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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-11-03 · 44 (3.11.1893) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
44 (3.11.1893)
Date
1893-11-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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V Nr. 44 Veskerretüstsche Wochenschrift «Seite 865 Wien. Der Großgrundbesitzer Hermann May, der sich um die Hebung der Landwirtschaft und Zuckerindustrie in Mähren große Verdienste erworben hat, ist gestern nach längerem Leiden im -75. Lebensjahre verschieden. Herr May war im Vereine mit seinem ihm kürzlich im Tode vorangegangenen Bruder einer der ersten Begründer der Zuckerindustrie in Mähren und erfreute sich allgemeiner Achtung und Werthschätzung. Wien. (Der Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien) versendet nachstehende Einladung: „Auf Grund einer uns ehrenden Einladung von Seiten der „Oesterr. israel. Union" wird der Präsident unseres Vereines, Herr S. Bro d. in einer am Samstag, den 11. November d. I., Abends 7 Uhr, stattfindenden Plenar-Bersammlung der „Oesterr. israel. Union" in K h u n e r's Nestauration, I., Schottenring 19, einen Bortrag über „das Gewerbe imJndenthu m" halten. Wer Sinn und Herz für die Förderung von Gewerbe und Arbeit hat, wird zu diesem Vortrage höflichst eingeladen. Hochachtend Der Vorstand." Wien. Sonntag, am 22. October d. I. wurde hier am Central-Friedhofe, Herr Ephraim F e i t h im Alter von 81 Jahren zur Ruhe bestattet. Derselbe war durch 50 Jahre fleißiger Mitarbeiter der „Zeitung des Judenthums" von Dr. Philippsohn, wirkte 36 Jahre als Religionslehrer an den Mittelschulen in Tarnow (Galizien) und wurde im Kreise seiner jüdischen und christlichen Bekannten als Gelehrter auf jüdisch- und deutschliterarischem Gebiete hochgeehrt. Wien. Den 2. diesjährigen Nachmittag des lit. Geselligkeitsvereines jüd. Mädchen „Moria" eröffnete Fräul. Frieda Rand mit dem wvhldurchdachten Vortrage „Sind die Juden eine Nation?", an den sich eine lebhafte Discussion knüpfte. Frl. Werner sprach hierauf über „Manafse ben Israel und die Wiedereinwanderung der Juden in England" nnd erntete reichlichen Applaus. Der nächste lit. Nachmittag findet Sonntag den 12. November. 3 Uhr Nachmittag, im Vereinslocale 1. Bez., Schottenring 23 statt und sind Gäste (Damen) herzlich willkommen. Wien. (Vorlesungen im Bet Ha-Midrasch während des Wintersemesters 1893/94.) Herr Rabbiner Dr. Gelbhaus: Montag von 6—7 Uhr „Jüdische Geschichte", Mittwoch von 6—7 Uhr „Religionsphilosophie". Herr Lector M. Friedmann: Sonntag von 6—7 Uhr „II. Könige von Cap. 8". Dienstag und Donnerstag von 6—7 Uhr; „Bereschit Rabba", Cap. 84. Herr Lector I. H. Weiß: Sonntag und Montag von 729—10 Uhr „Talmud, Tractat Maccot", Dienstag und Mittwoch von 9—10 Uhr „Maimonides, Mischna Thora, Uilebot Maachalot assurot.“ Herr Lector Friedmann wird die erste Classe der Gymnasialschüler Samstag von ]/A—'/26 Uhr und Dienstag Abends nach 7 Uhr, und die zweite Classe Samstag ]/.,6—'/,8 Uhr und Donnerstag nach 7 Uhr in Bibel, Mischna und Talmud unterrichten. Die populär-wissenschaftlichen Vorträge werden später angekündigt werden. Die Bibliothek des Bet ha-Midrasch ist täglich, Samstag ausgenommen, von 10—12 Uhr dem allgemeinen Gebrauche geöffnet. Krakau, 31. October. Aus dem Executivcomite des Baron v. Hirsch'schen Curatoriums in Krakau sind folgende Mitglieder ausgetreten: Dr. Michael Ich heiser, Professor Dr. Josef Rosenblatt, Sigmund Schanzer und Hirsch Landau. Prag. (Der israelitische Freitisch- Verein) versendet soeben den 34. Jahresbericht für das Schuljahr 1892—1893, in welchem derselbe 180 gründende und 2231 beitragende Mitglieder zählte. Im Berichtsjahre wurden an würdige Studirende und Gewerbeschüler 44.595 Kostportionen, die höchste Zahl seit dem Bestände, verabfolgt, womit die verabfolgten Kostportionen vom Beginne der Vereins, thätigkeit die imposante Zahl von über 600.000 erreichten, welche Thatsache allein schon ein beredtes Zeichen der förderlichen HTHätigkeit dieses wahrhaft humanen Vereint s gibt. Bei einem Ausgabenetat von 10.000 Gulden besaß der genannte Verein im Jahre 1892—1893 einen Caffensaldo von 36.000 Gulden und verfügte über Werthpapiere von 50.000 Gulden. Allen Bereinsfunctionären, insbesondere dem rührigen Vorstande, gebührt vollstes Lob und