Es gehört mit zur Kampfeswkise der Judcnblätter, daß, wenn üe gegen einen politischen Gegner selbst nichts Belastet.des Vorbringen können, sie zurückgreifen aus dessen Ahnen: Vater, Großvater, Ur-und Urgroßvater, Muttcr, Großmutter, Ur- und Urgroßmutter, oder übergreifen ans dessen Angehörige, nahe und entfernte, und diese irgendeiner oder auch aller möglichen Schlechtigkeiten zeihen. Man vergleiche nur das Vorgehen gegen Dr. Deckert! Wie wäre es nun Herr Josef Samuel, wenn wir das Gleiche thäten? Wenn wir auch nur so Lud ro8L etwas verlauten ließen von einem Ihrer Redaction sehr nahestehenden Herrn, dem die österreichische Gefänguißlust auch nicht ganz fremd ist! Hatte er doch über ein Jahr Gelegenheit gehabt — sie zu genießen!" Dem gegenüber constatiren wir, 1. daß Pfarrer Deckert, um die Juden zu kränken, selbst auf die Erzväter, auf die Könige David und Salomo, zurückgreift, um sie zu schmähen; 2. daß wir nicht auf den Großvater, Ur- und Ur-Urgroßvater, sondern auf die noch lebenden und abge st rasten B r ü d e r des Pfarrers Deckert verwiesen haben; 3. daß die Erzählung von dem unserer „Redaction sehr nahestehenden Herrn, dem die österreichische Gefängnißluft nicht ganz fremd ist" eine bodenlose freche Lüge, eine Erdichtung der „Reichspost"-Lügner ist. wie sie deren bereits zahlreiche sich geleistet bat. Der Scribler in der „Reichspost" ist ein ganz gemeiner Schelm, wenn er nicht den Namen der angeblich abgestraften Person nennt, welche der „Oesterr. Wochenschrift" nahestehen soll. In der Nummer vom Dienstag den 7. August versteigt sich derselbe Schelm zu folgender Apostrophe: »Halt, Herr »Tr." Bloch — vom Meineid sprechen Sie? Haben Sie den »Kno-Blvch" in der Nummer vom 25 Juli dieser ver.... „Reichspost" gelesen? Da war auch so eine kleine gewisse Anspielung d'rin! Wenn Sie und Ihre Redaction dieselbe verstanden haben, so ist es doch recht unvorsichtig, aus dem Glashaus mit Steinen zu werfen auf Andere! Wollen sie durchaus, daß wir deutlicher werden? Lieber nicht"-!" Wir unsererseits erachten diesen Scribler für einen Erzschelm, wenn er nicht in der Lage ist, das abgestrafte Individuum zu nennen, welches nach seiner Meinung der „Oesterr. Wochenschrift" nahe stehen soll. Heraus mit dem Flederwisch! Oder der Schelm bleibt an ihm haften! Bei der „Oesterr. Wochenschrift" sind weder arische Antisemiten, noch Stämmlinge entarteter Renegatln, sondern Schrislstcller von unbescholtenem Ruse als Mitarbeiter thätig, darum sind abgestrafte Subjecte von selbst ausgeschlossen. Wie tief dieses Schandblatt gesunken ist, haben wir bereits in Nr. 28 der „Oesterr. Wochenschrift" gezeigt. Wir schrieben damals: „Der antisemitische Journalismus ist auf einer Stufe glücklich angelangt, von wo er — wie oberflächliche Beobachter urtheilen, — nicht mehr tiefer sinken kann. Es geht aber noch immer abwärts in den unergründlichen Morast .... Die „Reichepost" bringt am 22. Juni: Sieben kl-ine Geschichten aus Niederösterreich. 1. Der jüdische Beamte W. hehle gegen den Ortsseelsorger. Auf die Frage eines Christen um den Gumo, sagte er: „Er hat mir nichts gethan — aber ich kann ihn nicht leiden." 2. In Th. wurde das heil. Sacrament zu einem Kranken getragen. Ein Judenbube verhöhnte und verspottete den Priester und das heil. Sacrament durch Worte und Geberden. Er wurde auch in Folge dessen gerichtlich bestraft. 3. In Schr. — einem Dorfe! — veranstaltete ein reicher Jude zu Ehren seines Töchtcrleins einen Kindeiball. Dazu wählte er den Abend vordem weißen Sonntag, an dem die Christenkinder zur ersten heil. Communion gehen sollten. 4. In W. herrscht der Gebrauch des sogenannten „Stümpfelns". Dieser besteht darin, daß pflichtvergessene Kinder oder nichtsnutzige Weibir hinter dem Rücken des Mannes Säcke (Stümpfe) Getreide zum Juden schleppen und dort verschleudern. Beim Gerichte in Weitra wurde vor einigen Jahren ein Fall verhandelt, bei dem der Jude die Kinder und Dienstboten geradezu zum Bestehlen der Eltern und Dienstgeber verleitete. 5. Beinahe der ganze politische Bezirk, in dem ich weile, ist von der Schnapspest verseucht. Der Erzeuger des gesammken Schnapies ist ein Jude in Neubistrih, der ihn harrptsächlich durch seine Skannncsgenossen verschleißen läßt. In jedem Orte, wo ich noch ansässig war, harten Juden eine Schnapsschänke. 6. Ausfallend ist, daß überall, wo ich es zu bemerken Gelegenheit, Halle, die kleinen Judenmädchen die allerkürzesten Röcke tragen. 