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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-07-06 · 27 (6.7.1894) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
27 (6.7.1894)
Date
1894-07-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sen: 530 Weverretchiptze WmtzensttzrM Str. 27 ' X -:t X t;i A - * 7; T. ■■ 7 '' >-? 7 i',7 i;7 i; i 1 7> ft : pÜ : "j mit diesem Vorbehalt, daß die gemeinde immer den bedacht zu nehmen haben wollen, um es wegen Verzehrungsausschlags direction bei dem Pachter, oder bei der Verzehrungsausschlags direeticm selbsten dahin zu bringen, daß ihm von die aus gemässenen 6 fl. zu sein Häuslichen gebrauch 5 fl. Komplet bleiben soll, und von ihm nicht mehr als 1 fl. zum ausschlags beitrag genomen werden möge, die Unterzeichneten bewilligten auch dieses und seyerlichst versprochen haben, und Endlichen versteht sich vonselbsten, daß alle ausgemässenen gebührnissen, ohne ausnahm, was im vorigen (bezieht sich wahrscheinlich auf den ersten Nabbinatsbrief des Rabbiner- Wolf Boskowitz, welches Document, wie mir aus sicherr Quelle berichtet wurde, im Besitze des gelehrten Herrn Samuel Lob Brüll in Budapest sich befindet, den ich hiemit um dessen gefällige leihweise Zusendung höslichft bitte) Zettl, als gemässen sind, bleiben auch noch ferner dem Rabbiner zum besten, besonders wegen dem doppelten gehalt zu 4 seyertägen des Jahrs, so auf dem jetztigen Gehalt pr 6 fl. verstanden und bezahlt werden soll. All dieses ist bei in Rath sitzende Personen, samt Deputirten gutwillig und ein stümig geschlossen worden. Dato ut Supra." „Zu glaubwirdigung Dessen ist der nahmen, und anstatt der gantzen gemeinde, unser unterferfertigung Markus Hirschl gemeinschreiber. David Jacob Löb gemein Beglaubter. Ibfen's Gott. Man sollte glauben, daß ein Mann wie Ibsen, der wie kein Anderer die moderne Welt, die große wie die kleine, bis in ihre Einzelheiten kennt, vor dem dieser Mikrokosmos so splitternackt daliegt, daß er jegliche Rippe an ihr zählen kann, sich seinen Gott aus seinen modernen Ideen construirt haben muß. Doch nein, das thut er nicht; das kann er nicht. Das Ideal von feinem großen, gewaltigen und zugleich von unerschöpflicher Liebe erfüllten Gotte, er findet est bei Moses, er findet es bei den vielgeschmähten Hebräern des Alten Testamentes. Lassen wir ihn selbst sein Glaubensbekenntniß ablegen. In seinem dramatischen Gedichte, „Brand" betitelt, heißt es Seite 17 f. (der deutschen Ausgabe) mit Auslassung der confiscirlichen Stellen: Brand: „Mein Freund, da Du ein Maler bist, Zeig' Deinen Gott mir wie er ist, Daß alle Leute tief gerührt. Du stelltest ihn als Greis wohl dar? Natürlich graues Haar, Spärlich, nach alter Leute Weis', Der Bart wie Silber oder Eis, — Gutmüthig zwar, doch streng genug, Um Kinder in das Bett;u jagen. Db er auch noch Pantoffeln trug, Das will ich weiter Dich nicht fragen. Doch gut wohl stand es Deinem Gotte, Gabst Du ihm Brille und Kalotte. Nicht;um Spott, Ich zeichne nur nach der Natur Des Landes, des Volkes Familiengott. Als ob der Wandel gar nichts wäre. Ihr möchtet Euren Geist erheben, Und wagt nicht voll und ganz zu leben. Braucht einen Gott, der schwankend gehe, Und der Euch durch die Finger >ehe. Weil Euer ganzes Leben Fratze, Hat