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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-03-30 · 13 (30.3.1894) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
13 (30.3.1894)
Date
1894-03-30
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 13 Westerrekhiphr. Wortzerchtzrift Sette 259 der Mandel (Nyir-Gyulai); 11. das Abraham Schwarz und Frau- Stipendium mit 100 fl. dem Techniker Josef Somlyo (Pacsa); 12. das Salomvn und Josefa Kohn-Stipendium mit JU)0 fl. dem Hörer der Landes-Rabbinenschule dlrmin Hoffer (Gyöngyös); 13. das Doctor Joses v. Rozsay-Stipendium mit 100 fl. dem Mediciner Wilhelm Roth (Lipto-Ujvar); 14. das Dr. Jacob Böhm-Stipendium mit 100 fl. dem Mediciner Felix Szarvas (Budapest); 15. das Wilhelm Singer- Stipendium mit 100 fl. dem Mediciner Adolf Witz (Soll); 16. das Gerfon und Julie Spitzer-Stipendium mit 100 fl. dem Hörer der Landes-Rabbinenschule Bela Rappaport (Erdöbenye); 17. das Dr. Adolf Goldberger-Stipendium mit 100 fl. dem Mediciner Alexander Dembitz; 18. das Julie Wolfner-Stipendium mit 100 fl. dem Hörer der Landes-Rabbinenschule Armin Frisch (Miglecz); 19. das Dr. Ignaz Hirschler Stipendium mit 100 fl. dem Mediciner Isidor Kohn (Budapest); 20. das Ignaz und Fanny Schreiber-Stipendium mit 100 fl. dem Juristen Adolf Spitzer (Badosfa); 21. das Moriz und Marie Schmiedl--Stipendium mit 100 fl. dem Hörer der Philosophie Marcus Chilf (Preßbürq); 22. das Samuel Schwarz-Stipendium mit 100 >!. dem Juristen Isidor Käufer (Nagy-Bajom); 23. das Dr. Heinrich Pollak-Stipendium mit 100 fl. dem Mediciner Daniel Fried (Budapest); ferner 24—32 neun Vereinsstipendien zu je 100 fl. den Medicinern: Bela Nagy (Vitka), Alexander Stangl (Taßar), Franz E. Weiß (Markosfalva), Gustav Spitzer (Teteny) und Heinrich Cziegler (Erlau); den Juristen: Emanuel Schön (Kaposvar), Emil Szalai (Mako) und Lazar Matyas (Toplicza) und dem Hörer der Philosophie Bela Rona (Acsa); 33—41 neuen Veceinsstipendnn zu je 50 st. den Technikern: Ignaz Fuchs (Fünfkirchen) und Felix Schütz (Arad) und den Hörrern der Landes-Rabbinenschule: Dr. Isidor Engelsmann (Zala-Egerßeg), Dr. Moses Herskovits (Hadas), Heinrich Wiesner (Mo-Mislye), Josef Farkas (Munkacs), Eugen Rosenblüh (Csepe), Josef Frank (Farkas-Hida) und Jacob Singer (Saio-Kazincz). — Sämmtliche Gesuchsteller können ihre Gesuche bei Herrn Dr. Josef Simon (Budapest, V., Badgasse 10) in Empfang nehmen. Prag. (Die Meisel-Synag oge.) Unter den öffentlichen Gebäuden, welche aus Anlaß der Regulirung der Josefstadt einer völligen Umgestaltung unterzogen werden müssen, befindet sich auch die Meisel-Synagoge, welche, zu den älteren Bauwerken unserer Stadt gehörend, an einen der größten Wohltbäter der ehemaligen Judenstadt, Mordechei Markus Meisel erinnert. Dieser, geb. 1528, gest. 1601, von seinen Zeitgenossen „der Freigebigste der Freigebigen" genannte und bei Kaiser und Hof in höchstem Ansehen stehende Mann faßte, nachdem er schon früher die „Hochsynagoge" vollendet hatte, den Plan, eine große Synagoge von stolzem Bau und mit großem Kostenaufwand herzustellen, kaufte im Jahre 1590 eine Baufläcye auf einem damals ganz verödeten Grundstücke, welches jetzt von der Meisel-, Joachims-, Enge (goldene) und Josefstädter (Breit.