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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-03-09 · 10 (9.3.1894) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
10 (9.3.1894)
Date
1894-03-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nach Ablauf der üblichen zweijährigen Assistentenzeit wurde er Langenbeck als stellvertretender leitender Arzt beigegeben. 1881 wurde ihm die Leitung der chirurgischen Abtheilung, die vor Langenbeck der ältere Graefe, Bardeleben und Schoenborn innegehabt haben, selbstständig übertragen. Israel, der eine hervorragende Stelle unter den deutschen Chirurgen einnimmt, hat sich besonders in der Nierenchirurgie einen Namen gemacht. Königsberg, 23. Februar. In der am 22. d. M. abehaltenen, nur schwach besuchten Generalversammlung des iesigen Thierschutzvereines kam es bei Besprechung von Bereinsangelegenheiten zu einer Discusfion über die geeignetste Art des Schlachtens von Rindvieh. Herr Fleischerobermeister Geltzenleuchter betonte, daß nach allgemeiner Uebereinstimmung das Schlachten von Rindvieh nach israelitischem Ritns als das beste anzüsehen sei, da außer dem Fesseln und dem Hinwerfen des Thieres demselben keine weiteren Qualen entstehen. Durch das sogenannte Schächten tritt der Tod auf der Stelle ein. Allenthalben sei man bemüht, die Procednrdes Abschlachtens derThiere so wenig qualvoll als möglich zu gestalten, und es sei mit Freuden zu begrüßen, daß ''auf dem im Herbste d. I. zu eröffnenden städtischen Schlachthofe Einrichtungen für das Schlachten sämmtlicher Thierarten sowohl im Allgemeinen als im' Besonderen für den israelitischen Ritus getroffen seien, welche als die besten in ihrer Art zu bezeichnen sind und der Humanität im vollsten Sinne des Wortes Rechnung tragen. Sofia. Fürst Ferdinand von Bulgarien gab einen neuen Beweis seiner wohlwollenden Gesinnung für die Juden, indem er dem Großrabbiner von Bulgarien, Herrn Dr. Grunwald, eine ansehnliche Summe zur Bertheilung an jüdische Arme in Sofia, anläßlich der Geburt des Thronfolgers übermitteln ließ. Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daß der König von Rumänien alljährlich zu Weihnachten bedeutende Summen an die Bürgernreister der größeren Städte zur Bertheilung . unter Arme schickt, daß aber trotz des ausdrücklichsten Wunsches des Königs, es mögen auch arme Juden bei der Bertheilung bedachtwerden,diese Weisungen ohneAusnahmenichtbefolgt werden. Amsterdam. Vor vierzehn Tagen brach im jüdischen Viertel von Amsterdam in einem von mehreren russischen Familien bewohnten Hause ein Feuer aus, bei welchem sechs Personen getödtet und mehrere Personen schwer verwundet wurden. Das Unglück hat in der hiesigen Gemeinde große Aufregung hervorgerufen. New-Aork, 21. Februar. Wir haben am 14. d. M. einen braven Mann zn Grabe getragen. Es war Ihr Landsmann Dr. James Mitchels, der vor 82 Jahren in der allehrwürdigen Kehila Prag von armen Eltern geboren wurde. Sein Familienname war Mischeles. Auf gerichtlichem Wege, seiner Kinder wegen, änderte er diesen In Mitchels um. Er studierte und promovirte an der Universität seiner Vaterstadt und kam Mitte der Vierziger-Jahre nach Amerika. Er rvar der Pionnier der österreichisch-jüdischen Einwanderer. Was er um 1850, wo in Folge des damaligen Druckes der Reaction eine intelligente Schaar unserer Glaubensgenossen ankam, diesen Leuten geleistet, wirkt wohlthntig fort bis zu unseren Zeiten. Er rvar nicht nur unernlüdlich in Ausübung seiner Praxis, sondern auch ein rechtschaffener Wegweiser dem unerfahrenen Fremdling. Er wollte seine Glaubensgenosserr in die Bahnen des Ackerbaues und Handwerkes leiten. Seirc Auge glänzte vor Freude, wenn er mit einem Bauern oder Handwerker unseres Glaubens verkehrte. Er hieß auch der Doctor der Armen und diesen Namen verdiente er redlich Es war ihm keine Stiege zu hoch, . keine Stunde zu spät, wenn cs galt, einem armen Kranken zu helfen. Er schaffte dem Nothleidmden Rath, Medicin, Nahrung und oft Mittel zur Lebenserhaltung. Um Gesinnungsgenossen in seinen Liebeswerken zu finden, schwß er sich größeren Vereinigungen an nnd' half solche gründen. Er war der erste und älteste Präsident des ausgebreiteten Ordens Benai Berith, Einer der Gründer der ersten und vornehmsten israel. Congregation Tempel Emanuel, Einer der Gründer der Vereinigten Brüder, eine Vereinigung von etwa 540 Böhmen, die recht vieles in Gemiluth Chasodim leistete und bald ihr 50jähriges Jubiläum feiern wird. Er gründete mit seines Gleichen die Vereinigung der Treuen Schwestern, aus den besten Kreisen, die Vieles zur Erhebung des Weibes im edleren Sinne beigetragen hat. Dr. MitchUs war und blieb ein fieißiger Student. Bis zu seinem Lebensende studierte und folgte er den Fortschriten feiner Confession. Er las seinen Ovid, Homer und auch die Thora. Als in den letzten Jahren die czechische Einwanderung zn einem Strome anschwoll, lenne er als angehender Achtziger noch vöhmiscki. Und auch diese juoenhassende Rasse menen seine Schütz linge nnd hals ihnen, wo er konnte. Er war ein Prager Kind, witzig, wo nöthig derb und hielt nicht mit der Wahrheit hinter dem Berge. Er war ein braver Jehudi. VerrmMes. Wien. (Oest err.