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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-02-16 · 7 (16.2.1894) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
7 (16.2.1894)
Date
1894-02-16
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sekr 134 Vrkerretchifche Wochenschrift — Nr. 7 - prachtvoll ausgeführte Jahrzeittafel für die verstorbenen Mitglieder der Chewra-Kadischa des XVI. und XVII. Bezirkes angebracht. 8. Wie«. Der am 4. d. M. stattgefundene literarische Nachmittag des literarischen Geselligkcitsvereines jüdischer Mädchen „Moria" brachte einen Bortrag des Frl. Rosa Beith über. „Moses als Heerführer in Israel". Frl. Beith, ein Mitglied des Vereines, sprach in schwungvollen und begeisterten Worten über Moses, wie er das Volk aus Egypten geführt, wie die Israeliten trotz Mangel und Elend zu ihrem Gotte hielten und wie der heutige Verfall des Judenthums nur darin seinen Grund zu suchen und zu finden hat, daß die jüdische Jugend von ihrer Religion nichts weiß. Die anderen Vortragenden waren bereits mehrfach erwähnte Mitglieder. Für den am 18. o. M. im Vereinslocale I., Schottenring 23, stattfindenden literarischen Nachmittag sind Borträge bereits angemeldet. Gäste (Damen) herzlich willkommen. Den Mitgliedern des Vereines wird nochmals zur Kenntniß gebracht, daß sie sich zu der am 17. d. M. bei Hatschek, U. Praterstraße, abzuhaltenden gemüthlichen Zusammenkunft mit Tanz zahlreich einfinden mögen. N. Mähr.-Auss e, 13. Februar. Nach einer fast Löchrigen Unterbrechung ist heute der Predigerstuhl unserer altehrwürdigen Gemeinde neu besetzt worden und zwar nimmt den Sitz seiner bewährten Vorgänger Se. Ehrwürden Herr Dr. Bernhard Templer cin, ein Manu, der trotz seiner Jugend allgemein nicht nur als talmndische Autorität, sondern auch als vorzüglicher Redner bekannt ist. Der Empfang, der demselben zutheil wurde, gestaltete sich demnach auck' zu einer hervorragenden Feierlichkeit. Zur Aufwartung und Begrüßung auf dem Bahnhvse hatten sich daselbst nicht blas der Cultusvorstand, sondern auch zahlreiche Mitglieder der Gemeinde mit Wagen eir.gefuuden. Bor dem Tempel hatte die Stadtvertrctung. der Feuerwehr-, Veteranen und Genossenschaftsvcrciii, sowie die Schuljugend Aufstellung genommen. wo der Bürgermeister Herr Josef Doubrafsky in längerer Rede Se. Ehrwürden willkommen hieß. Nun begaben sich sämmtliche Honoratioren der Stadt, alle Vereine und Mitglieder der Gemeinde, der Lehrkörper der städtischen Volksschule, Vertretungen der umliegende» Cnltusgemeinden, sowie zahlreiche fremde Gäste in das herrlich decorirte Gotteshaus, wo der Cultusvorsteher H. Pollak in längerer Ansprache Se. Ehrwürden begrüßte und in sein Amt einsetzte. Nach Recitirung des Minchagebetes bestieg Herr Dr. Templer die Kanzel, um seine von allen Anwesenden begeistert aufgenommene Antrittsrede zu halten, in der er sein Programm entwickelte und von jeiner Redegewandtheit und seinem-tiefen Wissen cin herrliches Zeugniß ablegte. Nach Absiugung eines Lobgesanges schloß mit der trefflich vorge- Iragenen vierstimmigen Kaiserhymne die Feier, - welche allen dabei detheiligt Gewesenen gerviß in stetem Angedenken bleiben wird. ff. Lemberg, 