-) Gasse begrenzt wird, für 200 Schock böhmische Groschen und erbaute daselbst, nachdem am Purimseste des Jahres 1590 die feierliche Grundsteinlegung stattgefunden, ganz aus eigenen Mitteln das nach ihm benannte Gotteshaus, welches nach zweijährigem Baue im Jahre 1592 vollendet und am Neujahrsfeste dieses Jahres seiner Bestimmung übergeben, dann am Thora-Frendenfestcp feierlich eingeweiht wurde. Von den aus diesem Anlasse damals gespendeten zahlreichen Weihegeschenken sind einzelne doch erhalten, viele andere höchst kostbare aber leider verloren gegangen. Die Synagoge wurde nach dem Entwürfe des Prager jüdischen Baumeisters Juda Herz Goldschmied, der auch an der Pinkas-Synagoge im Jahre 1535 einige Ergänzungsbauten ausgeführt hatte, von ihm und einem gewissen Joseph Wolff in schönem Renaissance-Style ausgeführt. Das alte Gotteshaus ruhte auf 20 massiven, aus Stein gemeißelten Säulen, von denen nur noch der kleinste Theil vorhanden ist, war auch viel größer als das heutige Gebäude und kostete über 12.000 Thaler, eine damals sehr große Summe. Nach dem Tode Meisel's, dessen gesammter Besitz in Folge einer grundlosen Angeberei von der Krone mit Beschlag belegt wurde, ward durch 100 Jahre mit dem Fiscus ein Proceß geführt, der wiederholt die Sperrung dieses Gotteshauses für längere Zeit zur Folge hatte. Am 21. Juni 1689, in welchem Jahre die gesammte Prager Judenstadt ein Raub der Flammen wurde, wobei Hunderte von Menschen ihren Tod fanden, wurde auch die Meisel-Synagoge eingeäschert, aber bald wieder aufgebaut und am 21. October 1691 neuerdings eingeweiht. Auch bei dem großen Brande von 1754 wurde die Synagoge arg beschädigt, aber rasch wieder hergestellt, dabei aber in der Richtung gegen die Enge Gasse zu verkürzt. In der Neuzeit erfolgte im Jahre 1862 ein theilweiser Umbau dieses Gotteshauses und am 4. August 1863 dessen Einweihung. Dieser Umbau geschah in gothischem Style, an welchen noch Einzelheiten des früheren, und dann im 18. Jahrhunderte in sehr schmuckloser Weise erfolgten Umbaues, so namentlich mehrere stattliche Spitzbogen-Fenster erinnerten. In der Mitte des Tempels befand sich früher auf einer erhöhten und mit Steinbrüstungen versehenen Estrade, dem „Almemor", ein höchst merkwürdiges. auf gewundenen, mit kronenartigem Blattwerke als Capitälern geschmückten Messing-Säulen ruhendes kunstvoll geschmiedetes Gitterwerk, eine wahre Meisterarbeit der Kunftschlosserei aus dem Anfänge des 18. Jahrhunderts. (Ein sehr ähnliches, sehr schönes Kunstgitter aus der gleichen Zeitperiode, mit reichem Arabeskenschmuck, befand sich auch in der Pinkas-Synagoge bis zu deren im Jahre 1862 vorgenommenen, leider mißlungenen Umbau, ein drittes, sehr wohlerhaltenes Werk dieser Art hat sich noch in der „Zigeuner-Synagoge" bis zum heutigen Tage erhallen.) Bis zum Jahre 1863 sah man daselbst auch noch ein in Renaiffance-Styl reich ornamentirtes, ein mehrfache Säulenstellung übereinander zeigendes Sanctuarium, ferne eine große mir ihrer Fahnenstange bis zur Wölbung reichende Fahn von gelber Seide in der Form der mittelalterlichen Stnrmfahnen, wie eine ähnliche, ein Vorbild derselben schon aus der Zeit Kaiser Karl des IV. stammend, sich noch in der Alt-Neu-Synagoge befindet. Diese Fahne der Meisel-Synagoge stammte aus der Zeit des Kaiser Rudolf H., welcher zu deren Führung und Anbringung im Jahre 1598 einen besonderen Majestätsbrief ausgestellt hatte. 1863 wurde daselbst auch der Chorgesang und das Orgelspiel eingeführt. — In Folge eines Beschlusses, welchen die betreffende Synagogen-Gemeinde auch mit Rücksicht auf diese unzulänglich gewordenen Räumlichkeiten kürzlich gefaßt hat, wird nun ein vollständiger Um-, beziehungsweise Vergrößerüngsbau dieses Tempels, und zwar wieder im gothischeu Style und annähernd im ursprünglichen Ausmaße des Meisel'schen Baues vorgenommen und damit schon demnächst begonnen werden.Der künftige Tempel, deffen Seitenschiffe und Galerien nach v »^ausgehender entsprechender Bodenausschüttung erhöht werden sollen, wird gegen die Enge Gasse zu, in welcher sich der neue Haupteingang befinden wird, um 