Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 11 (1894)
- Issue
- 10 (9.3.1894)
- Date
- 1894-03-09
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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6dte 106 VestrrrekMchr Wochenschrift ,Nr. 10 der, in vortreWchem Hebräisch geschrieben, van gründlichster Kenntniss aller einschlägigM Dinge Zeugniss ablegt. Vis Erklärungen des Verfassers sind geistreich; so z. B. die Betrachtung über die „vier Arten von Löhnen-. Sehr anregend ist die Heranziehung eines überreichen talmudischen und midraschischen Materials, welches der Verfasser originell verwerthet, es fehlt auch nicht an philosophischen und geschichtlichen Reflexionen. Der Verfasser, ein jüdischer Kaufmann, der sich und seine Müsse der Literatur des Judenthums widmet, wird gewiss überall die verdiente Anerkennung finden. Nikolsburg. Dr. D. F. Wochenkalender. Weadar 5654. — März 1894. Freitag 1 2 Rosch CHodesch 9 E. d. N. 5h 32-3® Samstag Sonntag . 2 3 npo&rt'YipB 10 11 Montag 4 12 Dienstag 5 13 Mittwoch 6 14 Donnerstag 7 15 Freitag 8 16 - Briefkasten. G.: Wir Haben über das Requiem in der Leopoldstadt nicht berichtet und können ähnliche Referate auch Von anderwärts nicht pnblicirey. Eingefendet. Ein Roma« zwischen Constantinopel und New-Iork. Es ist eine echt orientalische Sitte, daß daselbst Mädchen im zartesten Alter Verlobt werden, ^weshalb auch in den meisten Fallen solche Ehen unglücklich ansfallen und schließlich viel Kummer und Schmach den Eltern und Angehörigen verursachen. Ein solcher Fall hat sich vor wenigen Monaten in Constantinopel zugetragen und hat die Affaire in Wien den Abschluß gefunden. Der Fall ist folgender : Eine in Constantinopel wohnende Familie Ludner versprach ihre Tochter in frühester Jugend mit dem Sohne einer befreundeten Familie Ellner, die im Laufe der Zeit nach Amerika (New-Iork, Focsy Street Nr. 104) auswandelte. Sie correspondirten auf's Freundlichste miteineinander, sodaß Herr Ludner nach vielen Versprechen und Vorstellungen des Herrn Ellner brieflich auch die Verlobung geschloffen hat. „An dem Verlöbniß -wurde jedoch festgehalten und im verflossenen Herbst kam. der junge Ellner zur Hochzeit nach Constantmopel. Durch das feine Benehmen des jungen ManneD bestochen, schätzten sich die Eltern der jungen Dame, welche nebst ihrer hohen Bildung auch ein ziemliches Vermögen besaß, sehr glücklich, einen solchen Schwiegersohn zu bekommen. Bald nach der Hochzeit reiste das junge Paar nach Amerika ab, um ihr neues Heim zu beziehen. Da in Constantinopel Cholera war, mußten sie in Bulgarien 8 Tage Quarantaine halten. Hier sollte die junge Dame gar bald schlechte Erwhrungen machen. Denn was die Arme unter der schlechten Behandlung ihres Gatten gelitten, welcher sie buchstäblich mißhandelte, läßt sich nicht beschreiben. Nach langer Reise kamen sie endlich bis Wien, wo der Mann noch immer von seiner Tyrannei nicht abließ, im Gegenthttl die schlechte Behandlung dadurch verschärfte, indem er es für angemessen hielt, sich einen jungen unerfahrenen Bulgaren gegen Bezahlung zu miethen, denselben mit der Aufgabe betraut, die unschuldige brave Frau zu überwaiAn, ihm ferner znm Werkzeug gemacht, um seiner Frau auch später ein schlechtes Betragen Vorhalten zu können, was ihm nicht gelang. Nach all' diesen Geschehnissen sah sich die arme Frau Elln», geb. Ludner, veranlaßt, zur Wahrung ihrer Ehre dre israelitisch-türkische Gemeinde um Hilfe anzugehen und eventuell dre Scheidung zu erwirken. Als der Herr Rabbiner in Gegttlwart. des Herrn Seeretärs der türkischen Gemeinde an Ellner die Frage stellte, was ihn zur schlechten Behandlung seiner rxrau veranlaßt, wußte er nichts zu sagen, hingegen erzählte die junge Dame, in deren Gesicht die schlechte Behandlung fast zu lesen war, in Gegenwart ihres Gatten Alles, was sie von demselben, sowohl auf der Reise als.auch in Wien zu erdulden hatte, ohne daß der Gatte es leugnen