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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-03-30 · 13 (30.3.1894) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
13 (30.3.1894)
Date
1894-03-30
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 260 Ji IfJ-ti.. J-rimllt Nr. 13 Synagogengemeinde steuerpflichtig; ebenso werde er auch in Polen besteuert. Deshalb müsse sich die Berliner Gemeinde mit der Besteuerung einer bestimmten Einkommensquote begnügen. Zwar enthielten darüber weder das Gesetz vom 23. Juli 1847, noch das Gemeindestatut klare Vorschriften; aber eben deshalb müßten die Bestimmungen der Synodal-Ordnung und des Communalabgabengesetzes analog angewendet werden. Es sei also der Veranlagung nicht die Staats-, sondern die Gemeindesteuer zu Grunde zu legen. Der Bezirksausschuß zu Berlin erkannte auf Klageabweisung, da für die Besteuerung lediglich das Statut maßgebend, nach diesem aber die Steuerforderung berechtigt sei. In seiner Revision machte der Kläger geltend, daß das Verbot der Doppelbesteuerung ein allgemeiner Grundsatz des Steuerrechtes sei, der auch ohne ausdrückliche Vorschrift anzuwenden sei. Der II. Senat des Oberverwaltungsgerichtes erkannte am 23. Februar a. c. auf Bestätigung der Vorentscheidüng. Der Gerichtshof führte aus. daß Steuergesetze eine analoge Anwendung überhaupt nicht zuließen. Das Statut der beklagten Gemeinde möge mit den Grundsätzen des neuen Steuerrechtes nicht im Einklang stehen. Das könne aber wohl ein Grund sein, dasselbe zu ändern, berechtigt dagegen nicht zu einer Abweichung von seinen Vorschriften. Vermlsscktes. Wien. Dienstag am 27. März l. I. um 1 Uhr Nachmittags fand im Tempel II., Große Schiffgasse 6, die Trauung des Frl. Amalie .Freistadt, Tochter des Herrn I. L. Freistadt, mit Herrn Adolf Koh n aus Balpataka statt. Wien. Sonntag den 1. April 1894 um 3 Uhr Nachmittags findet in der Restauration Nobitschek, I., Wipplingerstraße Nr. 47, eine ordentliche Generalversammlung des israel Wohlthatigkeits- und Krankenunterstützungs-Vereines „Mazmiach Jeschua" (Hilfe und Heil) mit folgender Tagesordnung statt: 1. Rechenschaftsbericht des Ausschusses; 2. Bericht der Rechnungs-Revisoren; 3. Wahl von sieben Ausschußmitgliedern und drei Rechnungs-Revisoren; 4. Eventualien. Wien. Hof- und Gerichtsadvocat Dr. Ludwig Simon, ein Sohn des Bicedräsidenten der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde, Gemeinderath Gustav Simon, hat sich mit Fräulein Clementine S t i a ß n y verlobt. Fräulein Seraphine Strauß, Nichte des Gemeinderathes Dr. Alfred Stern, hat sich mit Herrn Dr. Norbert K l i n g e r, dem Sohne des kaiserlichen Ratlos Heinrich Klinger, verlobt. Wien. Der jüdische Verein „Morgenröthe" veranstaltet am 7. April a. c. in Kbuner's Restaurant, I., Schottenring Nr. 19 einen Vortragsabend mit Tanzkränzchen und hat sich ein rühriges Comilö zur Aufgabe gemacht, den Abend ebenso amüsant als gemüthlich zu gestalten. Karten ä ÖO kr. sind bei den Comitemitgliedern erhältlich. Wien, 24. März. (Adolph Fischhof.) Heute, am Jahrestage des Todes Adolph Fischhofls, war das Grab durch Verwandle und Freunde des Verstorbenen reich geschmückt worden. Die Neffen Fischhof's veranstalteten zur Erinnerung an den Todestag die Herausgabe einer Medaille, deren Erträgniß dem Zwecke gewidmet ist, dem Heimgegangenen Freiheitskämpfer ein würdiges Grabdenkmal zu errichten. Die Medaille ist von dem Medailleur des Münzamtes, Herrn Franz L. P a w l i k. dem begabten Schüler Meister Scharf f's, in kunstvoller Weise ausgeführt. Die Aversseite zeigt das Brustbild Fischhof's, der Revers die Freiheitsgöttin, welche ihn dankbar bekränzt. Die Medaille ist durch den Neffen des Verstorbenen, Herrn Dr. Jacques Fischer, I., Landesgerichtsstraße 15, zu beziehen. Wien. (Leichenbegängniß.) Am 22. d.M. fand unter überaus zahlreicher Betheiligung das Leichenbegängniß der sel. Frau Josefine Friedmann statt, über deren unerwartet frühzeitiges Hinscheiden wir in der letzten Nummer berichtet haben. Nicht nur, wie selbstverständlich, olle Angehörigen, auch Fernerstehende waren herbeigeeilt, um der allgemein geachteten, begabten Frau die letzte Ehre zu erweisen. Kein Auge blieb thränenleer, als der blumenbedeckte Sarg in die Ceremonienhalle getragen wurde und Ober-Cantor Singer, assistirt vom Cantor Schiller, in ergreifender und künstlerisch vollendeter Weise die Trauergesänge austimmte. , Eigentümlich berührt es, daß die Predigt ausfiel, daß von berufener priesterlicher Seite dieser seltenen Frau kein Nachruf gehalten wurde. Doch hatten fast alle hervorragenden jüdischen Kanzelredner Wiens aus den verschiedensten Gründen abgelehnt. Dafür sprach am offenen Grabe Oberlehrer Brunner