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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-04-13 · 15 (13.4.1894) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
15 (13.4.1894)
Date
1894-04-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 15 Deflerretchlfchr Wortzenfrtzrip Seüe 397 sollte. Da war eine arme, aber fromme Familie. Gott segnete ihren Erstgeborenen und wählte ihn zu seinem Werkzeug. Jffa, so hieß er, fing schon frühe an, von dem einigen und unsichtbaren Gott zu reden und die Sünder zur Besserung zu ermahnen. Die Israeliten hörten ihm zu und sagten, daß der Geist Gottes aus diesem Kinde rede. Als Jssa dreizehn Jahre alt war, sollte er nach israelitischer Sitte sich mit einem Mädchen verloben und die reichsten Leute hätten ihn gern zum Schwiegersohn gehabt. Aber er entfernte sich heimlich und ging mit Kaufleüten nach Indien, um sich dort im Worte Gottes zu vervollkommnen und die Gesetze des großen Buddhas zu studiren. Zuerst ließ er sich bei den Aryas nieder. Sein Ruf hatte sich schon verbreitet, und als er durch das Land der fünf Ströme (Pendschab) kam, baten ihn die Anhänger des Gottes Dschain, sich bei ihnen niederzulassen. Er aber ging zu den Brahmanen und lernte dort die Bedas kennen. Es wird nun ausführlich erzählt, wie Jssa sich mit den Brahmanen verfeindete, weil er es mit der Lehre von der Gleichheit der Menschen vor Gott ernst nahm und demgemäß gegen das Kastenwesen eiferte, weil er ferner die Göttlichkeit der Vedas und Puranas, die Dreifaltigkeit und die Jncarnationen Brahmas, Siwas, Wischnus und anderer Götter leugnete, und weil er lehrte, daß der Geist Gottes in jedem Wesen lebendig sei, namentlich aber in denen, die niedrig geboren sind und im Schweiße ihres Angesichtes arbeiten; wie dann Jssa vor den Nachstellungen der Brahmanen in die Berge floh zu den Buddhisten, wo er die Pali-Sprache lernte und die Weisheit der Sutras sich aneignete; wie sechs Jahre später Buddha ihn auserwählte, um sein Wort zu verkündigen, worauf Jssa zu den Heiden ging, gegen den Götzendienst predigte und Gott, den Schöpfer der Welt und Vater aller Menschen lehrte, den man nicht durch Opfer, sondern durch Herzensreinheit und Vollkommenheit ehre; wie er in Persien das böse Princip und die Göttlichkeit des Zendavesta verwarf, worauf er vor dem Zorn der Priester flüchten mußte und wie er endlich, im 29. Lebensjahre, in seine Heimat zurückkehrte. Dort batten die Israeliten viel von den Heiden zu erdulden und sie waren sehr muthlos. Jssa tröstete sie; sie sollten bei dem einzig wahren Gott ausharren, denn er habe ihnen verziehen und die Erlösung sei nahe. Aber sie sollten Gott im Geiste anbeten und ihm einen Tempel in ihrem Herzen einrichten. Da nun alles Volk Jssa zulief, so wurde der Hauptgouverneur des Landes, Pilatus in Jerusalem sehr besorgt, zumal da seine Beamten meldeten, daß Jesus das Volk aufwiegle, indem er, ihm sage, es werde bald von den fremden Eindringlingen befreit sein. Pilatus ließ daher Jffa verhaften und vor Gericht stellen; um aber das Volk nicht zu reizen, wollte er Jssa durch die Priester und Gelehrten Israels richten lassen. Die Richter stellten nun allerlei Fragen an Jssa und er dertheidigte sich und seine Lehre,-woraus die Richter erklärten, sie fänden keine Schuld an ihm; sie ließen ihn frei und sagten dem Gouverneur, seine Beamten hätten ihm falsch berichtet. Da gerieth Pilatus in heftigen Zorn, aber er hielt an sich. Ec schickte Spione aus, die alle Reden und Thaten Jffas beobachten und melden sollten. Jssa aber fuhr fort zu lehren, und überall lief das Volk ihm zu. Die Spione stellten ihm nun allerlei verfängliche Fragen, aber er beantwortete sie alle sehr geschickt. An eine dieser Fragen knüpfte Jffa eine große Rede über die Verehrung, die man der Frau schuldig sei. So lehrte er drei Jahre, ohne daß man eine Anklage gegen ihn erheben konnte. Aber seine wachsende Popularität ließ den Pilatus nicht ruhen; er fürchtete immer, Jfla werde einen Aufstand erregen und sich zum König ausrufen lassen. Er dingte also Leute zu falschem Zeugniß, ließ Jffa verhaften und in einem unterirdischen Gefängniß foltern, um ihn zu Geständnissen zu zwingen, auf Grund deren man ihn verurtheilen könnte. Aber Jffa ertrug Alles geduldig. Als die Priester und Gelehrten es erfuhren, gingen sie zu Pilatus und baten ihn, er möge ihnen Jffa zu dem großen Feste, das nahe war, freigeben. Aber Pilatus schlug es ih ren ab. Dann baten sie ihn, er möge Jssa vor den Rath der Alten stellen, damit er noch vor dem Feste verurtheilt oder freigesprochen werde; dies gewährte er. Am folgenden Tage wurde Jssa vor Gericht gestellt, zugleich mit zwei Räubern, damit er nicht allein verurtheilt werde. Pilatus, der dem Gerichte ebenfalls anwohnte, sagte zu Jffa: „Mensch, ist es wahr, daß