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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-07-27 · 30 (27.7.1894) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
30 (27.7.1894)
Date
1894-07-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
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iftr. 30 Vrsterrrdtztfchr Wochenschrift Seite 587 Weiß von Weißenhall, Präsident der Lreditanstalt, und die übrigen Verwandten. Unter den Trauergästen bemerkte man den Präsidenten der Börsekammer Miller von Äichholz mit mehreren Börsenräthen, Director Blum von der Creditanstalt, Director Kanitz des Giro- und Cassenvereines, Director Mayerhofer von der Verkehrsbank und zahlreiche Freunde und Bekannte der Familie. Ober-Cantor Singer intonirte die rituellen Gesänge in ergreifender Weise, worauf Rabbiner Dr. Schmiedl in der Grabrede die langjährige, verdienstvolle Thätigkeit, die ausgezeichneten Charaktereigenschaften und Geistesgaben des Verblichenen beleuchtete. Nun wurde der Sarg ins Grab gesenkt. Wien. Bei den letzten Ernennungen wurden zu Lehrern an Mittelschulen ernannt und befördert die Herren Dr. Leon Kellner, Dr. Werner, § iegmund G o l d m a n n, Heinrich Löw y, Ferdinand S a x l, Hugo S k o p a l, Siegmund B r i e f u. v. A. Zum Oberarzt in der Armee wurde ernannt der Einjährig-Freiwillige Siegesmund Landau. E. ß. Wien (W el t au s ste l lu n g in Antwerpen 1894.) Zu Juroren wurden definitiv ernannt: Josef Mayer in Wien, Ludwig Moser (Moser u. Söhne) Karlsbad, Karl Kohn (Jacob u. Josef Kohn) Wien, Ignaz Bri eß (Ignaz u. Wilhelm Brieß) Olmütz, Wilhelm Pollak (Ein. Pollak u. Sohn) Wien/ Isidor- Mau tue r (Isaak Mautner u. Sohn) Wien und Friedrich G o ld sch e i d e r in W i e n. Brünn, 18. Juli 1894. (Todesfall.) Montag, den 16. d. M., verstarb nach längerem Leiden der Religionslehrer der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde Herr Jofef Schrötter im frühen Mannesalter, ein Mann, der sich der allgemeinen Achtung und bei seinen Schülern und Schülerinnen außerordentlicher Beliebtheit erfreute. In L e i p n i k am 14. Mai 1856 geboren, widmete er sich in Olmütz an der dortigen Realschule und Lehrerbildungsanstalt dem Lehrfache mit bestem Erfolge. Er fand bald an den Volksschulen zu Trief ch, Bisenz, Neu-Sandez und dann an der öffentlichen israel. Volksschule zu B i e l i tz Verwendung, wo er zugleich auch an der evangelischen Bürgerschule den israelitischen Religionsunterricht ertheilte. Vermöge seiner diesfälligen Fachkenntnisfe ward er im Jahre 1892 von der hiesigen israelitischen Gemeinde als Religionslehrer hieher berufen, unterrichtete an den Bürgerschulen und an der Landes-Oberrealschule mit anerkennenswerthem Erfolge. Schrötter war ein verständiger, erfahrener Lehrer, der Festigkeit mit Liebe zu vereinigen wußte. Als Mensch bescheiden und gefällig, Freunden von Herzen zugethan, heiter und frohmüthig, )o kannte man ihn, der seit 11 Jahren in glücklicher Ehe mit seiner Gattin lebte. — Zu dem gestern Abends stattgefundenen Leichenbegängnisse waren der hiesige israelitische Cultusvorstand, die Directoren der beiden Oberrealschulen und des Rudolfinums, Professoren und Lehrer dieser Anstalten, die