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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-05-25 · 21 (25.5.1894) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
21 (25.5.1894)
Date
1894-05-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seile 414 Westrrrrtchyrtze wochensrtzrtfl Nr. 21 Wien. (Gastpredigt.) Herr Rabbiner I. Horowitz aus Bistritz in Siebenbürgen weilte mit seiner erkrankten Gattin vor einigen Tagen in Wien, um die Aerzte zu consultiren. Der Vorstand des polnisch-israelitischen Tempelvereines hat von der Anwesenheit dieses berühmten Theologen Kenntniß erhalten und ihn zu einer Gastpredigt für Samstag den 19. Mai eingeladen. Der Bortrag fand Samstag Nachmittags 4 Uhr statt. Zu demselben hatte sich ein distinouirtes Publicum der polnischen Colonie eingefunden, welches den über eine Stunde währenden halachischen und hagadischen Ausführungen mit Andacht lauschte. Der geistreiche Vortrag fand ungetheilten Beifall und man hatte Gelegenheit, das umfangreiche Wissen des Predigers auf allen Gebieten zu bewundern. Wien. (Ferienheim.) An Spenden sind bei dem Vereine für israelitische Feriencolonien eingegangen: B. Strisower fl. 3; Jul. Schwarz fl. 3; Franz Frankl fl. 5; I. ©reiner fl. 2; Jenny Schur fl. 20; Marie Hirschl fl. 2; S. Flegmann fl. 3; Richard Mende fl. 3; Jos. Kende fl. 3; Ad. Dessauer fl. 3.-. Wie«. Der Verein zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Kleingewerbetreibender beruft die fünfte ordentliche Generalversammlung für Montag den 28. Mai 1894, 6 Uhr Abends, präcise im Sitzungssaale der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock ein. Wie«. Es ist leider wahrzunehmen, daß die gegenwärtige antisemitische Strömung auch vor dem Gebiete der Wohlthätigkeit nicht Halt macht, daß in manchen interconfessionellen Vereinen jüdische Hilfesuchende nicht jene Berücksichtigung finden, welche im Verhältnisse zu den Beiträgen jüdischer Wohlthäter steht. Diese vom Standpunkte der Menschenliebe tief zu betrauernde Thatsache hat die Gründung eines Humanitären Vereines unter dem Namen „Treubund" zur Bekleidung armer jüdischer Kinder veranlaßt. Für diesen Verein zeigt sich unter Miseren Glaubensgenoffen eine lebhafte Theilnahme und sind demselben zahlreiche Mitglieder aus allen Berufsarten beigetreten. Mit Rücksicht auf den humanen Zweck hat Se. Ehrwürden der Herr Oberrabbiner Dr. M. Güdemann das Protectorat über den „Treubund" übernommen. Der Verein rechnet auf eine weitere thatkräftige Unterstützung seitens unserer Glaubensgenossen, um seiner Aufgabe, eine große Anzahl armer jüdischer Kinder zu bekleiden, gerecht werden zu können. Beitritts-Erklärungen und Spenden übernehmen: der Obmann Herr Josef H. Waltuch, ll.> Rembrandtstraße 26, der Cassier Herr David Jaiteles, Firma Straffer, Jaiteles & Comp. I., Werderthorgaffe Nr. 9, und die Administration dieses Blattes. Wien. (Abgeordneter Heinrich Wagner.) Der Abgeordnete Wagner, Vertreter der Stadt Czernowitz, ist im 59. Lebensjahre am 19. Mai l. I. in Wien gestorben. Diese Nachricht kam den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses und den Freunden des Abgeordneten Wagner nicht überraschend; man wußte es seit Langem, daß Herr Wagner dem Tode verfallen sei. Ein Krebsleiden hatte den bis dahin so gesunden und stattlichen Mann befallen, der seinen ungewöhnlich langen Schnurrbart mit wahrem Stolze trug. Wagner war seit 1878 Mitglied der Volksvertretung. Er trat im Abgeordnetenhause nur wenig hervor. Heinrich Wagner gehörte dem Kaufmannstande an, er war Chef des Bankhauses Zucker in Czernowitz. Er war am 21. December 1835 zu Küttig in Galizien geboren und war Mitglied des Czernowitzer Gemeinderathes und nahm großen Einfluß auf alle localen Angelegenheiten der Landeshauptstadt der Bukowina. Im Abgeordnetenhause hielt der Präsident ihm folgenden Nachruf: „Mit dem Tode des Abgeordneten Wagner hat das Haus einen schmerzlichen Verlust erlitten. Der Verstorbene gehörte dem Hause seit 1878 an und widmete sich den parlamentarischen Arbeiten mit Eifer und Ausdauer. Er war ein treues Mitglied seiner Partei und eifriger Anhänger des Fortschrittes. Wir werden ihm ein ehrenvolles Andenken bewahren. Die Herren haben sich zum Zeichen der Trauer von den Sitzen erhoben und Sie werden auch gestatten, daß die Trauerkundgebung protokollirt werde." Die Leiche wurde nach Czeruowitz überführt und daselbst Mittwoch den 23. d. M. zur Erde bestattet. Wien. Montag, den 28. Mai findet die Generalversammlung des österr.