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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-05-11 · 19 (11.5.1894) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
19 (11.5.1894)
Date
1894-05-11
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 380 Oesterreichifttze Wochenschrift Nr. 19 schmid und Stadtrath Stiaßny, die Gemeineräthe Dr. Mittler und Dr. Alfred Stern, kaiserlichen Rath Friedrich Pollak, die Cultusvorsteher: Jacob Brandeis, Salo Cohn, Moriz Karpeles, Wilhelm Pollak und Dr. Ad. Stein, den Präsidenten der türkisch-israelitischen Gemeinde Licco Adntt, die Obmänner der Tempelvereine im IX.- und XI. Bezirk, kaiserlichen Rath Dr. Wölfler, Dr. Wahrmann, Dr. Max Neuda mit zahlreichen Vertretern des Advocatenstandes, Architekten Marmorek u. A. (Ernennungen und Beförderungen.) Docent Dr. Prizbram wurde zum außerordentlichen Professor ernannt. Der Finanzminister hat den Finanz - Obercommissär Dr. Fried in Olmütz zum Finanzrath ernannt. Es ist dies die erste Beförderung eines Juden in die siebente Rangsclasse bei der Finanzbehörde. Für das aus Anlaß des Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers zu erbauende Kaiser Franz Josef- Waisenhaus in Mährisch-Ostrau haben di; Herren Wilhelm und David Ritter von Gutmann fl. 25.000 gespendet. Wien. („Ferienheim".) Als Stifter sind dem Verein für Israelitische Feriencolonien beigetreten: Herr Nathaniel Freiherr v. Rothschild fl. 1000, Herr Jacob Adler fl. 500, Herr Wilhelm Ritter v. Guttmann fl. 300, Herr Rudolf Auspitz und Co. fl. 30). An Spenden sind eingegangen: Von Herrn Emil Gerstl fl. 2, von Frau Dr. Kanitz fl. 2, von L. H. (anonym) fl. 4. Wien. (Todesfall.) Allgemeine Theilnahme erregt der Heimgang der Frau Babette Suschny, Gattin des Herrn Salomon Suschny, welche vor wenigen Tagen an einer Lungenentzündung verschieden ist. Die Dahingeschiedene war ein Muster edler Weiblichkeit und aller häuslichen Tugenden, welche mck stets offener Hand reiche Wohlthaten übte und auch außerhalb ihres engeren Freundes- und Bekanntenkreises sich der höchsten Werthschätzung erfreute. An der Bahre trauert ein liebevoller und aufopfernder Gatte, mit dtin sie durch mehr als ein Menschenalter Freud und Leid getheilt hatte, trauern ein Sohn und eine Tochter, welche mit schwärmerischer Liebe und Verehrung an der Mutter hingen. Die Verstorbene war der Mittelpunkt eines selten schönen und innigen Familienlebens, von welchem auch die wahrhafte und tiefempfundene Trauer des Schwiegersohnes Herrn Max Hannover Zeugniß ablegt. Wien. Im israelitischen Blindeninstitute „Hohe Warte" findet die Prüfung der Zöglinge am 14. d. M., 10 Uhr Vormittags, statt. Lomnitz, 2. Mai. Am 29. April d. I. fanden hier die Wahlen in die Vertretung unserer Cultusgemeinde statt. Es sind dies die ersten Wahlen, die seit dem Inkrafttreten des Gesetzes „Zur Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der Israeliten" vorgenommen wurden. Diesem Umstande ist auch wohl die lebhafte Betheiligung an derselben zuzuschreiben. Denn auch viele auswärtige Mitglieder traten an die Wahlurne heran. Denn statutengemäß zerfallen die Wahlberechtigten in zwei Wahlkörper und hat der Wahlact mit dem II. Wahlkörper zu beginnen. Das Ergebniß des Scrutiniums war, daß dieser Wahlkörper seine Stimmzettel in überwiegender Mehrzahl für die Herren D. Mandler, Josef Fischer, David Zeisel und Ignaz Skutezky abgab. Der erste Wahlkörper brachte wieder sein Vertrauen den Herren Albert Kellner, Siegfried Zeisel, Schiller und Moritz Liebesny entgegen. Die endgiltige Constituirung kann jedoch erst acht Tage nach erfolgter Wahl vor sich gehen. Mähr.-Kromau. (Rabbinerwahl.) Herr Dr. Lazar Weschler aus Sereth (Bukowina) ist zum Rabbiner für Mähr.-Kromau gewählt worden. Svetla. Bei der gestern stattgehabten Nmwahl, wurden tn den Ausschuß der isr. Cultusgemeinde gewählt, die Herren: Ludwig Müller, Moritz Herrmann, Gustav Müller, Adolf und Josef Herrmann. