Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 11 (1894)
- Issue
- 10 (9.3.1894)
- Date
- 1894-03-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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«Sette 190 ItzsterrrMrtfitze Woaprazurrm Nr. 10 »och lauge Jahre vergönnt sein möge, in Herrn Zolles seinen bewahrten Präsidenten zu besitzen. Sichtlich ergriffen dankte Herr Zolles für die ihm dargebrachten ehrenden Ooationeir mit der Versicherung, auch weiterhin nach besten Kräften für das Gedeihen des Vereines zu walten. # Dem Bankette wohnten auch Herr Reichsrathsabgeordneter Dr. Bloch und der langjährige Vereinsarzt Herr Dr. S. Frankl bei. Den ersten Toast brachte Herr Reichsrathsabgeordneter Dr. Bloch auf den Jubilar aus. Er hob dabei hervor, daß er Gelegenheit hatte, Herrn Ignatz Zolles nicht nur in diesem Vereine, sondern auch in vielen anderen humanitären und gemeinnützigen Instituten an leitender Stelle mit besonderem Geschicke und Erfolge wirken und schaffen zu sehen; und toastirte auch auf dessen Gittin, die dem Jubilar durch ein besonders glückliches Familienleben ermöglicht, die nöthig' Ruhe und Zeit zu finden, sich solchen gemeinnützigen Bestrebungen ganz und voll zu widmen. Das Bankett, bei welchen der anwesende Obercantor des neuen polnisch-jüdischen Tempels, Herr M. Scharr, mehrere hebräische und deutsche Gesänge in wirklich meisterhafter Weise vortrug, verlief in animirtester Stimmung und gestaltete sich durch ansehnliche Schenkungen zu Gunsten des Kranken-Unterstützungsvereines „Mazmiach Jeschuah" zu einer imposanten Manifestation jüdischen Wohlthätigkeits-Sinnes. Erst gegen Mitternacht endete diese seltene und schöne Feier. . Neubrunn. Wien. Dieser Tage beging der Scontist der Großindnstriellen-Firma D. Schwarzmann und Comp, hier, Herr Adolf D r ö ß le r. welcher den Feldzug von 1866 mitmachte, seine 25jährige Thätigkeit bei genannter Firma, welche derselbe stets zur Zufriedenheit seiner Chefs vollführte, welch Letztere ihm auch in väterlicher Weise zugethan sind. Der Umstand, daß Herr Drößler eine Generation hindurch einer Firma seine Dienste gewidmet, ehrt denselben, aber auch dessen Chefs, welche allen ihren Angestellten in urbaner, loyaler und humaner Weise entgegenkomnrcn und behandeln. Wien. Der fortschrittliche Verein in Rudolfsheim, welcher seit seiner Gründung immer unentwegt der Fahne des Fortschritts folgte, begeht im heurigen Jahre das Jubiläum seines zwanzigjährigen Bestandes. Aus diesem Anlässe wurde in der letzten Bereinsversammlung Herr Salomon Beer, eines der ältesten Mitglieder, für seine hervorragenden Verdienste um den Verein und dessen Erstarkung einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Wien. („Ferienheim", Verein für isruel. Feriencolonien.) Gesuche um Aufnahme in die Colonien dieses Vereines, werden täglich zwischen 5 und 7 Uhr im Bureau des Vereins I., Schottenring 23, 2. Stock entgegengenomntett. Nach dem 15. Mai 1894 einlaufende Gesuche werden nicht mehr berücksichtigt. G e s u ch s f o r m u l a r e z u h a b e n im Bureau d es Ver eines. Wie«. (RiederösterreichischesLandes-Kaiser- Stipendium.) Dem mit ausgezeichnetem Erfolge studirenden