Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 47 (24.11.1893)
- Date
- 1893-11-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 920 Vestrrrelchifchr Wochenfitzrtfl Nr. 47 um aus Rußland vertriebene Juden zu unterstützen, zu welchem Zwecke demselben 500 Pfund Sterling monatlich zur Verfügung standen, von Baron Hirsch wegen internationaler Complicationen aufgelöst worden sei. VmiWltes. Wie«. (T r a u u n g e n). Im Stadttempel wurden Sonntag, .den 19. November 1893. getraut: Herr Marcel Mayer mit Frl. Anna Nyitrai, Herr Dr. Paul Fr ös chelS mit Frl. Martha Neusta.dtl, Herr Anton Sax mit Frl. Bertha Abeles, Herr Em. Bernstein mit Frl. RosiKalifch, Herr Adolf Wengraf mit Frl. Helene Markbreiter. Wien. Am 12. November hat die Trauung des Herrn Arnold G oldberger de Buda mit Fräulein Klara Karpeles im Stadttempel stattgefunden. Das Gotteshaus war dicht gefüllt in allen Räumen. Anwesend waren die Mitglieder des Cultusvorstandes, des Bethansvorstandes, der Vorstände vieler Vereine und Repräsentanten der Finanzwelt, da beide Familien sehr angesehen und in den weitesten Kreisen hochgeachtet sind. Dr. Jellinek, der die Trauung vollzog, accentuirte besonders die Persönlichkeit des Brautvaters, des Herrn Moritz K ar p eles, Vertreters der Cultusgemeinde, Vorstehers des Bet ha-Midrasch und Vicepräsidenten der israelitisch-theologischen Lehranstalt, und rühmte dessen Bereitwilligkeit, die Beamten der Gemeinde in jeder Beziehung zu fördern. Wien. Der bekannte Frauenarzt Herr Dr. Theodor Z erner zun. hat sich mit Frl. Susanne Brecher verlobt. Wien. Der bekannte und wohlrenommirte Augenarzt und Augenoperateur kaiserlicher Rath Dr. Sigmund L i n d n e r wohnt jetzt I, Schottenring 24, und ordiniit täglich von 10—12 und 3—4 Uhr. Wien. Der rühmlichst bekannte Bibliograph und hebräische Buchhändler, Herr Ch. D. Lippe in Wien, feiert am 24. December l. I. seinen 70jährigen Geburtstag. Die Freunde und Verehrer des verehrten Jubilanten, deren Zahl in der jüdischen Gelehrtenrepublik eine sehr große ist, werden gewiß nicht ermangeln, ihm zu diesem Ehren- und Freudentage die herzlichsten Segenswünsche darzubringen. Ebenso herzlich und bewegten Sinnes werden sich seiner viele, viele arme hilfesuchende Leute mit Liebe und Verehrung erinnern und namentlich unsere armen gehetzten Brüder aus Rußland, denen er stets opferfreudig mit Rath und That beizuspringen pflegte. Wie«. Die in unserer vorletzten Nummer unter' der Aufschrift „Ein nachahmenswertes Beispiel" gebrachte Notiz haben wir dahio richtig zu stellen, daß die Leichenkosten nicht wie irrthümlich erwähnt, von den Chefs des Hauses Römer und Sohn bestritten wurden. Wohl gaben die Herren Römer mit dem größten Theile ihres Personales dem Verstorbenen Moritz Bergmann das Geleite bis auf den Friedhof und trachteten den Verstorbenen zu ehren. — Der Verstorbene, ein biederer Charakter, war volle 20 Jahre ein treuer, fleißiger Mitarbeiter seiner Chefs und hat sich nicht nur die Liebe und Achtung der Chefs und Collegen, sondern Jedermanns, der ihn kannte, zu verschaffen gewußt. Sein Heimgang wird in zahlreichen Kreisen tief bedauert, denn er besaß nicht blos Fleiß und Talent, sondern auch ein gutes opferwilliges Herz! Wie«. Am 7. December veranstaltet der israelitische Frauenwohlthätigkeitsverein der Josesstadt in Sacher's „Hotel Central", II., Taborstraße, ein Elite-.Kränzchen. Mit Rücksicht auf den wohltätigen Zweck, welchem das Fest dient, wird hoffentlich eine zahlreiche Betheiligung fiattfinden. Eintrittskarten zu fl. 2.—, Familienkarten (1 Herr und zwei Damen) fl. 5.—. Ueberzahlungen werden dankbarst angenommen. Zahlstelle beim Cassier, Herrn Otto Beck, I., Doblhofgasse 5. Wie«. (I s r a e'l. F r a u e n-W ohlthätigkeitsverein „F r a u e n h o r 1", IX., Müllnergaffe 21.) Den Reigen zur Bekleidung armer Schulkinder hat Heuer der Verein „Frauenhort" eröffnet, indem er am 15. d. M. im Ceremoniensaale des Tempelgebäudes, IX., Müllnergaffe 21, 80 arme Schulkinder, Knaben und Mädchen, mit Winterkleidern beschenkte. Wir können diesem jungen, rührigen Vereine, der auch in Krankenunterstützungen schon Tüchtiges geleistet, zu dem schönen Werke nur gratuliren. Die intime Feier fand im Beisein einiger geladener Gäste statt, darunter die Reichsraths-Abgevrdneten W r a b e tz und Dr. B l o ch, Landesschulrath Dr. Gustav K o h n, die Bezirksausschüsse Dr. S ch n e p p und