aus Döbling, improvisirte aber tief zu Herzen dringende Worte. Er kannte ja die Verblichene, er malte einfach und wahr ihre schlichte edle Natur. „Ein tapferes Weib!" so apostrophirte er sie. Nach ihm sprach der gewesene Chef-Redacteur des „Journal de St. Petersbourg", Horn, der in geistvoller Weise ihr Leben, ihr Wirken, ihren Tod und — „ihr Begräbniß" beleuchtete, B. Wien. (Jnstallationsfeier.) Am 16. März fand die Jnstallinmg des von der. Wiener Cultusgemeinde zum definitiven Rabbiner für den 18. und 19. Bezirk ernannten Herrn Wilhelm Sor statt. Zu dieser Feierlichkeit waren erschienen: Herr Obercommissär Presser in Vertretung des Bezirkscommissariates, Mitglieder der Wiener Cultusgemeinde, die Herren: Dr. Gustav Kohn, Architekt M. Fleischer, E. Hoffmann, E. Sole und S. Rosner, der Secretär Herr Lieben; ferner der Bethausvorstand des 9. Bezirkes Herr Bettelheim, sowie viele Mitglieder der Bethausvorstände des 9., 16., 18. und 19. Bezirkes, der Director von der hohen Warte S. Heller, außerdem ein recht zahlreiches distinguirtes Publicum. Nachdem der Cantor Herr Serebrenik mit Choralbegleitung recht stimmungsvoll den 27. Psalm vorgetragen, hielt Herr Rabbiner Sor seine Antrittspredigt, die einen sichtlichen Eindruck auf die Zuhörer machte. Nach Schluß des Gottesdienstes wurde Herr Rabbiner Sor von allen Seiten recht herzlich beglückwünscht, und es steht zu erwarten, daß sich derselbe durch seine gediegenen Ansprachen, sowie durch sein gewinnendes Benehmen die schnell gewonnenen Sympathien seiner neuen Gemeinde zum Besten derselben dauernd erhalten wird. Wien. (Brigittenauer Bethausverein.) Das am 15. d. M. in den Galeriesälen des „Hotel Union" abgehaltene Costüm-Kränzchen zu Gunsten des Brigittenauer Tempelbaufonds nahm einen äußerst glänzenden Verlauf. Eine Fülle reizender Frauen und Mädchen in den schönsten Toiletten und mannigfaltigsten Costümen, verschönerte das Fest und huldigte mit großem Eifer bis zur frühen Morgenstunde dem Tanzvergnügen. Eröffnet wurde der Abend mit einer Polonaise von den Herren des Comites mit den Damen Frls.: Fischer (Lilatoilette), Robitschek (Lilatoilette), B. Schwarz, (Matrosin), I. Schwarz «Italienerin), Braun (Russin), Hauptmann (Rosatoilette), welche Damen sich auch durch den Verkauf von Losen und Bouquets besonders hervorgethan haben. — Das materielle Ergebniß lieferte dem obbenannten Fonde ein sehr ansehnliches Reinerträgniß. Das aus den Herren K. Fischer, Cafetier B. Strahl, E. Renner, Herzfeld, Beckmann, 'Lövi, A. Renner, Steinbach, N. Kohn, I. Weiß, Ferd. Schwarz, I. Körner bestehende Comite hat sich durch das mühevolle und erfolgreiche Wirken rühmend hervorgethan und verdient allseits die vollste Anerkennung. Außer den obbenannten Damen seien noch besonders erwähnt, die Damen Frau Fischer, Frau Cafetiersgattin Strahl (Rosacostume), Frau Renner, Frau Herzfeld,- Frau Weisz, Frau Löwi, die Fräuleins: Grünwald (Elsässerin), Schwestern Liebreich (Drahtbinderinnen), Schnitzer (Lilacostume), Singer (Jockey) und Frau Falk als reizende Tirolerin. Besonders erwähnt sei noch die Anwesenheit des hochverehrten Bezirkslciters der Brigittenau Herrn Skacel sammt liebenswürdiger Gemalin, Herrn Armenrath M. Traube sammt ^Gemalin. Das Tanzarrangement leitete in uneigennütziger Weise Herr C. Durant sammt Sohn, die Musik besorgte die Saloncapelle F. Chorherr. In den Zwischenpausen sorgte das Dornbacher Quartett für genügendes Amüsement. Dr. Rosen. Gänserndorf, 27. März. Einen schönen Beweis einmüthigen Zusammenwirkens der christlichen und jüdischen Gemeinde Gänserndorfs gab das Leichenbegängniß des von Allen, die ihn kannten, hochgeschätzten und geehrten Herrn Bernhard Feßler. Nach schwerer Krankheit erlag er dem Tode und wurde gestern zu Grabe getragen. Die Betheiligung war eine massenhafte und legte Zeugniß dafür ab, daß sich dieser edle Jude in den Herzen seiner Bekannten ein dauerndes Monument der Liebe und Verehrung gesetzt hat. Es betheiligten sich corporativ die Gemeindevertretung von Gänserndorf mit dem Bürgermeister Leopold Scharmitzer, der hiesige MinjanrBerein mit seinem Obmanne Herrn Moriz Wasservogel, die Lehrerschaft, der Stationsvorstand Herr Faimann und der Streckenvorstand Herr v. Wellenheim und, eine zahllose Menge von Freunden und Bekannten. Im Hause des Verstorbenen hielt Rabbiner Dr. Reich aus Floridsdorf eine ergreifende Trauerpredigt, am Grabe sprach ein Verwandter des Todten, Herr Dr. Feßler aus Wien. Tief ergriffen verließen alle Trauergäste den Friedhof. E. B. Brünn. (Vom israelitischen Krankenpflegeverein „Bikur Cholim" in Brünn) ist soeben der vierzehnte Rechenschaftsbericht erschienen. Dieser Ver-

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