Euer Gott Kalott' und Glatze! — M e i n Gott i st n i ch t so matt gesinnt, Jer meine i ft Stur m, der deine Wind: Unbeugsam meiner — deiner d u m p f, A l l l i e b e n d meiner — deiner st umpf. Der meine jung und stark, ein Rächer, Kein s ch w a ch e r Alter, seiger Schächer. Sein Ruf ist w i e e i n S t u r m g e t ö n, Das aus den: F e u e r b u s ch erscholl I n Moses auf des Horebs H ö h'n, Ein Riese er, jedweder Zoll. Die Sonne st a n d in Gideons Thal A u s sein Geheiß. £> , ohne Zahl W ür d' er noch heute Wunder t h u n, War' feige nicht die Welt wie Du. Nach bloßem Neuen streb' ich nicht, Aus's Ew'ge leg' ich nur Gewicht, Was Motten nichl und Würmer fressen, Das muß nach einer festen Norm Platz machen einer jünger'n Form. Doch Ein's bleibt ewig unermessen. Der unerschafs'ne freie Geist, Der lebenbringend sich erweist: Der, aber auch verloren schien, Im Völkersrühling Wurzeln schlug Und glaubensstark den Menschen trug Aus träger Ruh' zum Himmel hin. Fragt nur, — es bringt Euch wohl Gewinn — Bei Euren Krämern, Apothekern, Wie pfiffig sie den Geist verhöckern! — Und doch, aus diesen Seelenstümpfen, Aus diesen Geistes Torsorümpfen, Aus diesen Köpfen, diesen Händen Doll einst ein Ganzes sich vollenden. Das Gotteswerk: ein Mann voll Mark, Der neue Adam, jung und st a r k." GllrreügonüenLm. Wien. (Von der Universität.) War das eine Woche! In der Aula ganz Wallenstein's Lager., nur etwas ungemüthlicher. Ein Drängen und Hasten, geheimes Flüstern und ostentative Krakehlerei! Anfangs schien es, als ob das terroristische Element den Sieg davontragen würde. In der jüdischen Studentenschaft gährte es, doch zeigte sich hier wieder der Mangel jeder Organisation, der Mangel an Gemeinsinn. 62 Percent Juden an der medicinischen Facultät, und die lassen sich dergleichen ruhig gefallen. Die einzige stramm organisirte jüdische Corporation an der Universität, die „Kadimah", machte verzweifelte Anstrengung, um eine Versammlung jüdischer Studenten zu veranstalten, vergebens! Die Polizei war unerbittlich. Da kam von Seiten der Antisemiten der Tam-Tam von Samstag. Die Leibpresse derselben schimpfte wacker mit und leistete an Frechheit gegenüber Nothnagel, (der Name genügt) das Unglaublichste. Jetzt rührte man sich auch auf der anderen Seite. Die „K a d i m a h" stellte sich an die Spitze der Bewegung, Hunderte von jüdischen Studenten schaarten sich um den bewährten Verein, rasch war die Deputation beisammen und angeführt vom Präses der „K ad im ah", Drd. Philipp. M e n c z e l, sowie Vicepräses und Schriftführer E r n st und Grünb aum, begab sie sich zum Rector. Der Sprecher protestirte namens der „K ad im ah", sowie der freisinnigen Studentenschaft überhaupt dagegen, daß jene Randalmacher als Vertreter der Gesammtstudentenschaft betrachtet werden. Er wies darauf hin, daß eine außerhalb der Interessensphäre der Universität stehende Angelegenheit dazu benützt werde, um für den Rassenhaß Propaganda zu machen, und der Universität den Stempel des officiellen Antisemitismus aufzudrücken. Mancher Vorwurf blieb dem Senate und dem Rector nicht erspart. Es wurde schließlich Se. Magnificenz gebeten, dem Hofrathe Nothnagel namens der „K ad im ah"-

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