Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 11 (1894)
- Issue
- 28 (13.7.1894)
- Date
- 1894-07-13
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3020846-3021007-3021036--03679-3027827- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
©eite 554 Vrsterretchifchr WochenschrM Nr. 28 für die anzustellenden Geistlichen und Beamten daselbst errichtet werden. Den Anforderungen der Zeitverhältnisse Rechnung tragend, beabsichtigt man, die Sitzungs- und Wartesäle des Beth-Din, welches bisher in den als ausreichend sich erweisenden Räumlichkeiten in Duke's Place neben der „Great Synagogue“ tagte, auch in directen Zusammenhang mit der neu zu errichtenden Mresensynagoge" zu bringen, und es besteht die Absicht, dre Sitzungen des Collegiums, welche bisher nur zweimal wöchentlich, Montags und Donnerstags, stattsanden, in Zukunft täglich abzuhalten. Vemijscktes. Wien. (Trauung.) Mittwoch am 11. d. M. fand im israelitischen Tempel zu Galantha (Ungarn) die Trauung des Fräulein Charlotte Lunzer, Tochter des Herrn Simon Lunzer, mit Herrn Moritz Herzog, Bezirksrabbiner in Deva, statt. Wien. (Trauung.) Sonntag am 15. Juli l. I., 7,2 Uhr Nachmittags, findet im Bethause II. Bez., Große Schiffgasse Nr. 8. die Trauung des Herrn Isidor Eichner mit Fräulein Rosalie Pollak, Tochter des Herrn Ezechiel Pollak, statt. Wien, 10.Juli. (Trauung.) Gestern Bormittags fand im Tempel in der Seitenstettengaffe die Trauung des Sectionsrathes im Handelsministerium Camillo K u r a n d a mit Frl. Elsa En g l ä n d er statt. Dem feierlichen Acte, den Oberrabbiner Dr. Güdemann unter Assistenz des Obereantors I. Singer vollzog, wohnte ein zahlreiches Publicum bei, darunter sehr viele Beamte des Handelsministeriums. Wien. (Verlobung.) Herr Eugen Willoner hat sich mit Fräulein Rosa Labin verlobt. E. B. Wien (Beim mährischen Landesschießen inJqlau) waren Gewinner der ersten Preise auf der Feldfestscheibe „Kaiser" Stefan Fröhlich (Wien), auf der Stand-Ehrenscheibe Jglau Wilhelm Grünfeld (Brünn). E. B. Wien. (Beim Wettschwimmen für Mittelschüler in Oesterreich), abgehalten am 8. Juli in Wien, erhielten Preise im Jugendschwimmen: I. Gruppe: Otto Wahle den ersten, Gustav Weiß den dritten: II. Gruppe: Richard Neumann den ersten, Felix Weisen den zweiten. Julius O fe nb ur g den dritten. Beim Kampf um die Meisterschaft: Otto Her sch mann den zweiten, Richard Neumann den dritten: beim Kriau-Schwimmen: Rudolf Mandl den ersten, Richard Blau den zweiten; beim Trost-Schwimmen: Julius Ofenberg den ersten,Felix Graf den zweiten; beim Preis- Schwimmen: den ersten Preis für seine wirklich vorzüglichen Leistun gen erh ielt Otto Herschmann. den zweiten Preis der erst 13jährige Alfred Theumann. Beim Schau- Tandem-Schwimmen zeichnete sich durch besondere Bravour Paul Neu mann aus. Das Verhältniß der jüdischen Prämiirten zu arischen beträgt 4 zu 1. Wir gratuliren! .E. B. Wien. (Prämiirte des Conservat o r i u m s.) Bei der feierlichen Jahresschlußfeier des Conservatoriums wurden prämiirt die Zöglinge: Melanie K o h n, Moritz Violin. Johanna Schönberger mit je 100 Gulden; die silberne Gesellschaftsmedaille erhielten: Melanie Baumgarten. Elisabeth B e r n st e i n, Albert E r n st, Ernst Freund, Melanie K o h n, Marie Lederer, Auguste Mandel, Auguste Meitner. Leopoldine Mikolasch, Mathilde P o r g e s, Leopoldine T a u ß k y, Franz Violin und Sofie Weinstein. Wien.(Ferienheim.)DerVerein „Ferienheim" entsendete Montag 105 Kinder beiderlei Geschlechtes als die ersten zwei Abtheilungen seiner Feriencolonien, und zwar 55 Knaben mit der Staatsbahn nach Schattmannsdorf in Ungarn und 50 Mädchen mit der Nordbahn nach Pettau in Mähren, in Begleitung von Lehrer und Lehrerin; eine gleiche Kinderzahl wird am 10. kommenden Monats Nachfolgen. Sämmtliche Fcriencolonisten erhielten als Ausrüstungsgegenstände Rucksäcke, Hüte, Kämme, Seife, Zahnbürsten. Waschlappen, die Knaben Ruderleibchen und Blousen, die Mädchen Schürzen und die besonders dürftigen Kinder auch Anzüge, Wäschegegenstände, Kleider und Schuhe. Unsere ersten Firmen und viele edle Menschenfreunde spendeten diese Utensilien, sowie Bettwäsche, Bettdecken, Spielsachen, Bücher und eine Hausapotheke. Damen und Herren des Vorstandes waren sowohl am Nordbahnhofe, als auch am