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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1893-10-13 · 41 (13.10.1893) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
10 (1893)
Issue
41 (13.10.1893)
Date
1893-10-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 808 Vrsterrrichtptzr Wochenschrist Nr. 41 Wien. Anläßlich des vollendeten Neubaues der Landesblindenschule in Purkersdorf fand daselbst eine Feier statt, zu welcher auch der Direktor des israelitischen Blindeninstitutes auf der Hohen Warte, Herr Heller, geladen, resp. erschienen war und sich einer schmeichelhaften und ehrenden Auszeichnung erfreute. E. B. Wien. (Jubiläum eines Großindustriellen.) Der Mitbegründer der Großindustrie-Firma M. und I. Mandl, Herr Ignaz Mandl, feiert am 17. d. M. sein siebzigstes Wiegenfest. Seitens des großen Kreises der Verehrer und Freunde des Jubilars wird es, nach der Popularität zu schließen, die derselbe allgemein genießt, an Sympathiebezeuguugen an diesem Tage nicht fehlen. Der Beamtenstand der Firma wird eine vom akademischen Maler Herrn David Marcus in Wien meisterhaft ausgeführte Adresse überreichen. Wie«. Samstag den 14. October 1893 findet im israelitischen Tempel, Wien, XVI., Hubergasse 8, die Confirmation des Gymnasialschülers Siegfried Rosner, Sohn des Vorstandsmitglieves der israelitischen Cultusgemeinde Wien, Herrn Salomon Rosner statt. M. St. E. B. Wien. (Jüdische Einjährig-Freiwillige.) Wie man uns berichtet, haben die am Schlüsse des Vormonates in Wien durchgeführten Abgangsprüfungen für die jüdischen Einjahrig-Freiwilligen ein sehr günstiges Resultat ergeben, was um so beachtenswerther ist, als sich die Anforderungen an die Prüfungs-Candidaten mit Zunahme der Reserve-Officiere von Jahr zu Jahr steigern. Wie«, 8. October 1893. Sehr geehrte Redaction! In Nr. 40 der „Oesterreichischen Wochenschrift" erwähnen Sie mit für mich sehr schmeichelhaften Worten eines Toastes, welchen ich beim Bankete des Tempelvereins im 9. Bezirke auf den Reichsrathsabgeordneten Herrn Dr. Josef Bloch ausbrachte, in welcher Notiz Sie jedoch erwähnten, daß ich die Wirksamkeit des genannten Herrn Abgeordneten im „Proceß Rohling." und der „Affaire Deckert" gezeichnet haben soll. — Es wird mir nun von meinen Freunden — und mit Recht — vorgeworfen einen Tactfehler begangen zu haben, indem ich die Namen der Herren Professor Rohling und Pfarrer Deckert erwähnt haben soll, während mir dies nie eingefallen ist. Ich bitte Sie . nun . als diesbezügliche Berichtigung den Wortlaut jener Stelle äbdrucken zu wollen, auf welche sich diese Notiz bezieht:-„was Dr. Jos. Bloch — insbesonders im letzten Jahrzehnte — in Wort und Schrift geleistet hat, wo es galt, für die heilige Sache unseres Glaubens einzutreten, die Klarheit und Reinheit unserer Ueberlieferung, unseres Bekenntnisses dort ans Sonnenlicht zu bringen, wo sich die düsteren Schatten des Neides, des Hasses, der Mißgunst, der Niedertracht, die Verleumdung darüber senken wollten — wie er, sonder Scheu, im Parlamente bei jedem passenden Anlässe mit dem Schilde der Wahrheit und dem Schwerte der Ueberzeugung für uns gekämpft hat, nur unterstützt von dem fast consequenten Stillschweigen seiner