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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-02-16 · 7 (16.2.1894) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
7 (16.2.1894)
Date
1894-02-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 7 Vrflvrretchiptze Wochenptzrifl Bette 13S lands". „Alle Abzweigungen dieser Secte", erklärt der Bericht, „sind durch gemeinsame Feindseligkeit zur Orthodoxie vereinigt." Nachdem der Bericht dieses Bild entworfen, schließt er mit dem Hinweise darauf, daß der „Heiligste Synod" alle Mittel anwenden werde, um diese Nebel zu beseitigen. Bei dem ungeheuren Einflüsse, den Ober-Procuror Pvbedonoszew ausübt, sind diese Ausführungen des Rechenschaftsberichtes mit neuerlichen Verfolgungsmaßnahmen gegen die Nichtorthodoxen gleichbedeutend. Pvbedonoszew hat die Nichtorthodoxen im Reiche als „politisch" gefährlich geschildert, so daß die Folgen dieser Schilderungen sich demnächst einstellen dürften. Alles selbstverständlich im Namen Gottes! RuMand. In Nr. 50 des „Woschod" vom 28. December v. I. finden sich einige recht interessante Einzelheiten über die Ereignisse der letztjährigen Einberufungen der Wehrpflichtigen in Warschau. Einberufen zur Erfüllung der Militärpflicht wurden im Ganzen 2900 Personen — 1546 Christen und 1363 Juden. Bon diesen wurden aber nur 703 Personen zum Dienst tauglich befunden, und zwar 343 Christen und 364 Juden. Unter den Angenommenen fanden sich 23 Personen im Besitz des „Privilegiums erster Classe" (was etwa dem Institut der Einjährigen Freiwilligen in Deutschland entspricht) diese waren alle Juden. 64 von den Angenommenen erwiesen sich bereits verheiratet, von denen 19 Christen und 45 Juden waren. 155 Einberufene hatten sich nicht gestellt, und zwar 42 Christen und 113 Juden. Dafür waren aber 574 Personen, die gar keine Matrikel hatten und die deshalb von der Militärbehörde lediglich nach Maßgabe des Wuchses, des Körperbaues und des äußeren Aussehens taxirt werden mußten. Davon nur 2 Christen und 572 Juden! Diese Thalsache beweist deutlich, daß die oerhältnißmäßig große Zahl der Fehlenden (113) von den Juden einzig und allein dem herrschenden Wirrwarr in der Führung der Geburtsregister zuzuschreiben ist. Außerdem sehen wir die auch in anderen Städten in Rußland bereits mehrfach constatirte Erscheinung wiederkehren, nämlich: von der einberufenen Minderzahl der ^uden — im vorliegenden Falle wären 182 Christen mehr einberufen — werden schließlich mehrjunge Leute zum Dienst angenommen, als von der einberufenen Mehrzahl der Christen! Im vorliegenden Falle hatten die Juden der richtigen Proportion nach nur 300 Recruten zu stellen, es wurden aber deren 360 angenommen. Dazu kamen noch 24 Juden mit dem Privilegium erster Classe und obendrein zählt noch die Behörde 113 Fehlende von den Juden!! Vemislcktes. Wien. (Jellinek - Medaillen.) Den zahlreichen Ber> ehrern und Verehrerinnen des verewigten Oberrabbiners Dr. Adolf Jellinek bringen wir zur Kenntniß: Im Verlage der Münzenhandlung Trinks L Kallai, Wien, I., Lugeck Nr. 3 sind erschienen: Jellinek-Medaillen mit dem wohlgetroffenen Porträt des seligen Herrn Oberrabbiners und Predigers Dvctor Adolf Jellinek im Ornate. Revers: Sein Wahlspruch in hebräischer Schrift. Größe 55 mm Durchmesser. Die Preise sind: In Silber pro Stück fl. 8, in Bronze fl. 2. In Ermangelung eines Monumentes wird diese Medaille die Gestalt Jellinek s für die Nachwelt verewigen. Wien. (Trauungen.) Im Stadttempel wurden Sonntag, den 11. Februar 1894, getraut: Herr Heinrich Spiera mit Fräulein Wilhelmine A i st l e i t n e r; Herr Max Wittels mit Fräulein Anna Milch. Im Leopoldstädter Tempel: Herr Josef K a r p mit Fräulein Cäcilie Strauchbaum; Herr- Ignaz Unger mit Fräulein Gisela Fürst; Herr Isidor B e r g e l mit Fräulein Friederike K ö s l e r. Wien. (Trauung.) Dienstag den 20. Februar findet im isrealilischen Tempel in Ünger-Aigen die Trauung des Frl. Wilma S o r, Tochter des Herrn Rabbiners Wilhelm S o r, mit Herrn Alexander Weiß statt. Wien. (Verlobung.) Fräulein Meta Südfeld hat sich mit Herrn Ludwig G erst mann verlobt. Wien. Se. Majestät der Kaiser hat den Großindustriellen wan Rosenthal inHohenems zumBeirathe desVorarlbergischen andesschulrathes allergnädigst zu ernennen geruht. Wien. Hofuno Gerichtsadvocat Dr. Gustav Freund feierte am 12. d. M. sein siebzigstes Wiegenfest. Dr. Freund ist seit dreißig Jahren Advocat. — Hof- und Gerichtsadvocat Dr. Heinrich S t e e g e r hat dem Ünterstützungs-Berein für Loco motivführer Oesterreich-Ungarns 4000 Kronen gespendet. Der Concipist der Czernowitzer Finanzprocuratur