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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-08-03 · 31 (3.8.1894) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
31 (3.8.1894)
Date
1894-08-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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ASSISI? -•- vxv- ÄWW- Nr. 31 Dxflerrekhiflhr Wschensttzrist Seite 601 zu erhalten und das Gefühl der Dankbarkeit gegen ihre edlen Wohlthäter in ihrem kindlichen Herzen nie erkalten zu lassen. Möge der Verein alljährlich einen weiteren Kreis von edlen Spendern und Kinderfreunden gewinnen, um einer größeren Zahl armer Kinder dieser Wohlthat theilhastig werden zu lassen. Ein reicher Gotteslohn wird Jedem werden, der die gute Sache fördern Hilst. Strakonitz, den 20. Juli 1894. Unseren Bericht vom 17. d. M. ergänzend, bringen wir folgende Details über die Zustände in unserer Stadt.' Der Lebensnerv derselben ist die Industrie, die Fezfabrikation, welcher der größte Theil der Einwohnerschaft seine Existenz zu verdanken hat. Die Besitzer der vier - großen hiesigen Fabriken bekennen sich zum jüdischen Glauben. Noch vor zehn Jahren waren hier confessionelle Zwistigkeiten unbekannt, Christ und Jude, Deutscher und Czeche, Fabrikant und Arbeiter lebten im besten Einvernehmen. Mit dem Redacteur Josef Dvorak zog in Strakonitz ein neuer Geist ein. Dieses gerichtsbekannte Individuum gründete ein Blatt, dessen Spalten von den pöbelhaftesten Injurien wimmelten. Die perfidesten Verleumdungen vergifteten die Freundschaft, vernichteten das gesellige Leben, welches bisher die verschiedenen Gesellschaftsschichten verbunden hatte. Die öffentliche Wirksamkeit der städtischen Functionärv wurde zum Gegenstände der rücksichtslosesten, vor keinem Superlativ zurückscheuenden Kritik gemacht, selbst das Familienleben der ehrenhaftesten, angesehensten Bürger ist nicht sicher vor den verleumderischen Angriffen dieses „Journalisten". Durch den systematisch in die Bevölkerung getragenen Zwiespalt wird das Leben in unserem einst so gemüthlichen Städtchen zu einem unerträglichen gemacht. Auf gerichtlichem Wege eine Remedur zu schaffen, ist bei den herrschenden Verhältnissen unmöglich; der Terrorismus, den Dvorak hier ausübt, wird am treffendsten durch den Umstand illustrirt. daß indem schwebenden Processe Stein-Dv orak selbst persönlich mit Herrn Stein befreundete Advocaten aus Furcht vor dem Hetzblatte Dvorak's es nicht wagen, die Vertretung des Ersteren zu übernehmen, so daß derselbe gezwungen ist, sich an auswärtige Advocaten zu wenden. Wenn nicht bald eine Wendung zum Besseren eintritt, so werden die seit Jahrhunderten hier erbgesessenen Familien, deren Thätigkeit Strakonitz zu einer bedeutenden Industriestadt gemacht hat, welche dem größten Theile der Bevölkerung die Existenzmittel bieten, über kurz oder lang gezwungen sein, ihren Heimatsort zu verlassen. Neu-Sandez. Die Schlußprüfung in der hiesigen Schule der Baron Hirs ch-Stiftung fand heuer am 9. Juli in den Localen dieser Anstalt statt und wohnten derselben außer den Mitgliedern des Local-Comitäs, der Herren Dr. Berson, Dr: Mohr und Simon Rosenwasser, viele geladene Gäste und Eltern der schulbesuchenden Kinder bei. Für den Aufschwung dieser Anstalt, die Achtung und Anerkennung, die derselben, Dank der sympathieerregenden Leitung der Schule, entgegengebracht wird, kann der Besuch des Vorstandes der israel. Cultusgemeinde, Herrn Aron Nebenzahl, zeugen, der zum erstenmale seit dem Bestände der Schule heuer officiell der Schlußprüfung beigewohnt hat und gleich allen anderen Gästen dem Schulleiter, Herrn M. Zaunkönig, seine vollste Anerkennung äussprach. Die Prüfung wurde begonnen und beschlossen mit dem Absingen eines Gebetes in polnischer Sprache und machten die richtigen Antworten der Kleinen, namentlich die reine und correcte polnische Aussprache, sowie auch die hübschen und reinen schriftlichen Arbeiten auf alle Anwesenden einen sehr günstigen Eindruck. Von 123 eingeschriebenen Schülern wurden 92 classificirt und nach der Stimmung, die hier über die Schule herrscht, ist im nächsten Schuljahre eine bedeutend größere Frequenz zu erwarten. Der Cultusvorsteher, Herr Nebenzahl, hielt an die Kinder eine kurze Ansprache, in welcher er sie ermahnte, die Schule regelmäßig zu besuchen und fleißig zu lernen. Jeden Freund der Schule und der so lange vernachlässigten Jugend muß es daher mit Freude erfüllen, daß die hiesige Stiftungsschule nach jahrelangem Bekämpfen sich eine Position verschaffte, daß die maßgebenden Factoren im öffentlichen Leben ihr Rechnung tragen, welches Verdienst zum nicht geringen Theile dem Schulleiter zuzuschreiben ist. Lemberg. Auf Initiative des bekannten Philantropen, Landesadvocaten und Gemeinde-Cultusrath Dr. Wilhelm Holzer und unter Aegide