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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-04-20 · 16 (20.4.1894) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
16 (20.4.1894)
Date
1894-04-20
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 16 Veflrrrrirhischr Wochenschrift Sette 321 Wien. (Israelitische Cultu s ge m ei nde.) Oeffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der isr. Cultusgemeinde in Wien Mittwoch, den 25. April 1894, um 6 Uhr Abends im Sitzungssaale der Cultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock. Tagesordnung: Rechnungsabschluß pro 1893. Wien. (Oesterrei chis ch-Jsra elitis che Union.) Dienstag den 24. April 1894 findet um 1% Uhr Abends in Khuner's Restaurant, I., Schottenring 19, die diesjährige Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Mittbeilungen des Vorstandes. 2. Vortrag des Herrn Architekten Max Fleischer: „Von der Bibel und von den egyptischen Alterthümern". 3. Bericht über die Thätigkeit im abgelaufenen Jahre. 4. Neuwahl des Vorstandes. 5. Anträge und Interpellationen. Wien. „Der Einzelverein Wien des Zion-Verbandes österreichischer Vereine für Colvnisation Palästinas und Syriens" hält seine Generalversammlung Montag, 7. Mai, Abends 8 Uhr, in Robitschek's Saallocalitäten I.. Wipplingerstraße 47 ab. Tagesordnung: Rechenschaftsbericht, Neuwahlen, Eventuelles. Wien-Mariahilf. Auf Einladung des Borstandes des Talmud- Thora- und Bethansvereines, VI., Stumpergasse Nr. 42, wird Herr Samuel Austerlitz am ersten und letzten Tage Pesach predigen. Wien. (Wiener Israelitische Cultusgemeinde.) Der Rabbiner und Prediger am Fünfhauser Tempel der Wiener Israelitischen Cultusgemeinde Dr. Adolph Schnkiedl wurde, nachdem er eben 25 Jahre in dieser Stellung gewirkt hatte, in derselben Eigenschaft an den Leopoldftädter Tempel berufen. Aus diesem Anlasse fand heute um 9 Uhr Vormittags in der Synagoge zu Fünfhaus, Turnergasse, eine Jubiläums¬ und Abschiedsfeier für Dr. Schmied! statt, zu der zahlreiche Einladungen ergangen waren. Das Gotteshaus prangte in reichem Blumenschmuck; die Wiener Israelitische Cultusgemeinde war durch mehrere Vorsteher und den Secretär Dr. Lieben vertreten. Nachdem der Obercantor Jurberger mit dem Chore einen Festpsalm feierlichst vorgetragen hatre, bestieg Dr. Schmiedl die Kanzel, um seine Abschiedspredigt zu halten, die auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Nach dem Gottesdienste brachten zahlreiche Deputationen Herrn Dr. Schmiedl ihre Glückwünsche dar; die Herren Fabrikant Gottlieb Taussig und Hoflieferant Wilhelm Pollak überreichten dem Jubilar namens des Fünfhauser Vorstandes einen prachtvollen silbernen Pokal; ebenso brachten vorortliche Wohlthätigkeitsvereine Herrn Dr. Schmiedl Ehrengeschenke und Glückwünsche dar. Im Namen der Gemeinde-Functionäre, und Lehrer, die corporativ bei dem Jubilar erschienen, sprach Ortsschulrathsmitglied Leopold Stern herzliche Worte des Abschieds. Wien. (Akademischer Verein „Kadimah".) Samstag den 14. d. M. fand im akademischen Verein „Kadimah" die »ordentliche Plenarversammlung für das Sommersemester statt. Der Rechenschaftsbericht des abtretenden Ausschusses, vom Präses vrd. med. Schalit vorgetragen, constatirt einen erfreulichen Aufschwung dieses Vereines, der trotz seiner exponirten Stellung auf der Universität, welche ihm Pflichten und Opfer nicht zum wenigsten auch physischer Natur auferlegt, doch immer auch seine programmatischen Tendenzen eifrig pflegt. So fanden außer der von uns bereits mitgetheilten Serie von Vorträgen auch noch folgende statt. An die interessanten und äußerst zahlreich besuchten Vortrags- und Discussionsabende über „Zionismus" schlossen sich mehrere solche über'„das Verhältniß zwischen Religion und Nation im Judenthum" an, die durch die Anwesenheit und Betheiligung der zahlreich erschienenen Hörer des hiesigen israelitischtheologischen Seminars ein besonderes Interesse erhielten. Als Referent fungirte hiebei der Bice-Präses Drd. Josef Vierer. Darauf folgte eine Discussion über die „Stellungnahme gegen die Angriffe der antisemitischen Studentenschaft und mehrere Discussionsabende über Universitätsverhältnisse, ferner ein Discussionsabend über die „Art und Weise der Agitation unter der Studentenschaft" (Referent Herr eand. znr. Philipp Menczel). Endlich hielten Vorträge die Herren: Drd. Emil Spitz über „Moses Maimonides", stad. tüeoi. Berkowitz über „Israel, sein Land und seine Sprache" und Drd., Philipp Schwarz über „Pharmacie der Hebräer". Auch die Specialberichte