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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-02-23 · 8 (23.2.1894) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
8 (23.2.1894)
Date
1894-02-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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' Nr. 8. VrsterreMptzr WochenfchrM Veite 147 „Das sind ja verrückte Leute", sagt der Quartiermacher, „weiß der Teufel was für Tänzerin sie zu sehen vorgeben." „Also Euer Gnaden sehen nichts?" fragt höhnisch der Schreiber. - „Donnerwetter, es ist ja nichts zu sehen", antwortet der immer ungeduldiger werdende Krieger. . .. . „Jetzt wissen rvir's", ruft noch höhnischer das Schreiberlein. „Er ist einer von Jenen . . . ." — und der Richter secundirt: „Der Herr Corporal ist einer von Jenen, ha ha". Und da der Unterofficier zornig wird und mit seinem Säbel droht, schreit das ganze erzdumme Antisemitenpack „Von Jenen, von Jenen, hepp, hepp." „Wenn Ihr das noch einmal sagt, haue ich Euch zusammen, daß Euch kein Knochen int Leibe ganz bleibt" schrie noch lauter der Quartiermacher und die tapfere, judenreine Gesellschaft, die bekanntlich nur Gott und sonst Niemanden fürchtet, verstummt und will sich vor der scharfen Klinge zurückziehen. Der Alcalde. beruhigt sie aber mit den Worten: „Getaufte Juden und Bastarde sind immer feig, fürchtet euch nicht und schreit nur hepp, hepp." Nun Ha5. aber .der Eorporal die Geduld verloren und beginnt mit seinem Säbel d'reinzuhauen, bis die ganze.judenreine Gesellschaft vor dem einen Säbel des „judenliberalen" Soldaten davonläuft und damit am besten ben Weg zeigt, wie der Antisemitismus zu bekämpfen ist. Ist aber der Sieg der gesunden Vernunft und des ' scharfen Säbels ein definitiver? Die Angeführten und Aufgehetzten haben Schläge bekommen, aber die Betrüger und Aufhetzer wissen sich, wie andersmof bei Zeiten in Sicherheit zu bringen und die Niederlage als einen Sieg auszuposauneu. Man glaubt das „Deutsche Volksblatt" zu lesen, wenn man am Schlüsse das Schwindlerpaar Chanfalla und Chirino ausrufen hört: „Glänzender außerordentlicher Erfolg! Die Zauberkraft unseres Wunderinstruments kann nicht mehr bezweifelt werden. Morgen werden wir unsere Wunder dem Volke vormachen. Hoch Chanfalla und Chirino!" Hier endet die Posse des unsterblichen Cervantes. Er hatte es n'cht nöthig, in einem zweiten Acte die weiteren Streiche des Schwindlerpaares zu schildern — der Leser kann sich ja denken, daß der Quartiermacher allgemein als „Jndenstämmling" oder „Judenknecht" ausgeschrieen wurde. Und wenn sich Gemeinderath, Bürgermeister und -Stadtrichter, mit ihren Familien so beschwindeln ließen, warum soll das Volk klüger 'sein? Und wenn die Betrüger an einem Orte entlarvt und gebrandmarkt sind, so ziehen sie nach einem anderen, um dort nach Judenstämmlingen zu suchen oder Kinderabschlachtungen zu fabriciren. Die Chirinos und Chanfallas sterben nicht aus und auch nicht die Alcalden, wie Benito, Repollo und Regidoren, wie . Juan Castrado, nur haben sie in jedem Lande und in jedem Jahrhundert andere Namen und andere Titel. Auch Sancho Pansa ist einer der unsterblichen Schöpfungen des Cervantes, nur die ehrlichen uneigennützigen Don Quixotes scheinen auf den Aussterbeetat gesetzt zu sein. _ M. L. Gelammt - Lehrplan für den Religionsunterricht der Pester israelitischen Cultusgemeinde. ^(Schluß.) 3. Untergang beide rReich e: Salmanaffar, König von Assyrien, zerstört das Reich Israel (als Auslese: Kön. II-, 17, 7—3). Die samaritanischen Ansiedlungen. Sanherib, König von Assyrien, bricht in das Land Juda ein. Der Prophet Jefaias tröstet den König Hiskia, der einen frommen Weg eingeschlagen. Gebet Hiskia's und die Hilfe Gottes. Die Auffindung des Gesetzbuches unter Josia; Zertrümmerung der Götzenbilder. Die babylonischen Eroberungen: Das Reich Juda wird mit seiner Hauptstadt und seinem Heiligthum zerstört, das Volk mit seinem König in Gefangenschaft geschleppt. Trauertage. Klage!. Kap. 5. 