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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-02-02 · 5 (2.2.1894) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
5 (2.2.1894)
Date
1894-02-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite $8 Orstrrrrichiphr Wochrnschrist Nr. 5 sammlung, welche sich im Hause Gomperz eingefunden hat, waren u. A. zu bemerken: Hofrath Ritter von Januschka, Landes Gerichts-Präsident M a c e c z e k, Oberlandesgerichtsrath Ritter von Arbter, sowie zahlreiche andere Staatsbeamte, die Landesausschuß-Beisitzer Graf B e l r u p t, Dr. Frendl und Dr. Pro mb er, Reichsraths - Abgeordneter Professor Dr. H a b e r m a n n und mehrere Landtags-Abgeordnete, Oberst von S cy a f f e r, Bürgermeister Winterholler und Vice- Bürgermeffter R oh rer mit den Gemeinderäthen und Gemeinde- Ausschußmilgliedern, sowie den gemeinderäthlichen Beamten, Handelskammer-Präsident Herrenhausmitglied Ritter y. Gomperz und Vice-Präsidenl Ritter von S ch o e l l e r mit den Handelskammerrälhen, dem Bureau und Personale der Brünner Handels- und Gewerbekammer, Präsident der Advocatenkammer Dr. K l o b und Vice - Präsident Dr Blitzfeld mit zahlreichen Advocaten, Präsident des Vereines der Schafwoll- ^ndustriellen Heinrich P i s k o mit den meisten hiesigen Wollwaaren-Fabrikanten, d r Obmann des Vereines „Deutsches Haus" Friedrich W a n n i e ck und die Ausschußmitgliederdiesis Vereines, Re.sierungsrath Director W i l d a mit einer Professoren- Abordnung der deutschen Staatsgewerbeschule namens des Unterslützungsoereines dieser Lehranstalt, die Directoren der hiesigen Bankinstitute, Bankiers, sowie viele andere hervorragende Vertreter der Geschäftswelt des Brünner Platzes; die Directoren und viele Professoren der hierortigen deutschen Mittelschulen, die Directoren und Leiter der Brünner Communal-, Bürger- und Volksschulen, zahlreiche Lehrer, Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen, die Curatorien der beiden Communal- Waisenhäuser, weiters der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde und die Präsidien, Vorstände und Ausschüsse jener Vereine, welchen der Verewigte Zeit seines Lebens angehörte, deren eifrigster Förderer er war und die er bei seinem Ableben in so munificenter Weise mit Legaten bedacht hat. In der Halle des israelitischen Friedhofes richtete Landesrabbiner Dr. P l a c z e k ergreifende Worte des Abschiedes an den Todten, worauf die Uebertragung des Sarges zum Grabe erfolgte. Dort — am offenen Grabe — widmete Bürgermeister Winter holler, sichtlich ergriffen, dem D'ahingeschiedenen einen tiefempfundenen Nachruf, der auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Er sagte unter Anderem: „Ein beredterer Mund als der meine hat heute bereits die hervorragenden Eigenschaften des Geistes und Herzens des Mannes gepriesen, dem »vir berufen sind, den letzten Gruß zu senden. Indem ich dieser traurigen Pflicht genüge, sage ich Dir, theurer Freund, den besten Dank namens der Stadt, der Du Deine Dienste stets in selbstlosester, uneigennütziger Weise geweiht hast. Ohne Streberthum hast Du Deiner Vaterstadt genützt, Du hast Deinen Lohn gefunden in dem Bewußtsein, ihr treu gedient zu haben. Wir Mitglieder der Gemeinde-Vertretung, wir wissen es am Besten zu schätzen, was die Gemeinde an Dir verloren hat. Auf das Tiefste betrauert die Gemeinde Brünn Deinen Hingang und wird Dir jederzeit ein besonderes Andenken bewahren. Mir speciell bist Du ein so lieber, treuer Freund gewesen, daß mir Dein Verlust doppelt nahegeht. Du bist mir stets als treuer Berather zur Seite gestanden. Du warst berufen, mitzuwirkcn an allen öffentlichen Werken, die fortlebend uns immer erinnern werden an Deine Selbstlosigkeit, Deine Bescheidenheit, Anspruchslosigkeit und Bereitwilligkeit in der Führung Deines Amtes. Und nun — an Deinem Grabe stehend, will ich den Wunsch aussprechen, daß Dein leuchtendes Beispiel zur Nachahmung anregen, daß sich Männer finden mögen, die gleich selbstlos und eifrig wie Du dem öffentlichen Wohle dienen werden! Lebe wohl theurer Freund und Amtsgenosse, wir werden Dir ein ehrendes Andenken immer bewahren!" Nach der Grabrede des Bürgermeisters ergriff nochnials Dr. P l a c z e k das Wort und betonte, daß wohl Tausende vor dem Dahingeschiedenen auf diesem Friedhofe in die Erde gesenkt, daß aber keinem von ihnen die Ehre erwiesen wurde, von dem Oberhaupte der Stadt am offenen Grabe durch einen Nachruf geehrt worden zu sein. Hat Dir im Leben Dein menschliches, bürgerliches, patriotisches Wirken Ehren bereitet, so hat Dich der Nachruf Deines Bürgermeisters auch im Tode geehrt. Kein Monument, so kunstvoll es sich auch