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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-12-22 · 51 (22.12.1893) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
51 (22.12.1893)
Date
1893-12-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 51 Veflrrredtziptzr Wmtzrnptzrifl Seite 995 Seine glänzendste Wirksamkeit entsaltete Wilhelm Stiaßny als Architekt und hier trifft seine fachmännische Thätigkeit zusammen mit der Hingabe an die Interessen des Judenthums. Nicht weniger als 150 größere Bauten sind durch ihn durchgeführt worden. Unter diesen befinden sich das Nothschild-Spital in Währing, das an musterhafter Anlage unübertroffen dasteht, das jüdische Blindeninstitut auf der Hohen Walte, das israelitische Altersversorgungshaus in der Seegasse, für welches er die Entwürfe unentgeltlich beigestellt hat; ferner die neue Synagoge in der Leopoldsgasse, ein Bau, der trotz der beschränkten Mittel ein kleines Wunder an Schönheit und Zweckmäßigkeit genannt werden darf und den maurischen Styl für Synagogenbauten wieder in sein volles Recht eingesetzt hat, endlich die Synagoge in Malaczka und Gablonz. In all diesen Schöpfungen war Stiaßny beflissen, den Ruhm und Glanz des jüdischen Stammes durch den Einsatz seiner besten Kraft zu Ehren zu bringen, und daß ihm dies in vollem Maße gelungen, beweist die freudige Anerkennung seiner Glaubensgenossen, welche Wilhelm Stiaßny schon vor Jahren in den Vorstand der Wiener israelitischen Cultusgemeinde beriefen. Hier hat der Jubilar lange Zeit als Mitglied und gegenwärtig als Obmann der Friedhofs-Verwaltung und als Referent in allen technischen -Fragen das in ihn gesetzte Vertrauen ebenso gerechtfertigt, wie in seinem communalen Wirkungskreise. Es ist immer erfreulich, wenn ein stark ausgeprägtes Talent frühzeitig und in seiner vollen Schaffenskraft den richtigen Boden für seine Bethätigung findet. In diesem Sinne darf man von Wilhelm Stiaßny sagen, daß er zu den Aus-' erwählten des Glücks gehört. Aber zu diesem Glück gesellte sich bei ihm ein weiraus größeres Maß von eigenem Verdienst und jener Ehrgeiz im besten Sinne des Wortes, der nicht blos dem persönlichen Vortheile nachjagt, sondern seine Befriedigung darin sucht, alle physischen und geistigen Kräfte in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen und zum öffentlichen Wohle zu verwerten. Daß die Ehren, welche heute Wilhelm Stiaßny zu Theil werden, nicht blos feiner eigenen, charaktervollen Persönlichkeit gelten, sondern in ihm auch das gesammte Judenthum treffen, daß er dem jüdischen Stamme in einer Zeit schwerster Bedrängniß auch die Achtung des Gegners erzwungen, das ist es, was wir heute als seine beste und erhebendste That preisen und wofür wir ihm aus dem tiefsten Grunde unserer Seele im Namen aller unserer Glaubensgenossen Dank sagen. Gefammt - Lehrplan für den Religionsunterricht der Pester israelitischen Cultusgemeinde. (Fortsetzung.) 13. Die Stiftshütte mit Hervorhebung der israelitischen Handwerker und Künstler auf Grund der Verse 30—35 im 35. Cap. des ll. Bd. Mos. und des Verses 1, Cap. 36 ebendaselbst. Gott ließ auch sein Bundeszelt durch Handwerker verfertigen. Achten und schätzen wir also das Gewerbe und die Kunst. Hinweis auf die großen Lehrer in Israel, die ebenfalls Handwerker waren. Handwerk hat goldenen Boden. D’^rn (Spr. 10.4.) Den Mädchen: Wer ein biederes Weib gefunden, der hat Schätzbareres als Perlen erworben. Nur Gutes thut sie stets, nie Böses Lebenlang. Nach Wolle und Leinen ist ihr Streben und schafft vergnügt mit ihren Händen -121 ntwi - ■isi aie nnf?e: 14. Moses schickt Kundschafter nach Kanaan: Wir sollen nicht kleinmüthig sein. Wenn Gott mit uns, wer gegen uns? 15. Die vierzigjährige Wanderschaft. Arons Tod. Beginn der Landeinnahme. 