Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-04-06 · 14 (6.4.1894) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
14 (6.4.1894)
Date
1894-04-06
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3020846-3021007-3021022--03389-3027523
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nr. 14 Oesterreichifche Wochenschrift Seüe 381 Nachmittag findet am 15. April statt und sind Gäste (Damen) herzlich willkommen. Den Mitgliedern wird zur Kenntniß gebracht, daß der anläßlich des Purimfestes festgesetzte Familienabend am 7. April in Hatschek's Restauration halb 9 Uhr Abends stattfindet und wird um vollzähliges Erscheinen ersucht. Wien. Der Frauen-Wohlthätigkeits-Berein „Frauenhort" IX., Müllnergasse Nr. 21, versendet soeben seinen ersten Rechenschaftsbericht aus welchem wir entnehmen, daß dieser junge Verein während seiner kaum zehnmonatlichen Thätigkeit bereits 1000 ft. an Unterstützungen armer kranker Frauen und Wöchnerinnen und über 500 fl. für die Bekleidung armer Schulkinder verausgabt hat. Die Gründung dieses Vereines erweist sich als enie große Wohlthat für den IX. Bezirk, der bis jetzt einer solchen humanen Institution entbehren mußte. Der Rührigkeit des Ausschusses ist es auch gelungen, ein Stammcapital von 10.000 fl. zu sammeln, so daß er jetzt auf dieser festen Basis seinen Wirkungskreis erweitern kann. Was der Thätigkeit dieses Vereines einen besonderen Werth verleiht, ist der Umstand, daß der Ausschuß persönlich die Recherchen pflegt und daß somit die Unterstützungen dieses Vereines nur wahrhaft Bedürftigen zu Gute kommen. Salzburg. Der hierorts allgemein geachtete Cultusvorsteher H. G. Winkler, k. k. Professor, wurde laut Beschluß der Stadtschulraths-Sitzung vom 17. März zum Beirath gewählt. Dies verdient umso mehr hervorgehoben zu werden, als nur ihm allein es zu verdanken ist, daß der israelitische Religionsunterricht hierorts eingeführt wurde. Paks. Im hiesigen israelitischen Tempel wurde am 1. April, dem Begräbnißtage Ludwig Kossuth's, ein Trauergottesdienst abgehalten. Nebst der Judenschaft erschienen die Spitzen der Behörde, der evangelische und protestantische Pfarrer und eine große Menge der Bauern, welche die Synagoge in allen Räumen füllten. Die Gedenkrede hielt der hier weilende Rabbiner zu Tapolczan, Dr. Bernhard Singer, der in schwungvoller, patriotischer Rede die Verdienste Kossuth's beleuchtete. Nach dem Gottesdienste bildete besonders das Bauernvolk Spalier, um den ungarischen Redner nochmals zu sehen. Die Seelsorger und die Honoratioren drückten dem Redner und der Gemeinde ihre Freude für die warme Rede aus. Podersarn. (Israelitische Cultusgemeinde.) Für den verunglückten Ehrenmann sind beim gefertigten Vorstande neuerdings folgende milde Spenden eingelaufen: Ungenannte Frau aus M.-Kromau 3 fl.; Herr RobertBellak, Neutitschein, Sammlungsergebniß 18 fl.; Sammlung in Hronow bei Nachod 6 fl. 70 kr.; Herr A. Getreuer u. Sohn, Cultusvorsteher in Libochowitz 2 fl.; Ungenannter aus Linz 1 fl.; Herr Josef Herschel, Wien, 1 fl. Gr.-Meseritsch, 27. März. Sonntag den 25. d. M. fand im engsten Familienkreise die Verlobung des Fräuleins Anna Müller, Tochter unseres Cultusvorstandes Herrn I. G. Müller, mit Herrn Julius W e r t h e i m aus Höflein statt. Brüx. Wie alljährlich so fanden auch heuer im Monate März die Generalversammlungen der israelitischen humanitären Vereine, der Chewra-Kadischa und des israelitischen Frauenvereines statt, in welchen die zum Vortrag gelangten Jahresberichte ein schönes Bild echt jüdischen Humanitären Wirkens boten. In der den Versammlungen vorangegangenen erhebenden Seelengedächtnißfeier für die verstorbenen Mitglieder gedachte unser Rabbiner Herr Dr. Biach auch des verstorbenen Doctor Jellinek, dem er einen warm empfundenen Nachruf hielt. In der Versammlung des Frauenvereines hielt Herr Dr. Biach einen Vortrag über Frauen im Judenthume und bei der Chewraversammlung über Humanität im Talmud, welche beifälligst ausgenommen wurde. Am Purimabend bei der Festpredigt im Tempel gedachte Herr Dr. Biach des verstorbenen Dichters Ludwig August Frankl und sind wir an die vorzüglichen Reden unseres Rabbiners gewohnt, so kann seine Purimrede als ein Meisterwerk der Rhetorik bezeichnet werden. Am 1. April hielt der hier neu gegründete Tempelchor- Verein im Saale des Hotel Löwen seine Eröffnungsfeier ab, welcher Herr k. k. Bezirks hauptmann Krckava, Herr Bürgermeister von Pohnert, Herr Landtagsabgeordneter Dr. Leitner, nebst vielen Honoratioren beiwohnten. Die Leistungen unter Leitung des Herrn Obercantors Lamm, waren allgemein zufriedenstellend und nach