Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 52 (29.12.1893)
- Date
- 1893-12-29
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 52 Veflrrrrtchtsche Wochrnschrtfl Seite 1021 Dernnjsclües. Wien. (Trauungen.) Im Stadttempel wurden getraut: Sonntag, den 24. December 1893: Herr Richard Politzer mit Fräulein Irma S t r a k o s ch, Herr Simon S o L e l s o h n mit Fräulein Pauline Fleischer. Montag, den 25. December 1893: Herr Benno K arpeles mit Fräulein Emma R o s e n t h a l, Herr Julius I o l e s ch mit Fräulein Gisela S a l a c z, Herr Bernhard S t e i n h a r d mit Fräulein Pauline Kulka, Herr Salomon Un g erm ü n tz mit Fräulein Karoline Wengraf. Dienstag, den 26. December 1893: Herr Heinrich Rink mit Fräulein Helene Schlesinger, Herr Markus R o t h m a n n mit Fräulein Friederike F r i e d m a n n, Herr Heinrich R o s e n h e ck mit Fräulein Olga O e st e r r e i ch e r, Herr Josef Kraus mit Fräulein Sofie Weiß, Herr Albert Schenk mit Fräulein Sidonie Specht. Im Leopoldstädtertempel wurden getraut: Montag, den 25. December 1893: Herr Michael Fischer mit Fräulein Charlotte Wetzl er, Herr Leopold Ko h n mit Fräulein Paula Lande, Herr Moriz Birman mit Fräulein Flora Kien. Dienstag, den 26. December 1893: Herr Theodor Weiß mit Fräulein Eugenie Werner, Herr Moriz Kirschner mit Fräulein Ernestyna Pollak, Herr Adolf Schlesinger mit Fräulein Amalie Steinitz, Herr Jsak Manele Igel mit Fräulein Feige Braunthal. Haustrauung am 24. December 1893: Herr Jul. Gerstman n mit Fräulein Anna Flesch. Wien-Mariahilf. Nachdem der Humanitäts-Verein Nacülat leLcburnn am 10. d. M. sein 25jähriges Jubiläum in würdiger Weise gefeiert, hat sich der Vorstand desselben in seiner Sitzung am 21. neu constituirt und wurden einstimmig die Herren Moses Feßler als Präsident, Adolf R o senbaum als Bicepräsident, August F i s ch l als Schriftführer. Richard Baum garten als Cassaverwaltec und Marcus Politzer als Controlor gewählt. Sitz des Vereines VII., Westbahnstraße 18. Secretariat, VI , Schmalzhofgasse 3. Wien. (HoherBesuch.) Ihre kaiserl. Hoheiten, Herr Erzherzog Wilhelm und Frau Erzherzogin Elisabeth zeichneten den Clavierfabrikanten Herrn Bernhard Kohn am 23. d. M. durch einen längeren Besuch aus, nachdem Herr Erzherzog W i l h e l m schon tagszuvor einen Flügel persönlich ausgewählt und mehrere Salons im ersten und zweiten Stockwerke dieses großen Etablissements besichtigt hatte. Die hohen Herrschaften sprachen sich sehr anerkennend über die seltene Reichhaltigkeit des Gesehenen aus. Herr Erzherzog Wilhelm hat schon vor 12 Jahren einen Steinway-Flügel für seinen Privatgebrauch bei Herrn Bernhard Kohn angekauft und in der Zwischenzeit wiederholt dessen Etablissement in der Himmelpfortgasse besucht. Auch Ihre kaiserl. Hoheit Frau Prinzessin von Württemberg wählte in der abgelaufenen Woche daselbst ein Clavier. Herr Bernhard Kohn hat sowohl in seiner Eigenschaft als österreichischer Vertreter der ersten Clavierfabriken des Weltmarktes als auch für seine eigenen Erzeugnisse Zeichen der allerhöchsten Anerkennung empfangen, so beispielsweise am Eröffnungstage der Jubiläums-Gewerbe-Ausstellung 1888, wo Herr Kohn unter ca. 40 Ausstellern seiner Branche der einzige war, der von Sr. Majestät dem Kaiser durch eine Ansprache ausgezeichnet und für den ausgestellten Flügel eigener Erzeugung belobt wurde. Se. Majestät den König C a rol von Rumänien durfte Herr K oh n in den Räumen seines Geschäftes begrüßen und zählt auch Se. Königl. Hoheit den regierenden Fürsten Ferdinand von Bulgarien und mehrere andere Mitglieder des allerhöchsten Kaiserhauses zu seinen Kunden. Wien. Baron Albert Rothschild soll sicherem Vernehmen nach statt des verstorbenen Baron Königswarter in das Herrenhaus berufen werden. Herr Sigmund Brody, der bekannte Philantrop und Eigenthümer des „Neuen Pester Journal" in Budapest soll zum Mitgliede der ungarischen Magnatentafel ernannt werden. (Einkäufe Sr. Majestät des Kaisers.) Nachstehende Gegenstände hat Se. Majestät der Kaiser aus der Weihnachtsausstellung des Oesterreichischen Museums unter Anderem angekauft: Von Ernst Wahliß drei Basen, Fünfkirchner keramische Specialität ersten Ranges; von Ludwig Pollitzer zwei Silber- und