Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 11 (1894)
- Issue
- 27 (6.7.1894)
- Date
- 1894-07-06
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 534 Oesterreichifchr Wochrnschrtst Nr. 37 Dutzend Taschentücher; Felixdorfer Weberei, 1 Stück Bettleiuen; Frau Rosa Oppenheim. 50 Stück Waschlappen; Siegfried Engl, 130 Knabenhüte; I. Trebitsch und Bruder, 3 Dutzend Seife, 3 Dutzend Frottirhandschuhe, 3 Dutzend Zahnbürsten, 2 Dutzend Kämme; Schur und Co., 1 Stück Bettleinen; A. Gerngroß, 90 Meter Hutband; Fratelli Goldenberg. 10 Stück Knabenanzüge; Trumauer Actien-Gesellschaft, 1 Stück Bettleinen: Pisk und Oser, 3 Dutzend Zahnbürsten, 6 Dutzend Kämme; Simon Weißenstein, 18 Stück Knabentricots; Max Winternitz-Mendl: 400 Schreibhefte, 4 Gros Stahlfedern; 2 Gros Federhalter; Klein und Frankl, Stoffreste; M. Fried und Deutsch, Stoffreste. — Lemberg im Juni. Das Leichenbegänguiß des verstorbenen Kaufmanns Jacob Meier Klarfeld gestaltete sich zu einer seltenen Kundgebung der Achtung und Verehrung, deren sich der Entschlafene in den weitesten Kreisen der Bevölkerung erfreute. Bis zum Grabe folgten Tausende der sterblichen Hülle des entseelten Menschenfreundes und der Nachruf, den ihm der Herr Rabbiner Dr. Caro' widmete, war der treffendste Ausdruck der Gefühle, welche die zahlreiche Zuhörerschaft bewegte. Am Freitag den 29. fand hier ebenfalls eine Beerdigung statt, die in ihrer überwältigenden Feierlichkeit den Charakter eines Kidusch-haschem gewann. — Im Jnvalidenhause, wo er eine schöne Wohnung inne hatte, starb nämlich, 80 Jahre alt. der k. k. Militärarzt Dr. Salomon Knopf. Von allen hier garnisonirenden Trupventheilen waren höhere Officiere als Depntirte erschienen. Die volle Regimentsmusik, eine Compagnie Infanterie und ein Peloton Schützen begleiteten die Leiche bis zum Friedhofe. In dem Zelte, welches die Menge der Zuhörer nicht fassen konnte, hielt Herr Rabbiner Dr. Caro eine ergreifende Rede, in welcher er die Treue israelitischer Soldaten gegen den erhabenen Kriegsherrn als einen den Juden angeborenen Zug verherrlichte. Der Regimentsoberst und die anwesenden Officiere gaben ihrer Rührung und Befriedigung über die gehörten Worte unverhohlenen Ausdruck. Da der verewigte Knopf sich auf den Schlachtfeldern in Italien und Ungarn hervorgethan hatte, wurde bei der Einsenkuug der Leiche die vorschriftsmäßige Salve von den Schützen abgefeuert. Das ausgerückte Militär kebrte hierauf mit klingendem Spiel in die Stadt zurück. D. Olmütz. Seine silberne Hochzeit beging das Ehepaar, Herr Bernard Kaufmann und Antonia Kaufmann, geb. Tauber in aller Stille. Es übergab aber dem israelitischen und dem städtischen Frauenvereiue und dem Bürgermeisteramte für wohlthätige Zwecke namhafte Beträge. Den bewährten Wohlthätern wurden in herzlichen Dankesschreiben Anerkennung und Verehrung gezollt. Mährisch-Oftrau. Am 29. Juni d. I. 6'/^ Uhr Abends fand im hiesigen Tempel die feierliche Installation des neugewählten Rabbiners und Predigers Sr. Ehrwürden Herrn Dr. Jacob Spira statt. Aus diesem Anlasse versammelte sich der gesammte Cultusvorstand im Gemeindehause, um in festlichem Zuge den neugewählten