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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-03-09 · 10 (9.3.1894) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
10 (9.3.1894)
Date
1894-03-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 10 Orflrrrrtchtsrtze Wochenjchrin Seicr 191 hüt dem Verein durch organisatorisches Talent zur Blüthe gebracht und trotzdem ein großes Vermögen an Spenden vertheilt wurde, durch rationelle Verwaltung einen relativ bedeutenden Fond gesammelt, dessen Zinsen einen Stock bilden, welcher es möglich macht, das größte Elend zu stillen. Der Proßnitzer israel. Frauenverein ist in Mähren und in anderen benachbarten Provinzen mustergiltig geworden, nach welchem sich viele andere Vereine constituirten. In lebendiger und unvergeßlicher Erinnerung sind die Samariterdienste der Jubilarin während zweier Cholera-Epidemien. Möge es derselben gegönnt sein, ihre menschenfreundliche Thätigkeit bis in's späteste, dem Sterblichen erreichbare Alter dem Wohle der Armen und Kranken widmen zu können. Budweis. (Bon der israel. Cultusgemeinde.) Die letzte Woche stattgehabten Wahlen der israel. Cultusgemeinde- Repräsentanz ergaben nachstehendes Resultat: Gewählt erscheinen David Bulaty'zum ersten Vorsteher, Ignaz Fantl zum Stellvertreter und Synagogen-Borstand, Ignaz K o p p e r l zum Cafsier, Dr. Leopold L ö w y zum Hausverweser, Ludwig Lederer zum Schulaufseher und H. Fischer zum Controlor. Raudnitz. den 26. Februar. Samstag oen 24. Februar wurde hier im Hotel „zur Krone" ein Kränzchen veranstaltet, das sich würdig den früheren anreihen kann. Sehr überrascht waren wir von der prächtigen Decoration des geräumigen Saales, die alle Erwartungen übertraf. Die Stirnseite des Saales war in einen duftigen grünen >ain verwandelt, in dessen Mitte sich ein Bild Sr. Majestät des Kaisers erhob. Die Längsseiten waren mit Draperien in Weiß und Roth verkleidet und mit grünen Btätterranken geschmackvoll dccorirt. Das Kränzchen war gut besucht und wurde bei den Klängen der lockenden Musikweisen dem Tanze eifrig.gehuldigt, es hatte ja die weibliche Jugend ihre anmuthigsten Vertreterinnen entsendet. Dem Comile, welches sich um das Gelingen des Kränzchens, sowie um den schönen Zweck — der Ertrag fällt dem Baufortde des hiesigen Tempels zu — in hervorragender Weise verdient gemacht hat, gebührt ein großer Dank, der übrigens von Jedem den Comitß-Mitgliedern in den schmeichelhaftesten Worten zutheil wurde. Möge es Ihnen eine Aufmunterung für das künftige Jahr sein. Die Tanzmusik wurde in trefflicher Weise von der Capelle des 74. Jnf.-Reg. besorgt. E. O. Jungbuuzlaui Seit dem 1. d. M. ist der hiesige Rabbinerposten wieder besetzt. Unter mehreren Bewerbern hat die Probepredigt des Herrn Dr. M. Klotz, Rabbiner in Raudnitz, ungetheilten Beifall gesunden, und da demselben auch andere ^ute Empfehlungen zur Seite standen, wurde er mit großer Stimmenmajorität als Seelsorger der hiesigen Gemeinde und Director der isr. Volksschule angestellt. Bei seinem Eintreffen am 1. d. M. wurde er am hiesigen Bahnhofe vom Vorstände begrüßt. Samstag am 3. März hielt Herr Rabbiner Dr. M. Klotz in Gegenwart einer zahlreichen aufmerksamen Zuhörerschaft eine Antrittsrede in Worten, von denen es heißt: „Worte, die vom Herzen kommen, dringen wieder zum Herzen." Gleich Sonntag Früh besuchte er die Schule, um eifrig und nutzbringend in seinem heiligen Berufe zu wirken. Kojetein. Der israelitische Frauenverein in Kojetein veranstaltet Montag den 26. März ein Purim-Kränzchen zu Gunsten des Frauen-Wohlthätigkeitsvereines. Die Ballmusik besorgt die hiesige Capelle. Stratznitz, 2. März 1894. Zwei die Gemüther tief bewegende und erregende Todesfälle ereigneten sich dieser Tage im Schoße der hiesigen Cultusgemeinde. Sonntag am 25. Febr. trugen wir zu Grabe den Associü der in weiten Kreisen bekannten Firma der hierortigen Spiritus- und Preßhefefabrik A. H. Siebenschein, Herrn Jacob Siebenscheiy, dessen frühzeitigen, in seinem 49. Lebensjahre erfolgten Tod eine alte Mutter, eine junge Gattin und neun unmündige Kinder beweinen. Bon erschütternder Wirkung war die von unserem ehrwürdigen Herrn Rabbiner Friedmann vor derTempelpforte abgehaltene Trauerrede. Heute geleiteten wir wieder zur letzten Ruhestätte die durch ihre Biederkeit, Frömmigkeit und Intelligenz ausgezeichnete, in dem seltenen, hohen Alter von angeblich 105 Jahren in geistiger Frische, jedoch an Altersschwäche Hingeschiedene Frau Rebbeka Morgenstern. Dieselbe hatte ein langes, mit wechselvollen Geschicken reiches Leben hinter sich. Einer achtbaren Familie (Efrajim Fischer) in Gewitsch entstammend, hat sie als Witwe eines Arztes vor 50 Jahren den hierorts angesehen gewesenen-Wolf Morgenstern geheiratet; mit demselben wurde Ire zum zweitenmale Witwe. Sie