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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-05-11 · 19 (11.5.1894) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
19 (11.5.1894)
Date
1894-05-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Senr 374 Deflrrrriltziphr Wmtzenschrtfl Nr. 19 großherzigen Stifter und Spender, welche dem jungen Vereine mit jeder Woche erwachsen, beweisen, daß seine Bestrebungen nicht nur der allgemeinen Sympathie begegnen, sondern daß er als eine unbedingte Nothwendigkeit (analog mit Ihrer Auffassung) anerkannt wird. Der Verein „Ferienheim" will es aber nicht nur bei der Feriencolonie allem bewenden lassen; sein Streben geht dahin, es so weit zu bringen, ein eigenes „Ferienheim" zu erbauen, welches während des Schuljahres ein Reconvalescentenheim für arme Kinder nach überstandener Krankheit werden sollte. Es ist eine große Aufgabe, die aber, so Gott will, durch edle Menschen in nicht zu ferner Zeit gelöst werden kann. Ich hoffe, Ihnen, geehrter Herr, in dieser wenn auch kurzen Darstellung, doch ein klares Bild unserer Feriencolonie entworfen zu haben, wobei ich den Wunsch hege, speciell dem „Kinderfreunde" durch Vorführung des Fertigen, das seinem Geiste bisher nur als idealer Wunsch vorschwebte, eine aufrichtige Freude bereitet zu haben. Erlauben Sie mir nun auf das Thema, an das Sie Ihre Ausführungen anknüpften, zurückzukommen. Der Verein für israelitische Feriencolonien existirt, aber er bedarf des fortwährenden regen Interesses von Seite des Publicums, damit er seine Thätigkeit immer mehr erweitern könne zu Nutz und Frommen der leidenden, armen jüdischen Kinder. Es gibt aber auch gesunde arme Kinder, denen nicht minder eine Fürsorge zu theil werden sollte. Wieviele arme Witwen, denen der Ernährer durch den unerbittlichen Tod entriffen worden, bleiben existenzlos mit unversorgten Kindern zurück, die dem Elende, der Verkümmerung nach jeder Richtung vreisgegeben sind! Die armen leidenden, die armen gesunden Kinder wären zwei gleich würdige Zwecke, auf welche der Wohlthätigkeitssinn derjenigen gelenkt werden möge, welche ihrer Pietät für einen verehrten, geliebten Todten, durch kostbare Blumenspenden Ausdruck verleihen wollen. Hochachtungsvoll Antonie Graf Schriftführerin des „Ferienheim", Verein für israel. Feriencolonien. An unsere Glaubensgenossen! Durch das im vorigen Jahre erlassene Gesetz, betreffend den Elementar-Ünterricht, werden die Kinder fder rumänischen Israeliten thatsächlich von den öffentlichen Schulen ausgeschlossen. Wohl bestimmt jenes Gesetz, dass diese Kinder gegen Entrichgung eines Schulgeldes nach Massgabe der verfügbaren Plätze Aufnahme finden können; allein da laut amtlicher Feststellung gegen 400.000 schulpflichtige Kinder griechisch-orthodoxer Rumänen wegen Mangels an Schulgebäuden und geeigneten Lehrkräften bis jetzt keinen Schulunterricht gemessen konnten und im Sinne des neuen Gesetzes der Staat in erster Reihe für diese Sorge tragen soll, so ist es einleuchtend, dass für die Kinder der rumänischen Israeliten in absehbarer Zeit kein Raum in den öffentlichen Schulen vorhanden sein wird. Das Gesetz spricht allerdings nur von »Fremden«, doch werden bekanntlich sämmtliche rumänische Israeliten — mit Ausnahme weniger naturalisirter Personen — als Fremde, oder besser als Heimatlose betrachtet, dagegen hinsichtlich der Pflichten den christlichen Vollbürgern gleichgestellt. Wie sie im Nationalheere ohne Recht aut Beförderung und ohne dadurch ihre Qualität als Fremde zu verlieren, dienen müssen, so werden ihnen jetzt die staatlichen Schulen verschlossen, zu deren Erhaltung sie als Steuerzahler gleich den christlichen Rumänen beitragen. Mehr als zehntausend Kinder werden auf diese Weise von den Schulen ferngehalten und der geistigen und sittlichen Verwilderung preisgegeben. Israel würde seine glorreiche Tradition verleugnen, wollte es gestatten, dass dieses Gesetz sein Ziel erreiche! Nein, was der Staat uns versagt, die Mittel für den Unterricht und die Bildung der Kinder, das müssen wir aus eigenen Mitteln, das soll die private Wohlthätigkeit aufbringen!.