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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-04-26 · 17 (26.4.1894) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
17 (26.4.1894)
Date
1894-04-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Vesterrrichischr Wochenschrift Sette 329 Nr. 17 ihn einige zum Zuchthaus, andere sogar zum — Galgen! (Heiterkeit.) Zum Glücke für ihn hänge man in Nürnberg Keinen, so lange man ihn nicht habe." (Erneuerte Heiterkeit.) „Daß der Talmud das Tödten von Christen erlaube, sei zweifellos wahr, aber auch vollkommen begreiflich, da der Messias von den Juden erst erwartet werde, so hoffen sie auf eine Zeit, da es dann nur lauter „Auserwählte des Volkes Gottes", lauter Juden geben werde — sie hätten also keinen Scrupel, einen oder den anderen Christen zu tödten, zumal sie die Christen für einen Theil jener kanaanitischen Völker halten und betrachten, deren Ausrottung Jehova anbefohlen habe." „Der Haß der Juden habe sich ursprünglich gegen das römische Reich gerichtet, dann gegen das heilige römische Reich, und jetzt, da dieses nicht mehr bestehe, gegen die nichtchristlichen Regenten." Daß diese Lügen, welche Herr Deckert dem Meineideanonieus Rohling nacherzählt, eine reine Erdichtung sind, wurde bereits vor dem k. k. Wiener Landesgericht durch beeidete christliche Zeugen nachgewiesen. Nein, derlei Stellen von der Tödtung des Andersdenkenden und Andersgläubigen findet man allerdings bei Theologen, aber nicht im Talmud. Solche Theorien lehrten bekanntlich- -Konsiszirt.- Konfiszirt. Konsiszirt. -haben in Alexandrien die berühmte PhilosophinHypatia, die Tochter des Mathematikers Th e o n, mit einer wüthenden Grausamkeit umgebracht. Zur Fastenzeit rissen die-dies herrliche Weib aus ihrem Wagen, zogen sie nackend aus und schleppten sie wie ein Opferlamm in die Kirche. Hier ermordete man sie auf die grausamste Meise: GesinnungsgenossendesPfarrer Deckert kratzten ihr mit Muscheln das Fleisch von den Knochen und warfen die noch zuckenden Glieder in's Feuer. Noch unter Karl Theodor von Baiern predigte der Karmeliter F. DamascenuS in München: — Konfiszirt. Um dieses Capitel ausführlicher zu behandeln, müßte die „Oesterreichische Wochenschrift" die Preßfreiheit des Deckert'schen „Sendboten" genießen! * * Israels Antwort. Gegen kein Volk auf Erden, schreibt ein jüdischer Gelehrter wörtlich, werden die einfachsten Begriffe der Menschenwürde in so barbarischer Weise verletzt, wie gegen das israelitische. Israelis Religion wird von der Lieblosigkeit entstellt bis zur Unkenntlichkeit. Israels Sitten, Bräuche und Einrichtungen wurden und werden verlacht und verspottet; für Judm hat man anderes Maß, anderes Gewicht, anderes Recht und Gesetz; gegen Juden war und ist Alles erlaubt! Und mitten in dieser Barbarei, welche das Judenthum zum Hasse gegen seine unbarmherzigen Dränger und Drücker zu dressiren scheint, hat es seine sittliche Würde bewahrt, die Reinheit seiner Lehre vor Entstellung geschützt, die Idee der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit immer schärfer ausgeprägt. Mitten unter dem alten heidnisch-römischen Drucke rief ein jüdischer Weiser aus, als er in den Psalmen (125, 4) „erweise Gutes, o Gott, den Guten und denen, die redlichen Herzens sind", gelesen hatte: Der Psalmist betet hier nicht für Priester, Lewiten und Israeliten, sondern für jeden Menschen ohne Unterschied des Stammes, der gut und redlich ist. (siphra Achre.) Als der Prophet Elias, erzählt der Midrasch, unter arabischen Verfolgungen, einst einen jüdischen Kaufmann traf, sprach er zu ihm: Mein Sohn, die Schrift gebietet: Du sollst deinen Nächsten nicht bedrücken (Leo 19. 13); dein Nächster aber ist jeder Mensch, wenn er auch nicht deinem Stamme oder deinem Glauben angehört. In dem Frühlings-Monate vor 798 Jahren entbrannte ein heftiger Religionskampf zwischen Abend- und Morgenland. Zahlreiche Horden zogen von Frankreich aus über den Rhein durch Deutschland, Böhmen, Oesterreich, Ungarn und Italien nach Palästina. Bevor sie noch einen Feind sahen, bevor sie noch auf dem Kampfplatz? waren, erprobten sie ihren Heldenmuth an wehrlosen Juden, an Greisen und Kindern, plünderten jüdische Gemeinden, mordeten Jung und Alt, begruben Menschen lebendig, entweihten Synagogen, zerrissen Thorarollen, und als sie drei Jahre nachher Jerusalem eroberten, erschlugen sie zehntausend Juden im Tempelhof, so daß die Rosse, wie ein nichtjüdischer Chronist erzählt, im Blute schwammen. In jenen schrecklichen Tagen schrieb R. Tobia bar Elieser aus Mainz, der Augenzeuge jener Gräuelscenen war: Israel betet für das Heil der Regierungen und für das Wohlergehen der Völker, es flehet zu Gott um Thau und Regen für Länder, die so grausam gegen dasselbe sind. (Lekach tow.) R. Mose aus Coucy erzählt in jenem Jahrhundert, in welchem man die Jüdin in Frankreich drückte und verfolgte: Ich habe denselben gepredigt, daß Diejenigen, welche Nichtjuden belügen oder von ihnen etwas entwenden, den Namen Gottes entweihen, indem sie die irrige Behauptung veranlassen, Israel hätte seine Thora aufgegeben. (Smag. 430, 2.) Einst rief Kaiser Hadrian dem Rabbi Josua ben Chananja zu: „Das ist doch ein merkwürdiges Lamm, das in der Mitte von siebenzig Wölfen sich zu erhalten versteht." „O nein", versetzte der ftomme Rabbi, „groß und mächtig ist der Hirte, der es errettet und dessen Feinde zerschmettert." Dies hat auch der Prophet verkündet, indem er im Namen Gottes sprach (Jes. 54, 17): „Jede Waffe, die gegen Dich, Israel, geschmiedet wird, zerbricht, und jede Zunge, die sich wider Dich erhebt, wird zu Schanden." (Midrasch Ester.)

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