Schüler des ll. Jahrganges an der Wiener Handelsakademie Rudolf Rosenblatt, Sohn des Bankbeamten Moritz Rosenblatt, wurde unlängst auf einstimmigen Vorschlag des Profefforen- Tollegiums dieser Anstalt und auf Befürwortung des Directors der Akademie, des k. k. Regierungsrath es Dr. Rudolf Sonndorfer, vom hohen niederösterreichisch n Landesausschusse, das Kaiserstipendium für die Studienjahre 1894 und 1895 in der Gefammthvhe von 600 fl. verliehen. E. B. Wien. Bon dem in Kreisen jüdischer Cantoren als Compositeur bestbekannten, in Folge leidenden Zustandes emeritirten Cantor M. Wodak in Wien erscheint in dessen Selbstverlag eine auf 12 Lieferungen berechnete Compofition „Lamnazeach, Schule des isr. Cantors" eine praktische und bewährte Methode zur gründlichen Erlernung aller Sing- und Vortragsweisen der gesammten Synagogenliturgie mit besonderer Berücksichtigung des Recitatives, sowie jener markanten Stellen, welche die Cantoren mit Vorliebe pflegen. Im Hinblick auf die hohe Bedeutung, welche der synagogale Gesang und der Borbeter-Vortrag für die Weihe des isr. Gottesdienstes besitzen, darf der „Lamnazeach" des Herrn Wodak Allen, welche hiefür Interesse haben, wärmstens empfohlen' werden. Wie«. Dein eben erschienenen 6. Jahresberichte des Krairken- Unterstützungs-BereineS „Liwias Chen" entnehmen 'wir, daß der Mitgliederstand auf der bisherigen Höhe blieb. Der Verein zählt 12 Ehrenmitglieder, 8 unterstützende und 178 ordentliche Mitglieder. Dementsprechend beziffert,sich^ das Vermögen .mss ungefähr gleiche.. Höhe wie im Vorjahre, in Summa fl. 3487-44, nachdem eine neuerliche fünfpercentige Abschreibung vom Inventar vorgen^mmen wurde. Durch Unterstützungen in Krankheitsfällen und Verabfolgung von Curbciträgen wurde die Bereinscasse seit Bestand des sehr ersprießlich wirkenden Vereines am stärksten im Berichterstättungsjahre in Anspruch genommen. Bei der am 25. Februar a. c. stattgehabten General-Versammlung wurde zunächst das Andenken des verstorbenen Ehren-Mitgliedes. Eyrwürden Dr. Adolpy Jellinek, durch Erheben von den Sltzen geehrt und wird alljährlich am Sterbetage des verblichenen Oberrabbiners die Seelenandacht im eigenen Bethause des Vereines begangen werden. Hierauf wurde zur Wahl oer Vereins- . lcitung geschritten, welche sich wie folgt constituirte: Obmann Dr. I. Schnürmann, Obmann-Stellvertreter Emil Jelinek, Schriftführer Fritz Goldfarb, Cassefnhrcr David Kolieb, Controlor S. Blodek, Bethausvorstand S. Triger, sowie Ausschußmitglieder die Herren Ch. Ehrlich, Mrd.-Dr. Ed. Frischrner, Adolf Kohn, Anton Loew und Alexander Sicherer. Das Bethaus des Vereines „Liwras Chen", in welchem täglich Morgens und Abends Gottesdienst abgehalten wird, besindet H., Obere Donaustraße 89, nächst der Stefaniebrücke. Wie«. Zu.dem am 4. d. M. stattgefundenen lit. Nachmittag des literarischen Gesellrgke.tsvereines jüd. Mädchen „Moria" waren sehr viele Gäste erschienen, welche dem angekündigten Bortrage des Herrn Drd. Vierer über „Religion und Natio.»alismu§ im Judenthum" mit reger Aufmerksamkeit folgten. Herr Vierer sprach in schlichter, aber zugleich ungemein interessanter Form, so daß ihm der Beifall aller Anwesenden