4. D i e Tr ö stu n g en d er Propheten: Jesaia II. : „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht der Ewige, Euer Gott!" 40, 1—26; „So spricht der Ewige, Israels König und Befreier" 44, 6—28. Biographie Jeremias und Charakteristik seiner Lehren. „So spricht der Ewige: Gnade fand in der Wüste das dem Schwert entronnene Volk." 31, 1—20. II. Religionslehre: Wiederholung des ganzen vorjährigen Lehrstoffes, zu dessem liturgischen Theile bei Behandlung des Gottesdienstes hinzuzusügen sind: und unter den Psalmen 113—115 (1—11), 116 (1—11), 118 (1—26), serner 'X'"^7X und Dies wäre der Religions- Lehrstoff ini ersten Sernester des Schuljahres?) Parallel mit den besonders die bethätigende Heiligkeit betonenden Lehren der Profeten behandeln wir im zweiten Semester systematisch die Postulate der Heiligkeit, als des bethätigenden und socialen Lebensprincips. Die Abschnitte desselben sind: 1. Die individuelle Vollkommenheit: al Das Streben nach Bildung: p:,*: rrx: b> sittliches Denken und Fühlen dessen Gegensatz die Sündhaftigkeit, dessen Mittel zur Besserung die Reue ist: nSc — Benedictioueu in der Tefilla — die aus der Sittlichkeit sich ergebenden individuellen Eigenschaften : Das Gottvertrauen in allen Bedürfnissen und Bedrängnissen des Lebens x; hxt- “p2, "X2- C'p'TiTT Fleißige Arbeit: Spr. 24, 30; (6—0), Zufriedenheit: Spr. 28; 20, 24, Demuth und Bescheidenheit: Spr. 16, 5, 18, Wahrheitsliebe: Ps. 34, 14. 2. Sociale Sittlichkeit. Gruudprincip: „Liebe Deinen' Nächsten, wie Dich selbst." (Mos. lll. 19, 18.) a) Familienleben : Ehegen offen: Aufgaben der jüdischen Frau, tz'n (Spr. 31. 10—31) Berhältniß zwischen Eltern und Kindern: Das V. Gebot, Geschwisterliebe, Hausgesinde, Hausthiere. 16 Confessionelles Leben: Gemeinde, Synagoge, Vorstand, Humanitäts-Anstalten. c) Sociales Leben: Vaterlandsliebe, Menschenliebe. Förderung der Culturbestrebungen, sowie überhaupt aller philantropischen Institutionen. Rechtschaffenheit und Wahrhaftigkeit, Achtung vor den Führern der Gesellschaft, Herrscher, Regierung, Legislative, Kirchenoberhänpter, Greise, die diesbezüglichen Verfügungen der mosaischen Gesetze. Tritte Bürgerschnlclasie. I. Religionsgeschichte: 1. Die babylonische Gefangenschaft und Rückkehr ins Vaterland. Die innere religiöse Bekehrung und das heiße Heimweh der Juden (als Auslese: 137 Ps. 1—6; 126. Ps.) Die Profeten dieser Zeit: Hesekiel erweckt die Hoffnung der Wiederkehr: „So spricht mein Herr der Ewige, ich werde Euch unter den Völkern versammeln" (11,17—21 und 36, 22—38. „So wahr, daß ich lebe, spricht der Herr der Ewige, ich will nicht den stLod des Sünders (33, 10—19). Auferstehung der Tobten: 37, 1—14. I e s a i a s verkündet die große Mission Israels an der Vervollkommnung der Menschheit mitzuwirken. (Messianismus): 2, 2—22. „Nun vernimm mein Knecht Jakob, Israel den ich mir auserwählt!" 44, 1—24. „So spricht der Ewige zu seinem 'Gesalbten, Cyrus" 45, 1—8. „Suchet den Ewigen und ihr werdet ihn finden!" 55, 6—13; 56, 1—8. Die Rückkehr und Aufbau des Tempels. Die letzten Verkündigungen des Propheten (Maleachi 3, 22—24) Die Einrichtungen Esras und Nehemias. Die Samaritaner. 2. Die persische Herrschaft: Daniel. Ester. Purim — Organisation der Synagoge. Die große Versammlung. *) Mit diesem liturgischen Lehrstoff lernte der Schüler die hebräischen Bestandtheile oes Jugendgottesdienstes fast vollständig kennen.

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