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Herr Ludwig Müller, der bereits an 12 Jahre als Cultusvorsteher fungirte, abermals als solcher gewählt werden wird. Meran, 18. April. Herr I. Wassermann aus Jassy hat zum Andenken an seine hier verstorbene Schwester dem Asyl für jüdische Curgäste in Meran d'e namhafte Spende von 10.000 Francs zugewendet. Darmstadt, 26. April. Gegen das Urtheil der Strafkammer, durch das die Vorstandsmitglieder des antisemitischen Reformvereines von der Anklage der Beleidigung der hiesigen jüdischen Gemeinde freigesprochen wurden, hat die Staatsanwaltschaft das Rechtsmittel der Revision eingelegt. Hannover. Zum Director der hiesigen Lehrerbildungsanstalt wurde an Stelle Dr. Kroner's der Rabbiner Dr. L. Knoller aus Breslau gewählt. Nom, 29. April. Die Directorin der israelitischen Kleinkinderschule, Fräulein Finzi, hat vom Ministerium des Unterrichtes die silberne Medaille als Anerkennung für ihre Leistungen auf dem Gebiete der Pädagogik erhalten. Nom. König Humbert empfing einen Sendboten aus Jerusalem, der Italien bereist, um Gelder zu sammeln behufs Unterstützung der aus Marocco eingewanderten Juden, die in Palästina eine Colonie gründen. Der König spendete zu diesem Zwecke 5000 Lire. London. Herr Oberlieutenant Goldschmidt, Israelit, derselbe, der dem Baron Hirsch in der Regelung der Angelegenheiten der nach Argentinien eingewanderten russischen Familien behilflich war, wurde zum Obersten (Colonel) des 41. Regimentsdistr cts in Cardiff ernannt. Diese Ernennung enthält die Hauptbeförderung zum Range eines Obristen in der englischen Armee. Chicago, 8. April. Frau Max Rosenthal hat 100.000 Dollars zur Vertheilung an das Hospital Michael Reese, das israelitische Handwerker- und das israelitische Waisenhaus in Cleveland gespendet. Blümchen. Erzählung von A. S t e i », Rabbiner, Sobieslau. II. Die Judengemeinde der Stadt T.... sch ist sehr zahlreich und war vor 50 Jahren sehr wohlhabend und streng religiös. Hier hoffte die Familie Schamsche Koppel und Sohn auch gute Geschäfte zu machen. In einer solchen Gemeinde werden jederzeit Zizis, Tefilin und - Mesusos gebraucht und gekauft, und nachdem die Familie hier gut gekannt und gut gelitten war, konnte sie mit einiger Zuversicht auf ein gutes Geschäft rechnen. Das Hotelwesen war zur Zeit unserer Erzählung nicht auf jener Stufe der Entwicklung, wie dies heute der Fall ist, der Jude der damaligen Zeit, insbesondere der religiöse konnte und durfte diese Wirthshäuser nicht aufsuchen. Jede größere israelitische Gemeinde hatte daher eine eigene Herberge für durchreisende arme und minderbemittelte Israeliten, die hier unentgeltliche Unterkunft fanden und theils selbst die Speisen bereiten konnten oder selbe für ein Geringes vom Herbergsvater kaufen konnten oder wie dies bei den Armen der Fall war, umsonst von den einzelnen jüdischen Familien erhielten. Nicht immer waren diese Herbergen auch Muster von Reinlichkeit. Als Schamsche mit seiner Familie in T. . . . sch ankam, ging er geradenwegs in die Herberge, wo er bereits gut bekannt war. Hier war bereits eine größere Gesellschaft beisammen, auf sein freundliches Scholanm alechem, kam es von allen Seiten Scholanm und bornch habbo reb Schamsche, entgegen. Das Mobiliar dieser Herberge war, seinem Zwecke entsprechend, höchst einfach, ein großer, grob gezimmerter Tisch und mehrere dicke Stühle um denselben, ein großer Kachelofen und um ihn herum Bänke, an der Wand ein Misrach, auf der Erde ein Strohlager zum Schlafen und das Inventar ist erschöpft. Das Zimmer selbst war zwar groß, licht, aber niedrig. An dem großen Tische saß eine Gesellschaft jüngerer Männer, die sich die Zeit mit Kartenspiel vertrieben, während die älteren kränklichen Männer das Strohlager ausgesucht halten und die Weiber sich mit dem Ausbessern der zerrissenen Kleider und Wäsche beschäftigten. Es war Abend und in der Stube bereits finster, da entstand darüber Streit, wer die Beleuchtung besorgen solle. Die meisten wollten, daß die Kartenspieler dies thun sollten, diese wieder schoben es auf die Flickerinnen und diese bürdeten dem Hauswirthe die Verpflichtung auf. Nachdem nach langem Streiten keiner sich herbeilassen wollte, eine Kerze zu kaufen, erhob sich ein kleines bärtiges Männchen, zog einen Wachsstock aus seinem Zwergsacke, zündete ihn an, stellte ihn neben sich auf die Bank und begann in einem kleinen Buche zu blättern, er recitirte die Psalmen. Die Kartenspieler riefen ihm zu: „Reb Mordeche stellt Euer Licht auf den Tisch, damit wir auch sehen können, Ihr seid ja sonst ein Chosid und thut gerne gute Werke." „Die Pestilenz über Euch, Ihr Belials Söhne", erwiderte Reb Mordeche. „Habet Ihr auch schon das Abendgebet der«

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