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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-02-02 · 5 (2.2.1894) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
5 (2.2.1894)
Date
1894-02-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 5 Orstrrrrirtzifitze WortzrnsrtzriN Seile 89 Akademiker und Professor Carl Ziperuowsky. vom Beisitzer des erzbischöflichen Heiligen Stuhles Professor Ludwig Nowak, vom Oberinspector der Raab - Oedeuburger Bahn Geza Ocsterrei eher, vonden Directoren Ignaz Lichtenberger, Isidor Schreckerund Max Qe st erreiche r, vom Ober- Physikus-Stellvertreter Dr. Adolf Scher mann, von den landesbekannten hervorragenden Familien: U l l m a n n de Baranyavär, G y ö r g y e i, Julius von Engel, David Bisch itz, Herzberg, Baumgarten, Heinrich Schosberger de T o r n y a u. A. Zur Leichenfeier Dr. Bak's versammelte sich eine überaus große Menschenmenge im Traueryause. Daselbst bemerkten wrr die Rabbinen von Pest, Ofen und Neupest, den Vorstand der Pester israelitischen Religionsgemeinde mit dem Präsidenten Sigmund Kohner, den kön. ung. Oberstudien-Director Carl Ho ff er. die Reichstags-Abgeordneten Dr. Julius Rosen b erg und Dr. Soma Visontai, die Professoren des Naschitz'schen Mädchen-Internats, Instituts-Inhaber und Directör Roser, den Direktor und die Directrice des Frauenbildungs-Vereins, den Directör des reformirten Gymnasiums, Professor Vnmossy mit den Schülern aller Classen, die sämmtlichen Religions-Professoren der Hauprstadt mit dem Schulinspector Dr. Bernhard Munkücsy, den gesammten Lehrkörper der israelitischen Schulen mit den Directoren Abraham Stern und Nathan H a l L s z, den gesammten Beamtenkörper der Gemeinde mit dem Secretär Dr. Ignaz G o l d z i h e r, den israelitischen Landes-Lehrerverem mit dem Präsidenten Julius Kornfeld, den ung. - isr. Cultus- Beamtenverein mit dem Präsidenten Dr. Raphael Goldberg, den Vorstand der Pester Chewra-Kadischa, die isr. Laudes- Lehrer-Präparandie mit dem Directör Dr. Josef B n n ü c z y, die Professoren derRabbinenschule Dr. David Kaufmann, Dr. Wilhelm Bacher und Dr. Ludwig Blau, den Schulstuhl-Präsidenten Dr. Anton Neumann jun., Dr. F^anz Mezey, Dr. Samuel Löw, Schul-Director Abraham Lederer, Dr. Franz Kiß u. A. Auch eine Anzahl Humanitäts-Vereine, deren Förderer der Verewigte war, waren mit ihren Fahnen ausgerückt. Nachdem Obercantor Adolf Lazarus unter Assistenz seines Chorpersonals die Trauersunctionen celebrirt hatte, hielt der Rabbiner' Dr. Samuel Kohn einen tiefempfundenen Nachruf. Daun sprach noch ein Schüler der 8. Classe des kön. ung. Staatsgymnasiums in der Markogasse einige Worte der Trauer. Hierauf wurde der einfache Holzsarg, in welchem die Leiche ruhte, auf den vierspännigen Leichenwagen gehoben und der imposante Zug setzte sich in Bewegung. Den Leidtragenden schlossen sich die nach Hunderten zählende studirende Jugend und die Zöglinge des Blindeninstiiuts an. In der Ceremonienhalle des israelitischen Friedhofes verrichtete Obercantor Lazarus, ein Freund des Verblichenen die Trauergebete. Dann hielten noch Religions-Professor David Schön namens seiner College», Ludwig Baumfeld, Schüler der 6. Gymnasialclasse in dem kön. ung. Staats- Gymnasium namens dieser Schule, Professor Carl Sebestyön namens der Familie, Rabbiner Dr. Mathias Ru bin st ein, ein Schüler Dr. Bak's namens der gewesenen Schüler und ein Bruder des Verewigten, Philipp Bak, namens der Geschwister ergreifende Abschieds-Reden. Dr. Bak's Leiche wurde hierauf zur letzten Ruhestätte gebracht und in einem Ehrengrabe beigesetzt/ An die große Pester israelitische Gemeinde tritt nun die doppelte Aufgabe heran, die Lücke nach einem ihrer ausgezeichnetsten, pstichteifrigsten und rastlosesten, von einer seltenen Arbeitsfreudigkeit erfüllten Jugendbildner auszufülleu und dessen Hinterbliebenen zu zeigen, daß sie eine der ersten Gemeinden der Welt ist.' _ Gelammt Lehrplan für den Religionsunterricht der Pester israelitischen Cultusgemeinde. (Fortsetzung.) Der Umfang des Lehrstoffes, den die Bürgerschule in sich faßt, mag wohl mit der Ausdehnung des Lehrstoffes für die 8 Classen der Mittelschule identisch sein, aber die Aufarbeitung der Kenntnisse innerhalb dieses Umfanges kann nicht so eingehend, ihre