-ungar. Cantoren-Bereines statt und nach Erledigung der Vereinsangelegenheiten schließt sich an dieselbe der „allgemeine Canto rentag" an, welcher nach Bedürfniß an den folgenden Tagen fortgesetzt wird. Von den Gegenständen, womit sich der Cantorentag beschäftigen wird, heben wir hervor: a) Vereinigung sämmtlicher Cantoren Oesterreich-Ungarns in einem einzigen großen Vereinsverbande und zweckmäßige Organisirung desselben unter Wahrung einer gewissen Selbstständigkeit der einzelnen Kronländer. b) Petition an die österreichische, ungarische und gemeinsame Regierung behufs Erleichterungen für die Cantoren bei Einberufungen derselben zu Waffenübungen in der Reserve und Landwehr, unter Hinweis auf den Umstand, , daß die Cantoren in Oesterreich bereits als Religionsdiener (geistliche Functionäre) anerkannt sind, o) Petition an die ungarische Regierung behufs Anerkennung der ungarischen Cantoren als Religionsdiener und Erlangung derselben Beneficien, wie sie in Oesterreich durch das neue Cultusgesetz normirt sind, ä) Herbeiführung der Reciprocität für die Religionsdiener in Oesterreich und Ungarn, so daß die Anstellung eines österreichischen Cantors in Ungarn und eines ungarischen Cantors in Oesterreich keinen Schwierigkeiten begegnet. e) Anlegung eines Pensionsfondes. k) Unterstützung der Bestrebungen des Cantorenvereines durch die Lultusgemeinden und deren Beitragsleistung zu dem Pensionsfonde. Nach den bisher beim Bereinspräsidium erfolgten Anmeldungen wird die Theilnahme an dem Cantorentage eine recht zahlreiche sein. Wien. (Akademischer Verein Kadimah.) Samstag, den 12. d. M. feierte der akademische Verein Kadimah den Eröffnungsabend des XXHL Semesters seines Bestandes. Vor einer äußerst stattlichen Corona von Gästen, Vertretern gesinnungsgenössischer Vereine und alten Herren, die den großen Saal Khuner (Schottenring) bis auf's letzte Plätzchen füllten, hielt Präses Herr cand. jur. Philipp Menzel die Festrede, in welcher er an der Hand von Beispielen aus dem praktischen Leben auf die Berechtigung und Lebensfähigkeit der jüdischnationalen Idee hinwies und. den Jndifferentismus unserer Stammesgenossen einer scharfen Kritik unterzog. Stürmischer Beifall folgte dieser durch Inhalt und Vortrag ausgezeichneten Rede. Nach Absingung des Bundesliedes ergriff Herr cand. jur. Jesaias Marian das Wort, um in wirkungsvoller Rede an der Hand von treffenden Vergleichen und unter glücklicher Anspielung auf das Verhalten der Juden im öffentlichen Leben, die gegenwärtige Lage des jüdischen Volkes zu markiren. Seine thatkräf« tige Begeisterung für Gleichheit und Freiheit sei stets ein Martyrium und eine unbelohnte Selbstaufopferung gewesen. Das Judenthum, das zuerst neue Ideen aufgegriffen habe, die jedoch nur anderen Völkern zugute kamen, möge sich davor hüten, sich kopflos wieder in neue Bewegungen zu stürzen. Es sei schon an der Zeit, die bis jetzt nutzlos verschwendete Kraft zur Heilung des eigenen Volkes zu verwenden. Mit einem Reigen von Toasten wurde dann der officielle Abend geschlossen, um der Fidelität Platz zu machen. Wien. Sonntag, am 27. Mai l. I. um 10 Uhr Vormittags findet im Jnstitutslocale HI., Rudolfsgasse 22 die Prüfung der Zöglinge des allg. öst. isr. Taubstummen-Jnstitutes statt. Wien. Drittes Verzeichniß der für die jüdischen Abbrändler dem israelitischen Cultusgemeinde-Vorstande in Neu- Sandec zugekommenen Spenden: Von den Vorständen der israelitischen Cultusgemeinden: Wien fl. 530'87 (2 Sendungen), Linz-Urfahr fl. 15, Pardubitz fl. 110 (Ergebniß einer Sammlung), Mähr.-Ostrau fl. 50, Baja (Ungarn) fl. 10, Czernowitz ft. 50, Kaschau fl. 50, Debreczin fl. 5, Göppingen Mark 10, Synagogengemeinde Myslowitz Mark25, von Sr. Ehrwürden Dr. A. Salvendi Rabbiner Dürkheim Mark 50, von Sr. Ehrwürden Dr. M. Goitein, Rabbiner in Nachod fl. 70 (Sammlung), von Herrn I. Lederer, Meiningen Mark 20, vom Talmud Thora-Bethausverein, Wien, VI., Stumpergasse 42, fl. 41, vom Spar- und Creditvereine in Rzeszow fl. 40, von Frau Witwe Brunner Hohenems, Vorarlberg fl. 5 und 1 Kiste Wäsche, von Herrn Siegmund Löwy, Hotzenplotz, 1 Kiste Kleider und Wäsche, von Helena Ernst und Bertha Löwy, Hotzenplotz, aus deren Sparbüchsen 5 Kronen, von Herrn S. Karplus in Berlin und Herrn Siegmund Löwy 3 Kronen. Zusammen ö. W. fl. 976'87 Mark 105 und 8 Kronen. Mit den vorher ausgewiesenen Beträgen fl. 4823 92 ö. W., Mark 105, Kronen 8. Neu-Sandec, 22. Mai 1894. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. Ferner sind der „Oesterr. Wochenschrift" an Spenden zugekommen: Von N. N. fl. 3, von R. I. K. in W. fl. 3, von Gers. Wolf in Widach-Falgendorf fl. 4; von Jg. Rosenzweig in Rosenberg fl. 2. Prag. Die durch ihre Wohlthätigkeit bekannte Fabrikantens- und Realitätenbesitzerswitwe Frau Betty Lasch geb. Teller, eine Schwester des vor Kurzem verschiedenen Fabrikanten Herrn Wilhelm Teller und Mitinhaberin der Firma „Michael B. Teller" in Prag und Kuttenberg, wurde mitten in eifriger

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