Du die Bewohner gegen die Behörden auswiegelst in der Absicht, König von Israel zu werden?" Jffa erwiderte: „Man wird nicht König nach seinem Willen, und man hat Dich belogen, als man Dir sagte, daß ich das Volk aufwiegle. Ich habe immer nur vom König des Himmels gesprochen, den ich das Volk anbeten lehre. Denn die Söhne Israels haben ihre alte Reinheit verloren, und wenn sie nicht zum wahren Gott zurückkehren, so werden sie gestraft und ihr Tempel wird in Trümmer fallen. Die weltliche Gewalt hält die Ordnung im Lande aufrecht. Ich lehrte sie, dies nicht zu vergessen; sie sollten der Lage entsprechend leben, die öffentliche Ordnung nicht stören und sich erinnern, daß Unordnung in ihrem Geiste und in ihrem Herzen herrsche. Der König des Himmels hat sie gestraft und ihnen ihre nationalen Könige genommen; aber wenn sie, sagte ich ihnen, in ihr Schicksal sich filzen, so werde ihnen das Himmelreich zu Theil werden." Darauf wurden die falschen Zeugen eingeführt; einer von ihnen sagte zu Jffa: „Du hast gesagt, die weltliche Gewalt sei nichts im Vergleich mit der Gewalt des Königs, der die Israeliten bald vom Joche der Heiden befreien werde." Darauf sagte Jffa: „Gesegnet seist Du, daß Du die Wahrheit gesagt hast! Der König des Himmels ist größer und mächtiger als das irdische Gesetz, und sein Reich übertrifft alle Reiche dieser Erde. Und die Zeit ist nicht mehr fern, wo Israel dem göttlichen Willen gemäß sich von seinen Sünden reinigen wird, denn es ist gesagt, daß ein Vorläufer kommen wird, um die Befreiung Israels anzukündigen, und er wird das Volk zu einer einzigen Familie vereinigen!" Da wandte sich Pilatus an die Richter: „Habt Ihr es gehört? Jffa gesteht das Verbrechen zu, dessen er beschuldigt ist. Richtet ihn nun nach Euren Gesetzen und sprecht die Todesstrafe gegen ihn aus!" Die Richter aber erwiderten: „Wir können ihn nicht verurtheilen, denn er hat vom König des Himmels gesprochen, wie Du selbst gehört hast, und er hat nichts gesagt, was gegen das Gesetz wäre. Hierauf ließ Pilatus einen Zeugen kommen, der auf seinen Antrieb Jffa verrathen hatte, und dieser sagte zu Jffa: „Gabst Du Dich nicht für den König von Israel aus, als Du sagtest, daß der König des Himmels Dich gesandt habe, um sein Volk vorzubereiten?" Jffa aber segnete ihn und sagte: „Dir wird vergeben werden, denn was Du sagst, kommt nicht von Dir!" Dann sagte Jffa zu Pilatus: „Warum willst Du Deine Würde erniedrigen und lehrst Deine Untergebenen, in der Lüge zu leben, da Du doch ohnedies die Gewalt hast, einen Unschuldigen zu verurtheilen?" Auf diese Worte wurde der Gouverneur zornig und befahl, daß Jssa zum Tode verurtheilt, die beiden Räuber aber freigesprochen würden. Die Richter aber beriethen unter sich und sagten dann zu Pilatus: „Wir können die große Schuld nicht auf uns laden, einen Unschuldigen zu verurtheilen und Mörder freizusprechen; das ist gegen unsere Gesetze. Thue also, was Du für gut hältst." Darauf gingen die Priester, die Gelehrten und die weisen Greise hinaus, wuschen sich die Hände in einem heiligen Gefäß und sagten: „Wir sind unschuldig am Blute dieses Gerechten!" Aus Befehl des Gouverneurs wurde nun Jffa mit den beiden Räubern an den Richtplatz geführt und dort gekreuzigt. Den ganzen Tag hing Jssa's Leib blutend am Kreuze, von Soldaten bewacht; das Volk stand im Umkreise, die Berwandten beteten und weinten. Beim Untergang der Sonne hatten Jssa's Leiden ein Ende; er verlor das Bewußtsein, und seine Seele löste sich vom Leibe, um sich mit der.Gottheit zu vereinigen. Unterdessen bekam Pilatus Reue über seine That; er ließ Jssa's Leib seinen Verwandten zurückgeben und diese begruben ihn in der Nähe des Hinrichtungsplatzes. Eine Menge Volk aber kam und betete an feinem Grabe und erfüllte die Luft mit Seufzern und Weheklagen. Drei Tage darauf ließ der Gouverneur den Leichnam Jssa's durch Soldaten holen und an einer andern Stelle bestatten, aus Furcht es möge zu einem Bolksaufstand kommen. Am folgenden Morgen fand das Volk das Grab offen und leer. Sogleich verbreitete sich das Gerücht, daß der höchste Richter seine Engel geschickt habe, um die sterbliche Hülle des Heiligen zu holen, indem ein Theil des göttlichen Geistes auf Erden gewohnt hatte. Als Pilatus dieses Gerücht vernahm, wurde er sehr zornig und verbot bei Strafe der Sclaverei und des Todes, den Namen Jssa's auszusprechen, oder für ihn zum Herrn zu beten. Aber das Volk fuhr fort, ihn zu beweinen und zu verherrlichen; daher wurden Biele gefoltert und hingerichtet, oder in die Sclaverei geschleppt. Die Schüler Jssa's aber verließen das Land und predigten Jssa's Lehre den Heiden. — Dies in kurzen Zügen, ohne die zahlreich eingestreuten Lehren und Sentenzen, die Lebensbeschreibung Jssa's. Der

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