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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-05-18 · 20 (18.5.1894) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
20 (18.5.1894)
Date
1894-05-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 388 Vesterrrichifche Wochenschrift Nr. 30 * Wenn man uns den Besitz des rumänischen Status auf Grund derselben Erwägungen, wie sie für andere Eingeborne gelten, nicht gewährt, obgleich wir willig alle Pflichtendem Lande gegenüber erfüllen und auch Militärdienst leisten, was von jeher als Kriterium d er Staatsang e Hörigkeit angesehen wird, so ist es zum Mindesten billig, daß man uns die Eigenschaft des „Eingebornen" anerkennt, was uns früher nie bestritten wurde. Der unvergeßliche C. Boerescu hat als Repräsentant des Cabinetes, dem er angehörte, folgende im Grünen Buche von 1880—1881 enthaltene Erklärung abgegeben: „Ich will einem Einwand begegnen: Werden die Juden, die nicht sofort die Naturalisation erlangen werden, Fremde bleiben? Nein! Sie werden bleiben, was sie immer waren — rumänische Unterthanen." In B ezug auf unsere obigen Auseinandersetzungen ersuchen wir Sie daher, zu bewirken, daß ein Jnterpretationsgesetz geschaffen werde, in welchem specisicirt wird, daß unter der Bezeichnung „Fremde", welche in den verschiedenen bestehenden Gesetzen vorkommt, blos Jene verstanden werden, welche Unterthanen eines anderen Staates sind. Diese Interpretation zu Gunsten der einheimischen Juden wäre um so gerechter, als sie in Folge ihrer in den nationalen Schulen erworbenen Bildung, in Folge der engen gesellschaftlichen Beziehungen zu ihren christlichen Mitbürgern, mit dem rumänischen Volke durch Sprache, Bestrebungen und Gebräuche vollständig assimilirt sind und zu dem Gedeihen und dem Ruhme des gemeinsamen Vaterlandes beitragen können, wie sie dies in dem Kriege für die Unabhängigkeit und bei anderen feierlichen Anlässen bewiesen haben. Genehmigen Sie den Ausdruck unserer hohen Achtung und Werthschätzung: Die Telegirten des Cougreffes des „Allgemeinen Verbandes der einheimischen Inden". Der Centralausschuß: I. Diamandescu, CH. S. Weinstock. Die Section „Central" (Bukarest): Josef Weißberg, Jacques I. Catz, Ingenieur, M.'Schwarzfeld. Die Section „Zo rite" (Jassy): Carol Kaufmann, CH. Heilpern, O. H. Rolling. Die Section „Dunarea" (Braila): George Rosenzweig, Jg. Wechsler. Die Section „Dorobantzul" (Galatz): M. Schwarz, S. Bernstein. Die Section „Oftasul" (Verlad): Charles Jacobovici. Die Section „Venatorul" (T.-Trumos): Isidor Goldenberg. Die Section „Drapelul" (Fokschani): M. H. Marcus. Die Section „Sperantza" (Buzeu): Leon Rosenberg. Die Section „Patria" (Bacau): S. Hertzan. Die Section „Tr ajan" (T.-Severin): L.H. Mvntoreanu. Die Section „Oftasul" (Vaslui): R. Lazar, I. Segal. Die Section „Gpanicerul" (Saveni): Marcus Löbel. Die Section „Artilleria" (Bucecea): M. Chefner. Die Section „Mihai Viteazul" (Mihailani): M. Liontescu. Die Section „Venatorul XVIII." (Ploiesci): Dr. Marcovici. Die Section „Rosiorul" (Stefanesci) Ab. Saiovici. Der rumänische Domänenminister Peter Carp über die rumänische Iudenfrage. (Aus dessen anläßlich der Debatte über das neue Schulgesetz in der Sitzung der rumänischen Deputirtenkammer am 16. Februar 1893 gehaltenen Rede.) Meine Herren, bei dieser Gelegenheit ist die Fremdenfrage aufgeworfen und