Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 11 (1894)
- Issue
- 25 (22.6.1894)
- Date
- 1894-06-22
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 25 VrkrrredtzUchr WochenschrM Seite 493 sagen. Den vielen Schülern und Zöglingen, die in seinem Hause erzogen wurden, wird es eine Freude sein, von dem Ehrentag ihres würdigen Lehrers Prof. Heidenheim Kunde zu erhalten. Isidore Goldblum. Wien (Ottakring). Der am 6. October 1893 verstorbene Dr. Benedict Bauer, Regimentsarzt i. d. R., vermachte dem Vereine Chewra - Kadischa in Ottakring ein Legat damit der Verein alljährlich des verstorbenen Jahrzeit abhalte und ihn maskir sei. Dieser Verein beruht auf Basis der reinsten Humanität, indem dieser Verein den größten Theil seiner Einnahmen zur Betheilung der Bedürftigen des 16. und 17. Bezirkes verbraucht. Im Interesse der Armen dieses Bezirkes, deren es leider viele gibt, wäre es sehr wünschenswerth, wenn sich edelmüthige Herzen finden möchten, die es dem Vorstande ermöglichen, recht viel Unterstützungen zu leisten, durch Spenden, Legate und Jahresbeiträge. Der Verein nimmt dankend jeden Betrag entgegen. Budapests Der hauptstädtische Liqueurfabrikant Herr Salomon Kopfstein, Sohn des em. Rabbiners Simon Kopfstein, führte Fräulein Carolina Bloch, Schwester des gefeierten Künstlers Professor Josef Bloch, unter das Trauzelt. Ein zahlreiches Publicum hatte sich im Tempel eingefunden, um Zeuge dieser feierlichen Handlung zu sein. Wir bemerkten daselbst: Rabbiner L. Pollak, Prediger Dr. Julius Weißburg, Tempelvorsteher Samuel Münz, den Professorenrörper der kön. ung. Musikakademie und des Conservatoriums, Großhändler Philipp Fuchs, Oberbeamter Albert Löw u. A. Obercantor Jacob Bachmann besorgte im Verein mit seinem Chorpersonale den liturgischen Theil der Traufeier. Den eigentlichen Trauact vollzog der Bruder des Bräutigams, Dr. Marcus Kopfstein, Gemeinderabbiner in Beuthen. Lemberg. Mit Befriedigung muß constatirt werden, daß unsere Glaubensgenossen in einer Weise auf der am 5. Juni d. I. eröfineten Landesausstellung vertreten sind, die Allen zur höchsten Ehre gereichen muß. Es wurde dieser Umstand auch von vielen Seiten anerkennend hervorgehoben, und auch Se.kaiserl. und könig. Hoheit der Herr Erzherzog Carl Ludwig zeichnete gelegentlich seines Rundganges viele unserer Glaubensgenossen aus. Unter den zahlreichen Objecten mußte auch die Exposition der schon seit dem Jahre 1838 existirenden k. k. landesprivil. Spiritus- Raffinerie der Herren Matzner und Josefsthal in Wieliczka angenehm in's Auge fallen, und mit sichtlichem Wohlgefallen betrachtete Se. k. u. k. Hoheit die netten Füßchen und hohen Standgläser, in denen die Firma ihre Destillate, die sich weit über die Grenzen des Landes hinaus eines Rufes erfreuen, zur Schau stellte. Die Firma welche zu den größten des Landes zählt, ist Lieferantin vieler großer Liqueurfabriken, u. A. auch ausschließliche Lieferantin der weltberühmten Erzherzoglich Rainer'schen Liqueurfabrik in Jzdebnik, wie denn überhaupt das Lob nicht nur der Destillate, sondern auch der streng soliden Gebahrungsweise dieser Firma eina llgemeines und wohlverdientes ist. Prag, 17. Juni. Bei der heute hier stattgefundenen Generalversammlung der Seniore der Prager israelitischen Beerdigungs-Brüderschaft wurden wiedergewählt: die bisherigen Vorsteher Herren David Lieben, Herm/Jnwald, Michael Wiener, Herm. Schütz, Em. Ascher; neugewählt wurden die Herren S. Schnürdreher, Wilh. Popper. Herrn Jacob W. Pascheles, der geschäftlicher Thätigkeit halber erklärte, keine Vorstandswahl mehr annehmen zu können, wurde von der Versammlung für sein bisheriges Wirken der Dank ausgesprochen. Deutschbrod. (Trauungsrecht.) Die Bestellung des Herrn Jacob Singer, Schulleiter und Religionslehrer am k. k. Staats-Obergymnasium in Deutschbrod, als Rabbiner für die israel. Cultusgemeinde Deutschbrod, wurde mit Erlaß der hohen k. k. Behörde ddto. 9. Juni 1894, Z. 12417 genehmigt. Kuttenplan. Am ersten Schabuoth-Festtage fand in unserem Tempel eine erhebende Feier statt, nämlich die Confirmation der die Schule im heurigen Jahre verlassenden Mädchen. Der geräumige, festlich geschmückte Tempel war auch von Andersgläubigen gedrängt voll. Die Festpredigt des Herrn Rabbiners Weiner, dessen schlichte, zu Herzen gehende Ansprache an die Confirmandinnen, deren weihevoll abgelegtes Glaubensbekenntniß sowie das schöne Gebet derselben übten eine mächtig erhebende Wirkung auf die zahlreich Versammelten. Die Erinnerung an diese so überaus schöne und gelungene Feier wird besonders im Herzen der Kinder lange andauern und ihre segensreiche Wirkung