&-_ Wir haben deshalb den „Juriisph - RnTnäniKfihfm SellUlvereilL“ in’s Leben gerufen, der sich zur Aufgabe stellt, überall im Lande Schulen zu errichten, in welchen die jüdischrumänischen Kinder zu sittlichen Menschen ausgebildet, zu nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft erzogen werden sollen. Seitens unserer rumänischen Glaubensgenossen findet der »Schulverein« die lebhafteste Sympathie und aufopferndste Unterstützung. Doch reichen die eigenen Hilfsquellen beiweitem nicht aus, um der grossen Aufgabe gerecht zu werden, und müssen wir deshalb die Hilfe unserer Glaubensbrüder aller Länder anrufen. Glaubensgenossen! Es gilt, für Tausende von Kindern zumeist armer Eltern die Segnungen des Unterrichtes zu sichern, sie der geistigen Nacht zu entreissen und vor sittlichem Verfall zu Schützern Für dieses grosse moralische Rettungswerk, an dem mitzuarbeiten der Edelsten und Besten werth ist, erbitten und erwarten wir Euere hochherzige Hilfe, Von Euren edlen Spenden unterstützt und von Eurer] Sympathie getragen, wird dieses herrliche Werk, dem wir unsere besten Kräfte weihen wollen, züm Wohle unseres Vaterlandes und zur Ehre Israels gedeihen! Das Executiv-Comite: Präsident: Br. Ad. Stern, Vicepräsidenten: Bavid Gabriel und Hermann Hornstein; Cassier: Moritz Hornstein; Mitglieder: Br. M. Beck, Br. A. Blumenfeld, Br. B. Grünberg, Adolf Solomon, Josef Stern, Sam. A. Zentier und I. B. Bally; Schriftführer. Das Central-Comite: Ber Orden B’nai B’rith (Grossloge Zion Nr. 9.) Verband der einheimischen Israeliten durch Jaques I. Katz und Jean Diamandescu, Solomon I. Haifon, Moritz Blank, I I. Schönfeld, F. A. Focschaneanu {Bukarest). — Dr. Hilarius {Bacau). — Max Juster (Berlad). — Dr. I. Inger (Braila). — Ad. Wahrmann, Maurice Abramovitz, Mendel Ornstein, I. Spanier, Naftaiy Freifeld (Botoschani). — Dr. Grün (Buzeu). — Samuel Jonas (Borohoiu). — Isidor Soldner (Falticeni).*— Dr. Klang (Focschani).— Josef B. Brociner {Galatsi). — H. Tiktin, Dr. Leo Rosenthal, Dr. Sherman Unter, Carol Unter (Jassy). — Moise I. Juster, B. Samsony (Piatra N.) — Max I. Schapira (Ployeschti). — Janen Gross, Isac Avram (Boman). — Mayer Marcus (T. Severin). - Mittheilungen und Beiträge sind zu richten an den Schriftführer: Herrn J. D. Bally, Strada Israelita No. 13, Bukarest. STATUTEN DES RUMÄNISCH - JÜDISCHEN SCHUL-VEREINES. ZWECK § 1. Der rumänisch-jüdische Schulverein hat den Zweck, jüdischen Kindern, Knaben und Mädchen, in Rumänien, eine sittliche und religiöse Erziehung in Volks- und Gewerbeschulen zu verschaffen, durch: 1. Successive Gründung von Primär- und Gewerbeschulen in Ortschaften mit wenigstens hundert schulpflichtigen, jüdischen Kindern. 2. Gänzliche oder theil weise Entrichtung der Schulgelder für die armen Kinder, welche die öffentlichen Staatschulen besuchen 3. Die möglichst baldige Gründung einer Normalschule, behufs Ausbildung von Lehrern für die von dem Vereine gegründeten oder unterstützten Schulen. 4. Unterstützung der bereits bestehenden jüdischen Schulen. ORGANISATION. § 2. Der Verein hat vier Arten von Mitgliedern: Ordentliche Mitglieder, Gründer, Patrone und Propagateure (Förderer'. § 3. Ordentliches Mitglied ist derjenige, welcher den Minimal-Beitrag von Lei 6 jährlich entrichtet; die Beitragszahlung . verleiht die Eigenschaft eines ordentlichen Mitgliedes nur für das laufende Jahr. § 4. Patron ist derjenige, welcher ein für allemal Lei 100einzahlt. ■ tir mlTi i i ..

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