der einzelnen Bereinsfunctionäre, insbesondere der gründlich ausgearbeitete und mit zahlreichen statistischen Belegen versehene Bericht des CassiersDrd.L. Liebster geben Zeugniß von dem stetigen Prosperiren dieses Vereines, des einzigen auf der Universität, der die jüdische Studentenschaft um die Ideale des eigenen Volkes schaart. Nachdem das Plenum diese Berichte mit Beifall zur Kenntniß genommen und dem Ausschüsse das Absolutorium ertheilt hatte, wurde zu den Neuwahlen geschritten, aus denen folgende Herren als gewählt hervorgingen: Präses cand. jur. Ph. Menczel, Vicepräses Drd. med. Marcus Ernst, I. Schriftführer Dr. med. I. Tannenzapf, II. Schriftführer Dr. med. R. Grünbaum, Cassier Dr. med. I. Meisels, Bibliothekar stnd. med. Dr. Kreisling, Hausverweser sind, med S. Wassermann, Ersatzmänner med. Igel, med. Fels, med. Salamoiwicz und techn. Teichner. Wien. (Spendenverzeichniß.) Aus Anlaß der Constituirung des Vereines „Ferienheim", welcher bisnun als israel. Feriencolonie fungirte, sind folgende Persönlichkeiten als Stifter und Gründer demselben beigetreten, u. zw.: Stifter: Herr und Frau Bankier B. P. 300 fl., Herr Moriz Edler von Kuffner 300 fl., Herr und Frau S. Heit 300 fl., Herr Baron Alexander Popper v. Podhragky 300 fl., Herr und Frau D. Schwarzmaun 300 fl., Frau A. P. 300 fl., Herr und Frau Wilhelm Freyberg 300 fl., Herr Max Reichmann 500 fl. — Gründer: Herr Ludwig Weißhut mit -00 Kronen. —- Spenden: Anonym S. P. 900 fl., Herr Sigmund Geiringer 50 fl., Frau Dr. Fialla 25 fl, Herr Marcus Fanto 10'fl., Frau Rosa Schiff 20 fl., Frau Bettine Färber 10 fl.. Anonym durch Frau Rosa Freyberg 10 fl., Frau Jenny Schur speciell für ein krankes Kind 20 fl., Herr Heinrich Deutsch u. Comp. 5 fl., Frau Mina Schweitzer 2 fl', Herren Pick und Fleischer 2 fl., Herr Emil Gerstl 2 fl., Herr Sandor Tausky 1 fl., Frau Olga Hirsch 2 fl.. Herr Dr. G. R. (anonym) 5 fl.. Frau Fischl (Prag) 5 fl., Rieß 2 fl., Frau Helene Welisch 2 fl., Herr Rudolf Kätscher 1 fl., Frau Henriette Friedmann 2 fl., Herr Heinrich Sachs 2 fl., Herr Dr. Emil Prager 2 fl.. Herr Adolf Bauer 2 fl., Frau Marie Kunia 1 fl., Frau Charlotte Frankl 2 fl., Kleiner H. Schur (1 Ducaten) 5.85 fl., Anonym durch Frau Trebitsch 5 fl., Herr Moriz Fried 2 fl., Frau Mathilde Perger 2 fl., Herr Jacob Ehrenwald 2 fl., Frau Rosalie Klymont 2 fl., Frau Gisela Kanitz 2 fl., Balban 1 fl., Frau Glas 1 fl. (Fortsetzung folgt.) Wien. (Ein jüd is ch es H erz.) In unseren Zeitläuft en, wo der wohlhabende Jude die höchste Ehre darin findet, große Summen sür wohlthätige Zwecke „ohne Unterschied der Confeffion" zu widmen, wo die herzerquickende humanjüdische Wohlthätigkeit durch die Bereinsthätigkeiten begraben wird, i'str es um so erfreulicher, des Wirkens eines wahrhaft jüdischen edlen Herzens gedenken zu können. Vor etwa zehn Jahren starb ein Herr Elters und hinterließ eine Witwe mit 6 unmündigen Kindern. Die arme Mutter glaubte in ihrer entsetzlichen Lage verzweifeln zu müssen. Da sandte ihr der barmherzige Vater aller Witwen und Waisen einen seiner Engel, der der armen Witwe nicht nur mit Rath und That zur Seite stand, sondern auch den Kindern ein zweiter Vater wurde. In diesen Bestrebungen wurde _ der brave Mann von seiner edelherzigen Gattin kräftigst unterstützt. Wie väterlich Herr Sigmund Süß, dies der Name des edlen Mannes — an den Heranwachsenden Waisenkindern handelt, zeigte sich in rührendster Weise am letzten Sabbath. Eine der Waisen sollte am Zcüabbos hagodaul Baamizwoh werden. Herr Süß ließ den Knaben genügend vorbereiten, führte ihn selbst in den Tempel, ließ sich und den Knaben vor die Thora rufen. Herr Süß spendete bei dieser Gelegenheit namhafte Beträge für wohlthätige Zwecke. Der Knabe aber trug seine Hafthora, so prächtig und correct vor, wie dies wohl noch selten der Fall gewesen sein mag. Am Abend versammelte Herr Süß seine Freunde und die Verwandten des Barmizwoh zu sich; der Knabe wurde von allen Seiten reichlich beschenkt und ein heiteres Mahl, bei welchem selbst der Champagner nicht fehlte, schloß die Feier. Zum Schluffe veranstaltete Herr Süß bei seinen Gästen eine Collecte für eine arme delogirte jüdische Familie, die ein schönes Resultat ergab. Sch. Wien. Am 16. d. M. fand die rituelle Beschneidung der drei Monate alten Zwillingssöhnchen des Großindustriellen Herrn Moriz Edlen v. Kuffner in Ottakring durch den als Specialisten bestens bekannten Herrn Dr. Adolf Herzfeld statt. Die Knaben erhielten die Namen Hans und Stefan.

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