Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 11 (1894)
- Issue
- 8 (23.2.1894)
- Date
- 1894-02-23
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 148 Oestrrrrtchischr Wochenschrift Nr. 8 3. Die griechische Herrschaft: Religionsverfolgungen und der makkabäische Freiheitskampf. Chanucka. Das HauS der Hasmsnäer. Die Septuaginta. 4. Die römische Herrschaft: Religionsparteien: Pharisäer. Saduccäer, Effäer. Die römische Einmischung. Herodes. Hillel. Politische Parteien. Entstehung deS ChristenthumS. Zerstörung Jerusalems. Die Zeit deS Talmud: R. Iochanan den Sakkai. R. Akiba und der Aufstand Bar Cochbas. Abfassung der Mischna. Die babylonischen Schulen. Midraschsammlungen und die Gemara. Auswahl aus den Pirke Aboth und dem Midrasch. IL Religionslrhre: Die Heiligkeit als Israels historischer Beruf: 1. Idee der Auserwählung: L) Israel ist das heilige Priestervolk Gottes: Mos. II. 19. 3—6; V. 7, 6—11b) die Zeichen unseres ewigett Bundes nns): brr Sabbath und die Zeremonie der Aufnahme in den Bund (n^’s): IW Mos. H. 31, 16—17. c) Aus diesem Bunde folgend ist Israels geschichtlicher Beruf: Die Bethätigung der Heiligkeit an Uederzeugung, Empfindung und Handlung. — Die Arten und Gesetze derselben hat Gott durch den Geist unserer Propheten geoffenbart, an derenLehren «rrnrO wir daher unser ganzes Leben lang unerschütterlich fest halten müssen: „Denn sie ist unser Leben und die Verlängerung unserer Tage." nZnrr — Die Zeichen, welche an Gottes Gesetze erinnern: nrx, nn?tt und — Ferner ist zu behandeln:, der von den nr* sprechende biblische Abschnitt und nanKi d) Da das Volk Israel seine aus dem Bunde mit Gott folgenden Aufgaben als seinen hßchsten historischen Beruf betrachtet: so ist es das zur Erziehung der Menschheit, zur Verbreitung der Gotteserkenntniß umd Gottesverehrung und zum Vorbild der Heiligkeit ausersehene Volk. — Die beim Thoraverlesen zu sagenden Benedictionen: 1:2 1N2 NVN; ferner «mna nnrr; nswd i:'by 2. Die Idee des Messianismus. a) Es ist unsere heilige Hoffnung, daß Gott, der uns zu unserer hehren geschichtlichen Mission ausersehen, uns auch in der Erfüllung derselben beisteht: einst wird die Zeit kommen, in der die Erkenntnis und Verehrung deeinzig wahren Gottes die religiöse Ueberzeugung und Empfindung und die Heiligkeit des Handelns zur allgemeinen Sittlichkeit der Gesammtbevölkerung der Erde werden wird: mp: p by, -pne jn pi r^yn bz by "iSe b) Jene messianische Zeit wird die Zeit der gesammtmenschlichen Vervollkommnung und Gücklichkeit sein: Es ist- Israels Aufgabe, an der BorbeMung dieses idealen Zeitalters unentwegt zu wirken. Vierte Bürgerschulelaffe. I. Religionsgeschichte. 1. Die Juden in den Ländern des Islam: Entstehung des Islam, Wirkung der arabischen Bildung auf die Entwicklung der jüdischen Wissenschaft. Saadja, Chasdai, Maimuni. 2. DaS europäischeJudenthum des Mittelalters Socialer und cultureller Zustand (Ghetto). Allgemeine Ber folgung. Spanisch-jüdische Dichter: Juda Halevi, Salomon Gabirol, Abravanel. Vertreibung der spanischen Juden. Hervor ragende Schriftsteller auf dem Gebiete des Talmudstudiums und der Exegese. Die Zeit der Reformation: 3. Die Neuzeit des Judenthums: Das Zeitalter Mendelssohns. Bestrebungen nach Gleuhberechtigung. DaS französische Synedrion. Cremienx. Montefiore. Alliance univ. israöiite. Die Emaneipation der ungarischen Juden. Gemeindeleben. 