wurde in ein anständiges Haus in Pension gegeben, für deren Kosten — - da die Verblichene kinderlos gewesen und ihre nächsten Verwandten überlebt hatte — weiterstehende Verwandte und die isr. Gemeinde aufgekommen sind. Heute wurde sie. unter allen Ehren zu Grabe bestattet. Die üblichen Gesänge und Gebete verrichtete Obercantor Presser, worauf unser Herr Rabbiner Friedmann ihr einen schönen, würdigen Nachruf widmete, in welchem er die Krone ihres hohen Alters, geschmückt mit ihrem guten Namen den sie zurückgelassen, pries. Am Schluffe seiner geistvollen Rede zollte der Herr Rabbiner den Anverwandten der Hingeschiedenen, obenan Herrn und Frau Rabbiner Dr. Schmiedl in Fünshaus und der hiesigen isr. Cultusgemeinde, die in munificenter und ehrenhafter Weise für die verschiedene, würdige Frau durch 12 Jahre gesorgt haben, Dank und lobende Anerkennung. Jägerndorf, 4. März. Samstag den 3. d. M. feierte der Cantor Herr Grünblatt das 25jährige Jubiläum seiner Wirksamkeit in der hiesigen Gemeinde. Aus diesem Anlasse fand ein feierlicher Gottesdienst statt, bei welchen Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Anschlowitz an den Jubilar eine schwungvolle Ansprache richtete und der Chor ein Festlied vortrug. Nach dem Gottesdienste erschien eine Deputation des hiesigen Cultusvorstandes, geführt von dem verdienstvollen Präses Herrn Jul. Pollak, der an den Jubilar eine innige und warme Ansprache hielt und auf seine Verdienste als Beamter und Mensch hinwies. Der Herr Vorsteher üderbrachte dem Jubilar die herzlichsten Glückwünsche des Gesammtvorstandes und überreichte ein namhaftes Geschenk in Werthpapieren. Ferner erschien eine Deputation der hiesigen „Chewra-Kadischa" und eine des hiesigen Männergesangvereines, dem hochgeehrten Jubilar Wünsche auszusprechen. Die unzähligen mündlichen und schriftlichen Gratulationen, sowie die zahlreichen und werthvollen Geschenke von Nah und Fern beweisen, welcher besonderen Hochachtung und Werthschätzung sich der Jubilar hier unter der ganzen Bevölkerung erfreut. Lemberg. Der Ausschuß des israelitischen Handwerker-, Unterstützungs- und Fortbildungsvereines „Jad Charuzim" hat den Ehrenpräsidenten des Vereines Landtagsabgeordneten Dr. Bernhard Goldmann aus Anlaß seines wackeren Eintretens für die jüdische Religion gegen die antisemitischen Angriffe im galizischen Landtage eine künstlerisch ausgestattete Dankadresse überreicht. Lemberg, 4. März 1894. Der gestrige Sabbath war ein Festtag für die hiesige Gemeinde. Der als Nachfolger des gottseligen Rabbiners Ettinger gewählte Herr Rabbiner G. Isaak Schmelkes aus Przemysl wurde in sein Amt eingeführt. Derselbe traf am Donnerstag hier ein und wurde vom Vorstände, der ihn am Bahnhof empfing, in seine Rabbinatskanzlei geleitet, wo ihn eine zahlreiche Versammlung begrüßte. Den Glanzpunkt des Festes bildete am gestrigen Tage die Antrittsrede. Die hinreißende Beredtsamkeit und die fesselnde Art des Vortrages übte einen mächtigen Eindruck auf alle Anwesenden aus. Nach Worten tiefempfundenen Dankes zum Allmächtigen, der ihm das Ziel seines Strebens habe erreichen lassen, entwickelte der gefeierte Gelehrte in Anlehnung an den Thora-Abschnitt und Talmud das Programm eines Rabbiners, als welches er gemeinsames, einträchtiges Streben im Dienste der Religion, Erkenntniß der Erhabenheit des Gotteswortes» seiner Ewigkeit und Unveränderlichkeit, und besonders die friedliche einmüthige Mithilfe aller Gemeindemitglieder forderte. Mit einem Gebete für Se. Majestät unseren treuen Landesvater, den Statthalter Grafen Badeni, für die Abgeordneten, Gemeinde-, Cultusräthe und Vertrauensmänner, die ihn gewählt haben, schloß die Antrittsrede, welche, wie sie vom Herzen kam, so auch allen Hörern zum innersten Herzen drang. P^emysl. Unsere Gemeinde hat einen schweren Verlust zu beklagen. Am 9 d. M. haben wir einen unserer Besten zu Grabe getragen, den beliebten und allgemein hochverehrten Herrn Joachim Blumenfeld. Er vereinigte in sich ein immenses talmudisches Wissen mit einer Fülle yon profaner Bildung, überaus frommes altjüdisches Handeln mit herzgewinnender Toleranz. Bon Allen geliebt und geachtet, war auch die Betheiligung am Leichenbegängnisse eine außergewöhnliche. Als Mitglied der Repräsentanz unserer Gemeinde gab ihm diese in corpore mit dem Präsidenten Herrn Doctor Baumfeld an der Spitze bis auf den Friedhof das Geleite. Außerdem zahlreiche Mitglieder unserer Gemeinde und eine unzählige Menschenmenge. An der Bahre sprachen vor der Synagoge Se. Ehrwürden unser nunmehr zum Lemberger Rabbiner erwählte Rabbiner Herr Jsak Schmelkes, sowie Rabbinatscandidat Herr Gedalje Schmelkes. Auf dem Friedhofe sprach rührende Worte des Abschiedes im Namen der Repräsentanz der sehr

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