Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-04-06 · 14 (6.4.1894) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
14 (6.4.1894)
Date
1894-04-06
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021007-3021022--03388-3027522
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seit- 280 VeSerretchtptze WochenfchrM Nr. 14 Als erste Gratulantin unter den öffentlichen Körperschaften der Landeshauptstadt erschien um 11 Uhr Vormittags in der Wohnung des Jubelpaares der Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde unter Führung des Präses Herrn Naftali Tittinger, der die silbernen Hochzeiter in warmen, aus bewegtem Herzen fließenden Worten namens der Cultusgemeinde beglückwünschte und die vielfachen Verdienste hervorhob. Fm Anschlüsse an diese Deputatiou gratulirte auch der Oberrabbiner und Prediger Herr Dr. Rosenfeld. Dann folgte die Deputation der Bukowinaer Handels- und Gewerbekammer unter Führung ihres Präsidenten Herrn Langenhan mit dem Secretär Herrn Dr. Wiglitzky, ferner der gesammte Vorstand der Czernowitzer Frucht- und Productenbörse unter Führung des Vicepräsidenten Herrn S. Kraus und des Vorstandsmitgliedes und Landtagsabgeordneten Herrn Jacob Kohn, ferner Deputationen verschiedener Vereine. Dem Jubilar kamen außerdem aus Nah und Fern überaus zahlreiche briefliche und telegraphische Gratulationen zu. Der Jubilar übergab dem Herrn Bürgermeister v. Kochanowski einen Betrag von 2000 Kronen unter dem Titel: „David und Karoline Tittinger'sche Stiftung" mit der Widmung. daß aus den Zinsen dieser Stiftungssumme alljährlich am 21. März ein armes würdiges Ehepaar, welches seinen 25jährigen Hochzeitstag begeht, (ohne Unterschied der Confession) betheilt werde. Die gleiche Summe von 2000 Kronen unter demselben Stiftungstitel übergab Herr David Tittinger dem Präses der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde mit der Widmung. daß aus den Zinsen alljährlich am 21. März ein die ülberne Hochzeit feierndes armes und würdiges Ehepaar bedacht werde. Coethen. (Jubiläum.) Am gestrigen Tage feierte bic hiesige israelitische Cultusgemeinde das 25jährige Amtsjubiläum ihres ersten Vorstehers Herrn Commerzienrath Emil Meyer. Nachdem am Morgen die Deputationen der Gemeinde, des Vereins „Freundschaft", sowie der Delegirte des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes, Herr Rechtsanwalt Benfey-Han° nover, dem Jubilar die Glückwünsche überbracht, wurde ihm seitens der Gemeinde eine Dorä'sche Prachtbibel, sowie eine künstlerisch ausgeführte Adresse und vom Verein „Freundschaft" ebenfalls eine solche überreicht. — Am Abend versammelten sich fast sämmtliche Gemeindemitglieder mit ihren Damen und die von auswärts erschienenen Gäste in den Räumen des „Schützen- Hauses" und wurde der Jubilar und seine Frau Gemalin beim Eintritt vom 2. Vorstande und den Repräsentanten begrüßt. Mit dem Liede „Ich will den Herrn loben" beim Eintritt in den Festsaal empfangen, gedachte der Herr Rabb. Dr. Seligkowitz, der Verdienste des Jubilars, hob den Bau der Synagoge. sowie die Wohlthätigkeit des Hauses Meyer hervor. Hierauf brachte der zweite Vorsteher Herr Sonnenthal einen Toast im Namen der Gemeinde auf den Jubilar und dessen Ehefrau aus. worauf bei der Tafel Herr Dr. Seligkowitz den Toast auf Kaiser und Reich und seine Hoheit den Herzog hielt, worin er ganz besonders hervorhob. daß wir uns glücklich schätzen können, einen Landesherrn zu besitzen, der alle seine Unterthanen, ganz gleich welcher Confession, gleich liebe. Der Jubilar bedankt sich für die ihm erwiesenen Ehren und bemerkt, daß es sein Bestreben sein werde, die Interessen der Gemeinde weiter zu wahren und dahin zu streben, daß dieselbe fernerhin in Eintracht zusammenhalte. Der Vorsitzende der Repräsentanten Herr Th. Fürstenheim toastirte auf die Damen, Herr Rechtsanwalt Benfey bedankte sich für die Aufnahme, die er gefunden und erwähnte dabei, daß der „Deutsch-Israelitische Gemeindebund" sich nicht ohne Grund den Namen beigelegt, „denn wir sind xiid)t nur Juden, sondern in erster Linie Deutsche". Der Landesrabbiner Herr Dr. Freudenthal-Dessau sprach dann über die Verhältnisse der hiesigen Gemeinde, die stolz sein könne, einen solchen Vorstand, wie den Jubilar, zu besitzen. Während der Tafel wurden von den Gemeindemitgliedern verfaßte, auf den Jubilar bezügliche Tafellieder gesungen: nach Aufhebung der Tafel wurde ein Festspiel mit Gesang: „Fremde Gäste", verfaßt von Herrn G. Burghardt, aufgeführt, das großen Beifall fand. Venedig, 