Emailvasen, sowie eine Jardiniere gleichen Genres; bei Ludwig Moses u. Söhne in Karlsbad ein Champagner-Krystall-Trinkservice; aus dem Atelier Bamberger eine Schmuckcassette in rothem Sammt mit Goldstickerei in Rococostyl. (Die A u s st a t t u n g , r e s p. die C o st ü m e) für die in dem Colossal-Theater „Olympia" in London zur Aufführung gelangende Ausstattungs-Comödie „Konstantinopel und das goldene Horn", in welcher Tausende von Personen Mitwirken, wurde von der renommirten Wiener Firma Liaison äs Blanc, Eduard 53 übte, k. u. k. Hoflieferanten, I., Graben 17, beigestellt. Brünn. (Spenden.) Der Handelskammer-Präsidenr Herrenhausmitglied Julius Ritter v. G o m p e r z bat den Betrag von Eintausend Gulden zur Beschaffung der Mittagskost für Arme aus der Brünner Volksküche während der strengsten Winterszeit gespendet. Dieser Wohlthätigkeitsact wird mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß für den erwähnten Betrag 10.000 Portionen Mittagskoft angeschafft und in der Zeit vom 24. December 1893 bis 11. Februar 1894 an Arme werden verabreicht werden. Mähr.-Schönberg. Herr Dr. Bernhard Templer der in Wien und Berlin seine philosophischen und theologischen Studien absolvirt hatte, ist einstimmig als Rabbiner in Mähr.- Aussee und Mähr.-Schönberg gewählt worden. Prosnitz. Dem vom Verein „Reisender Kaufleute" veranstalteten Concerte zu Gunsten seines Witwen- und Waisenfonds wohnten auch der Bezirkshauptmann Graf Dr. Marsch all und Bürgermeister V ojacz ek bei. Graz. (Die Wahl des Antisemiten Josef F e i ch t i n g e r) in den Gemeinderath wurde von der Stadtrepräsentanz annullirt und die Wahlacten wegen der bei der Wahl vorgekommenen Umtriebe der Staatsanwaltschaft zur Amtshandlung übergeben. Prerau. Fräul. Amalia Repka in Prag, eine Katholikin, hat dem israelitischen Frauenvereine ihres Geburtsortes Prerau 25 fl. in herzlichster Weise übersendet. Am 17. December wurde Frl. Johanna B ee r, die Tochter des sehr verdienstvollen Cultusvorstehers Herrn Julius Beer, mit Herrn Jakob Grünwald unter ungewöhnlich großer Bethciligung der Gesammtbevölkerung getraut. Prag. Dr. Guido Adler, o. ö. Profesior an der k. k. deutschen Universität in Prag wurde zum Ehrenmitglied der Beate ^caäewia äi Lauta Oecilia in Rom — der ältesten Kunstakademie Italiens — gewählt. Der Studentenverein „Llaccabaea" veranstaltete Samstag den 9. December 1893 eine interne Makkabäer-Feier, die trotz der vor kurzer Zeit erfolgten Gründung des Vereines einen überaus anmuthigen Verlauf nahm. Nachdem der Obmann Herr stud. med. Münz die erschienenen Gäste herzlich begrüßt und dem Herrn Dr. G. Grün das Ehrenpräsidium unter allgemeinem Beifall übertragen hatte, hielt derselbe die Festrede, die von echt jüdischem Geiste durchweht war. Herr Chem. Assistent Lew in besprach hierauf in geistvoller Weise das Thema der „Jüdischen Nation". Gesangvorträge und Recitationen füllten die Zwischenpausen aus. Telegramme waren unter Anderm eingetroffen von der .Kadimah“ (Wien), „Hasmonaea1 (Czernowitz), Verband „Zion", Horazdiowitz, Herrn Beck (Pilsen) und Andere. Eine gemüthliche Unterhaltung beschloß den Abend. Hannover, 20. Decemb. Das Schwurgericht verurtheilte den antisemitischen Pastor B e h n e aus Wallensee wegen Meineids zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Der Berurtheilte erklärte sich zum sofortigen Strafantritt bereit. München. Der Stadtrath bewilligte 10.000 Mark für die zu errichtende neue Synagoge. Marburg a. d. Lahn. Wie in vielen jüdischen Gemeinden Deutschlands, so hat sich vor einigen Wochen auch hier in Marburg a. d. Lahn ein Verein zur Pflege jüdischer Literatur und Geschichte gebildet. Daß dieser Verein vor einigen Wochen zu Stande kam. haben wir hauptsächlich den eifrigen Bemühungen des Herrn Dr. Gustav K a r p e l e s aus Berlin und Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. L. Munk (dahier) zu verdanken. Namentlich hat Letzterer seinen ganzen ihm in seiner Eigenschaft als Rabbiner der hiesigen Gemeinde zu Gebote stehenden Einfluß dahin geltend gemacht, daß dem in Rede stehenden Verein auch eine Zukunft gesichert werde, was ihm bei dem freundlichen Entgegenkommen, das ihm die hiesigen jüdischen Gemeindemit-