israelitischen Abgeordneten- Collegen — wie er die meineidigsten unserer Gegner bis vor das Thor des Gerichtssaales zerrte, von dessen Schwelle sie feige entwichen — wie er Todte, die längst in ihren Gräbern ruhen, lebendig machte und sie zu Rächern ihrer und unserer angegriffenen Ehre vor Gericht brachte — das Alles ist nicht vergessen, das bleibt auch unvergessen und es gereicht uns Allen, die hier versammelt sind, zur Genugthuung, in seiner Gegenwart aussprechen zu können, daß wir in dem erbitterten Kampfe, den unsere leider so zahlreichen Feinde, ihre Führer, besser gesagt ihre Verführer, gegen uns begonnen haben und mit täglich unlauterer werdenden Mitteln fortsetzen, in ihm unseren bewährten Vorkämpfer und Führer erblicken." Im Vorhinein dankend hochachtungsvoll Ignaz M. Feiglstock. Wien. (Kreisgerichts-Adjunct Moriz Schmiedl.) Ueber das plötzliche Hinscheiden des Kreisgerichts- Adjuncten in Korneuburg, Herrn Moriz S ch m i e d l, welches in seinem Amtsbezirke die größte Theilnahme erregte, wird der „Neuen Freien Presse" von dort gemeldet, daß derselbe einem Herzleiden erlag, das ihn seit einiger Zeit mit immer steigender Heftigkeit heimgesucht hatte. Die besondere Schätzung und Sympathie, welche sich dieser richterliche Beamte bei seinen Vorgesetzten und Collegen, sowie in allen Kreisen der Bevölkerung durch seine musterhafte Pflichterfüllung, wie durch sein persönliches Wesen erworben hatte, gab sich bei seinem solennen Leichenbegängnisse in Korneuburg kund. Dem Sarge, welcher von Dienerndes Kreisgerichtes an dem Amtsgebäude vorbei durch die Stadt bis in die Vorstadt getragen wurde, wo der Leichenwagen harrte, folgten der gesummte Beamtenkörper des Kreisgerichtes wie der Staatsanwaltschaft und — in Abwesenheit des auf Urlaub befindlichen Präsidenten — mit dem Bicepräsidenten an der Spitze, die Advocaten Korneuburgs, zahlreiche Mitglieder des Officierscorps, sowie eine große Zahl von i Honoratioren des Ortes. Der Zug bewegte sich feierlich unter den Trauergesängen des israelitischen Chors, der aus Fünfhaus gekommen war, die ganze Strecke entlang zwischen einem dichten Spalier von Menschen, welche achtungsvoll das Haupt entblößten. Auf dem Sarge lagen prachtvolle Kränze, deren Schleifen die Inschriften trugen: „Von dem k. k. Kreisgerichte und der Staatsanwaltschaft Korneuburg", „Von seinen Freunden des k. u. k. Eisenbahn- und Telegraphen-Regiments", „Der Literarische Verein seinem treuen Mitgliede", „Die Cultusgemeinde im vormaligen polit. Bezirke Fünfhaus". Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft begleitete den Sarg zur israelitischen Abtheilung des Centralfriedhofes in Wien, wo der tiefgebeugte Vater des Verblichenen, Prediger Dr. Schmied l, welcher auch an der Leichenfeier in Korneuburg theilgenommen hatte, vor den zahlreich versammelten Leidtragenden die Trauerrede hielt. Gewiß hat noch selten ein Nachruf größere Rührung hervorgerufen, als die Worte aus dem Munde des tieferschütterten Vaters am Grabe des eigenen Sohnes. Der Verstorbene hatte für den gestrigen Tag, der sein Geburtstag war, sein Erscheinen bei seinen Eltern in Fünfhaus angekündigt. Aus der Feier seines Geburtstages war nun eine Trauerfeier geworden. Die