Seiner Ehrwürden Rabbiner Isaak Schmelkes und Dr. Caro wurde hier ein Verein zur rituellen Bespeisung israelitischer armer Kranken im Lemberger Allgemeinen Krankenhaus gegründet und hat die hohe Regierung deren Statuten sanctionirt. Wenn ein weltberühmter Mann das Wort Toleranz: „Strenge gegen sich, nachsichtig gegen And ere" definirte, so darf man auch — und mit Recht — gegen diesen humanen Verein nachsichtig sein; der kranke Jude, die kranke Jüdin, welche in das Allgemeine Krankenhaus gebracht werden, können sich nicht einmal für einen Augenblick von ihren mit ihrem Leben engverwebten religiösen Satzungen trennen und noch viel weniger haben sie die Kraft, die heiligen Vorschriften ihrer Religion zu verletzen und verschmachten lieber. Der genannte Verein hofft daher von allen humanen Israeliten, nach Möglichkeit unsere kranken Brüder und Schwestern im Allgemeinen Krankenhause zu unterstützen und dafür zu sorgen, daß solche im Allgemeinen Krankenhause eine Kost genießen, welche nicht nur die Genesung des Körpers beschleunigt, sondern die auch den religiösen Grundsätzen der Patienten entspricht. Spenden werden von den Rabbinern Isaak Schmelkes und Dr. Caro, Dr. Wilhelm Holzer und Julius Hochfeld in Lemberg, sowie auch von der „O e st err e i ch is ch e n W o ch e n sch r ist" in Wien dankend entgegengenommen. Starrislau. Der hier am 17. und 18. v. M. abgehaltene Lehrertag führte unter der musterhaften Leitung des Herrn Dr. S. Zins seine Verhandlungen über sämmtliche Punkte der Tagesordnung durch. Zum Schluffe hielt der Herr Vorsitzende eine Rede, welche die große Tragweite, sowie auch die Reife der von der Baron Hirsch-Stiftung in Galizien erhaltenen Schulinstitutionen betonte und durch ihre Gedankentiefe und rhetorische Verve einen wahren Sturm der Begeisterung hervorrief. Am Abend des 18. fand zu Ehren der Teilnehmer im großen Sitzungssaale der hiesigen israel. Cultusgemeinde ein vom Vorstande veranstaltetes Bankett statt, wobei Herr Cultusvorsteher H. Weißhaus folgende Anrede hielt: „Meine Herren! Mir ist die Ehre zutheil geworden, Sie im Namen der israel. Cultusgemeinde auf's Herzlichste zu begrüßen. Sie, als wahre Pionniere der Cultur und der Bildung, sind von der Munificenz des großen Philantropen Baron H irs ch und der hohen Einsicht des löblichen Curatoriums berufen worden, die neue Generation unserer Glaubensgenossen zu erziehen und in den niedrigsten Schichten Licht zu verbreiten. Möge Ihnen diese zwar schwere, aber ehrenvolle Mission voll und ganz gelingen und Ihre verdienstvolle Arbeit vom schönsten Erfolge gekrönt sein. Bei dieser Gelegenheit werden Sie mir erlauben, meine Herren, eine Stelle aus dem Talmud zu citiren: „Die hochherzigen Spender und Verwalter der Bildungsanstalten strahlen wie die Sonne am Himmel; die Jugend- und Bolkslehrer aber wie die Sterne am Firmament." Wie schön und zutreffend ist dieser Vergleich! Während die Schöpfer und Gründer der Bildungsanstalten, sowie auch deren Leiter ihr volles, intensives Licht ausstrahlen können, dürfen die Volkslehrer'nur in einem milden, sanften Lichte erscheinen. Sowie die Sterne da oben, obwohl jeder für sich eine Sonne bildend, für das menschliche Auge nur in einem gedämpften Lichte sich darstellen, so muß der Lehrer, möge er auch das höchste Niveau der Bildung erklommen haben, sich den localen Verhältnissen und dem Verständnisse der Kinder anzupassen verstehen. Und so, meine Herren, werden Sie Ihre glänzende Aufgabe vollbringen und aus unseren Kindern wahre Menschen, gute Israeliten, tüchtige Landesbürger und treue, opferwillige Unterthanen unseres huldvollen gnadenreichen Kaisers machen." Redner schloß mit einem begeisterten Hoch auf Seine Majestät. Diese Ansprache wurde mit rauschendem Jubel ausgenommen. Es wurden noch zahlreiche Toaste gehalten, so vom Obmanne des Localcomites Herrn L. Halpern auf Baron Hirsch; von Herrn Dr. Zins auf das Curatorium; von Herrn Jnspector Landes auf die Lehrerschaft. Es wurde ferner toastirt: auf das Wohl des Cultusvorstandes, der israel. Allianz, welche die große Schulaction in Galizien begonnen hatte, auf ihren hochverdienten Secretär, den jetzigen Generalsecretär der Stiftung, Dr. F riedländer, von dem auch die trefflich gewählten, zur Berathung vorgelegten Themata herrührten, auf denselben als Initiator und Förderer des jüdischen Schulwesens und als Schriftsteller u. s. w. Die schöne Feier endigte mit dem herzlichen altpolnischen: „Kochajiny sie, a nie dajmy sie.“ (Lieben wir uns und wehren wir uns.) Buezaez. Am 10. Juli d. I. hat die Prüfung in der vierclaffigen Baron Hirsch-Stiftungsschule stattgefunden. In dem schön decorirten Prüfungssaale haben sich unter Anderem >n,ii„ni mii)wii I' wfiiMii wii'ni'iiii«i i«wuiw«wai».ua

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