Absolvirung des Programms hielt ein Tanzkränzchen die Gesellschaft bis in die frühesten Morgenstunden in animirtester Stimmung beisammen. Aus den Nach- . bargemeinden waren sehr zahlreiche Besucher anwesend, die sich über die Einmüthigkeit und über die schönen Erfolge unserer Gemeinde lobend aussprachen. Lemberg, 2. April. Unter Vorsitz des Banquiers Herrn Jacob Stroh wurde die XlX. Generalversammlung des I. jüdischen Volksküchenvereines abgehalten. Aus dem vom Administrator vorgelegten Rechenschaftsbericht ist ersichtlich, daß dieses lebensfähige Institut vom 31. December 1892 bis 31. December 1893 28.000 Personen beköstigt hat. Vom hiesigen Gemeinderathe und von der Sparkasse-Direction wurde die Volksküche mit je 200 fl. subventionirt und das Stammcapital per 10.000 Kronen wird unter der bewährten Leitung des Präsidenten Herrn Jacob Stroh gut verwaltet, wofür ihm von der Generalversammlung die Anerkennung zu Theil wurde. Bei der stattgefundenen Wahl wurden Herr Jacob Stroh zum Präsidenten, Herr Salomon Buber zum Vicepräsidenten, Herr Julius Hochfeld zum Schriftführer wiedergewählt. Als Ausschußmitglieder wurden die Herren Dr. Wilhelm Holzer, Dr. Max Sokal, Elias Stroh, Salomon Goldstern, David Maschler, Jacob Beer Sokal, Rofenfeld Leon, Leopold Goldberg, E. Rappaport gewählt. Auch heuer wurden vom Verein Kimche de Pesche unter der bewährten Leitung des Präsidenten Herrn David Maschler, sowie der Herren Julius Hochfeld, M. G. Goldbaum, Jonas Baiser, Osias Dornzweig, Cerseg 320 Zentner Mazzoth an circa 2450 Arme vertheilt, und wird der Verein auch 1200 fl. an verschämte Arme vertheilen. Die Soldaten-Bespeisung wird auch in diesem Jahre vom hiesigen Cultusvorstande vorgenommen werden, u. zw. in der Volksküche während aller 8 Tage. Grzymalow. Am 28. v. M. wurde der Grabstein des seligen Rabbiners Jacob Weidenfeld enthüllt. Bei der Trauerfeier hielt sein Sohn, Rabbiner N. Weidenfeld, die Gedenkrede, welche eine mächtige Wirkung erzielte. In New- Jork wurde zum Andenken an den verstorbenen Rabbiner ein Verein „B'nei Jacob" gegründet. Berlin, 25. März. In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch ist der Senior des Hauses N. Israel, der königliche Commercienrath Herr Jacob Israel, nach langem Krankenlager an den Folgen einer Lungenentzündung entschlafen. Ein arbeitsreiches Leben ist hiermit zum Abschluß gelangt. Im Jahre 1835, als zwölfjähriger Knabe, trat Jacob Israel in das Handelsgeschäft seines Vaters ein, welches damals sich in bescheidenem Umfange im Hause Molkenmarkt 2 befand. Der Aufschwung des Hauses N. Israel ist allgemein bekannt; der rastlose Fleiß und die Pflichttreue des Verstorbenen haben hieran wohl den größten Antheil. Am 1. Jänner 1850 trat er in die Firma als Chef ein; am 1. Jänner 1860 nahm er seinen Bruder Moriz, am 1. Jänner 1893 seine Söhne Hermann und Berthold als Geschäftstheilhaber auf. Im Jahre 1885 feierte er ein Jubiläum als Angedenken an den Tag, an welchem er vor 50 Jahren in das väterliche Geschäft eingetreten war; ein Jahr später wurde er königlicher Commercienrath. Herr Israel hat bis zu seinem Tode die Leitung des großen Geschäftes fest in der Hand behalten. Er fand sich gewöhnlich regelmäßig schon Morgens 7 Uhr in feinem Comptoir ein; das Personal pflegt erst eine halbe Stunde später anzutreten. Seinen Angestellten war der Heimgegangene ein väterlicher Freund; sie beklagen den Verlust eines treuen Berathers. Sein Wohlthätigkeitssinn war groß; er hat mehrere humane Stiftungen begründet und dem Vorstand des Berthold Auerbach'schen Erziehungsinstitutes 30 Jahre hindurch als Schatzmeister angehört. Die Beerdigung fand Freitag Mittag 2 Uhr vom Trauerhause, Königgrätzerstraße 7, unter großer Betheiligung statt. Nicht nur die Familie des Dahingeschiedenen und die jüdische Gemeinde Berlin, sondern das gesammle Judenthum erleidet durch diesen Hintritt einen schweren Verlust. Von vielen Seiten gingen Herrn Jakob Israel Gesuche um Unterstützung zu und er hat wohl die meisten bewilligt; so war seine Wohlthätigkeit eine umfaffende. Er war Schwiegersohn des verstorbenen Dr. N. M. Adlers. A., Chief-Rabbi von Großbritannien und Schwager des verstorbenen Ober-Rabbiners Stern s. A. in Hamburg. Als die Gemeinde Adaß Jisroel in Berlin gegründet wurde, war Jakob Israel einer ihrer ersten Mitglieder, und auch später, als die Synagoge an der Potsdamer Brücke erstand, welche Israel besuchte, blieb er doch Mitglied der Adaß Jisroel. An Bausch ha 8chouah-Abend kam er, den weiten ' Weg nicht scheuend, zu Dr. I. Hildesheimer, um dem hochver-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.