die Judenfrage zur Verhandlung gebracht worden. Ist heute der geeignete Augenblick, diese Frage zu verhandeln oder nicht? Ist heute der geeignete Augenblick, diese Frage zu lösen oder nicht? ... Ich weiß es nicht. Aber die Frage ist gestellt worden; ich muß sprechen und ich werde sprechen. Vor Allem, meine Herren, wollen wir von den Fremden im Allgemeinen sprechen und dann von jeaicr Kategorie der bei uns zahlreicheren Fremden, welche Juden heißen. Meine Herren, ich bin auf etwas stolz, nämlich darauf, daß ich glaube: Rumänien ist auf der Dalkanhalbinsel ein Culturcentrum, welches nach auswärts Strahlen wirft; ich besitze den Stolz, zu glauben, daß wir hier das erste Volk sind, daß keines von unseren Nachbarn uns übertreffen wird und daß die Civilisation von uns zu jenen, nicht aber von jenen zu uns sich ausbreiten wird. Durch welches Mittel kann man dies erreichen? Durch welches Mittel kann dieser Einstuß aufrecht erhalten werden? Einzig und allein durch die Verbesserung unseres Schulwesens, indem wir dasselbe zu einem Ideal für die Nachbarvölker machen und indem wir, wenn die Schulen einmal so weit sind, den Nachbarn die Möglichkeit gewähren, herzukommen und hier von uns Cultur anzunehmen, welche dort einzuführen vielleicht die ungünstigeren Umstände verhindert haben. (Beifalls Und dann, wenn Sie die allgemeine Ausschließung anwenden, wenn Sie erklären, daß kein Fremder unsere Schule besuchen soll — denken Sie denn nicht daran, daß vielleicht auch die Fremden sagen werden: „Wenn die Rumänen uns ausschließen, warum sollten wir nicht auch sie aus unseren Schulen ausschließen?" Und wir dürfen nicht vergessen, daß wir als Fremde in fremdes siand gegangen sind, um die Cultur zu holen, die wir jetzt besitzen; denn wir hatten keine im Lande. Und nun wollen Sie in unverständiger Undankbarkeit, daß wir das, was wir von den Fremden erhalten haben, anderen Fremden verweigern? Wie, wir sollen von Anderen lernen, Andere aber nicht von uns? Und wenn wir uns gegen Solches sträuben, behaupten Sie, dies sei unpatriotisch, dies sei fast eine hochverrätherische Handlung. (Beifall.) Was ist das für ein Verhalten? Ich will das von Herrn Aslan angewendete Wort „barbarisch" nicht gebrauchen, aber etwas will ich sagen: Diejenigen, welche so urtheilen, sind sich weder der Mission Rumäniens, noch der dem rumänischen Volke innewohnenden Kraft bewußt. Wie, meine Herren? Sie reden in geschwollenen Phrasen, jeden Augenblick haben Sie in Ihrem Mund: „Der Rumäne ist schön — der Rumäne Ist stark — der Rumäne ist intelligent — der Rumäne stammt nicht nur von Trajan ab, sondern er hat auch alle Vorzüge dieses großen Kaisers «'erbt" und dann, nachdem Sie in dieser Aufschneiderei geschwelgt haben, dann erschrecken und glauben Sie, daß ein Fremder, sowie er in unsere Schule eintritt, die rumänische Gesellschaft gefährden wird! Und das, was damals nicht erreicht werden konnte, als so viele Völker durch dieses Land zogen; das, was damals, als die Türken und Tataren in das Land einfielen, nicht zu Wege gebracht werden konnte.... glauben Sie, daß ein Fremder, der heute unsere Schule besucht, unser Volk, von dem Sie mit so viel Stolz sprachen, entnationalisiren wird?" Nun denn! Bei mir ist der Stolz nicht im Munde, er ist im Herzen; ich bin davon überzeugt, daß wir

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