ungetheilte Anerkennung. Stanislau. Frl. Annette Halpern, Tochter des Gutsbesitzers Herrn H. O. Halpern, hat sich mit Herrn Dr. Samuel Landau verlobt. E. B. Prostnitz. Der Großindustrielle Herr Ignaz Mandl (M. u. I. Mandl) hat anläßlich der Feier seines siebzigsten Wiegenfestes für die Armen seiner Vaterstadt Proßnitz den Betrag von hundert Gulden gespendet. — Am 8. November begeht der Fabrikant Herr Samuel Hirsch, hier, die Feier seiner silbernen Hochzeit mit seiner Gattin Kathi. Das Jubelpaar erfreut sich allgemeiner Beliebtheit, was in zahlreichen Sympathiekundgebungen zum Ausdrucke gelangen dürfte. Horn (Niederösterreich). Am Donnerstag den 26. October fand auf dem hiesigen jüdischen Friedhofe die Enthüllung des Denksteines des im vorigen Jahre verstorbenen Rabbiners I. L. Rosner statt. Aus diesem Anlässe hatte sich eine stattliche Anzahl Freunde und Verehrer des Verblichenen an seinem Grabe versammelt, um in würdiger Weise das Andenken des bedeutenden Talmudgelehrten zu ehren. Anknüpfend an den Ausspruch unserer Weisen: „Daß von den Bundestafeln, die Moses am Fuße des Sinai zerbrach, nur der Stein zerschmettert wurde, nicht aber die Buchstaben der zehn Worte", hielt Herr Rabbiner Dr. Adolf Schächter die tief empfundene Gedenkrede. Sodann würdigte der Privatgelehrte Herr Leopold Mandl-Röhrenbach in gediegenen Worten die hohen Verdienste des treuen, bescheidenen, im Privatleben anspruchslosen und gesegneten Priesters. L. P. Budapest. Bernhard Deutsch de Hatvan. Aus Bu d apest, 29. October. wird uns geschrieben: „Das Leichenbegängniß des dahingeschiedenen Großindustriellen Bernhard Deutsch de Hatvan fand unter ungewöhnlich großer Theilnahme der Bevölkerung statt. Unter den Erschienenen bemerkten wir den Handelsminister Lukacs, Ober-Bürgermeister Rath, Bürgermeister Gerloczy. Curial-Senats-Präsident Csemeghi, die Curialrichter Decsey und Neuberger, dre Direction und den Generalrath der Oesterreichisch-ungarischen Bank, die Direction der Kaschau Oderberger Bahn mit dem Markgrafen P allavicini an der Spitze, ferner eine große Anzahl Reichstags- Abgeordneter und sonstige Notabilitäten. Sämmtliche Wohlthätigkeitsvereine Budapests waren im feierlichen Aufzuge mit ihren Fahnen erschienen, desgleichen Deputationen aus Arad, Losoncz, Hatvan, Nagy-Surany und Temesvar. Die Alliance Israelite in Paris hat sich durch Delegirte vertreten lasten. An der Bahre hielt Dr. K o h n eine ergreifende Rede, worin er die Verdienste und den von reinster Humanität geleiteten Wohlthätigkeitssinn des Verstorbenen hervorhob, dessen Leben, Wirken und Schaffen stets mustergiltig war und der während seines langen Lebens so viele bleibende Werke der Wohlthätigkeit geschaffen hat. Der Sarg wurde hierauf gehoben und von den Beamten des Hauses eine Strecke getragen, worauf er auf dem sechsspännigen Leichenwagen gehoben wurde. Drei Kranzwagen eröffneten den Zug, denen sich eine fast endlose Reihe von Wagen anschloß. Vor dem offenen Grabe sandte der Arader Rabbiner Dr. Rosenberg dem Dahingeschiedenen noch einen tief empfundenen Nachruf nach, worauf drei Beamte des Hauses Jg. Deutsch und Sohn im Namen des Personals der verschiehenen Etablissements, welche der Verstorbene ins Leben gerufen und zu hoher Blüthe gebracht hatte, dem Dahingeschiedenen ihren Dank und die letzten Grüße in das Grab nachsandten. Die Todtenfeier machte auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck." Fürstengunst. Roman von S. Kohn. Verfasser von „Gabriel". Jeder unbefugte Nachdruck wird mit aller Strenge verfolgt werden. Uebersetzung». ZI) rechte Vorbehalten.) „Ich gelange nun zu dem traurigsten Abschnitte unserer Familiengeschichte. Es war im Jahre 1712, ich war längere Zeit in Geschäften vom Hause abwesend, als ich durch einen Eilboten ein Schreiben meines Vaters enrpfing, in welchem er mir anzeigte, Onkel Elkan sei. in Folge einer lügenhaften Denunciation, beim Markgrafen in Ungnade gefallen. Er hoffe allerdings, daß es dem Onkel, der sich keiner Schuld bewußt sei, gelingen werde, die Anklagen seiner Verleumder zu entkräften, allein bei dem eigenthümlichen Charakter des völlig unberechenbaren Markgrafen, ließe sich nichts mit Gewißheit vorausbestimmen. Die Ungnade eines Fürsten gleiche einem Brande, der,wenn er nichtsofort gelöscht wird, •i i

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