Collegen, zahlreiche Freunde und Schüler erschienen, um dem Verewigten das letzte Geleite zu geben. In der Friedhofshalle hielt der Herr Landesrabbiner dem Verblichenen einen warm empfundenen Nachruf, indem er die rühmlichen Charaktereigenschaften schilderte, Eigenschaften, die seine Lehrthätigkeit zu einer gedeihlichen und fruchtbaren gestalteten. Kein Auge blieb thränenleer, als er den Schmerz der Gattin und Angehörigen, die Trauer der Freunde schilderte, und nachdem die feierlichen Töne eines Chorals verklungen und der Sarg der Erde übergeben war, drängte sich Alles in tiefer Bewegung hinzu, um dem Verewigten den letzten Liebeszoll, eine Hand voll Erde, nachzusenden. Er war ein Jugendbildner in des Wortes ganzer Bedeutung, der viel zu früh seine Laufbahn beschlossen. Teschen, 19. Juli 1894. Bei der gestern stattgehabten Trauung des Budapester Advocaten Herrn Dr. Nandor No Vak mit der Tochter des Herrn Simon Alt mann fungirte der Schwager des Bräutigams Herr Dr. David Leim d ö rfer aus Hamburg. Der berühmte Kanzelredner wurde von dem Präsidenten Herrn G lesin g er zu dem Ehrensitze geführt. Die Trauungspredigt war ein Meisterwerk, von dem auch die hiesige Presse Notiz nahm. Nie war das Gotteshaus so dicht gefüllt von der christlichen Aristokratie wie diesmal. Ein Cousin des Herrn Dr. Leimdörfer, der Weißkirchner Rabbiner Dr. Adolf L e i m d ö r f e r wurde Tags bevor zum Rabbiner unserer Gemeinde gewählt. Stampfen. Die feierliche Überreichung des Ehrengeschenkes anläßlich des 25jährigen Lehrerjubiläums des Herrn Moriz Pollacsek wird durch den Sprecher der Schülerdeputation Herrn Tr. Max E i s e n st ä d t e r am 5. August l. I. in Stampfen stattfinden. Gleichzeitig ergeht an die p. t. Kameradinnen und Kameraden, sowie an alle Schulfreunde die Bitte, sich möglichst zahlreich an dieser Feier zu betheiligen. Sambor. Am 15. d. M. fand an der Ozyas Gotthelf'schen Handelsschule die öffentliche Prüfung der Zöglinge dieser Anstalt in Gegenwart eines distinguirten Publicums statt. Die Leistungen der Schüler in den commerciellen Fächern u. zw. in Buchhaltung, kaufmännisches Rechnen, Correspondenz- und Comptoirwissenschaften, Wechsel- und Handelskunde übertrafen alle Erwartungen, indem die Schüler aus jede Frage vollkommen exacte Antworten gaben. Die Frequenz nimmt von Jahr zu Jahr zu, umsomehr, da diejenigen Schüler, die die Anstalt im Vorjahre verlassen haben, vortreffliche Anstellungen erhielten, einige von ihnen sogar in Wien zur vollsten Zufriedenheit ihrer p. t. Chefs conditioniren. An dieser Anstalt werden auch der Religionsunterricht und die hebräische Sprache besonders gepflegt. Die Einschreibungen für beide Jahrgänge beginnen am 20. August und dauern bis zum 9. September l. I. An dieser Stätte sei es gestattet, besonders des Curators Herrn N. Rannenkel zu erwähnen, _ der in uneigennütziger Art und Weise viel zum Gedeihen dieses für Galizien ungemein wichtigen Instituts beiträgt. E. B. Hohenstadt. (D ie hiesige Antisemitengemeinde) berstet vor Wuth, daß ihre Sippe bei den jüngst durchgeführten Gemeindewahlen einen totalen Durchfall erlitten hat, was von besonderer Bedeutung, da Hohenstadt bekanntlich die Domäne des