24. März. Der große venetianische und italienische Patriot I. P. Maurogonato welcher 1848/49 die Finanzen seiner Vaterstadt mit seltener Klugheit und Rechtlichkeit leitete, derselbe, welchem Victor Emanuel das Portefeuille eines Finanzministers nach Marco Minghetti angeboten hatte, wurde am 22. März durch ein sichtbares Erinnerungszeichen gleich den übrigen großen Venetianern des Risorgimento politico deren Medaillons an der Rückseite des Palazzo Reale angebracht sind, geehrt. Die Spitzen der Behörden, zahlreiche Corporationen, die Garibaldianer in ihren rothen Hemden und eine große Volksmenge wohnten dem erhebenden Acte bei. Unter den Klängen der Musik wurde das wohlgetroffene Bronce- Bildniß des klugen, alten, gütigen Patriarchen sichtbar, welcher ob seiner großen Wohlthätigkeit auch beim Volke in bester Erinnerung steht. Aus den bemerkenswerthen Reden, die bei dieser Enthüllungsfeier gehalten wurden, dürfte ein Passus auch in weiteren Kreisen interessiren. Es ist dies ein Brief Jsacco Pesaro Maurogonato's, welcher zur Verlesung gelangte. In diesem an Victor Emanuel gerichteten Schreiben lehnt Maurogonato das Finanz-Portefeuille dankend ab, indem er darauf hinwies, daß es ihm als Juden widerstrebe, die Rechte eines Finanzministers auch gegenüber den unzähligen katholischen Ordens- Brüderschaften Italiens geltend zu machen. Vermijscktes. Wien. (Tr au un g e n.) Im israelitischen Tempel der Leopoldstadt wurden getraut. Am 25. März: Herr Nathan H a lb kr am mit Fräulein Rosi Hahn'; Herr Mendel Leib L e s n e r mit Fräulein Sara Lea T u t t m a n n; Herr Leopold Hochwald mit Fräulein Johanna Peßel; Herr Carl Nascheradetz mit Fräulein Mathilde Kraus; Herr Dr. Sandor Oesterreicher mit Fräulein Amalie Oesterreicher; Herr Wilhelm Glas mit Fräulein Friederike S t ein s ch n ei d er. Am 26. März: Herr Philipp Berger mit Fräulein Carolina Brock. Am 27. März: Herr Selig Glaser mit Fräulein Gisela Mautner. Sonntag am 8. April l. I. ^2 Uhr findet im Hause, I., Rudolfsplatz 11, die Trauung des Fräulein Gisela Basseches, Tochter des Herrn Julius Basseches, mit Herrn Dr. Emil L o e b l statt. Sonntag am 8. April l. I., 3 Uhr Nachmittag, findet im israelitischen Tempel der Seitenstetten gaffe die Trauung des Herrn Moritz Kellner mit Frau Marie Beck, geborene Pflaumenbaum, statt Wien. Der Cultusvorstand hat in seiner Plenarsitzung am 1. d. M. die Berufung des Gemeinderabbiners von Fünfhaus Dr. Adolf Schmied! zur Wirksamkeit in den Leopoldstädter Gemeindetempel vom Passahfeste dieses Jahres ab beschlossen. Wien—Ottakring. (Requiem.) Anläßlich des Sterbetages des verewigten Herrn Ignaz Edlen von Kuffner findet Sonntag den 8. d. M. halb 7 Uhr Abends, im Ottakringer Tempel ein Trauergottesdienst statt. Wien. Für eine arme jüdische Gelehrtenfamilie wurde uns der Betrag von fl. 2.— von Familie F. übergeben. Wien—Mariahilf. Wie uns mitgetheilt wird, hat der Vorstand des israelitischen Tempelvereines für Mariahilf und Neubau Herrn Rabbiner Dr. Israel Taglicht d efinitiv zum Prediger am Tempel, VI., Schmalzhofgaffe 3 ernannt. Es ist dies um so ehrenvoller für Herrn Dr. Taglicht, da der Beschluß einhellig und noch vor Ablauf seines im August d. I. zu Ende gehenden Probejahres erfolgt ist. Wien. (Blinden-Sparkörbchen.) Das Curatorium des Blinden-Jnstitutes „Hohe Warte" erlaubt sich hierdurch die höfliche Bitte an alle Körbchenbesitzer, deren Spenden in Folge Mangels richtiger Adressen nicht eincassirt werden konnten, ihre Körbchen gefälligst bis 5. April zwischen 2 bis 3 Uhr an die Curatorin Frau Cäcilia Adler, IX., Wasagasse 8, zu übermitteln, da der Spendenbericht am 6. April in Druck kommt. Wien, 28. März. Der Verband „Zion" für Colonisation Palästinas und Syriens bemüht sich, Cognac von Palästina, von den dortigen Colonisten erzeugt, in Oesterreich einzubürgern. Die erste Sendung von mehreren Fässern ist bereits vergriffen. Derselbe steht an Güte den französischen Erzeugnissen nicht nach, ist jedoch fast um die Hälfte billiger als dieser. Bestellungen oder sonstige Anfragen hierüber sind zu richten an Herrn S. Bauer, Wien, VIII., Wickenburggasse 18. Wien. Bei dem am 1. April stattgehabten literarischen Nachmittag des literarischen Geselligkeitsvereines jüdischer Mädchen „Moria" sprach diesmal wieder der bekannte Prediger Herr Dr. Löwy über das „Pessaclficst". Hierauf hielt Fräulein Poppenscheller einen sehr interessanten Vortrag: „Betrachtungen über unseren Glauben". Der nächste lit.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.