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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-06-01 · 22 (1.6.1894) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
22 (1.6.1894)
Date
1894-06-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 32 Vesterreichiptzr wortzenptzrifl Seite 439 Wien. (Adresse für Baurath Stiaßny.) Dem Baurath und Stadtrath Wilhelm Stiaßny haben gestern mehrere Wiener Bürger, zumeist Bauindustrielle, eine Prächtig ausgestattete, mit mehr als zweitausend Unterschriften von Wiener Bürgern aus den verschiedensten Ständen und Berussclassen versehene Adresse überreicht, in der Baurath Stiaßny für dessen öffentliche Thätigteit und in dankbarer Anerkennung für sein männliches, wackeres Eintreten für die Ideen des Fortschrittes und der Freiheit das vollste, unerschütterliche Vertrauen votirt wird. Wien. ' (100.000 Gulden-Spende.) Bürgermeister Dr. Grübl theilte dem Gemeinderath am 29. Mai 1894 mit, daß Dr. H. Singer im Aufträge der Frau Josefine Schiff, geb. Freiin v. Königswarter, den Betrag von 100.000 fl. mit der Bitte erlegt habe, hievon namens seiner Clientin an das Reconvalescentenheim für arme Wöchnerinnen in Gersthof 20.000 fl., an das Rudolfinerhaus in Unter-Döbling 20.000 fl., an den israelitischen Frauen-Wohlthätigkertsverein (1. Bezirk, Riemergasse) 20.000 fl., an den Ersten Wiener Feriencolonien-Spar- und Unterstützungsverein für Kinder (1. Bezirk, Maria Theresien- Straße) 10.000 fl., an den Verein von Kinderfreunden 10.000 fl., an das Karolinen-Kinderspital (9. Bez., Schubertgasse) 10.000 fl., an das Haus der Barmherzigkeit zur Pflege armer, schwerkranker Unheilbarer (Währing, Antonigasse) 10.000 fl. auszufolgen. (Beifall.) Der Spenderin wird für diesen hochherzigen Act der Dank des Gemeinderathes votirt. Wien. Der Besitzer der Papierfabrik in Guggenbach, Herr Adolf Ruh mann, hat durch den Tod seiner Gattin, Frau Anna Ruh.nann, welche nach längerem Leiden, gestern Mittags gestorben ist, einen schmerzlichen Verlust erlitten. Das Leichenbegängniß fand Sonntag um halb 10 Uhr Vormittags vom Trauerhause, ll., Malzgasse Nr. 4, nach dem Ceutralsriedhofe statt. Wien. Ein junger jüdischer Physiologe, Dr. Leon Lilienfeld aus Podhajce in Galizien, hat auf dem diesjährigen internationalen Aerzte-Congreß in Rom den Preis der silbernen Medaille für seine Arbeiten auf dem Gebiete der chemischen Physiologie erhalten. Wien. Für die unglücklichen Abgebrannten im Neu-Saudec sind uns weiter von I. S. L. in Gr. fl. 3 50 zugekommen. E. B. Wien. (Wien a l s T h e a t e r st a d t.) In der jüngst abgehaltenen Generalversammlung des Raimund- Theatervereines wurde der bekannte Compositeur Herr Alfred Straffer zum Ehrenmitglied, Herr Dr. Heinrich Sieger zum Ausschußmitglied und Herr Moriz Müller zum Revisor ernannt. Mit lebhaftem Applaus wurde die Mittheilung entgegengenommen, daß die Vereinsmitglieder Gebrüder Roth das erforderliche Betriebscapital vom fl. 150.000 vorgeschossen haben. E. B. Wien. (Hoher Besuch.) Der Prinz-Regent Luitpold von Bayern besuchte anläßlich seiner Anwesenheit in Wien den Kunstsalon Ludwig F i s ch h o f f's, woselbst er längere Zeit verweilte und ein besonderes