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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-12-22 · 51 (22.12.1893) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
51 (22.12.1893)
Date
1893-12-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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•Seile 996 Veyrrrrtrhifitze Wochrnkchrtst 'JCx. 51 „Die Thora, die uns Moses befohlen, ist das Erbgut der Gemeinde Jakobs." nt*a ird rm* ,nin - Zweite Benediction des Abendgebetes nriHK (eventuell blos ungarisch). H Religions- und Sittenlehre. 1. Gott ist der Schöpfer und Fürsorger der Welt: tis isv — Benediction (ungarisch und hebräisch). 2. Gott ist einzig: yes* rcnx: (die drei ersten Sätze ungarisch und hebräisch). 3. Gott ist die höchste Vollkommenheit: ewig, allmächtig, allwissend, allbarmherzig 2*“p tsnp zb'r;b n "Sa* — pn* c*m dx 'n 'n Gott hat den Menschen nach seinem Ebenbilde geschaffen. Gott ist die höchste Vollkommenheit: Auch der Mensch muß sein ganzes Leben hindurch streben, vollkommen (in jeder Beziehung gut) zu sein. Wer dies thut, ist ein in Gottes Wegen wandelnder, gottesfürchtiger, frommer, heiliger Mensch. Das Grundgesetz unserer heiligen Schrift: „Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin Ich der Ewige, Euer Gott." (Moses HL 19. 2. ungarisch und hebräisch.) Daraus sich für uns ergebende Pflichten: a) Wir sollen na di Heiligkeit im Denken streben Wir sollen nach wahrer Kenntniß Gottes und seiner Welt streben! Wir dürfen nicht an Götzen glauben, nicht an irgend eine Verbildlichung Gottes (2. Gebot) auch nicht an Zauberei. Wir müssen, so weit es unsere Umstände gestatten, streben, den uns von Gott gegebenen Geist zu entwickeln, unsere Bildung zu vermehren; IN Ntirr (ungarisch und hebräisch). d) Wir sollen nach Heiligkeit im Fühlen streben -q n „Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst." Mos.III. 19,18, (hebräisch und ungarisch). — Die wohlthätigen Gemeinde-Institutionen. c) Streben wir nach Heiligkeit in allen unseren Handlungen npn^'- Diese Wege dazu sind Wahrhaftig k e it und Rechtschaffenheit: „Richtige Waage, richtiges Gewicht richtiges Maaß, richtiges Scheffel sollst du haben, denn ein Gräuel ist dem Ewchen, deinem Gott, wer ein Unrecht thut." (Mol. V. 25, 15; lii. 19, 36.) „Du sollst kein Unrecht beim Urtheilfällen thun, du sollst gegen den Armen nicht nachsichtig sein und das Ansehen des Reichen nicht schonen, sondern nach Gerechtigkeit über deinen Nebenmenschen urtheilen." (Mos. III. 39,15.) — Sittlichkeit und Sünde. Buße. 4. Nur den höchst vollkommenen, einig einzigen Gott, den Schöpfer und Erhalter der Welt dürfen wir an beten: „Den Ewigen, deinen Gott, fürchte, ihn sollst du dienen!" — n2“ nejs» N,t — Synagoge, Gottesdienst, dessen ältere Form und heutiges System. 5. Gott hat von uralter Zeit her in seiner Gnade uns zu jenem heiligen Priestervolke auserwählt und sich im Geiste unserer Propheten geoffenbart, damit wir die Verkünder seiner erhabenen Gesetze und unter den Menschen die Vorbilder des frommen Lebens sein können: -22 2N2 22^ — Benediction. Das Bundeszeichen zwischen Gott und Israel ist der Sabbath: (ungarisch). — Gottes Fürsorge für sein Volk Israel, sowie die Gedenktage seiner gerechten Weltherrschaft: Unsere Festtage — die Erinnerungszeichen der göttlichen Gesetze: r.rs: — pben — miiE. , 6. Es ist unser unerschöpfliches Vertrauen, daß uns Gott in dieser ruhmvollen Aufgabe unterstützt und daß einst eine Zeit kommen wird, in der die Erkenntniß und Verehrung des einzigen wahren Gottes auf der ganzen Erde allgemein sein wird. Diese glückliche Zeit wird das messianische Zeitalter sein: ,-iI^d in sorgfältig abgefaßter freier Uebersetzung, welche der Schüler auch am Schluffe des Gottesdienstes als Gebet, den letzten Satz hebräisch citirend, sagt oder liest. HL Hebräische Leseübungen auf Grund der Haupttheile der Sabbath- und Festtag-Gebete. Die Gottesdienst-Gebetordnung ist dieselbe, wie in der dritten Claffe, blos mit ,1222 "S2' ’fi und erweitert. _ (Fortsetzung folgt.) OorreMnäenLen. Wien. (Die Christlich-Socialen gegen einen