16. Moses Tod: „Es erstand in Israel kein Prophet wieder, wie Moses war", und dennoch war er das Vorbild der Bescheidenheit. „Es rühme sich nicht der Weise seiner Weisheit, der Starke nicht seiner Stärke, der Reiche nicht seines Reichthums, sondern dessen rühme sich, wer sich rühmen kann, daß er mich versteht und erkennt, daß er weiß, daß ich, der Ewige, Liebe, Recht und Gerechtigkeit auf Erden übe,, daß ich daran meine Freude habe". So spricht der Herr, »m Sj? 17. Die Monate, Feste (kurz behandelt) des Synagogenjahres 712V' >1C£, ,132'N »ST\ "122 CV. 71122 (mit den Schluß esten) nnrr c’“i2 18. Segensprüche: Zu den in den vorigen Classen erlernten sind noch die anläßlich eines neuen Kleides, des Donners und Regenbogens zu sagenden Segensprüche hinzuzusügen, ferner r\T's n:i3 und i;*nni:‘ (sämmtlich hebräisch und ungarisch). ll. Als hebräische Lese Übungen dienen die werktäglichen Morgen- und Abendgebete deren Inhalt nach oben bezeichneter Weise in kurzen — eventuell blos in der Ueberschrift bezeichnten — Religionsthesen zusammenzufaffen sind. Zu Beginn einer der wöchentlichen Stunden soll nach dem die Religionsstunde eröffnenden Gebete ein sactifcher Gottesdienst abgehalten werden, dessen liturgische Theile — insofern die Stunde auf einen Vormittag fällt — sind: :z~2 (mit einem Vorbeter) responsorisch "irr nz~ nins> und dessen erster (bei Knaben auch noch der dritte) Abschnitt. Die vier ersten und zwei letzten Benedictionen der nSm mit rfijrnp (Letztere responsorisch). An Samstagen als vierte Benediction 'n,ii3£2 nsn Jnsoferne aber dieser Gottesdienst auf einen Nachmittag iällt, sollen dessen liturgische Bestandtheile sein: (Samstag: *nf?2n "Xi) die (wie Vormittag). Im Winter anstatt dessen die zwei einleitenden Benedictionen des Abendgebetes (zu Beginn responsorisch) mit dem dazu gehörenden Abschnitt 132'2LN' nSsn mit den vier ersten und zwei letzten Benedictionen. Im klebrigen siehe Verordnung des Jugend-Gottesdienstes. £ 21. Gierte Golksschulclaffe I. Biblische Geschichte. 1. D i e L a n d e in n a h m e: Uebergang über den Jordan die Eroberung des Landes. Volksversammlung zu Sichem. Religiöse Idee: Gott ist der treue Erzieher und Fürsorger seines Volkes Israel. Die den Vätern geoffenbarte heilige Bestimmung erfüllt sich an den Nachkommen. „Die Berge mögen weichen, die Hügel schwanken, meine Liebe wird jedoch von Dir nicht weichen und mein Friedensbund wird nicht erschüttert werden, so spricht der Ewige, Dein Erbarmer. (Jeh. 54. l0.) — Die erste Benediction der Tefilla: N'221 7112X ‘“2“ Ti: D.T32 Sxu 2. Richter und Könige: Sie schützen ihr Vaterland und den Glauben ihrer Väter. Gideon, Debora, Saul, David. Religiöse Lehre: Vaterlandsliebe. „An's Vaterland, an's theure, schließ Ungar fest dich an." (Bolkshymne. > 3. T e m p e l b a u: Salomos Gebet mit wörtlicher Anführung der Verse 41—43 des 8. Cap. im 1. Buch der Könige. „ . . und auch den Fremden, der nicht aus Deinem Volke Israel stammt, wenn er aus fernem Lande kommt . . . und seine Lippen in diesem Hause sich zum Gebete austhun: oh erhöre ihn aus Deiner himmlischen Wohnung und erfülle Alles, was jener Fremde von Dir erflehet." Religiöse Lehre: Unser Glaube ist Weltenglaube. „Mein Haus wird ein Bethaus für alle Völker genannt werden — so spricht der Herr, der Ewige. (Jes. 56. 7.) Propheten und Götzendienst: Elijahu, Jeremias. Religiöse Lehre: Gott ist nach keinem Bilde zu gestalten, er ist ein geistiges Wesen. Das 2. Gebot. — „Den Ewigen, deinen Gott fürchte, ihn bete an l" 5. DiebabylonischeGefangen schast: Assyrische Herrschaft, Cyrus, Rückkehr. — Der 9. Ab als Trauertag. Religiöse Lehre: Gott ist gerecht; er belohnt das Gute und bestraft das Böse, doch gnädig nimmt er den reuigen Sünder auf. Buße. „Führe uns zurück, Ewiger zu Dir, gerne wollen wir zurückkehren." 'n 1:2-stn (Jeremi. 5. 21.) 6. Die Synagoge als» Ersatz für den Tempel. Religiöse Lehre: Gott ist allgegenwärtig. „Ueberall, wo ich meinen Namen erwähnen lasse, werde ich zu dir kommen und werde dich segnen." (Moses ll 20—24.) 7. Die heilige Schrift: Ihre Eintheilung (aus den Propheten und Hagiographen find nur die wichtigeren zu erwähnen). Religiöse Lehre: Die Lehre Gottes ist heilig, für alle Zeiten geltend, das heilige Erbgut des Volkes Jako-s.

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