4. Gegenwärtige sociale Aufgaben desJudenthums. ll. Religionslehre: Als Einleitung eine kurze Schilderung der bestehenden wichtigeren Religionssysteme: Polytheismus, Dualismus, Monotheismus. — Sodann folgt die systematische Behandlung der jüdischen Religionslehre nach dem Lehrgang der drei untern Massen, als Abschluß: Kiddusch-Haschem und Chillul-haschem. — Scimmtlich vorgeiragencr Liturgie-Stofs, wie auch die ausgewählten Stücke aus den Propheten sind zu wiederholen. Als frischer liturgischer Stoff sind aufzunehmen: mbt und mit den Jomkipur-Gebeten einzelne Theile Sne. »m ferner v sm: nn« und nria aus dem ,n^y:-Gebot, endlich die Schlußsätze des Gottesdienstes. Ein kurzer Ueberblick der Entwicklung des Judenthums und seiner religiösen Literatur in den verschiedenen geschichtlichen Perioden (Bibel, Talmud, Midrasch, Schulchan-Aruch u. f. w.) * * * D. Hebräisch- Schule Die hebräische Schule verhält sich zur Volksschule, wie die Talmud-Thora zur Mittelschule. Ihre Aufgabe ist, den Schülern der höheren Bolksschulcsaffen eine ihrem Alter und Anffassungsvermögm angepaßte gründlichere hebräische Kenntniß, als wie sie im Rahmen v«» Bolksschul-Religionsunterrichtes möglich ist, zu bieten. JhreLehrgege « stände: 1. Bekanntmachung des s y n a g 0 g a l e n Gebetb u ch e s und — daran anschließend — der Gebetordnungcn, sowie der Ceremonicn der Synagogen- und Privatandacht. 2. Auslese aus dem Pentatench. Ihre Aufgabe verwirklicht die hebräische Schule mit dem aus zwei Jahrgänge (wöchentlich 3 Stunden) sich erstreckenden Unterricht. Dessen specieller Lehrplan ist folgender: ErsterJahrgang. a) Gebetbuch: uss ne» 1212. TKert, na*, na'ns der erste und letzte Abschnitt des y&fc', mty, fiben irSyb) Moses I. Buch: Aus der Schöpfungsgeschichte die Theile, welche sich auf den ersten, sechsten nnd siebenten Tag beziehen (1. 1—5, 26—32; 2.1—3). Auswanderung Abrahams aus seinem Baterlande (12, 1—7.) Jacobs Traum und Erwachen (38, 10^-22.) Moses II. Buch: Sendung Moses (2,1-17.) Zweiter Jahrgang. a) Gebetbuch: Abendgebet ims — Die Abend- und Morgen-Tefillas von Samstag; net»:, bbn. b) Mo ses II. Buch: AuSerwählung Israels (19,1—9.) Der Sabbath, als ewiges Bundeszeichen(31,16—17.) Moses III. Buch. Die Heiligkeit (19, 1—4; 9—18; 33—37.) Die Feiertage (23, 1—17; 21—44.) M 0 sesV. Buch : (30,11—20t. Etwa» Wer jüdische und christliche Nor- und Zunamen. «Von BibliothekS-Custos Dr. I. Babad, Greifswald.) Es ist natürlich nicht meine Absicht, da» ganze so weitschichtige Gebiet der Namengebung Äuf jüdischer und christlicher Seite hier im Rahmen einer Skizze zu behandeln, vielmehr wollte ich nur Einiges dem hinzufügen, was kürzlich Herr Dr. Güdemann in Nr. 48 dieses Blattes im vorigen Jahrgang über obiges Thema in belehrender und intereffanter Weise uns mitzutheilen die Güte hatte. Was zunächst den Zunamen „Schmul" betrifft, den ein Jude dieses Namens in Schneidemühl in „Götze" untgewandelt wissen wollte, so dürfte es Manchem mteressant sein, zu erfahren, daß es Leute dieses Namens gibt — wenn auch „Schmuhl" geschrieben — das h ist natürlich nur Dehnungszeichen — die weder Juden find, noch von ihnen abstammen. So lebte hier bis vor einigen Jahren ein Musiklehrer jenes Nantens mit Familie — noch heute steht seine Mutter int hiesigen Adreßbuch verzeichnet — die weder Juden waren, noch überhaupt jüdisch aussahen. Es soll aber nicht geleugnet werden, daß, wenn ich so sagen darf, der „christliche" Schmuhl mit schmal (vergl. die Namen Groß, Lang, Breit u. s. w.) zusammenhängt, das. wie so häufig, zu: schmol wurde, (vergl. „wo" älter wa) und letzteres wiederum verdunkelt zu schmul oder schmuhl d. h. mit h als Dehnungszeichen; aber der jüdische, bekanntlich aus Samuel (Schmul in jüdisch-deutscher Aussprache) cniftaubciie, und der christliche Name klingen beide gleich. Ist nun in diesem Falle eine verschiedene Abstammung der gleichklingenden Namen nicht ausgeschlossen, so kann das sicher nicht der Fall sein bei einem Namen, wie „Israel." Es gibt nämlich in unserer Nachbarstadt Stralsund Einen Namens