Max H i l l e r, Dr. Fried- I ä n d e r vom Curatorium der Baron Hirsch-Stiftung, Stadtbaumeister Donath Z i f f e r e r, die Rabbiner Wilhelm S 6 r und Dr. G e l b h a u s, in Vertretung des Tempelvereines im IX. Bezirk der Präsident Herr Gottlieb B e t t e l h e i m mit den Vorstandsmitgliedern Commercialrath Sigmund Neustadt! und Herrn Wilhelm Pappenheim u. A. Auf langen Tischen waren 80 große Cartons aufgestellt, von denen jeder nicht nur einen vollständigen warmen Winteranzug, Schuhe und Leibwäsche, sondern auch reiche Leckerbiffen an Backwerk enthielt. Schon seit Wochen entfalteten die Ausschußdamen, mit ihrer Präsidentin Frau Rosa Zifferer an der Spitze, eine rege Thätigkeit, damit die armen Schulkinder das schützende Winterkleid noch vor Eintritt der strengen Kälte erhalten sollten. Und das schöne Werk ist gelungen, dank den zahlreichen Liebesgaben an Geld und Kleiderstoffen, welche edle Menschenfreunde gespendet. Die Präsidentin hielt eine warm empfundene und zu Herzen gehende Ansprache, in welcher sie die Kinder aufforderle, des schönen Tages eingedenk zu sein, an dem gute Menschen sich eingefunden, um ihnen Gutes zu thun, damit sie, wenn sie groß geworden und im Wohlstände sich befänden, auch an anderen Kindern dasselbe thun sollten. Mit den erhebenden Worten des Dichters: „edel sei der Mensch, hilfreich und gut", schloß die Präsidentin ihre Ansprache. Freudestrahlend nahm hierauf jedes der Kinder seine Bescheerung in Empfang und die schöne Feier war zu Ende. Wien, 18. November. (K i n d e r f e st.) Im großen Musikvereinssaale spielten gestern von 5 bis 8 Uhr Abends die Kleinen, welchen die Aussprache der Buchstaben G, K, R u. ff. noch unüberwindliche Schwierigkeiten bietet, und auch größere Kleine, die bereits das erste Jahrzehnt hinter sich haben, eine große Rolle. Der unter Leitung der Frau Louise v. P o r theim stehende Wohlthätigkeitsverein „Caritas" hatte eine ungeheuere Zahl von Kleinen, natürlich mit ihren erwachsenen Angehörigen, in den Musikvereinssaal kommen lassen, um denselben zur Vorfeier des Namensfestes der. Kaiserin eine Unterhaltung zu bieten, deren Reinerträgniß dem Vereinsfonds zugeführt werden soll. Bekanntlich besorgt der Verein, dessen Mitglieder vornehmlich den besten Bürgerkreisen angehören, den Kindern armer Leute gesunde Milch und läßt auch kranken unbemittelten Frauen reichliche Unterstützung zukommen. Das Programm des Kinderfestes war ein sehr reichhaltiges. Eröffnet wurde der Abend mit einem von der Miniatur-Hofburgfchauspielerin Melanie S Pi e l m a n n vorzüglich gesprochenen Prolog, der mit einem Hoch auf die Kaiserin und das ganze Kaiserhaus ausklang. Die zehnjährige Tochter Marie des Direktors im Baron Springer'schen Waisenhaus, Hecht, trug hierauf sehr hübsch auf dem Clavier den ersten Satz aus Hummel's Concert in A moll und Valse impromptu üoit I. Raff vor. Viel Beifall fand auch eine heitere.Scene mit Gesang, in welcher die jugendlichen Kinder Erna und Grethe Samadh auftraten. Die Scene schloß mit einem von den sechs Kindern reizend ausgesührten Ländler, der wiederholt werden mußte. In den Pausen wartete ein Damenkomite den jugendlichen Festgästen mit Bonbons auf, die gleichfalls mit Beifall ausgenommen wurden. Wien. Spendenverzeichnift für ^die Bibliothek der israelitisch-theologischen Lehranstalt iu Wien. Herr Isaak D. Pick in Wien spendete 73 Bände, Herr Leo Koh'n in Karlsbad 11 Bände, Herr Löw Beer in Wien 135 Bände, Herr Adolf Chotzen in Neustadt (Oberschlesien) 69 Bände, Frau Lurja in Wien 30 Bände, Herr Markus Fanto in Wien II Bände, die israelitische Cultusgemeinde Eidlitz 3 Bände, Frau Stern in Wien 29 Bände, Herr Otto P or ges in Rokitnitz 45 Bände, Herr Philipp P o p p e r in W i e n 5 Bände. Floridsdorf. Sonntag den 26. November wird um halb 4 Uhr Nachmittags im hiesigen Cultustempel ein R eq u i e m für weil. Se. Hochwohlgeboren Herrn Moriz Freiherrn von Königs Wärter abgehalten werden. Die Gedenkrede wrrd Se. Ehrwürden Herr Bezirksrabbiner Dr. Reich halten. Stampfen, 15. November. Gestern hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Samuel Wesel, der bisher als Rabbiner in Deva segensreich wirkte, ein Mann von hoher Bildung und Gelehrsamkeit, als neuer Seelsorger der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde seinen Einzug in Stampfen. Der Empfang, der ihm hier zu Theil wurde, zeugte von Liebe, Hochachtung und