Interesse an den ausgestellten Gemälden bekundete. Wien. (C a n t o r e n t a g.) Im Sitzungssaale der israelitischen Cultusgemeinde wurde der österreichisch-ungarische Cantorentag von dem Präsidenten, Obercantor Singer, mit einem dreifachen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, in welches die Versammlung begeistert einstimmte, eröffnet. Ueber Antrag des Vicepräsidenten, Obercantors Bauer, wurde ein Huldigungs-Telegramm an Se. Majestät abgesendet. Nach Erstattung des Berichtes gelangten die einzelnen Punkte der Tagesordnung zur Verhandlung, an denen die erschienenen Delegirten aus sämmtlichen Kronländern der Monarchie theilnahmen. In Würdigung ihrer besonderen Verdienste wurden Präses I. Singer, Vicepräses I. Bauer, Cassier M. Blatt zu Ehrenmitgliedern ernannt. Heute Vormittags wurde in Fortsetzung der Berathung die Gründung eines Pensionsfonds in Erwägung gezogen. Die k. und k. General-Intendanz der Hoftheater hat den Teilnehmern des Cantorentages für die „Carmen" - Vorstellung bereitwilligst Freiplätze zur Verfügung gestellt. Für heute Nachmittags ist ein corporativer Besuch der Internationalen Ausstellung in der Rotunde in Aussicht genommen. Wien. (Ferienheim.) An Spenden sind bei der isr. Ferien-Colonie eingegangen: Ignaz von Ephrussi fl. 300 als Stifter. Rudolf, Otto und Paul Gansl fl. 2, Dr. Julius Monath fl. 2, Emil Singer fl. 2, Margarethe Monath fl. 1, E. Neurath fl. 1, Caroline Beiczek fl. 2, Max Winternitz fl. 2, David Kohn fl. 1, Arn. Landsberger fl. 1, Jac. Duschinski fl. 1, Ernestine Spitzer fl. 1, Jul. E. Lang fl. 1, Sammlung H. K. fl. 2, Adolf Kohn fl. 1, M. Landeis fl. 1, Alph. Fritz Landeis fl. 1, Frl. F. Milhofer fl. 1, Fanni Schnabl fl. J, I. Schnabl fl. 1, Böhm fl. 1, Valent. Krämer fl. 1, Sigmund Kohn fl. 1, Schick fl. 1, Rosa Löbl fl. 1, Josefine Abeles fl. 2, Frida Schick fl. 1.50, Jg. Preis fl. 2, Therese Sonnenseld fl. 2, M. Sonnenfeld fl. 2, Melanie Winkler fl. 2, Toni Schnabel fl. 2, Sophie Reichenfeld fl. 2, Löbl und Strompf fl. 2, Alb. Janowitzer fl. 2, Helene Schick fl. 2, Leop. Rosner fl. 2. Rosa Kohn fl. 2, Malwine Landeis fl. 2, Elise Weidmann fl. 1, S. Oblat fl. 1, Herm. Geiringer fl. 1, Anna Friedländer fl. 2, Clara Samuely fl. 2, Anna Löwy fl. 2, Therese Roth fl. 2, Louise Blumenfeld fl. 2, Kath. Böhm fl. 5, B. Kohn fl. 2, Richard Grünfeld fl. 1, Johanna Abeles fl. 2, Emanuel Frankl fl. 2, Cornelia Stern fl. 2, Schick und Oesterreicher fl. 2, Gustav Eckstein fl. 20, Wilh. Ziehrer fl. 20, Dr. Rabel fl. 3, Fräulein Anna und Wally Duschnitz und Fräuleins Lilly Ziehrer fl. 20 (von einer Tombola) Dr. Pincherle fl. 2, Josef Adelberg fl. 2, Ignaz Adler fl. 2, Adolf Weidmann fl. 5, Clara Berger fl. 20, Nelly Pisling fl. 2, Caroline Käs fl. 2, Rosa Kanitz fl. 20, Felix Epstein fl. 20. Wien. Der theologische Verein der Hörer an der isr. theol. Lehranstalt in Wien hielt am 16. d. M. unter zahlreicher Beteiligung von Seite der Mitglieder seine ordentliche Generalversammlung ab. Der abtretende Vorsitzende desselben, Herr A. Freund, erstattete den Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Bereinssemester, welcher von der, wenil auch — wie es im Anfänge nicht anders zu