Seelsorger, welcher um 6 Uhr, in Begleitung seines Bruders Sr. Ehrwürden Herrn Dr. S. Spira, Rabbiner zu Losoncz, am Bahnhofe Mährisch-Ostrau eintraf, abzuholen und in den festlich geschmückten Tempel zu geleiten. Dort am Eingänge der Synagoge harrten schon in dichtgedrängten Reihen die zahlreichen Deputationen verschiedener Vereine des Ortes und der naheliegenden Nachbargemrinden. Der Bürgermeister Herr Landtagsabgeordneter Dr. Johanny begrüßte den Rabbiner in warmen Worten, hinweisend auf das einmüthige und innige Zusammenstreben, das in unserer Stadt alle Bewohner beseelt. In seiner Antwort betonte der Rabbiner, wie erhebend und beglückend auf ihn diese Worte wirken, und wie er es als höchstes Ziel seiner Wirksamkeit sich stets vor Augen halte, im wahren Geiste des Glaubens zu streben und zu walten; in jenem Geiste des Judenthums, der da schlinget das Band der Eintracht und Menschenliebe um Alle, die im Ebenbilde Gottes — der da ist die allumfassende Liebe und allwaltende Gerechtigkeit — sind geschaffen. Es folgten hierauf die Begrüßungsansprachen von den Führern der Deputationen des Lehrkörpers (Herrn Oberlehrer Kohn), der Vereine „Frauenverein" (Frau Dr. Hilf) und Bikur Cholim (Herr M. Lerchenfeld). Se. Ehrwürden wurde hierauf in das Innere des Tempels geführt, woselbst er vom Herrn Obercantor Türk mit einem dreimaligen „Boruch habbo," das vom Chore mit Oegelbegleitung wiederholt wurde, empfangen wurde. Wo das Gotteswort belehrend und beseelend soll rkl ingen an erhöhter Stelle vor der Kanzel, dort richtete der verdienstvolle Präses Herr Gemeinderath und Bräuhausbesitzer Marcus Straßmann im Namen der Gemeinde Worte der Weihe und Freude an den Rabbiner, denselben in sein Amt einführend. In der Antrittsrede schilderte der Redner in begeisterten Worten, die in Aller Herzen Nachhall erweckten, den Weg, den er in seinem Berufe zu wandeln gedenke, wie er Gotteslehre, Verherrlichung des Gottesdienstes und Förderung und Entwicklung des Wohlthätigkeitssinnes als die leuchtenden Leitsterne seines Wirkens betrachten will und diesen mit unentwegtem Elfer mit nimmer erkaltender Hingebung zu folgen gelobe. Dem hierauf von den hiesigen Cantoren Türk und Kläger in würdiger Weise verrichteten Mincha- und Abendgebete folgte als Abschluß ein solennes gemeinsames Festessen im Hotel „Zum goldenen Adler". Krumau (Böhmen). Ein zu Gunsten der Schülerlade des hiesigen k. k. Staatsgymnasiums veranstaltetes Concert, welches am 23. Juni im städtischen Theater stattfaud, erweckte durch das reichhaltige Programm und die gediegene Ausführung nach allen Richtungen lebhafte Befriedigung. Herr Roderich Baß, Elaviervirtuose aus Wien (ein Schüler Robert Fischhof's), der uns bisher nur dem Rufe nach bekannt lvar und welcher dem Ersuchen um Mitwirkung am Concerte mit größter Bereittvilligkeit nab in uneigennütziger Welse Folge leistete, riß gleich bei dem ersten Stücke, das er, wie in allen seinen Eoncerten, aus dem Gcdächtniß spielte, bei Beethovens „8onata appassionata“ die Zuhörer mit sich fort. Er spielte außerdem Weber's „Polacca brillante“ und, stürmisch gerufen TImpromtuM von Reinhold. Das zweite