nicht entgehen konnte. Eine Discusffon und eine Ansprache der Präsidentin, welche hauptsächlich den neu aufgenommenen Mitgliedern galt, bildete den Schluß des literarischen Nachmittages. Der nächste lit. Nachmittag findet am 16. d. M. statt. N. Wien, 6. März 1894. Samstag den. 17. März 1894 findet im großen Saal des „Hotel Continental", Wien, 2. Bez., Praterstraße 7 zum wohlthätigen Zwecke ein Vortragsabend mit Tänzkcänzchen, veranstaltet von den Brüdern Emil und Arnold Golz, statt. Soiree-Toilette. Anfang 9 Uhr. E. ß. Klosterneuburg. Anfangs voriger Woche verschied hier die Weingroßhändlers-Wttwe Frau Charlotte Beer, eine durch Wohlthätigkeitssinn und Gottesfurcht ausgezeichnete Frau, im Alter von 71 Jahren. Die Sympathien, welche die Verewigte zeitlebens bei Allen, welche mit derselben zu verkehren Gelegenheit hatten, besessen, kamen in der außerordentlichen Theilnahme beim Leichenbegängnisse und in Beileidsbezeugungen an die tiefbetrübte Familie zum Ausdrucke. Nikolsbnrg. Der letzte Abend des Vereines „Zion" zur Pflege der Wissenschaft des Judenthums, war dem Andenken des sel. Predigers Dr. Jellinek gewidmet. Herr Rabb. Dr. Feuchtwang, Gründer des nun in das vierte Semester eintretenden schönen Vereines, sprach eine volle Stunde über Leben und Werke Jellinek's vor einem großen, mit Spannung lauschenden Publicum. In diesem Semester sprachen bisher Herr Dr. Feuchtwang an 3 Abenden über Hiob, dann über „Gebet und Arbeit"; Herr Dr. Sigismund Fessler las Novellen vor : Herr Dr. Eisler an 2 Abenden über „Josephus Flavins" und „Manasse ben Jisrael". Der Verein „Zion" war eine glückliche Gründung, die sich allseitiger Anerkennung erfreut. Im Bereinslocale liegen acht jüdische Zeitungen aus und auch eine hübsche Bibliothek steht den Vereinsmitgliedern zur Verfügung. Meran. „Der Burggräfler" vom 14. Februar l. I. schreibt: Letzten Sonntag erfreute die Curcapelle das musikliebende Publicum von Meran durch wirkungsvolle Wiedergabe einer neuen gediegenen Leistung des bekannten Componisten Herrn K aha ne. Es ist dies eine temperamentvolle Polka Souvenir äe Trencsin mit einschmeichelnden Tonweisen und graciöser Rhythmik, die dem guten Rufe des genialen Künstlers neue Ehren bringt. Dieser Schöpfung vorhergegangen find: „Der Kosakentanz" und „eine Gavotte", ebenfalls Früchte des Meraner Aufenthaltes und von der Curcapelle in gewohnter exacter Weise zur Ausführung gebracht. Von der neuen Polka schreibt die „Meraner Zeitung": Diese vereinigt mit der Frische und Eigenart der Compositionen Kahane's den diesem Künstler eigenen Melodienzauber. Die vielen Verehrer seiner Musik wünschen den Namen K a h a n e sehr oft auf dem Repertoire der Curconcerte zu finden. Gestern hat Herr K a h a n e, der längere Zeit hier weilte, unfern Curort wieder verlassen. Prostnitz. (Eine Bereinsjübilarin). Kommende Osterfeiertage begeht Frau Johanna L a s u s hier das vierzigjährige Jubiläum als Vorstand sfr au des hiesigen Israel. Frauenvereines, dessen Aufgabe es statutengemäß ist, verschämten und bedürftigen Armen hilfreich beizuzustehen, arme Kranke zu unterstützen und die rituellen Gebräuche bei verstorbenen Frauen zu versehen. Die Jubilarin