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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-05-18 · 20 (18.5.1894) · page 21

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
20 (18.5.1894)
Date
1894-05-18
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Seite 400 Veyerreichische Wochenschrift Nr. 30 staatsgefährliche „jüdische Demonstration'' von Bukarest oder gar vom Auslande aus inscenirt worden wäre. Da dieser ihm darauf keinen Bescheid geben konnte, so mußte er ihm wenigstens die Namen der dortigen Gemeindevorsteher angeben. Angesichts solcher allen menschlichen Gefühle hohnsprechenden Grausamkeiten der rumänischen Nachkommen Pharao's, besitzen dies e no ch die eis erne Stirne, über die angebliche Bedrückung der Rumänen in UngarnDemonstrationenzuveran st alten. Den rumänischen Barbaren und Tyrannen, die alle völkerrechtlichen Verträge mit Füßen treten, sind die Ungarn noch nicht freiheitlich genug! Es wird die Zeit kommen, wo Europa das Urtheil darüber zu sprechen haben wird. Vermißtes. Wie«. (Trauung.) Sonntag, am 20. Mai l. I., Uhr Nachmittags, findet im isr. Tempel I., Seitenstettengasse, die Trauung des Fräuleins Flora König mit Herrn Sigmund B i l l i tz e r statt. Wien-Ottakring. Donnerstag den 24. Mai l. I. 2 Uhr Nachmittags, findet im isr. Tempel Ottakring, Hubergasse 8, die Trauung des Herrn Felix Diamant, Chef der Firma Brüder Diamant, mit Frl. Irma Trnka, Tochter des Präses der Chewra-Kadischa Herrn Bernhard Trnka, statt. / St. Wien. (Verlobung.) Herr Friedrich Duschinsky in Preßburg hat sich mit Fräulein Hermine Steiner, Tochter des Gutsbesitzers Steiner aus M e r a s i tz, verlobt. Wien. (S p a r k ö r b ch e n.) Das Ergebniß des letztjährigen Sparkörbchen-Vereines des israelitischen Blinden-Institutes in Wien, gegründet von Frau Cäcilie Adler, von Letzterer in Gemeinschaft mit den Frauen Amalie Benedict und Fanni Bücher mit großer Sorgfalt und Mühewaltung überwacht, zeigt ein sehr erfreuliches und dankenswerthes Resultat, indem über 6000 fl. an Spenden abgeliefert wurden. Wir wünschen den hochherzigen Frauen, daß es ihnen gegönnt sein möge, noch lange Jahre eine gleich humanitäre und ersprießliche Thätigkeit entfalten zu können. Wie«. („Ferienheim".) Als Gründer sind dem Verein für Israelitische Feriencolonien beigetreten: Herr Heinrich Lothringer fl. 100. Herr D. Berl fl. 100. Wien, 10. Mai. Der Einzelverein Wien des Colonisations- Verbandes „Zion" hielt am 7. d. M. seine Generalversammlung ab. Derselbe entwickelt sich, Dank der Thätigkeit des rührigen Obmannes Herrn Leop. Paul Löbl, sehr schön. Dem vom Vicepräsidenten Herrn Sal. Bauer erstatteten Rechenschaftsberichte entnehmen wir die erfreuliche Thatsache, daß die Mitgliederzahl auf 165 gestiegen ist. Um einen Beweis der großartigen Leistungen der Palästina-Colonisation zu liefern, hat der Verein aus der Colonie Rischon l'Zion ein Quantum Cognac bezogen, den man fast gänzlich ausverkauft hat. Aus dem Cassaberichte entnehmen wir Saldo im November 1893 fl. 13847, Mitgliederbeiträge fl. 94, Spenden fl. 55*18. Ausgaben für Unterstützungen fl. 10, Zinsbeitrag fl. 30, Steuer, Jncassi und Porti fl. 15*66, verbleibt demnach ein Casia-Saldo pro Mai fl. 231*99. An Stelle des erledigten Schriftführerposteiis*'wurde Herr Dr. O. Kokesch gewählt. Wien. Unsere Leser wird es interessiren, zu erfahren, daß der in der „Oesterr. Wochenschrift" publicirte Roman „Fürstengunst" aus der Feder unseres geschätzten Mitarbeiters, S. Kohn in Prag, der schon unter dem Titel „Samson Wertheimer" ins Holländische übersetzt wurde, nun in Jerusalem im „Habazeleth" in hebräischer Sprache unter dem Titel: „Cheszed-Bosnim“ erscheint. Wien. (Israelitisches Blindeninstitut auf der Hohen Warte.) Die Morgensonne Pfingstmontags lockte mich bei meinem Erholungsgange in die freieren höher gelegenen Orte von Wiens schöner Umgebung und ich gelangte, dem Zuge der Menge folgend, zum Palaste der Unglücklichsten der Sterblichen, dem Hause für die Erziehung blinder Kinder, das wie ein Mausoleum für den jüngst Heimgegangenen vaterländischen Dichter L. A. Frankl diese Villengegend schmückt. In einem zierlichen mit den Bildnissen der Gönner und Wohlthäter der Blinden geschmückten Saale saßen etwa vierzig reingekleidete, wohlausfehende Knaben und Mädchen im Alter von 9—20 Jahren erwartend, was die nächsten Stunden ihnen bescheiden werden. Damen