Behandlung nicht so streng wissenschaftlich wie dort geschehen. Auch der jüdische Religionsunterricht an Bürgerschulen muß sich dem allgemeinen Unterrichtssystem solcher Anstalten anpassen, d. h. er muß bei der Bekanntmachung mit unserer Religion in erster Reihe deren praktische Bethatigung und ihre im alltäglichen Leben vorkommende Anwendung vor Augen halten. Er kann sich daher in kein eingehendes Studium der literarischen Quellen oder der Einzelnheiten der geschichtlichen Zeitalter einlassen, sondern er strebt — indem er hauptsächlich behufs Verständniß der heutigen Form des Judenthums dessen Entwicklung in großen Zügen skizstrt und im Anschlüsse daran in geeigneten ausgewählten Stücken (ungarische) die hervorragendsten elastischen Literaturwerke vorführt — vor Allem darnach, die jüdischreligiösen und ethischen Ideen, unsere confessionellen Jnstitutionen und besonders unser fynagogales Gebetbuch bekanntzumachen. Auf diese Weise wird der Religionsunterricht an Bürger, schulen für die Mittelclafse der Gesellschaft eine religiöse Jugen erziehen, welche über den Beruf und die praktischen Aufgaded ihrer Religion orientirt und dieselben im Leben eifrig zu vorn wirklichen auch bereit sein wird. Eine derartige Feststellung des Lehrzieles des Bürgerschul-Religionsunterrichtes und die dementsprechende Auswahl des Lehrstoffes ist schon jenem Umstande zufolge besonders wichtig, daß der vorwiegend größere Theil der Bürgerschüler aus Mädchen besteht. Unter den gegenwärtigen vaterländischen Schulverhältnisfen ist schlechterdings die Mädchen-Bürger schule das einzige In st it nt, inwelchem wir dieheranwachserrde gebildete jüdische Frauen-Generation nach religiöser Richtung hin beeinflussen können. Dies ist aber hinsichtlich der zukünftigen Gestaltung des ganzen ungarischen Judenthums eine überaus wichtige Angelegenheit, denn nur s o können wir von den Heranwachsenden Mädchen erhoffen, daß sie mit der Zeit als Mütter um den von ihnen gepflegten häuslichen Herd jüdischen Geist, jüdisches Familienleben und jüdische Sitten einbürgern werden, wenn sie diesen Geist und die daraus folgenden Principien, Einrichtungen und Sitten schon in ihrer Jugend gründlich kennen und nach ihrem vollen Werthe zu würdigen gelernt haben werden. Zur Vermittlung dessen ist bei dem Müdchen-Erziehungssysiem der gegenwärtigen Zeit — deren schiefer Richtung zufolge das elterliche Haus sich gerade um die religiöse Ausbildung am wenigsten kümmert — zumeist der religiöse Religionsunterricht au Bürgerschulen berufen. Es muß daher besondere Sorgfalt darauf verwendet werden, daß der zu bietende Lehrstoff b efon ders zur religio ssittlichen Ausbildung der Mädchen geeignet sei; dies können lvir aber nur so erreichen, wenn wir bei Vermeidung der einseitigen Vertiefung ans dem Gebiete welchen Lehrgegenstandes immer nach Universalisirung — wenngleich nur in skizzirender Behandlung — streben und nicht nur blos die bewegenden religiösen Ideen, sondern auch deren sowohl im socialen als auch. im confessionellen Leben zu geschehende praktische Betbätigung eingehend würdigen." Diesen Zielen entsprechend haben die Lehrgegenstände des Bürgerschul-Unterrichtes zu sein. 1. Die jüdische Religionsgeschichte in Verbindung mit der politischen Geschichte, welche den in der Volksschule beendigten Lehrstoff fortsetzeud sich von der Landeinnahme ganz bis auf unsere Zeit erstreckt und in den mittleren Classen sich besonders eingehend, mit dem Wirken der Propheten aus Grund ihrer literarischen Werke befaßt; 2. Religions- und Sittenlehre, im Zusammenhänge besonders mitden Lehren der Liturgie und der religiösen Institutionen. In den letzteren machen wir die äußeren Handlungen der Religion bekannt, indem wir fortwährend die Nothwendigkeit der engen Harmonie zwischen religiöser Empfindung und Ueberzeugung und andererseits zwischen der Praxis beziehentlich der Handlung betonen. Oorresponäenren. Wien. (Die Action der Abwehr.) Im Sinne der in der„Oesterr. Wochenschr." vom 22. Dec. 1893 publicirten Zuschrift eines österr. Parlamentsmitgliedes und unseres Artikels in Nr. 1 vom 5. Jänner 1894, hat Freiherr Friedrich von Leitenberger am 21. Jänner l. I. eine Vereinsbesprechunz veranlaßt.

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