konnte; als Herr Ellner. erfuhr, daß man sich Don seiner tyrannischen Behandlung gegen seine unschuldige Frau überzeugt hat und daß die ehrenwerthe israelitisch-türkische Gemeinde Ernst mache und auch schon um die Ehepacten nach Constantinopel schrieb, verschwand er und nahm alle der jungen Frau gehörenden Sachen mit sich, ohne daß Jemand davon etwas wußte. Eine hier sehr achtbare Familie, Witwe Frau Charlotte Adutt, nahm sich um die verlassene junge Frau an, lud sie zu sich, wo sie sich noch heute befindet und fast wie ein eigenes Kind betrachtet wird. An unsere Freunde in New-Aork richten wir die Bitte, bei der Familie Ellner zu Gunsten der unglücklichen Frau zu interveniren. Klm Kahane-Stiftung zur Heiratsausstattung. Es wird hiemit zur Kenntniss gebracht, dass am 14. Thamus die Zinsen der obgenannten Stiftung zur Heiratsausstattung zweier mittellosser, anständiger Waisenmädchen Israel. Confession im Betrage von je fl. 215 zur Verleihung kommen. Die Bewerberinnen haben nach zu weisen, dass sie: 1. der Israel. Confession angehören; 2. streng sittlich, mittellos und verwaist sind; 3. sich im Brautstande befinden. Bewerberinnen, die sich - vor, der Verleihung verehelichen, verlieren den Anspruch auf die Verleihung. Die Gesuche sind bis 31. März 1894 im Secretariate der Israel. Cultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock einzureichen, woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden von 9—12 Uhr unentgeltlich zu beheben sind. Wien 1. März 1894. M. L. Biedermann’sches Stipendium. Aus der obigen Stiftung „zur Unterstützung mehrerer hiesiger dürftiger Knaben, vorzugsweise, wenn sie Waisen sind, während der Zeit, als solche, die Israel. Unterrichtsanstalt mit gutem Fortgänge in Kenntnissen und Sittlichkeit und zur Zufriedenheit der Herren Schulvorsteher und Lehrer besuchen, dann wenn selbe nach Beendigung des Schulunterrichtes ein Handwerk erlernen, auch durch die Dauer ihrer Lehrzeit“ gelangt ein Stipendium im Betrage von 63 fl. ö. W. zur Verleihung. Die Bewerber um dieses Stipendium haben ihre, mit den Schulzeugnissen — eventuell auch mit dem Nachweise ihrer Wa'senschaft — belegten, von den betreffenden Religionslehrer der Wiener israel. Cultusgemeinde bezüglich der stiftbriefgemässen Würdigkeit begutachteten Gesuche bis 31. März 1894im Secretariate der israel- Cultusgemeinde fl., Seitenstettengasse 4, 2. Stock) zu überreichen, woselbst Gesuchsblanquette während der. Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr Vorm, unentgeltlich zu beheben sind. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell in welchem Betrage. Wien, 1. März 1894. Wolf Isak Hassau’sohe Stiftung für Mediciner. Der Vorstand der hiesigen israel. Cultusgemeinde bringt zur Kenntniss, dass die Zinsen der Wolf Isak Nassau’schen Stiftung ä fl. 42, jährlich, an einen an der hiesigen k. k. Universität studirenden Mediciner israel. Confession auf die Dauer der ganzen Studien- und der Vorbereitungszeit zu. den Bigorosen, welch letztere jedoch zwei Jahre nicht überschreiten darf — zu verleihen kommen. Die Bewerber haben ihre, mit: I. Geburls-, 2. Moralitäts- und 3. Armuthszeugnissen, 4. mit Gymnasial- und Universitätszeugnissen und dem Immatricuiationsscheine versehenen Gesuche in der Kanzlei der hiesigen israel. Cultusgemeinde (Stadt, Seitenstettengasse 4, 2. Stock), woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden von 9—12 Uhr unentgeltlich zu beheben sind, bis 31. März 1894 zu überreichen. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell in welchem Betrage. Studirende aus der Familie des Stifters oder dessen Gattin Eleonore, geb. W^rtheim gemessen den Vorzug. , Wien, 1. März 1894. ' Wolf Isak Nassau’sches Künstlerstipendium. Der Vorstand der israel Cultusgemeinde in Wien bringt hiemit zur Kenntniss, dass bei derselben ein vom seligen Herrn Wolf Isak Nassau gegründetes Künstlerstipendium jährlicher fl. 42 für einen Jüngling