erwarten war — nur mäßigen Festigung und Kräftigung des Vereines nach Innen sowohl als auch nach Außen Zeugniß ablcgte. Als hierauf der Rechenschaftsbericht vom Plenum zur Kennmiß genommen und gebilligt worden war, wurde 'dem Gesammtvorstand für seine Thätigteit im abgelausenen Semester die verdiente Anerkennung ertheilt und dann — nach § 16 der Vereinsstatuten — zur Neuwahl der Bereinsleitung geschritten, welche sich wie folgt constituirte: Präses: Herr Michael Berkovicz, Bicepräses: Herr Simon Rapasiort, Cassier: Herr Simon Friedmann, 1. Schriftführer: Herr Wilhelm Klauber, 2. Schriftführer: Herr Max Hoch; Ausschußmitglieder: die Herren Samuel Rosenzweig, Moses Schorr und Gustav Weiner. Hiermit tritt der theolog. Verein in sein zweites Semester. Die neue Vereinsleitung strebt darnach, den Verein nicht nur nach Innen, sondern auch nach Außen zu stärken und zu kräftigen, was ihr hoffentlich auch gelingen wird. Infolge der Bemühungen des Präsidiums, für das geistige Wohl der Mitglieder ernstlich Sorge zu tragen, ist es demselben gelungen, einen seiner sehulicbsten Wünsche, nämlich die Ankündigung von wissenschaftlichen Vorträgen und homiletischen Hebungen schon beinahe für das ganze 2. Vereinssemester verwirklicht zu sehen.' Andererseits wird auch eine engere Fühlung mit den außerhalb des Vereines stehenden Mitgliedern — deren Zahl immer größer zu werden verspricht — dadurch angestrebt, daß der in Vorbereitung stehende Jahresbericht nicht nur einen genauen Einblick ins Bereinsleben, sondern auch einen literarischen Anhang — bestehend aus Beiträgen der Mitglieder — enthalten wird. Brünn. (Auszeichnung.) Fürst Ferdinand von Bulgarien, bekanntlich ein hervorragender Ornithologe, ließ sein Bild im Rahnien dem Herrn Landrabbiner Dr. B. Placzek als Anerkennungszeichen für dessen naturwissenschaftliche Publicationen übermitteln. Gurahumora, am 25. Mai 1894. Herr Salomon Simche, Director der Handels- und Gewerbebank in Gurahumora (Bukowina) hat sich mit Fräulein Rosa Scheinbach, Tochter des Herrn Samuel Scheinbach, Realitätenbesitzer und Propinationspächter in Dobromil (Galizien) verlobt. Prag, 24. Mai 1894. Wenige Wochen sind es her, daß die „Oesterr. Wochenschrift" in Wien die Begründerin der israelitischen Feriencolonien in Prag zu ihrem 60. Geburtstag begrüßte und heute finden wir wieder — aber leider einen traurigen Anlaß, dieser edlen Wohlthäteriu der Jugend einige Zeilen zu widmen; denn Frau Betty Lasch ist nicht mehr! Wie der Soldat auf dem Felde der Ehre, ist die nunmehr Verklärte auf dem ihr eigenen Felde der Wohlthätigkeit, inmitten einer Berathung des israelitischen Feriencolonie-Comitas aus dem Leben geschieden. — Ein edles Herz hat aufgehört zu schlagen! Die unserer höchsten Verehrung würdige Frau Betty Lasch war eine fromme, gottergebene religiöse Frau und eine sreigiebige, opferwilligeWohlthäterin des armen Volkes, insbesondere der armen verlassenen Jugend. Sie gab nicht nur mit der Hand, sie gab mit dem Herzen, sie gab nicht nur todtes Geld, sie gab auch belebende Worte des Trostes und der Erhebung; sie wartete nicht, bis die Armen sie aufsuchten, viel-

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