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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-12-22 · 51 (22.12.1893) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
51 (22.12.1893)
Date
1893-12-22
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 51 Keflerretchtsrtze Wortzrnsttzrist «eite 999 Wien. Der Vorstand des Allgem. Kranken- und Unterstützungs-Vereines „Montefiore", mit dem Sitze in Wien, IL, Rothe Sterngasse Nr. 10, veranstaltete Sonntag den 17. December in Sohr's Restaurations-Localitäten eine Bekleidung armer Schulkinder. Es wurden 60 Kinder (Knaben und Mädchen) mit warmen Winterkleidern und Schuhen versehen. Der Feier wohnte ein zahlreiches Publicum bei. Der Obmann des Vereines, Herr Isidor L. Weiß, begrüßte in warmen Worten die - Anwesenden und die zur' Betheilung bestimmten Kinder. Obercantor Josef Gold stein executirte in meisterhafter Weise die Bolkshymne, welche von den Anwesenden stehend angehört und auch mitgesungen wurde. Wenn von dieser Kinderbekleidung gesprochen wird, muß mit Vergnügen constatirt werden, daß die Mittel hiezu nicht aus dem Vereinsvermögen entnommen wurden, sondern daß jedes einzelne Mitglied des Vorstandes durch Privatsammlungen in seinen Bekanntenkreisen das erforderliche Geld hiezu aufbrachte. Der Schriftführer Herr Bondy, hat außer seiner eingeleiteten Sammlung alle administrativen Arbeiten versehen. An den Sammlungen zu diesem Zwecke betheiligten sich die Herren Obmann-Stellvertreter Nathan K^nigsberger; die Vorstandsmitglieder M. Koppel, Philipp Weiner, Josef Kock, Julius Ehrenzweig, Leopold Winter. Wien. (Professor Dr. Gottlieb Adler.) Der Tod des kaum 33 Jahre alten Professors der mathematischen Physik an der Wiener Universität Dr. Gottlieb Adler erregt in weiteren Kreisen das schmerzlichste Aufsehen. Professor Adler hatte durch fünf Jahre als Privatdocent für Mathematik und Physik gewirkt. Während der Krankheit des Hofrathes Stephan — so wird uns geschrieben — substituirte er denselben in einem Theile seiner Lehrthätigkeit, bis nach Steph an's Tode die Lehrkanzel eine definitive anderweitige Besetzung erfuhr. Im letzten Herbste erst erfolgte seine Ernennung zum außerordentlichen Professor für mathematische Physik. Allein der zu Beginn seiner Lehrthätigkeit einst so hoffnungsfrohe, nun durch herbe Enttäuschungen und Zurücksetzungen auch seelisch hart getroffene Mann war bereits ein Sterbender. Im October schleppte er sich noch in den Lehrsaal. um seine Antrittsvorlesung zu halten; den Rückweg konnte er nicht mehr zu Fuß zurücklegen und seither hat er die Wohnung nicht verlassen. Unter solchen Umständen berührte ihn die Verleihung der Professur sowohl wie seine inzwischen erfolgte Ernennung zum Vicepräsidenten der mathematischen Gesellschaft in Wien wie eine Ironie des Schicksals. Er starb an gebrochenem Herzen. Es sind dies Worte des behandelnden Arztes. Das Leichenbegängniß fand Sonntag, Vormittags 10 Uhr unter großer Betheiligung seiner Collegen und Schüler statt. Im Trauerhause. Währingerstraße Nr. 20, wohnten der Trauerceremonie viele Professoren, Docenten und Schüler der philosophischen und anderer Facultäten, der Cultusvorstand, sowie der Vorsteher der Chewra-Kadischa und die Hinterbliebenen des jungen Gelehrten bei. Unter Absingung von Trauergesängen durch Obercantor Singer wurde der Sarg auf den Leichenwagen gehoben und zur Beerdigung auf den Centralfriedhof gebracht. Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann hielt dem Heimgegangenen eine ergreifende Gedenkrede. Man schreibt uns aus Jglau, 17. December. In dem Augenblicke, da wir diese flüchtigen Zeilen mit bebender Hand niederschreiben, schließt sich auf dem Wiener Centralfriedhofe das frische Grob über dem kaum 33 Jahre alten außerordentlichen Professor an der Wiener Universität. Doctor Gottlieb A d l er sel. Angedenkens, geboren 1860 in Stecken, besuchte mit Auszeichnung das Jglauer k. k. Obergymnasium, bezog sodann die Wiener, später die Berliner Universität, wurde zum Doctor der Philosophie prornovirt, wirkte als Supplent am akademischen Gymnasium, habilitirte sich an der Wiener Universität und wurde erst vor wenigen Monaten zum außerordentlichen Professor der mathematischen Physik ernannt. An dem Grabe dieses früh dahingeschiedenen, von der Natur mit veneidenswerthen Gaben aus gestatteten Mannes trauern neben seinen verwaisten Geschwistern seine vormaligen Lehrer, seine zahlreichen Schüler : nd Freunde, trauert insbesondere die Fachwissenschaft, die von ihm eine wesentliche Bereicherung zu erwarten berechtigt war. Denn die literarischen Arbeiten, die er bisher veröffentlicht hat, verrathen einen genialen Lichtblick und eine vollkommene Beherrschung des Stoffes, Eigenschaften, die sonst harmonisch, vereint nicht gar zu häufig angetroffen werden. — Friede seiner Asche! Rabbiner Dr. Unger. s Wien. (Kinderbekleidungsfest des Humanitären Bereirres „Rudolfsbund" in Wien.) Anr Samstag den 9. December fand die Feier ^er alljährlicb wiederkehrenden Kinderbekleidung in den Sälen des „Hotel Central . II., Taborstraße, statt. Die Arbeiten wurden dem Vereine in diesem Jahre dadurch sehr erschwert, daß mehrere Ausschußmilglieder an der Influenza erkrankten. So wurde der bestverdiente Obmann, Herr Josef Polla k, zwei Tage früher von einem Influenza-Anfall ergriffen und mußte thatsächlich vom Krankenlager aufstehen, um alles Nöthige für die Feier verzudereiten. _ Der Verein hat in diesem Jahre 46 Kinder ohne Unterschied der Confession mit vollständiger warmer Winterkleidung v.rsehen. Die Feier ging folgendermaßen vor sich: Zuerst wurden die Kinder in den Nebenlocalitäten bekleidet und mit Kaffee und K chen gespeist. Diese Jause hat wie im Vorjahre der humane Herr Löwenstein (Cafe Orient II., Praterstraße Nr. 25) gespendet. Die Kinder wurden dann in den Saal geführt und richtete der Obmann Josef Pollak, nachdem er die zahlreich erschienenen Notabilitäten und Bereiusmitglieder begrüßt hatte, eine würdige Ansprache an dieselben, und schloß mit dem Rufe: „Gott erhalle, Gott beschütze, Gott segne unfern Kaiser Franz Josef I. und das gesammte glorreiche Kaiserhaus, Hoch! Hoch! Hoch! Der Aufforderung des Obmannes wurde mit Jnb:l entsprochen und die Volkshymne von sämmtlichen Kindern gesungen, welche von den Anwesenden stehend augehört wurde. Bon großer Weihe war der von H-rrn Obercantor Bauer und dem Chore der isr.- türkischen Gemeinde executirte Chorrl, dem sich eine von einem Kinde gehaltene Dankrede anschlotz. Den Schluß b ldete ein recht auimirtes Tanzkrän;chen, zu welchem die Capelle des J. fant.