Auftreten des Künstlers brachte Chopin's „Nocturne“ in F-moll, Fischhofs „Valse“ in Des'-diir, die Eigencvmpvsition „Ungarischer Tanz" in Fis-mall und als Zugabe den „Faust-Walzer" von Gounod-Liszt. Kenner und Laien vereinten sich in der bewundernden Anerkennung des vollendeten, keine Schwierigkeiten kennenden, bis in's feinste Detail zu durchsichtiger Klarheit herausgearbeiteten und von jeder Manierirtheit freien Spieles und der alle Gedanken des Tondichters, sowie die Tonfvrmen des Jnstrumeiltes zur Geltung bringenden und abgerundeten Technik, und einstimmig war das Urtheil, daß dieser Künstler, der cs mit seinen zwanzig Jahren zu solcher Künstlerschaft gebracht, eine bedeutende Zukunft vor sich habe. Das Evucert schloß um y2ll Uhr und war auch finanziell von dem schönsten Erfolge gekrönt, was um so erfreulicher ist, als ja der Ertrag der Unterstützung mittelloser Studierender gewidntet ist. Sereth, 28. Juni. Bei der am 26. d. M. stattgefuudenen Gemeinderathswahl des I. Wahlkörpers wurde Herr Bezirksrabbiner P in k a s B u r s t y n als Ausschuß neugewählt, obwohl in diesem Wahlkörper die Christen in der Majorität sind. Es ist demnach erfreulicher Weise zu constatiren, daß hier der Antisenlitismus nicht wie anderswo überhandgenommen hat, Stanislau, 2. Juli. Am 12. d. M. findet die Schlußfeier der hiesigen Baron Hirsch-Schule statt und am 15. d. M. beginnen die Conferenzen des Lehrertages, welcher vom Curatorium der Baron Hirsch-Stiftirng hieher einberufen wurde. Die Theilnahme wird, nach den Anmeldungen zu schließen, eine sehr rege sein. Das Curatorium als solches, dürfte bei der Conferenz kaum vertreten sein, da bisher eine diesbezügliche Verlautbarung nicht erfolgt ist; dagegen ist das Erscheinen des Schulinspectors Herrn Landes auf der Conferenz von diesem bereits angekündigt worden. Buczacz. Am 17. Juni l. I. Abends fand im Locale der hiesigen Volksküche die erste ordentliche Generalversammlung zum Zwecke der Constituirung der hiesigen Gruppe des „Zion- Vereines" statt. Die Delegirten Rabbiner cand. Herr L. M. Landau aus Przemysl und Herr Dr. G. Zipper aus Lemberg eröffneten die Versammlung mit Ansprachen. Viele Herren sind sofort als Mitglieder beigetreten und wurde alsdann zur Wahl der Functionäre (die erste Wahl, die hier ohne Streit und Parteizwist stattfand) geschritten. Es wurden einstimmig gewählt : Herr W. Zeimer, Präsident, S. Thaler, Vicepräsident, Drd. S. Goldstaub als polnischer und I. Fernhoff als hebräischer Schriftführer, O. Holländer, Caffier. Ausfchußmitglieder: die Herren I. Fernhoff, M. Weißer, S. Hecht, E. Bergstoff, Ersatzmänner: die Herren A. Ringel; S. Neumann, Bibliothekar, F. Engelstein, Verwalter, M. Bauer. Zur Erreichung des bekannten Zweckes des „Zion-Vereins" wurde im Vereinslocale eine hebräische Bibliothek angelegt und werden jeden Samstag Vorträge aus der jüdischen Geschichte gehalten, wie auch andere jüdische Interessen aus der Gegenwart behandelnde Unterredungen geführt. Es liegen zahlreiche Zeitungen in hebräischer, polnischer und jüdisch-deutscher Sprache auf und erlaubt sich der Verein die Herren jüdischen Zeitungsredacteure und Autoren