Staatsbahnhofe bei der Abfahrt der Kinder zugegen. Wien. (Eine Gedenktafel für die auf dem Großglockner verunglückten Touristen.) Die alpine Gesellschaft „Schneerose", mit deren Gründung ein Lieblingsproject der zu Weihnachten auf dem Großglockner verunglückten Touristen Dr. K o h n, Dr. Patzau und P i ck verwirklicht wurde, hat in der gestern Abends in Deianer's Lanner-Saal unter dem Vorsitz ihres Obmanns Paul Reinhard stattgefundenen Plenarversammlung den Beschluß gefaßt, dem Andenken der verunglückten Touristen eine Gedenktafel zu widmen. Diese Gedenktafel, welche in der Eisengießerei von Wilhelm Lovrek aus Kanonenmetall, als einem der widerstandsfähigsten Metalle, hergestellt werden soll, wird in der ersten Septemberwoche an einem Felsen oberhalb der Ädlersruhe in einer Höhe von circa 3600 Meter über dem Meeresspiegel angebracht werden. Die Tafel wird folgende Inschrift enthalten: „Dem Andenken der treuen Freunde Dr. Ludwig K o h n, Dr. Sigmund P a tz a u und Robert Pick, die alpine Gesellschaft „Schneerose" 1894." Oberhalb der Inschrift soll eine Schneerose und daneben die Worte „Weihnachten 1894" angebracht werden. Die Kosten für die Herstellung und Anbringung der Gedenktafel wurden von den zahlreichen Freunden der Verunglückten aufgebracht. Der Niederösterreichische Concipientenverein, sowie die Herren Philipp v. Gomperz, Albert Straßer und Robert Reitler, welche durch namhafte Spenden die Errichtung der Gedenktafel ermöglicht hatten, wurden zu Ehrenmitgliedern der alpinen Gesellschaft „Schneerose" ernannt. Mähr.-WeiMirchen, den 10. Juli 1694. (Zur Nachahmung.) Herr Ferd. Hoffman n, Hotelier, Hier, erhielt dieser Tage eine Probenummer des „Kikeriki". Ungeöffnet sandte Herr Hoffmann das Blatt zurück, mit der. schriftlichen Bemerkung am Kreuzband: „In meinem Locale verkehren keine Antisemiten." Suczawa. (Ra b b i n erwa h l.) Bei der hier jüngst stattgehabten Vorstandssitzung unserer Cultusgemeinde wurde Herr Rabbiner Dr. Abr. Loewy aus Neubidschow zum Seelsorger der hiesigen Gemeinde mit großer Majorität gewählt. Der Herr Reichsrathsabgeordnete Dr. Bloch hat den Gewählten dem Vorstande wärmstens empfohlen. Ung.-Brod. Mit Bezug auf den in der vorwöchentlichen Nummer dieses Blattes erschienenen Aufruf „An unsere Glaubensgenossen" wird aus Ung.-Brod Nachstehendes bemerkt: „Wir können unsere Gebete nur in traditionell vorschriftsmäßig erbautem Betlocale verrichten." Dies soll die Hereinbringung namhafter, freiwilliger Spenden und etwaig zu errichtender Legate für Haskaras, sogenannte Seelenheilstiftungen, zu.u Aufbaue eines Privatbethauses für einige sich „orthodox" nennende Gemeindemitglieder bezwecken. Diese aus nichtigen Gründen von der Hauptgemeinde sich abtrennende Secte bildet weder eine Gemeinde noch einen Verein, hat kein Recht, etwaige Legate oder Seelenheilstiftungen zu übernehmen. Die Mitglieder derselben haben es nicht nöthig, an die Munificenz jüdischer Herzen zu appelliren, die meisten sind gut situirt, und könnten den Kostenvoranschlag des zu errichtenden Betlocales in der Höhe von fl. 1200 aus eigenen Mitteln bestreiten. Sie haben zur Errichtung eines Privatbethauses nach dem Gesetze vom Jahre 1890 von d'er Gemeinde keine Bewilligung und werden eine solche nach dem Gemeindebeschlusse vom 1. Juli d. I. auch nicht erlangen, weil unser Prachttempel, sowohl von dem seligen Rabbiner Hoffmann, als auch von dem gegenwärtigen, streng conservativen Seelsorger Herrn Rabbiner Dr. M. Jung für die traditionellen Verhältnisse als vollkommen entsprechend anerkannt wurde. Mateszalka. Die hiesigen Getreidehändler und Mühlenbesißer haben auf Anregung des Herrn Sigmund Keller, Chef der Getreidegroßhandlungsfirma Brüder Keller, daselbst, einhellig beschlossen, den Wiener Saatenmarkt in Folge der in Wien herrschenden antisemitischen Strömung nicht zu besuchen. Prag. (Trauung.) Sonntag am 15. Juli l.I., 1V2 Uhr Nachmittags, findet im israelitischen Tempel in Prag, Geistgaffe, die Trauung des Herrn Simon Stern aus Budapest mit Fräulein Justine Buchbinder, einer Tochter des Herrn Leopold Buchbinder, statt. Krakau. Der sich hierorts sowohl von Seite seiner Vorgesetzten wie des Publicums großer Beliebtheit erfreuende Polizeiinspector, Herr Hermann Feldmann feierte am 16. v. M.