nicht vermissen lassen. An dieser Stelle sei dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß diese Feier doch allgemein eingeführt werde, sie ist sicherlich auch ein wirksames Mittel gegen den religiösen Jndifferentismus. Birovitiea (Slavonien). Donnerstag den 7. Juni beging unsere israelitische Cultusgemeinde ein herrliches Fest. Unser neugewählter Kreisrabbiner. Se. Ehrwürden Herr Dr. H. E. Kaufmann, hielt nämlich seinen Einzug bei uns am selben Tage um 6 Uhr Abends. Am Bahnhof fand sich die hiesige Gemeinde, zu der auch Gäste aus der hiesigen Umgebung erschienen waren, ein, um Se. Ehrw. Herrn Dr. Kaufmann bei der Ankunft zu begrüßen. Nachdem der Vorsteher unserer Gemeinde, Se. Wohlgeboren Herr Julius Lackenbacher, eine würdige Begrüßungsansprache an unseren neuerwählten Herrn Kreisrabbiner gehalten hatte, überreichten weißgekleidete Schulmädchen dem Gefeierten Blumenbouquets und hielten äir denselben Begrüßungsansprachen in deutscher und kroatischer Sprache. Hierauf fuhr man in den prächtig decorirten Tempel, wo der Obercantor Herr I. Roth mit seiner klangvollen Stimme das Ma-Towu-Gebet intonirt hatte. Sodann bestieg Se. Ehrwürden Herr Dr. Kaufmann die Kanzel und hielt von derselben eine zündende Rede über die Pflichten eines Seelsorgers der Gemeinde gegenüber und über die Pflichten d.r Gemeinde ihrem Rabbiner gegenüber. Das Motto hieß: „Und es stieg Moses vom Berge zum Volke hernieder". Nach beendigter Predigt, die einen tiefen Eindruck auf die Gemüther der Hörer ausgeübt hat, wurde das Abendgebet verrichtet, worauf bei Herrn Ignatz Kohn ein Festessen stattfand. In später Nachtstunde und unter launigen Toasten, wobei es lustig und recht amüsant zuging, schloß diese schöne Feier. Um nur annähernd von der großen Kanzelberedtsamkeit unseres jugendlichen Rabbiners sich eine Vorstellung zu machen, so sei es uns gestattet, hier der Thatsache Erwähnung zu thun, daß Se. Ehrwürden am Sabbath bamidbar und auch an beiden Tagen des Wochenfestes gepredigt hatte. - \ Kolomea. Am 12. Siwan I. I. (am 16. Juni) Abends fand eine Generalversammlung zum Zwecke der Constituilung des jüdischnationalen Vereines „Beth Israel", welcher zum Zwecke hat: 1. das nationale Bewußtsein zu erhalten und zu fördern, 2. die Kenntniß der jüdischen Geschichte und Literatur unter den Juden zu verbreiten, 3. die hebräische Sprache zu pflegen, 4. die jüdisch.'» Colonisten in Palästina und Syrien zu unterstützen. Da der Verein nach dem Gesetze als schon bestätigt zu betrachten war, schritt man zur Wahl der Functionäre des Vereines, welche folgendes Resultat ergab. Und zwar wurden: Dr. Lasar Zipser als Präsident, Löbel Taubes als Vice- Präsident, Osias Fadenhecht als Seeretär, Schafe Chajes als Kassier und als Ausschußmitglieder Juda Kreps, Efraim Lauser, Leon Tchulbaum, Abraham Moses Borten, Isaak Rosen, Michael Fiderer gewählt. In die Revisions-Commission wurden gewählt: Fciwel Kohn, Lser Engel, Markus Schaffer. Zur Erreichung der Zwecke wird unter Anderen. der Verein eine einschlägige Bibliothek g'ünden, und erlaubt sich der Verein, in der Ueberzeugung, daß die Herren jüdischen Autoren sich derartiger Vereine warm annehmen und unterstützen, dieselben um ' die Zusendung ihrer Werkehöflichst zu ersuchen, u. z. unter der Adresse: Dr. Lasar Zipser, Kolomea. Hildesheim. Am Freitag den 8. d. M. Abends starb hier im hohen Alter Frau Henriette Dux. Gattin des vor vielen Jahren verstorbenen einstigen ersten Bolstehers unserer Gemeinde, Herrn Wolf Dux. Er war ein Mann, der schon in den Vierziger-Jahren eine umfassende allgemeine Bildung und Sprachenkenntniß sich anzueignen verstanden hatte, der aber auch im Hebräischen gut beschlagen war. Ohne eigentlich fromm zu sein, ließ er es sich doch nicht nehmen, am Pessach und Schmini Azereth an Stelle des Chasan „Tal" und „Geschem" vorzutragen. Es konnte nicht fehlen, daß die Gemeinde diesem auch durch seine sociale Stellung, wie durch Wohlthätigkeit hervorragenden Manne das Amt des ersten Vorstehers übertrug, in welcher Stellung er lange und segensreich gewirkt hat. Die nunmehr verstorbene Gattin, deren Heimgang in unserer Gemeinde eine Lücke reißt, welche so leicht nicht ausgefüllt werden wird, war ihres Gatten durchaus würdig. Obwohl reich begütert, lebte sie in größter Bescheidenbeit und Einfachheit, betrachtete es dagegen als ihren Beruf, stille Wohlthätigkeit in reichstem Maße zu entfalten. Jüdische und christliche Arme verlieren an ihr eine stets bereite Helferin. Ihr Leichenbegängniß, das am Dienstag stattfand, und welches durch eine ergreifende Rede des Landrabbiners Dr. Lewinsky gehoben wurde, fand