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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-06-22 · 25 (22.6.1894) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
25 (22.6.1894)
Date
1894-06-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 488 Oesterreirtzilrtze Wortzentchritt Nr. 25 Kaffeehaus ecke sitzen? Der boshafte Hagel hat sie mir zertrümmert und die Wiener Glasermeister, welche natürlich durchwegs Juden sind, haben sofort einen festen Rmg geschloffen; ihre Gesellen — selbstredend auch Juden — begehren einen unerscbminglichen Taglohn — ine Kittlieferanten — wiederum Juden — berechnen das Gramm Fensterkitt mit 2 Gulden und 50 Kreuzer — da kann ich denn tagelang im Zuge sitzen und zähneklappernd einen Cognac nach dem andern hinter die Binde gießen. Gestern, als ich es schon gar nicht mehr aushielt, machte ich der holdseligsten Mila den Vorschlag, die Auswärter mit den Zuckertäßchen aus sich beruhen zu lassen,^ das Einschreibebuch zuzuklappen und mir ein süßes, kleines Stellensiestchein zu gewähren. An einem stillen, weltfremden Ort, wo ich ihr in's Ohr flüstern könnte, daß und wie sehr ich sie liebe. Ich schlug ihr die Ausstellung en der Rotunde vor — ungestörter hätten wir nirgend sein können — aber sie es mir rundweg ab. Da ging ich allein hinunter. Der Kellner der Zahl, Johannes hatte mir gesagt, wer eine Eintrittskarte löst, der kriegt eine Tube Kalodont daraus, und die Mila hatte wieder gehört, wer eine Tube Kalodont kauft, der dürfe ganz umsonst hinein. Da ging ich denn zur Kassa und begehrte mein Kalodont und meine Karte. Als es an's sogenannte Zahlen ging, berief ich mich daraus, daß eins ja das andere von der lästigen und zeitraubenden Manipulation des Blechens enthebe. Da kam ich aber schön an. Ich bin ihnen wieder einmal aufgesessen, den beiden boshaften Menschen, aber sie sollen es mir schon büßen — ihn saufe ich arm und sie soll sich in geheimem Liebesgram um mich nur hoffnungslos weiter verzehren — ich werde sie n i e erhören, niemals. Ich bin mir meiner teutschen Manneswürde bewußt, ich Teutobold, der Raffeureine, der Judenriechcr. In dieser Ausstellung für Volksversorgung und Armee- Ernäherung wieder nichts als jüdische Firmen, sage ich Dir, Pumpo. Sie haben ganze Alleen von Conservenbüchsen aufgestapelt, Conserven von Linsen, Erbsen, Fisolen, Scholet, Gulyas und anderen Hülsenfrüchten. Die Blechdosen sind noch das am leichtesten Verdaulichste an dieser Art Nahrungsmitteln. Wohin ich blickte, Conserven — das reine Conservatorium. Daran verdienen Dir diese Juden ein He'dengeld. Daß eine Anzahl netter Mädchen in den nationalsten Faschings, kostümen in einer Ausstellung für Heeresversorgung nicht fehlen durfte, ist selbstverständlich. Sie sind mit ihren Loosen nicht zufrieden und wünschen sie schnellstens zu verkaufen. Einer hätte ich bald eine ausgezeichnete Nummer — sie versicherte auf Mädchen-Ehrenwort, es wäre der Haupttreffer — abgekauft; da sie aber auf Barzahlung drang, unterblieb der Handel. Als ich später vorüberbummelte, sah ich dieselbe, wie sie einem Andern eine ganz verschiedene Nummer wieder als unzweifelhaften Haupttreffer einschwätzte. O Corruption! Es war sicher eine kleine Jüdin. Das sollte man doch dem Dr. Lueger stecken, damit er cs zum Gegenstände einer dröhnenden Interpellation macht. Mein lebhaftes Interesse erregte der riesige Backofen, in welchem die winzigsten Brötchen gebacken werden können. Die Bäcker sind natürlich so wie die Glaser zumeist Juden. Dem jüdischen Handwerk wird von der rastlos fortschreitenden verjudeten Wissenschaft kräftig unter die Arme gegriffen und ich habe ein wieder von einem Semiten eigens construirtes Mikroskop für Bäcker gesehen. Allgemein wird beklagt, daß das unausgesetzte Manipuliren mit sehr kleinen Gegenständen, als: Semmeln, Weckerln, Kipfeln und Stritzeln, das Auge ungemein schwächt. Da läßt sich wenig machen. Man ist immer das Opfer seines Berufes. — Auch der von dem Juden Edison erfundene Phonograph läßt sich in der Ausstellung für Heeresausrüstung hören und gehört auch meiner Ansicht nach hinein. Wie leicht kann es nicht