Antisemitenführers Industriellen Braß ist, welcher, trotzdem der namhafbre Theil seiner Kunden Juden sind, der er.ragirteste Judenfresser ist. Eine empfindliche Niederlage hat wciters der Candidat ad infinitum und für Alles, Professor H i r t h. erlitten, dem es nicht gelungen ist, in die Gemeinde-RePräsentanz gewählt zu werden, dagegen aber aus der Freiwilligen Feuerwehr, deren Commandant er war, hinausgeworfen wurde, während, o welcher Schmerz, Herr Ignaz G ansel mit dem Commando betraut wurde. Hotzenplotz. Berzeichniß der zum Zwecke der Anlegung eines neuen Frieohof.s inderisraelitischen Cultusgemeinde Hotzenplo tz, von auswärtigen Glaubensgenossen gespendeten Beiträge: Löbl. Curatorium des mährisch-jüdischen Laudesmassafondes als t. Rate sl. 100; von den Herren: Baron S. M. v. Rothschild in Wien fl. 100, Gebrüder Gutmann in Wien sl. 50, Sigm. Karplus sammt Familie in Bärn fl. 56-25, Max Berl in Freudenthal fl. 30, Gebrüder Groß in Jägerndori sl. 30, Leopold Fränkel in Wernstadl fl. 25, I. S. Berl in Troppau fl. 20, A. Ehrlich in Hof fl. 20, Moritz Herrmann in Temesvar ft. 2o, Sigmund Karplus in Troppau fl. 20, Emanuel Kohn in Mähr.-Ostrau fl. 20, Sigmund Spitzer in Troppau fl. 20, Marcus Welsch in Zuckmantel fl. 20, Cultusgemeinde in Jägerudorf ft. 15, Cultus, emeinde in Troppau fl. 15, A. Goldschmidt in Wien fl. 15, Hermann Kulka in Troppau sl. 15, Familie Krämer in Jügerndor, fl. 15, Emanuel Lichtwitz in Troppau fl. 15, Israel Böhm in Jägerndorf fl. 10, Emanuel Deutsch in Olbersdorf fl. 10. Sigmund Deutsch in Olbersdorf fl. 10, David Goldberger in Freudenthal fl. '10, Wilhelm Horioitz in Mühr.-Ostrau fl. 10, Heinrich Karplus in Wien fl. 10, Julie Karplus in Wien fl. 10, Karl Karplus in Bautsch fl. 10, Prof. Kaufmann in Budapest fl. 10, Salo Kohn in Wien fl. 10. Josef Königer in Zuckmuutel fl 10. Heinrich Marburg in Wien fl. 10. Schulhaber' in Jägerndorf fl. 10, Jacob Waller in Olbersdorf fl. 10, Emanuel Welsch in Zuckmantel fl. 10, Julius Geßler in Mährisch- Weißkirchen fl. 5, Dr. Groß in Wien sl. 5. Dr. Hußerl in Jägerndorf fl. 5, I. S. A. K. in Wien fl. 5, Berthold Karplus in Troppau fl. 5, Sigmund Karplus in Bautsch fl. 5, Julius Königer in Einsiedel fl. 5, Leopold Königer in Einsiedel fl. 5, Adolf Singer in Troppau sl. 5, Leopold Spitzer in Jauowitz fl. 5, Sigmund Goldberger in Wien fl. 3. Marcus Reich in Wien fl. 3, Oberrabbiner Dr. Schmiedel in Wien ft. 2, Synagogengemeinde Reisse in Preußisch- Schlesien Mark 5. Den genannten, wie auch ungenannten, hochherzigen Spendern sagen wir hiemit namens unserer Gemeinde besten Dank und bitten höflichst um gefällige weitere Beiträge. Hotzenplotz, am 15. Juli 1894. Der israelitische Cultusvorsiand. Prag, 12. Juli. Der Privatdocent an der Wiener Universität, Herr Dr. R. Z u ck e r k a n d l ist zum Professor der politischen Oekonomie an der hiesigen deutschen Universität ernannt worden. Budapest, 13. Juli. Se. Majestät der König hat Herrn Felix N e u b e r g e r durch Erhebung in den Adelsstand, den Grundbesitzer Wilhelm Felder und den Kaufmann Isidor Weiß durch Verleihung des Ritterkreuzes des Franz Josef- Ordens ausgezeichnet.

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