Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 11 (1894)
- Issue
- 17 (26.4.1894)
- Date
- 1894-04-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 328 Oestrrrrdtzischr Wochenschrift Nr. 17 müssen und daß man ihnen diese Abwehr nicht wird verweigern dürfen. Den richterlichen Functionären, welche das objective Verfahren handhaben, dürfte für die Dauer die. Rolle unbequem werden, einseitig immer blos den Angegriffenen, den Angefallenen, den Verletzten und Gekränkten — mit der Macht des Staates niederzuhalten und den Aufschrei. des Schmerzes zu unterdrücken. In seiner zweiten Predigt besprach Pfarrer Deckert die Erzväter und die Sitte der Kebsweiber, beschimpfte die Patriarchen, Moses, die Könige David und Absalon, indem er ihnen Allen die unerhörteste Grausamkeit, Schlechtigkeit und Schändlichkeit nachsagt, „wie sie sonst in der Geschichte aller, selbst der schlechtesten Völkernicht vorkamen". Die Erzväter sind dem Judenthum und Christenthum gleich ehrwürdige Gestalten. Was aber würde Pfarrer Deckert sagen, wenn man manche Gestalten aus der- -Konfiszirt. zuni Gegenstand öffentlicher Verhöhnung erniedrigen würde? Man brauchte ja blos historische Documente von unbezweifelter Echtheit in der Erinnerung aufzusrischen, um sehr amüsante Kapitel aus der-Konfiszirt für die Zwecke des Herrn Deckert bereit zu haben. . Die Papste des L. Jahrhunderts waren rassenreine Arier, allein was der Cardinal Baronius, ein frommgläubiger Katholik, von diesen Nachfolgern Petri erzählt, hier zu wiederholen, ist —- Konfiszirt. Der heilige Hieronymus schreibt in einem Briefe an Eustochium: Konfiszirt Basilius schreibt an Eusebius, Bischof vonSamosata: Konfiszirt In den Verordnungen des Erzbischofs Egbert von Jork (um 750) findet man Strafen festgestellt Konfiszirt. Nikolaus de C l em enz is, päpstlicher'Geheimschreiber und Canonicus der Kirche zu Langres, der als Archidiakonus zu Leseur 1440 starb, schreibt in seinem Werke: Konfiszirt König Edgar sagt in einer Rede von der englischen Geistlichkeit: Konfiszirt. Konfiszirt. Kennt Dr. Deckert vielleicht den Proceß des Bruders Cornelius Adriansen zu Brügge und die Anzahl der seinen Konfiszirt. Dem Bischof von Torrent, der Legat des Papstes in der Schweiz war erzählte man-- --„Selig sind die Unfruchtbaren." Ein Umlaufschreiben des Bischofs JgnatzAlbert von Augsburg vom 1. Llpril 1824 enthält folgende Stelle: Konfiszirt. Anfangs des 10. Jahrhundertes klagt Katharine von Verona: (Konfiszirt.) Kein jüdischer Prediger hat je gewagt, derlei Dinge auf die Kanzel zu bringen, oder für dieselben gor das gesummte Christenthum oder die katholische Kircye verantwortlich zu machen. Es ist überaus traurig und für die Sache der Religion im höchsten Maße schädlich, daß solche öffentliche Discussionen von der Kanzel aus mit Gewalt herbeigeführt werden. * * * Theologische Curiositäten. Zur Erheiterung seiner andächtigen Gemeinde gab Herr Deckert mit seiner bekannten aufgeblasenen Ignoranz eine angebliche Leseblüthe aus dem Talmud zum Besten, welche den Stempel der Lüge auf der Stirne trägt undlden Spott aller Kundigen herausfordert. „Das Gratisfest des auf dem Esel reitenden Messias", „mit dem ungeheueren Ochsen", „den schmalztriefenden Gänsen" haben die Heiterkeit der Kirchenbesucher wiederholt erregt. Herr Deckert hätte- Konfiszirt. -— ja noch von vielen . anderen schönen Sachen hätte der Prediger von Weinhaus bei der Immunität seiner Kanzel seine Zuhörer unterhalten dürfen, die wir aus preßgesetzlichen und Anstandsgründen nicht anzudeuten wagen. Namentlich- --hätte Deckert seinen Zuhörerinnen nicht vorenthalten sollen. Er hätte dann eine Blüthenlese geboten, die ihre Wirkung nicht verfehlt hätte, eine Blüthenlese von unbezweifelter Echtheit. Wo die betreffenden Stellen, die auch sonst manches Ergötzliche enthalten, zu finden sind, wird Herr Deckert vielleicht errathen. Im Talmud sind sie nicht zu finden. * * * Tödtung der Ungläubigen. In seiner sechsten Predigt verbreitete sich Pfarrer Deckert über den Christenhaß des Talmud: „Selbst einen Christen zu tödten erlaube der Talmud und die Juden hätten auch schon ihm (Dr. Deckert) das Urtheil gesprochen, denn in ihren Zuschriften verurtheilten