Dr. Josef Baltinester wurde zum Concipisten der X. Rangsclasfe bei der k. k. mährisch-schlesischen Finanz-Procuratur ernannt. Wien. Der Einzelverein Wien des „Zion"-Berbandes der österreichischen Vereine zur Colonisation Palästinas und Syriens veranstaltet am 20. Februar im Ballsaale Ronacher einen Eliteball. Das Reinerträgniß dieses Balles dient zur Unterstützung armer Colonisten. Wien. (F r a u e n - W o hl th ä t i g k ei t s - V e rei n für den VI. und VII. Bezirk in Wien.) Mittwoch den 21. Februar d. I. findet nn Ballsaale des Etablissement Ronacher das Kränzchen zu Gunsten des Frauen-Wohltiiätigkeits-Bereines für Mariahilf und Neubau statt. Für das Fest sind vorzügliche Kräfte gewonnen und nlit Rücksicht auf den Wohlthätigkeitszweck steht eine zahlreiche Betheiligung in Aussicht. E. B. Wien. (Bom israelitischen Taubstnmmeii-Jnstitute in Wien) wurde soeben der vierzigste Jahresbericht ansgegeben. Demselben ist zu entnehmen, daß im Schuljahre 1802/93 90 Zöglinge, und zwar 57 .nännliche und 33 weibliche im Institute unterrichtet und verpflegt wurden, daß mit dem Schlüsse des genannten Schuljahres 19 Zöglinge, deren Bildungszeit abgeschlossen war, die Anstalt verließen, dagegen 11 Zöglinge neu ausgenommen wurden. Der Rechnungsausweis zeigt Einnahmen von fl. 35.738, welchen Ausgal^n in der Höhe von fl. 34 495 gegenüberstehcu, demnach derselbe mit einem Cassasaldo von fl. 1243 abschließt. Wien, 6. Februar. (Erzherzog Carl Ludwig im Technologischen Gewerbemuseum.) Der Protector des Technologischen Gewerbemuseums Erzherzog Carl Ludwig, der diesem Institute seit dessen Gründung lebhaftes Jnterefie entgegenbringt, hatte das Museum mit seiner Gegenwart ausgezeichnet, bei welchem Anlaß der Maschinen-Jngenieur Herr Hugo Stern, ein junger Mann von bedeutendem Talente und großer Zukunst, vom Herrn Hosrath Exner dem Erzherzog vor gestellt wurde. Se. k. u. k. Hoheit der Erzherzog beehrte den Ingenieur in der leutseligsten Weise mit einigen Fragen über die Dauer seiner Schulzeit und einige Details der ausgestellten Maschinen, die allerhöchsten Gefallen erregten. Wien. (Ein neuer humanitärer Verein) hat sich unter dem Namen „Treubnnd", zur Bekleidung armer jüdischer Kinder gebildet. Nachdem die Statuten des Vereines die behördliche Genehmigung erhielten, fand am 7. d. M. die constituirende Generalversammlung statt. Bei der Wahl wurden gewählt: zum Obmanne Herr I. H. Waltrich, zum Obmannstellvertreter Herr Isidor Hi ft. zum Schriftführer Herr Emanuel Deutsch, zum Cassier Herr David Jaiteles, zu Revisoren die Herren Dr. Heinrich Steif und Moritz Jung man und zu Ausschußmitgliedern die Herren Heinrich K o r a n y i, Moritz Jacobsohn, Sigmund Sch idrow icz, Leo Th n rm a n, Jacob Weiß und Arnold Wiener. Beitrittserklärungen übernehmen der Obmann des Vereines Herr Josef H. Waltrich, II. RembranÄstraße 26 und der Schriftführer Herr Emanuel Deutsch, Firma M. Fried und Deutsch, l. Schottenring 10. Wien. Der Leopoldstädter Kranken-Unterstützungsverein „Nächstenliebe" veranstaltet Donnerstag den 22. Februar 1894, präcise 7 Uhr Abends, in den Saallocalitäten „zum goldenen Widder", ll. Bezirk, Taborstraße 36, die XIII. ordentliche Generalversammlung. Stanislau. Am 16. und 30. December 1894 fanden hier Plenarsitzungen der Ortsgruppe Stanislau-Kolomea des nnter der Magnificenz des gewesenen Rectors der Universität Lemberg und Reichsrathsabgeordneten Dr. Tigtak stehenden Vereines für höheres Schulwesen statt, in welchen Herr M. Weißberg das erste Capitel eines größeren Werkes über neuhebräische Literatur in Polen im XIX. Jahrhunderte vorlas. Der Vortrag fand allgemeinen Beifall und wurde in mehreren tonangebenden polnischen Blättern günstig besprochen. Das Ganze wird noch im Laufe dieses Jahres in der vornehmsten polnischen Revue abgedruckt werden. Wien — Ottakring. Im israelitischen Tempel zu Ottakring fand Montag den 12. Februar, als am Vorabende des 7. Ädar die übliche Seelenfeier für die verstorbenen Mitglieder der Chewra-Kadischa des XVI. und XVII. Bezirkes statt, zu welcher Herr Cultusvorsteher S. Rosner, der gesammte Vorstand der Chewra-Kadischa mit ihrem Präses H. B. T r n k a und viele andere geladene Gäste erschienen waren. Die erhebende Feier wurde vom ersten Cantor mit dem Psalm 49 eingeleitet, worauf Se. Ehrwürden Herr Dr. M. Deutsch nach Anzüuden des Seelenlichtes eine dieser Feier würdige und tiefergreifende Ansprache an die Versammlung richtete. — An demselben Tage wurde zugleich im israelitischen Tempel zu Ottakring eine vom Herrn Fabrikanten Michael Winkler

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