5 Meter verlängert und 770 Sitzplätze erhalten. (Bisher hatte die Synagoge nur 650 Sitze.) Der Neubau wird auf allen Seiten vollkommen frei stehen, und werden deshalb die angrenzenden Privathäuser niedergerissen. Halberftadt. Auf Veranlassung des hier bestehenden deutschen (antisemitischen) Reform-Vereins fand am Dienstag Abends im Saale des Elysiums eine öffentliche Volksversammlung statt, zu der Herr Professor Dr. Förster aus Friedenau das Referat über „Die geschichtliche Entwicklung und die Zwecke und Ziele der antisemitischen Bewegung" übernommen hatte. Redner entwarf im ersten Theile seines Vortrages eine geschichtliche Entwicklung der antisemitischen Bewegung, wurde aber vielfach durch Beifall, höhnische Bemerkungen, Zwischenrufe, Pfuirufe u. s. w. unterbrochen, so daß es mancher Pausen bedurfte, ehe die Ruhe wieder hergestellt wurde. Im ersten Theile gebrauchte der Redner gelinde Worte, im letzten Tbeile jedoch wurde er beleidigend gegen die Juden, was verschiedenfach bei den Zuhörern Mißbilligung hervorrief und, wie schon gesagt. Radau verursachte. Danach erbat und erhielt Herr Kaufmann Benjamin Hirsch das Wort. In sachlicher Weise widerlegte er mehrere Punkte des Redners und trat auch der Behauptung entgegen, daß Juden für das Vaterland auf dem Felde der Ehre nicht gefallen seien. Hier aus Halberstadt seien im Jahre 1870 zwei jüdische Einwohner gefallen, ein bedeutend größerer Procentsatz als bei den christlichen Einwohnern. Er wünschte und bat, daß das bis jetzt geherrscht habende gute Einvernehmen der Einwohner immer bewahrt bleiben möge, denn wenn ein Jude etwas verbrochen habe, so können nicht sämmtliche Anhänger dieses Glaubens dafür verantwortlich gemacht werden. Hätte Einer etwas verbrochen, ob Jude oder Christ, so habe er allein seine Strafe zu erdulden. Zum Schluß brachte Redner auf seine alte Vaterstadt ein Hoch aus, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten. Herr Professor Dr. Förster sprach dem Vorredner das Recht ab, Halberstadt als seine Vaterstadt bezeichnen zu dürfen. Da kam er aber bei den Anwesenden schön an. Es erhob sich ein gewaltiger Tumult; man warf dem Redner Unwissenheit (wenn nicht Schlimmeres) vor, da er sich als Fremder ein Urtheil über die Verdienste des Herrn Hirsch um die Stadt gar nicht erlauben könne. Der Tumult wuchs, als der Redner den sich mit dem Hute bedeckenden Herrn Hirsch (Herr Hirsch hatte aber die Absicht, den Saal zu verlassen und deshalb den Kopf bedeckt) darauf aufmerksam machte, er befände sich nicht in der Synagoge. Das war das letzte Wort, welches er an die Versammlung richten konnte, denn der Scandal wurde so allgemein, daß der Vorsitzende sich dazu verstehen mußte, die Versammlung zu schließen. Mit dem Gesänge „Deutschland, Deutschland über Alles" verließen die Anwesenden den Saal. Nach diesem Verlauf der Versammlung wird man kaum noch der Ansicht sein können, daß hier in Halberstadt eine Ställe für die Lehre des Antisemitismus vorhanden ist. Berlin. (Heranziehung zu Synagogenabgaben.) Der Fabriksbesitzer H. in Berlin erhob gegen seine Heranziehung zu Beiträgen für die Bedürfnisse der israelitischen Gemeinde Einspruch und nach dessen Zurückweisung Klage. Er beantragte aus einem zweifachen Grunde Herabsetzung der Steuer. Zunächst wollte er der Gemeinde nur das Recht zugestehen, die Kosten für Synagoge und Cultus, nicht aber auch fitr humanitäre Anstalten von ihren Mitgliedern durch Umlage aufbringen zu lassen. Außerdem dürfte er aber nur von seinem Berliner Einkommen besteuert werden. Er habe einen zweiten Wohnsitz in Wannsee und sei deshalb auch der Potsdamer

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