-Reg. Erzherzog Karl Nr. 3 die Baomusik besorgte, während Herr Ehrlich von dem Tanzinstitute Rumpel die Tänze vortrefflich arrangirte. Wien, den 19. December. Wie alljährlich fand auch heute 4 Uhr Abends die Seelengedächtnißfeier nach dem verewigten Freiherrn Jonas von Königswarter am ifraelitifchen Blindeninstitute auf der Hohen Warte statt.'Herr Obercantor Singer, unter Assistenz der Justitutszöglinge, celebrirte den Gottesdienst und Herr kaiserlicher Rath Dr. Wölfler hielt in Abwesenheit des erkrankten Herrn Director Heller eine warme Ansprache an die Zöglinge. Wien, 17. December. Der jüngstgewählte Vorstand des Bethausvereiues „Achdus Israel*, bestehend aus den Herren: Sem Simon Präses. Leo S ch u ü r e r Bicepräses, Heinrich En gl e r Cassaverwalter, Joief W a l t u ch Cassaverwalter-Stellvertreter. Dr. Leopold W tritt r, David R o b i t s ch e k Revidenten, Hermann Löw y, Max S ch l a m m. Julius F r e n d e r Bethausverwalter, Bernhard Hohenberg. Josef W inte r, Saul K e m a ch, Wilhelm Stern, Adolf S or ter Ausschüsse, hat die pädagogisch heilsame Einrichtung getroffen, daß in der im Vereinslocale von der Cultusgememde subventioni teu Bibelschule eine größere Anzahl von Schülern, die sich durch Fleiß und gute Ausführung besonders auszeichnet,n, Prämiirt werde, was am Chanuckafeste in feterlicher Weise staltfand. Die Prämien bestanden aus Taleszim und fünsbändigen Pentateuchs mit deutscher Ueversetzung. Vor der Prüfung wurden von den Betbausvorstandsmitgliederu I. W a l t u ch, L. Schnürer und I. Freude r Ansprachen an die Kinder gehalten und ihnen die Bedeutung des hebräischen Unterrichtes ans Herz gelegt. Insbesondere hat der letztere Redner in glücklicher Weise au den Vers der dieswöchentlichen Sidrah angeknüpft, daß das Erkennungszeichen zwischen Josef und seinen Brüdern die hebräische Sprache war, und darauf hingewiesen, daß die illustreste Persönlichkeit des modernen Judenthums, Baron Moriz H i r s ch. in seinen Schulstistungen der Berücksichtigung der hebräischen Sprache besondere Aufmerksamkeit zu Theil werden läßt. Schließlich sprach der Religionslehrer dieser Bibelschule Herr Aron Fried m a u n der Cultusgem einde seinen Dank aus für das Wohlwollen, welches sie dem Vereine und der Bibelschule eutgegengebracht hat. Wien. (C ha nu ck a - N a ch fe ier.) Samstag den 16. d. M bekleidete die im Gasthause des Herrn Michael Samek. I., Judengasse 12, allwöchentlich znsammenkommende Tischgesellschaft 10 arme Schulkinder mit vollständigen Kleidern und Wäsche. Der Obmann der Gesellschaft Herr Adolf Aufrichtig hatte sich der außerordentlichen Mühe unterzogen, schon im ersten Jahre des Bestandes der Tifchgesellschast zum wohlthätigen Zwecke anzuestern, und es war ein sichtliches Vergnügen, wie sich die arme Jugend im neuen Gewände an Speise und Trank ergötzte. Herr Hermann R e i s n e r sprach in herzhafter Weise zur Jugend. Mit einem Hoch auf den Gründer der Gesellschaft, Herrn Bernhard Deut s ch, und aus das ganze Comite schloß die Feierlichkeit. M. 8. Wien Sonntag den 3. December wurde im türkischisraelitifchen Tempel die Thronbesteigung Sr. Majestät des Kaisers und der Eingang des Chanuckafestes durch einen solennen Gottesdienst festlich begangen, bei welcher Gelegenheit auch 50 arme Kinder der türkischen Gemeinde mit hübschen Winterkleidern betheilt wurden. Der Feier wohnten bei: Der Vorstand der türkischen Gemeinde mit dem Vice-Präses Herrn Licco Adutt, das Comite des „Halbascha-Vereines", Herr Jaques M. Russo

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