über Deinem Grabe erheben wird, kann Dich so ehren und zieren als die Worte, die der weise, allverehrte Bürgermeister unserer Stadt an Deinem offenen Grabe gesprochen, der Mann, der in unserer bewegten Zeit des Rassen-, Claffen- und Religionshasses als ein Muster der Objectivität dasteht und nicht fragt, wessen Bekenntnisses und welcher Sprache oder Mundart Du bist, sondern darnach, ob Du ehrlich Deine Pflicht erfüllst, der den Menschen nach seinem wahren Werthe beurtheilt." Es folgten sodann die rituellen Gesänge und Gebete, nach welchen die Leiche der Erde beigesetzt wurde. Dr. Israel Vak. Budapest, den 28. Jänner. Der Lehrkörper der Pester israelitischen Religions-Gemeinde hat einen großen Verlust erlitten. Am 15. d. M. starb nach schwerem Leiden der Religions-Professor Dr. Israel Bak im Alter von 54 Jahren. Ein Schlagänfall warf Dr. Bak auf's Krankenlager'und machte ihm den Unterricht unmöglich. Seine gesunde Natur half ihm über das Ungemach hinweg. Die schwere Krankheit wich von ihm. Dank der aufopfernden Pflege der Seinen erholte er sich verhältnißmäßig rasch. Er gewann seine Gesundheit scheinbar wieder. Vor sechs Wochen erkältete er sich und erlag einer heftigen Lungenentzündung. Dr. B a k, am 6. Jänner 1840 in Waag-Neustadtl geboren, war ein Enkel des weitberühmten Rahbi Hirsch Bak und ein Sohn des berühmten Magid und Rabbinats-Beisitzers, Verfassers von .Eduaz bihejausef“, Josef Eleazar Bak in Szegedin. Sein Vater machte ihn frühzeitig mit der jüdischen Lehre bekannt, obschon er nicht Theologe, sondern Kaufmann werden sollte. Der damals junge Bak besuchte sogar eine Pester Handels-Schule und servirte eine Zeit lang in dem Großhandlungshause S. H. Friedmann in Pest als Buchhalter. Seinem Wissensdrauge folgend, widmete er sich jedoch alsbald gänzlich dem geistlichen und weltlichen Studium. Er ging nach Szegedin und frequentirte daselbst die katholische Lehrer-Präparandie. Hier lenkte er gar bald die Aufmerksamkeit des Oberrabbiners Leopold Löw auf sich. Dieser stellte den vielverheißenden, jungen Pädagogen sofort an der dortigen Schule an. Von da ging Bak als Lehrer der ungarischen Sprache nach Raab. Alsbald folgte er einem Rufe nach Maria-Theresiopel, woselbst der noch junge Mann schon als Director der dortigen Hauptschule ernannt ward. Später finden wir ihn als Religionsprofejsor an der Musterhauptschule in Fünfkirchen. 1869 erhielt Bak die Stelle eines Religionsprofessors bei der Pester israelitischen Religionsgemeinde, die ihn mit dem Religionsunterrichte in den hauptstädtischen Bürger- und Mittelschulen betraute. Bak war der erste Religionsprofessor, welcher in der ungarischen Hauptstadt den Jugendgottesdienst celebrirte und der Jugend ungarische Predigten hielt, die großen Eindruck machten, da er ein ausgesprochenes oratorisches Talent war. Es erschienen von ihm: ein ungarischhebräisches Wörterbuch (1865), ein Religionsbuch für die Zöglinge der Gymnasien und der Realschulen (1873), welches vier Auflagen erlebte und ein Confirmationsbuch für die Jugend (1888). Dr. Bak war mit Rosa Brill, einer Nichte des BUdapester Rabbinats-Präsidenten Rabbi Samuel Löw Brill, verheiratet. An seiner Bahre trauern die gebeugte Witwe und sieben Kinder. Dieser Trauerfall hat in Schul- und Gemeindekreisen, aber auch in der ganzen Haupt- und Residenzstadt Budapest, deren Gemeinderath er Jahre hindurch gewesen, große Theilnahme wachgerufen. Es zeigte sich das am besten durch die ungewöhnliche Betheiligung an der Leichenfeier und durch die vielen an die Familie gelangten Condolenzen. Auch Traueradressen, Beileidsschreiben, Telegramme und Karten kamen in Menge vom In- und Auslande. So namens der kön. ung. Strafanstalt, deren Seelsorger der Verblichene war. von deren Jnspector Koloman Jankovich, namens der Schul- Jnspection der Pester israelitischen Gemeinde, vom Vorsteher Martin.Schweiger und vom Schulinspector Dr. Bernhard Munkäcsy, namens der Naschitz'schen achtclassigen Mädchenschule, deren Professor der Verewigte war, namens der Fünfkirchner isr. Gemeindeschule, vom Präsidenten des Lehrkörpers I. Klingenberg, vom Lehrkörper der Szegediner Volksschule, vom Präsidium des protestantischen Frauenbildungs-Bereines, von der Direction des achtclassigen kön. ung. Ober-Gymnasiums in Budapest, von Dr. Gabriel Corzan-Avendano, ferner von den Rabbinen: M. Hirsch Hamburg, Dr. Immanuel Löw Szegedin, L. Pollack Budapest, Dr. Alexander Rosenberg Arad, Dr. Eduard Neumann Gr.-Kanizsa, Dr. Julius Fischer Raab, Dr. Julius David Preßburg, Dr. Emanuel Herzog KaposvLr, Dr. Kohn Monor, Dr. Mathias Eisler Klausenburg, n. A., ferner vom

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