-israel. n Union.) Mittwoch, den 14. d. M., um V/2 Uhr Abends, findet im Restaurant Khuner, I., Schottenring 19, eine Bereinsversammlung statt. Tagesordnung: Wahlbesprechung Wien, 4. März 1894. Sonntag den 18. März um 2 Uhr Nachmittags findet in der Synagoge nach polnischem Ritus U., Leopoldsgaffe 29, die Trauung von Fräulein Susanna Brecher, Tochter des Banquiers nnd Vorstayl swügliedes der Synagoge Herrn Julitts Brecher, mit dem Frauenarzt. Herrn Med.-Dr. Theodor Zern er, um 3 Uhr Nachmittag jene von Frg Peppi Hauser aus Schaffa mit Herrn Moise Rosenberg aus Constantiuopel statt. Wien. Herr Rabbiner W i l h e l m S o r wurde iriil Beschluß der Plenarversammlung der löblichen Cullusgemeinde <ltc». 11. Februar l. I. einstimmig zum Rabbiner der Cultusgemeinde Wien, Bezirk XVHI nnd XIX bestellt. E. ß. Wien. (Der XXVI. Jahresbericht des Kranken-, Witwen- und Waisen-Unterstützungs.Vereines Chesed Schel Emes in Wie n) liefert den Nachweis einer humanen Wirksamkeit. Anläßlich des 25jährigen Bestandes wurde eine große Zahl armer Mitglieder mit Spenden bedacht und mußte zu diesem Behüte dem rund 12010 Gulden erreichenden Stammfond der Betrag von 500 st. entnommen werden. Die Schlußrechnung pro 1893 weist Einnahmen von 3327 st. ans, welchen 3280 fl. Ausgaben gegeuüberstehen. Gleichzeitig ergeht die Einladung zur General-Versammlung am 4. März d. I. in der Restauration Hatschet 2. Bezirk Praterstraße 11. Angesichts der humanitären Wirksamkeit des unter Leitung des Herrn Leop. Fried als Präses und der Herren Jacob Mittler, Michael Fleischmann und Siegfried Beer als Vorstandsmitglieder stehenden Vereines kann nur der Wunsch ausgesprochen werden, daß demselben durch zahlreichen Beitritt neuer MitgliederundZuweisnng von reichen Beiträgen eine forderliche Unterstützung seitens aller Menschenfreunde und WoblthäterzuTheilwerde. Wien, den 5. März 1894. Der Einzelverein „Wien" des „ 3 i o n"-Berbandes österreichischer Vereine für Colonisation Palästinas und Syriens hielt am 20. Februar 1894 in Ronacher's Saalloc7litüien unter Leitung der Herren Dr. M. T. S ch n i r e r, Leop. Paul L ö b l, Carl Bringe r, Alexander Kobn (Banquier) und David E n r i q u e z seinen 1. Elite-Ball ab. Unter den beoeutenden Personen, die anwesend waren, erwähnen wir den Herrn Reichsrathsabgeordneten Dr. Bloch. Von dem Kranze schöner Damen nennen wir an der Spitze Frau Alexander Kohn, Banquiers-Gattin, Frau Enriquez, Frau Steiner, Frau Dr. S äs, Frau Dr. S ch n i r e r, Frau Banquier Weiß, Frau Albert Landau, Fräulein Anna L ö b l, Fräulein S e i d n e r, Fräulein Landau. Fräulein Steiner, Fräulein Kaplan, Fräulein F i s ch h o f, Fräulein Weiß und Fräulein Scharstein. Das Tanzarrangement befand sich in den bewährten Händen R ab enstein er's. die Ballmufi? besorgte die Capelle des Infanterie-Regimentes Rr. 69 unter persönlicher Leitung ihres Capellmeisters, der sich mit einer melodiösen Widmungspolka einstellte. Die eliteballmäßige Damenspende bestand aus einem Plüschwappen. W Wien. (Jubiläums -Feie r des Genossenschasts-Vorstehers Ignatz Zolles). Am Sonntag den 4. d. M., Abends 7 Uhr, wurde das von den Vorstandsmitgliedern des israelitischen Wohlthätigkeits- und Kranken unterslützungs-Bexeines „Mazmiach Jeschuah" in Wien veranstaltete 25jährige Jubiläum des Ehrenmitgliedes Herrn Ignatz Zolles als Präses dieses Vereines mittelst eines Festbankettes in Winternitz ,Hotel de l'Europe" gefeiert. Der Vicepräses des Vereines, Herr Siegln. Kauders, begrüßte Herrn Zolles an der Spitze des gesammten Ausschusses mit einer schwungvollen Ansprache, welcher diebedeutenden Verdienste hervorhob, die sich der Jubilar durch volle 25 Jahr? um das Aufblühen und Erstarken dieses humanitären Institutes erworben hmt. Zum Schluffe derselben überreichte er dem Jubilar eine vom Gesammtausschuffe gewidmete, geschmackvoll ausgestattete Ehrenadreffe, mit dem innigsten Wunsche, daß es dem Vereine :?i I ■i. i ‘I /,

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