2. Jänner. Auf Initiative des hiesigen israel. Cultusvorstandes hat sich ein Wahlcomite aus der Intelligenz Lembergs zur Wahl des Rabbiners Js. Schmelkes gebildet, und wurde bei der Constatirung des Bureaus aus folgenden Herren gewählt. Als Präsident Saul Bernstein, als Stellvertreter David Maschler, Jacob Dische, als Schriftführer Julius Kochfeld und Dr. Max Sokal. Die Wahlaction zur Wahl der Vertrauensmänner ist im Zuge, und ist die Wahl des Przemysler Rabbiners Sr.Ehrwürden Herrn JsakSchmelkes gesichert. Czernowitz. (Buko w in a er H an d elsun d G e- Werbekammer.) Vorgestern Nachmittags wurde das Scrutinium beendet und ergab folgendes Wahlresultat: in der Handelssection : Heinrich Popper mit 3304, David Tittinger mit 3289, A.M. Brunstein mit 3289, F. C.Langenhan mit 3273 Stimmen. Die nächstnieisten Stimmen hatten A. Bayern. Em. Rosenzwcig erhalten. — In die Gewerbesection wurden gewählt: Moritz Picker mit 3008, Franz Rudischer mit 2997, Josef Gregor mit 2980, Hermann Mathias mit 2945 und Josef Steiner mit 2613 Stimmen. Die nächst meisten Stimmen vereinigten auf sich Samuel Salier, Ferdinand Motylewski und Josef Kaßwan. Krakau. Dem Vicepräsidenten der hiesigen israelitischen Eultusgemeinde, Herrn Hirsch Landau, der seit 24 Jahren, im Cultusvorstande fitzt, wurde in der Sitzung vom 4. d. M. beschlossen, die Anerkennung seiner besonderen Verdienste im Namen der Gemeinde in einem kunstvoll ausgestatteten Etui feierlich in oorxore zu überreichen. Prag, 12. Februar 1894. Am 2. Adar verschied hier in hohem Alter von 85 Jahren der einer. Rabbiner Jakob F i s ch l, der Vater des Redacteurs der „Wiener Allgemeinen Zeitung" Ludwig F i s ch l, an Altersschwäche. Ein Leben, das nur Gott geweiht war, ging hier zu Ende, und zu der Trauer der Familie gesellte sich die lindernde Theilnahme der jüdischen Kreise unserer altehrwürdigen Gemeinde. Der Verstorbene war in Jungbunzlau geboren und übte seine segensreiche seelsorgerische und rabbinische Thätigkeit aus, nachdem er in Golt sch-Jenikau talmudischen Studien mit Eifer und Erfolg-obgelegen, in den jüdischen Gemeinden Ne wecklau, Koschirsch bei Prag,- Nousperg und schließlich bei der Betgemeinde Derech Jechova bis zinn Vorjahre mit nie ermüdendem Pflichtgefühl, In einer wahrhaft großartigen Theilnahme am Leichenbegängnisse gab sich die Liebe und Verehrung kund, die der gottgesegnete Greis sich erworben. Seine früheren Schüler, bereits Männer mit ergrauten Haaren, waren erschienen, um ihrem verblichenen Lehrer zu ehren. Seine Ehrwürden, der Oberrabbiner Dr. N. Ehren selb in Begleitung seines Stellvertreters Dr. Tauber, der k. u. k. Feldprediger Rabbiner Dr. Kisch, der Prediger an dem Tempel für geregelten Gottesdienst Dr.. Kaminza, der Rabbiner der ko,u'gl. Weinberge Stark, der Religionslehrer Professor Dr. Grün fanden sich ein, um den verstorbenen Amtsbruder zu Grabe zu gelenen. Auch Ihr geschätzter Mitarbeiter, der verdiente Schriftsteller S. Kohn, war trotz seines leidenden Zustandes erschienen, um den verstorbenen Freund zu ehren. Im Hofe des israel. Gemeindehauses nahm Seiner Ehrwürden der Herr Oberrabbiner Dr. N. Ehrenfeld das Wort, um dem Dahingeschiedenen einen Nachruf zu widmen, welcher