7. Großes Aussehen erregte hierorts die Nachricht, daß eine reiche Jüdin sammt Tochter wegen Diebstahls an einem armen Schuster im Bezirksgerichtsarreste eingesperrt wurde. Noch au allen OUen, in denen ich länger weilte, fand ich, daß die Judenfirmen weist nicht auf den Ehemann lauten, sondern ans die Frau. „Diese „sieben kleinen Geschichten aus Niederösterreich" sind ebensoviele große Bubenstücke, erstunken und erlogen, vom ersten bis zum letzten Worte. Dieser Grad von moral insanity ist selten! Heimtückische, niederträchtige Verleumdungen aus dem sicheren Hinterhalte,. die das sittliche Gefühl jedes anständigen Menschen empören müssen." „Der jüdische Beamte W.? Wer ist W.? Heraus mit dem Namen, Ehrabschneider, wenn Du überhaupt einen weißt? — In Th. verhöhnt ein „Judenbube" das Sacrament? Wo ist Th. und wie heißt der Bube? — In Schr. ist was geschehen, was Dir nicht recht ist — so thu nicht verschämt und nenne den Ort oder schweige ganz still." „Auf die Anfrage eines christlichen Lesers bezüglich dieser sieben „Raubersg'schichten" antwortete das Blatt unverfroren' genug: „Wir beehren uns höflichst mitzutheilen, daß uns über den betreffenden Punkt leider keine näheren Daten zur Verfügung stehen." Daten stehen nicht zur Verfügung, aber Gemeinheit, freche Verleumdung und bodenlose Niedertracht, die stehen zur Verfügung." „Auf eine zweite Anfrage über nähere positive Daten, die erdichteten Facten betreffend, reagirte das Blatt gar nicht. Es roch vermutlich Lunte, und stand nicht Rede — die alte Verleumdungsproxis. Erst verdächtigen unddann feige auskneisen." „In Nr. 28 der „Oesterr. Wochenschrift" vom 13. Juli 1894 haben wir diese Schufterei solcherart festgenagelt, allein die dunklen Ehrenmänner der „Reichspost" verkrochen sich und schwiegen still! Was sollten sie auch antworten? Sie hatten Lügen erdichtet und mußten es sich gefallen lassen, daß man sie beim rechten Namen nannte. Die Herrschaften werben die Titulaturen in der vorliegenden Nummer ebenso einstecken, ohne zu reagiren. Die Schelmenbande verkriecht sich! Wir kennen das. Die Redaction der „Oesterr. Wochenschrift." Es ist noch im frischen Gedächtniß, wie Pfarrer Deckert in seinen Hetzpredigten gegen die Juden und Alles, was ihnen heilig und ehrwürdig ist, losgezogen ist. Das Alte Testament ist die ewige Schule der Menschheit, der unversiegbare Born, aus dem ungezählte Generationen von Menschen aller Rassen, aller Nationen Belehrung, Erhebung, Trost und Erquickung geschöpft haben — D eckert hat wie ein ungeberdiger Schüler den Lehrer geschmäht und gehöhnt — er hat den reinen Born zu trüben, zu besudeln und zu verunreinigen sich nicht gescheut, blos weil er den Juden heilig ist. Das war ihm Grund genug. Die Erzväter mußen herhalten, Moses, einer der erhabensten, großartigsten Gestalten der Weltgeschichte, flößte dem Lustvillencrbauer nicht die mindeste Ehrfurcht ein. König David, der gottgeweihte Sänger der unvergänglichen Psalmen, welche auch in die christliche Liturgie, sich Eingang verschafft haben, weil man nichts Herrlicheres und Begeisternderes an ihre Stelle zu setzen hatte, wurde gleich seinem weisen Sohne Salomo mit Koth beworfen und als Wüstlinge, als Männer von verabscheuungswürdigen Lebenswandel wurden sie dargestellt. So Herr Deckert. Die ihm nahestehende Presse, die „Reichspost", wie das „Deutsche Volksblatt", legleiteten düse höchst sonderbaren Enunciationen eines katholischen Priesters, auf öffentlicher Kanzel vorgetragen, mit Beisollsgemmmel, das sich bei besonderen Kraftstellen zu begeisterter Zustimmung steigerte. Das war ja Wasser auf die Mühle dieser Art Wische. Besonders der weihrauchduftenden „Reichspost" mit ihren schlecht gespielten priesterhaften Allüren standen sie lieblich zu Gesicht. Man kann sich nun unser lebhaftes Erstaunen vorstellen, als uns das Blatt dieser Tage zu Händen kam und wir einen Aufruf darin enthalten fanden, welcher wie folgt, gar feierlich und pathetisch anhebt: Separat-Beilage der „Reichspost". Rechenschaftsbericht über die bis I. Mai 1894 für den P f a r r- K i r ch e n b a u zu G i e ß h ü b l b e i B r u n n am Gebirge (in Nied.-Oesterreich), eingegangenen und gesammelten Spenden. Motto: „Herr Handke nach deinem Wohlgefallen gnädig mit Sion» damit die Mauern Jerusaleids erbaut werden." Ps. 50, 20- Wie einstens David, der große König von Israel, als er „die Lade Gottes mitten unter den Thiersällen stehen

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