Vorkommen, daß ein jüdischer Freiwilliger die holde Stimme seines eben beurlaubten, ihm wohlgewogenen Feldwebels — die Juden genießen bekanntlich auch beim Militär erstaunliche Vorrechte — zu hören wünscht | — rrrr! wird die Walze eingeschoben und dem Manne kann j geholten werden. . .. Die Juden leben und weben nur in der Reclame, namentlich die jüdischen Künstler. Da schau nur den Fall mit der rumänischen Jüdin Barsescu, der ebenso hoch begabten als tief verschuldeten Heroine des Raimundtheaters. Ueber ihren versuchten Selbstmordversuch cursiren die verschiedensten Versionen. Einige vermuthen, daß die Toiletten, welche das Fräulein als Eva in der Tragödie des Menschen Madüch trug, solche Unsummen verschlungen hätten, daß sie sich erst in Schulden und dann in's Wasser stürzen mußte. Doch kann ich dem, aus eigene Wahrnehmungen gestützt, nicht beipflichten. Andere behaupten wieder, daß die Aermste wahre Wolterqualen litt, als sic in einer vielbewunderten Hauptrolle der großen Tragödin hätte auftreten sollen. Auch das scheint kein zureichender Grund. Da hätte sich ja das ganze verjubele Ensemble des Raimundtheaters gleich mit ins Wasser werfen müssen. Das künstlerische Motiv scheint das Fräulein nicht nach Nußoorf gur großen Donau getrieben zu haben, welche sie zwar vom sichern Port, aber von da sehr gründlich betrachtete. Ein schlichter Lehrer — wie geschmackvoll inscenirt — ein schlichter Lehrer, der eben Gelsen botanisirt, sieht das Mädchen am Strome lustwandeln, unterbricht besorgt seine wissenschaftliche Thätigkeit, spricht sie an,' führt sie ins nächstgelegene Wirthshaus, wo er an der Märke der Leibwäsche, i des Taschentuches natürlich,, die berühmte Heroine erkennt. Die rasch herbeigerufenen Aerzte und Berichterstatter constastatiren, daß die Nerven der Künstlerin dringend der Reclame bedürfen. Wie sie aus der meisterhaften Ohnmacht erwacht, ist ihr erstes Wort: „Was sagen die Zeitungen?" — Mag sein, daß eine Herzensangelegenheit in ihr den Wunsch hat reifen lassen, diesem Leben contractbrüchig zu werden, aber auch dies erscheint nicht recht wahrscheinlich, da die Trägerin eines solchen Namens nicht anders als u na ussp rechlich geliebt werden kann. — Jetzt frage ich Dich, Pumpo, bin ich ungerecht gegen Juden und jüdische Künstler? Was ist die nothwendige Folge von dem Allen? Daß man, seitdem die Brückengeländer mit glatt und blau rasirten Männlein, romantisch geschweifte Cylinderhüte auf den Locken und mit allerlei phantastisch angethanen Weibchen bevölkert siebt, welche in pathetischen Posen daran lehnen, großartig gesticulirend und Gesichter schneidend in die Wellen hinabblicken. Nimmt aber Niemand Notiz von ihnen. Kein Rettungskahn würde ihretwegen losgebunden, da sie insgesammt als vortreffliche „Schwimmer" bekannt sind. Wenn unsereins Ruhe haben will von diesen Juden, und ihrer zudringlichen Reclame, muß er nur Sanitätsmann der Freiwilligen Rettungsgesellschaft werden. Die hat der Doctor Vragassy uns glücklich judenrein gemacht. Obwohl Alles übercomplet war, hat er mich doch gleich genommen. „Für Leute, wie ich", hat er in freudiger Erregung ausgerufen, „hat er immer Platz". Ich habe auch schon eine neue Sanitätsstation in meinem Kaffeehause etablirt. Dort habe ich die Wache bezogen und rühre mich nicht weg. Die Juden zetern gegen den Vragassy, sie können ihm aber nichts anhaben. Er geht unverantwortlich vor, er hat es selbst in seinem „Eingesendet" gesagt. Es bleibt ja den Herren Semiten übrigens auch weiterhin gänzlich unbenommen, ihre Beiträge und Spenden zu leisten und das ist das Wichtigste. Mit Befriedigung erfüllt mich die Thatsache, daß noch stramm-allweg-deutsch-national empfindende Männer auftreten. Daß sie Mitglieder — der Juden schutztruppe gleichzeitig sind, thut nichts zur Sache. Ich würde auch dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus mit einem Gulden Jahresspcnde beitreten, wenn ich den nur erst hätte. Für einen Gulden jährlich assecurirt man sich für alle Fälle, das ist wirklich äußerst wolfeil und spielt dann auf zwei Tischen zugleich.

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