römisch-katholischen-. Erzbischof.) Das „Katholische Vereinsblatt" vom 15. December 1893 schreibt über den Erzbischof Samassa: „Es war auch kürzlich die Rede über den ungarischen Prälaten S a m a s s a, der so mächtig unter dem Beifallsgeheul der Judenscribenten die Geißel über die katholische Presse schwang. Ich sah den Mann auf einer Reise, vermochte ihn aber nicht zu grüßen, weil Figur und Thaten den Mercenarius zeigten; denn bekanntlich duldet er seit Jahren mit diversem Anhang eben jenes Ehegesetz, für welches ein Clemens A u g u st von Köln in den Kerker ging und eben dadurch die religiöse Belebung seines Volkes erzielte. Ob Samassa aus hebräischem Blute stammt, wie man behauptet, weiß ich nicht; das Wort Zamas ist freilich hebräisch und bezeichnet einen Synagogendiener u. dgl.; jedenfalls gefällt das Wirken den Hebräern." Wien. (Dr. Lueger und dieungarischen Regimenter von 1866.) Unter diesem Schlagworte veröffentlicht „Die Reichswehr" in ihrer letzten Nummer Nachstehendes: . „Der Herr Dr. Lueger hat in der offenen Parlamentssitzung vom 14. d. die Behauptung ausgesprochen, daß im Jahre 1866 „die tapferen magyarischen Regimenter sich gefangen nehmen ließen". Diese Behauptung muß denn doch, insolange d i e s e r Herr nicht die Beweise hiezu durch Benennung der einzelnen Regimenter, die sich gefangen nehmen ließen, erbringt, mit allem Nachdrucke als eine.... („Die Reichswehr" gebraucht hier einen Ausdruck, den wir nicht reprvduciren. D. Red.) und Beschimpfung der damaligen Armee erklärt werden." Die ..Reichswehr" bemerkt noch in starken Worten, daß es genug Officiere geben würde, die Herrn Lueger zur Rechenschaft ziehen würden, wenn derselbe sich nicht stets hinter seine Immunität verschanzte. Aus Budapest wird uns unter dem 17.' d. M. gemeldet: Gestern hat hier eine Besprechung von Reserve-Officieren, welche ungarischen Regimentern angehören, stattgefunden, um die Frage zu erwägen, welche Stellung gegenüber dem von Seite des Abgeordneten Dr. Lueger im österreichischen Reichsrathe vorgebrachten unqualificirbaren Angriffe auf den ungarischen Theil der Armee einzunehmen wäre? Bon verschiedenen Seiten wurde hervorgehoben, daß man von Dr. Lueger in der üblichen Art Satisfactioa verlangen solle. Einer der Reserve-Officiere wies jedoch nach, daß von Doctor Lueger eine öffentliche Erklärung vorliege, daher sich nicht schlage. Daraufhin wurde beschlossen, auf dieses Mittel, Genugthuung von Herrn Dr. Lueger zu verlangen, zu verzichten. Wien. (Antisemitische Anarchisten.) Mau meldet aus Berlin unterm 19. December: Die bei dem Kaufmann Friedländer bedienstete Erzieherin Charlotte Platz, welche bei dem jüngst gegen denselben gerichteten Höllenmaschinenattentat leicht verwundet wurde, erhielt heute ein anonymes Schreiben, in welchem das Bedauern über ihre Verwundung ausgesprochen wurde. In dem Schreiben wird ihr der Rath ertheilt, das Hans z» verlassen. Das Attentat habe lediglich Herrn Friedländer gegolten und werde so lange fortgesetzt werden, bis es gelinge. Auf die Eruirung des Absenders des anonymen Briefes wurde eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. Aus Rakonitz wird gemeldet: „Aus dem Magazin des hiesigen Puloerverschleißes wurden 32 Kilogramm Dynamit gestohlen, was in der Stadt großen Schrecken und Furcht verursachte. Die Furcht war nicht unbegründet. Gegen halb 8 Uhr Abends wurde ein donnerähnliches Getöse vernommen. Alles eilte angsterfüllt den Häusern des Ringplatzes zu und da fand man am Hause des Advocaten Dr. Carl Wolf arge Verwüstungen. Das Vorderthor wurde weit auf den Ringplatz, das Hinterthorwetlin den Hof geschleudert, die Mauern wurden zerrissen, Fensterscheiben zertrümmert, Thürpsosten und Fensterrahmen herausgehoben, auch die Fensterscheiben der Nachbarhäuser wurden zerschmettert. Dr. Wolf, seine Frau und zwei Töchter fand man ohnmächtig, aber glücklicherweise unbeschädigt in der Wohnung. Die mit Fackeln herbeigeeilte Feuerwehr räumte Schutt und Trümmer weg und hielt die ganze Nacht Wache, l Dr. Wolf erzählte, daß er nach dem Nachtmahl einen Brand-

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