und Herren aus den verschiedenen, vornehmen Gesellschaftskreisen füllten die Plätze des geräumigen Saales und präcise 10 Uhr erschienen die Damen des Curatoriums, die Frauen Cäcilie Adler und Fanny Bacher sowie die Herren Curatoren, Präses der Gemeinde, Gemeinderath Simon und kais. Rath Dr. Wölfler, welch Letzterer als Vorsitzender im Curatorium die Leitung der Prüfung übernahm. Herr Director Heller forderte dem Programm gemäß die Zöglinge zum Gebet auf. Unter Führung des Meisters Herrn Obercantor Singer wurde in einem ergreifenden Choräle die Uebersetzung eines Psalmes vorgetragen und man merkte dem Herrn Obercantor, .welcher seit seiner Anwesenheit in Wien den Gesangsunterricht im Institute mit siegender, selbstloser Opferwilligkeit leitet, die freudige Erregung ob seiner Leistung an. Die folgende Prüfung aus der Religion bewies, daß die Zöglinge nicht Sätze, eingelernt aus einem Religionsbuche, hersagten, sondern aus der Bibel abstrahirte Lehren, welche sie durch im Originaltexte vorgetragene Stellen schöpften. Die anwesenden Herren Schulrath Dr. Gustav Kohn und Inspektor Dr. Kanitz drückten hiebei ihre volle Befriedigung aus. Die Leistungen der Zöglinge als Kopfrechner erregten allgemeines Staunen, ja Bewunderung, und als die Zöglinge dann die Methode auseinandersetzten, nach welcher sie die oft sehr complicirt scheinenden Rechnungen lösten, so begriff man es wohl, bewunderte aber noch immer das riesenhafte Zahlengedächtniß dieser Kinder. Wie sehr der eine Sinn ausgebildet werden kann, wenn der ändere zurückgeblieben ist. zeigten Proben des ausgebildeten Taft- und Gehörsinnes in wahrhaft überraschender Weise, ebenso die Antworten aus der Naturgeschichte. Nach noch einigen Gesang- und Musik-Vorträgen sprach Director Heller über die Bedeutung des Tages als Jahrestages der Begründung der Neuschule und lenkte somit zum Bortrage der Bolkshymne ein, welche mit Innigkeit und Frische gesungen wurde. Nachdem der Vorsitzende Dr. Wölfler den Zöglingen als Resultat der Prüfung die volle Zufriedenheit ausdrückte, dem Director und dem Lehrkörper für die außerordentlichen Leistungen und den zahlreichen Gästen für ihre Theilnahme wärmstens gedankt hatte, wurde die Prüfung geschlossen und in dem reichlich ausgestatteten Ausstellungsraum der Schülerarbeiten konnte man noch begeisterte Urtheile über das eben Gehörte und Gesehene vernehmen. Wien. Der Finanzminifterial-Beamte Herr MoriZ Weiß mann ist auf sein Ansuchen aus Gesundheitsrücksichten in den zeitlichen Ruhestand versetzt worden, bei welcher Gelegenhenheit ihm seitens des Finanzministeriums die Anerkennung für seine zur vollsten Zufriedenheit geleisteten Dienste ausgesprochen wurde. Derselbe hat mit seinem Schwager, Herrn D. S. Hornst e i n, erblicher Ehrenbürger des russischen Reiches, ein Sohn des seligen Jacob Josef Hornstein aus Korec, Vokynien, dessen humanitäres Wirken und außerordentliche Wohlthätigkeit in Rußland, Galizien und Bukowina ihm einen rühmlichen Namen gemacht haben,, ein Bank-Commissionsceschäft unter der Firma Hornstein & Weißmann in Wien, I., Wipplingerstraße 18, eröffnet. Wien, 15. Mai 1894. Der humanitäre Geselligkeitsverein „Rudolfsbund" veranstaltet am 26. Mai in Schneiders 2. Kaffeehaus im k. k. Prater unter Leitung des Herrn Jos. Pollak einen Vortragsabend mit Tanzkränzchen. Da dieses Frühlingsfest sehr animirt zu werden verspricht, ist die Nachfrage nach Karten eine sehr rege. Jglau. Nach kaum zweitägigem Krankenlager starb zu Budapest am 5. Mai im 85. Lebensjahre der vormalige Wollhändler, Herr Aron Weißen st ein. Geboren zu Pirnitz in Mähren, lebte der Verewigte bis zu seiner vor ungefähr einem Bierteljahrhundert erfolgten Uebersiedlung nach Budapest in Jglau und zählte zu den eifrigsten und strebsamsten Begründern der hiesigen Cultusgemeinde, die auch nicht selten Gelegenheit hatte, seine Meisterschaft im Vorlesen der Thora zu bewundern. Mit ungeheuchelter Religiosität verband der Dahingeschiedene Seelenadel und Herzensgüte und bewährte sich insbesondere gegen verwaiste Kinder als ein väterlicher Freund, dem keine Mühe zu groß schien, wenn es galt, das Lebensglück derselben fördern zu helfen. An seiner Bahre trauern neben seinen Kindern. und Anverwandten zahlreiche Freunde, die ihn wegen seines makellosen Charakters und seiner persönlichen Eigenschaften

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