einen tiefe» Eindruck auf die Zuhörer machte. Zloczolv (Galizien). Vor Kurzem wurde in Zloczow, Datik den Bemühungen des Kaufmannes Herrn A. I. Igel von den dortigen Zionisten ein Verein unter dem Namen „Degel Jeschurun" gegründet, dessen Ziele unter Anderem die Pflege der hebräischen Sprache und der jüdischen Geschichte, sowie die Förderung der Colonisationsidee sind. Zum Obmanne wurde Herr Moritz Neiger ans Ozydow ivegen seiner allgemeinen Beliebtheit einstimmig gewählt; .derselbe mußte jedoch auf das Ehrenamt verzichten. Es wurde somit Herr Igel mit der Vereinsleitung betraut. Neichenberg. Vergangene Woche fand hier ein Trauergottesdienst für den sel. Dr. Jellinek statt. Zn diesem Be-, Hufe war die Synagoge schwarz drapirt. Herr Rabbiner Dr. Emil Hofmann hob in seiner tiefempfundenen Gedenkrede die Bedeutung Jellinek's — besonders als Redner — hervor. Berlin, 9. Februar 1894. (Ritueller Mord.) Ein scheußlicher Mord wurde gestern Abends in der Lübeckerstraße verübt. Ein schon oft und schwer bestraftes Subject, Namens Filz Hut, lockte ein zwölfjähriges Mädchen, die Tochter des Arbeiters Pohl, in sein Zimmer, verübte ein unsittliches Attentat an ihr und schnitt der Unglücklichen dann, um nicht verrathen zu werden, in bestialischer Weise die Kehle durch. Er hielt sein Opfer für todt, trug den blutenden Körper des Kindes auf den Flur und entfernte sich. Hausbewohner fanden die mit dem Tode Ringende auf und brachten sie in das Krankenhaus. Das sterbende Kind kam noch einen Augenblick zu sich und konnte seinen Mörder bezeichnen. Dann erlag die Arme ihren Wunden. Filzhut wurde sogleich verhaftet und gestand, das Kind ermordet zu haben. Wäre der Mörder nicht entdeckt worden, es wäre sicherlich wieder ein „Ritnalmord" mehr auf der Welt gewesen^ Die Antisemiten werden blutige Thränen darüber weinen. _' Paris. Unser Landsmann, Herr Adolf Stein, wurde zum Officier d' Academie ernannt und erhielt diese Auszeichnung (,palmes academiques“) in Begleitung folgender Zeilen des Ministerpräsidenten: „Lu vous eoukSranl cette distinction j’ai voulu reeouuaitre les bons Services, que vous avez reudu ä l’instruction publique.“ Eine Schwester des Herrn Adolf Stein filttgirt in Wien als Volksschullehrerin. Es ist die wegen ihrer Wirksamkeit im Dienste der Humanität wohlbekannte Lehrerin Johanna Stein. Kiew, 29. Jänner. Herr Lazar Brodsky hat kürzlich dem hiesigen Stadtrakh 1,200.000 Rubel zur Gründung einer Volksbank angeboten, welche Handwerkern in Südrußland Darlehen zu 0 Procent auf die Dauer von 3 bis 5 Jahren bis zu 5000 Rubel gewähren soll. Die Hälfte der Mitglieder des Verwaltungsrathes muß aus israelitischen Einwohnern der Stadt Kiew bestehen. Die israelitischen Handwerker haben das Recht auf die Hälfte des Betrages aller Darlehen. Die Sabbathschändrrin. Von I. Zarrgwill. Aus dem Englischen von I. Frank. Die frommen Pflegerinnen im Londoner Asyl für Unheilbare umstanden ein Sterbebett. Auch der mehr als hundertjährigen „Großmutter", wie sie sie nannten, sollte endlich ihr Stündlein schlagen. ’ : „Nur noch ein kurzer Kampf", hatte der Arzt gesagt „und ' sie hat ausgerungen". — -

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