ritnellcn Gesänge in Korneuburg und auf dem Centralfriedhofe leitete der Fünfhauser Obercantor Jurberger, welchem für seine ausgezeichneten Leistungen der Dank des Vorstandes ausgesprochen wurde. Wien. V. Berzeichniß der zu Gunsten der israel. Ferien- Colonie bei Frau Dr. Grünfeld eingelaufenen Spenden: Frl. Przibram 50 fl.; Frau Lina Mendl 2 fl.; Frau Rud. Foges 2 fl.; Herr M. D. Roth 2 fl.; R. F. 5 fl.; A. G. 4 fl.; Herr Moriz Scheiber 1 fl.; Herr Leon Lederer 5 fl.; Frau Dr. Josef Hofmann 5 fl.; Herr Leopold Kern 10 fl.; Herr Baurath von Goldschmidt 10 fl.; Herr Jos. Eisenstädter 5 fl.; Frau Rosa Hildesheim 15 fl.; Frau Prof. Mautner 10 fl.; Frau Dr. Irma Rosenberg 5 fl.; Frau Emma Haas 2 fl.; Herr Max Kann. 10 fl.; Herr Saul Rothziegel 3 fl.; A. P. 50 fl.; Frau Henriette Fleischer 5 fl.; Herr Heller u. Sohn 2 fl.; Herr Filipp Frankl 5 fl.; Herr Hermann Freistadtl 10 fl.; Frau Clara Pollak 2 fl.; Frau Adele Frankl 3 fl.; Herr Dr. M. T. Schnirer 3 fl.; Frau Sophie Kotanyi 3 fl; Herr Börnd Grünfeld 2 fl.; Herr G.-R. Dr. Alfred Stern 5 fl.; Frau Fanny Zerkowitz 3 fl.; Frau Emma Frankl 3 fl.; Herr Ludw. Zwieback u. Bruder 3 fl.; Herr Weiß v. Wellenstein 10 fl.; Frau Sabine Skopal 2 fl.; Frau Jda Kary aus Anlaß der glücklichen Errettung ihres Kindes aus großer Gefahr 25 fl. Mit dem bisher ausgewiesenen Betrage zusammen 2923 Gulden 50 Kreuzer. Ferner spendeten aus Anlaß des Kinderfestes Herr Franz Frankl eine schöne Fahne und Trommel; Frau Dr. Lux 5 fl. und Frau Fanny Mayer 5 fl. zu Zwecken der K'mderjause. Wien. Der literarisch-gesellige Verein jüdischer Mädchen „Moria" eröffnet Sonntag, den 15. October sein 4. Semester mit einem Vortrage des Fräulein Friedmann: „Zum 100. Geburtstage I. N. Mannheimers". So wie im Vorjahre ist der Verein auch Heuer bemüht, durch Borträge aus der jüdischen Literatur und Geschichte das Wissen junger Mädchen auf diesem — leider so vernachlässigtem — Gebiete zu bereichern und auf diese Weise die Liebe zu dem vielgeschmähten jüdischen Volke unter seinen Mitgliedern zu erwecken und wachzuerhalten. Borträge haben ferners zugesagt: Instituts- Vorsteherin Fräulein Amalie Thilo und Herr Dr. Löwy. Die Vorträge, welche alle 14 Tage im Vereinslocale 1. Bez., Schottenring 23, abgehalten werden und bei denen Gäste (Damen) herzlich willkommen sind, beginnen um 3 Uhr Nachmittag. Zuschriften werden erbeten an die Schriftführerin Fräulein Jda Werner, 18. Bez., Czermakgaffe 14. N. Wien. (F estaben d.) In I. Rappe l's „Rosensälen" fand letzten Dienstag ein Vortragsabend mit Tanzkränzchen statt, dessen Reinerträgniß dem Tempelbaufond für den X. Bezirk Favoriten gewidmet war. Der Besuch war ein ausgezeichneter und das finanzielle Resultat ein günstiges, denn, wie uns mitgetheilt wird, soll das Reinerträgniß die Höhe von circa 500 Gulden erreicht haben. Die artistische Leitung dieses sehr gelungenen Abends lag in den Händen des Herrn Professors Julius H i r s ch l e r , Musikschulinhabcr. Das Programm war sehr interessaut und verdient besprochen zu werden. Eröffnet wurde der Abend mit der Ouvertüre zur Oper „Raymond", welche von der ausgezeichneten Schwechater Schützenkapelle unter

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